Streit um Carl Diem Vater des deutschen Sports als Vorbild ungeeignet

Im Interview redet der Diem-Biograf Frank Becker über dessen Verstrickungen im NS-Regime. Dem deutschen Sport wirft er Einflussnahme auf seine Arbeit vor.

2004 wurden die Buchstaben vom Dach der Würzburger Carl-Diem-Halle geholt. Sie trägt jetzt den Namen eines deutschen Modeunternehmens.

2004 wurden die Buchstaben vom Dach der Würzburger Carl-Diem-Halle geholt. Sie trägt jetzt den Namen eines deutschen Modeunternehmens.

Der Historiker Frank Becker hat im Leben von Carl Diem gestöbert und eine Biografie über den Vater des deutschen Sports geschrieben. Um dieses Werk entbrannte ein Gelehrtenstreit. Der letzte Band ist jetzt erschienen.

ZEIT ONLINE: Herr Becker, Sie haben rund 6.000 Briefe und 12.000 Tagebuchseiten ausgewertet. Was für ein Mensch war Carl Diem?

Frank Becker: Carl Diem durchlebte eine schwierige Kindheit und Jugend. Sein Vater, ein Geschäftsmann, ging mit seinen Unternehmungen immer wieder bankrott. Schließlich verließ der Vater sogar die Familie und wanderte nach Amerika aus. Als es auch dort nicht klappte, beging er 1914 Selbstmord. Diem hat sich zeitlebens für seine Mutter verantwortlich gefühlt. Erst im Alter von 48 Jahren hat er selbst geheiratet und noch eine Familie gegründet, mit Liselott Bail, einer sehr viel jüngeren Frau, Sportstudentin an der Berliner Hochschule für Leibesübungen.

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Frank Becker
Frank Becker

Frank Becker ist Historiker und Professort für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Duisburg-Essen. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Geschichte der Körperkultur und des Sports.

ZEIT ONLINE: Und der Sportfunktionär Diem?

Becker: Der war aufstiegsorientiert und sendungsbewusst. Einerseits ging es ihm um den eigenen sozialen Aufstieg, andererseits wollte er im Sport seine Ideen durchsetzen. Politisch neigte er zu einem starken Opportunismus. Diem kommt aus dem politisch rechten Spektrum. Er konnte sich daher sehr gut auf Obrigkeitsstaaten wie Kaiserreich und "Drittes Reich" einlassen. Er war aber auch biegsam genug, um in den Demokratien, in denen er gewirkt hat, seine Weltanschauung so auszurichten, dass sie in die herrschenden Verhältnisse passte.

ZEIT ONLINE: Wie viel Diem steckt heute noch im deutschen Sport?

Becker: Das Fachverbandssystem, wie es heute existiert, wurde von Diem propagiert. Es sollte keinen weltanschaulich zerklüfteten, politisch gespaltenen Sport geben. Der Sport sollte sich einheitlich organisieren. Es sollte nur nach Sportarten unterschieden werden und nicht nach Konfessionen oder in Arbeiter- und bürgerlichen Sport. Diem hat sich nach 1945 auch für die Idee der "Eigenwelt" des Sports eingesetzt. Dass der DOSB formal politisch unabhängig ist, geht unter anderem auf Diem zurück.

ZEIT ONLINE: Was wiegt in der Bewertung der Person Diem schwerer: Seine Verdienste für den deutschen Sport oder seine Verstrickungen mit dem NS-Regime?

Becker: Wenn man heute die geschichtspolitische Frage stellt, ob Diem noch als Vorbild taugt, dann wirken seine Verfehlungen stärker. Es ist heutzutage nicht erträglich, jemanden zu ehren, der in seinem Leben viele antisemitische Äußerungen getätigt, der im Nationalsozialismus engagiert mitgetan und kurz vor Kriegsende eine Durchhalterede vor Hitlerjungen gehalten hat. All diese Dinge sind inakzeptabel und man kann sie nicht durch Verdienste aufwiegen.

ZEIT ONLINE: Besonders umstritten ist die Sparta-Rede, mit der Diem Volkssturmmänner und Hitlerjungen in die Schlacht um Berlin und somit in den sicheren Tod geschickt haben soll. Was macht Sie so sicher, dass er diese Rede auch wirklich gehalten hat?

Becker: Es gibt zwei Quellen, die diesen Sachverhalt unabhängig voneinander belegen. Da ist einmal der Zeuge Reinhard Appel, der als Hitlerjunge vor Diem gestanden hat. Er sagt, es soll eine flammende Rede gewesen sein. Dann gibt es zweitens ein Stichwortmanuskript von Diems eigener Hand. Darin wird die Rede skizziert. Diem sprach über die Jugenderziehung in Sparta, die militärisch geprägt war und Opferwilligkeit für das Vaterland forderte. Er verglich sie mit der Jugenderziehung in den Organisationen des NS-Staates. Während er diese Rede hielt, hörte man in Berlin schon das Artilleriefeuer der Sowjets, die an der Oder standen. In diesem Kontext konnte eine solche Rede nur als Durchhalterede verstanden werden.

ZEIT ONLINE: Beide Belege waren schon vor Ihrer Studie bekannt.

Becker: Es sind keine neuen Quellen zur Rede selbst auffindlich gewesen. Ich habe aber das Umfeld genauer ausleuchten können. Diem hat sich beispielsweise noch während der Schlacht um Berlin von seinem Volkssturmbataillon abgemeldet. Er hat eine Sehnenentzündung im Fuß geltend gemacht. Daraufhin wurde er einfach so entlassen. Man kann sich also nicht vorstellen, dass er, wie einige Diem-Apologeten behaupten, zuvor gezwungen wurde, die Durchhalterede zu halten. Er hätte auch sagen können: Ich bin 62 Jahre alt, fühle mich krank und kann keinen Vortrag halten.

ZEIT ONLINE: Der wissenschaftliche Beirat des Forschungsprojektes behauptet, dass es keine Hinweise auf moralisch verwerfliche Handlungen oder Entscheidungen Diems gebe. Wie erklären Sie sich, dass dieses Gremium, besetzt mit etablierten Forschern, gänzlich andere Schlüsse aus Ihrer Studie zieht?

Becker: Der Deutsche Olympische Sportbund hat den Beirat eingesetzt. Dabei hat man nicht beachtet, wie voreingenommen einige Mitglieder waren. Der Leiter etwa ist ein alter Diem-Schüler, Ommo Grupe, der als Diem-Verehrer bekannt ist. Der Projektleiter, Michael Krüger, hat Diem ebenfalls stets verteidigt. Angesichts der jahrzehntelangen, erbittert geführten Debatte um Diem hätte der DOSB darauf achten müssen, dass dieses Gremium ausgewogen besetzt ist.

ZEIT ONLINE: War Ihnen vorher klar, mit wem Sie es zu tun bekommen?

Becker: Ich bin Historiker und kein Sportwissenschaftler. Die Feinheiten, wer da welche Position in der Diem-Debatte vertritt und wer da mit wem kungelt, waren mir anfangs nicht bekannt. Ich bin davon ausgegangen, dass ich, wie vom DOSB angekündigt, unabhängig und ergebnisoffen arbeiten kann.

ZEIT ONLINE: Gab es Versuche, auf Ihre Forschung Einfluss zu nehmen?

Becker: Mir wurde, natürlich nur in mündlicher Kommunikation, immer wieder deutlich gemacht, dass eine apologetische Darstellung erwartet wird. Ich habe das als Meinungsäußerung abgetan und bin unbefangen an die Arbeit gegangen.

ZEIT ONLINE: Diem-Anhänger führen ins Feld, dass dessen Ehefrau Liselott aus einer jüdischen Familie stammt. Wie kann Diem da Antisemit gewesen sein?

Becker: Die Antisemitismusforschung unterscheidet zwischen dem eliminatorischen Antisemitismus der NS-Zeit und dem Antisemitismus in wilhelminischer Tradition. Letzteren habe ich bei Diem festgestellt. Antisemiten solcher Prägung waren oft mit assimilierten Juden befreundet oder verbandelt. Ein Großelternteil von Liselott Bail war jüdisch, die Familie aber war hochgradig angepasst. Die Eltern waren fromme Protestanten, der Vater war preußischer Staatsbeamter.

ZEIT ONLINE: Von Seiten des Beirats hieß es, Sie hätten unwissenschaftlich gearbeitet. Haben Sie sich etwas vorzuwerfen?

Becker: Der Vorwurf ist nicht vom Beirat, sondern nur von Grupe und Krüger gekommen. Er ist die Retourkutsche dafür, dass ich mich der Apologie verweigert habe.

 
Leser-Kommentare
  1. Irgendwie macht mich das wütend, wenn jemand siebzig Jahre später so ein Besserwisser ist.

    Abgesehen davon, was war daran jetzt falsch: "Es sollte keinen weltanschaulich zerklüfteten, politisch gespaltenen Sport geben. Der Sport sollte sich einheitlich organisieren. Es sollte nur nach Sportarten unterschieden werden und nicht nach Konfessionen oder in Arbeiter- und bürgerlichen Sport.", bitte?

    aj

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    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/sc

    Es macht nicht alles falsch was er gesagt hat, aber als Vorbild taugt ein Nazi nie.

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/sc

    Es macht nicht alles falsch was er gesagt hat, aber als Vorbild taugt ein Nazi nie.

  2. Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/sc

    Antwort auf "Besserwisser"
  3. in das Nazi-System involviert war, sollte dies auch öffentlich gemacht werden.

    Bedauerlich ist in Deutschland, dass bei vielen über deren Nazi-Vergangenheit stillschweigend hinweggeschaut wird.

    Helmut Schmidt lobt - auch hier in der Zeit - Hjalmar Schacht, einen der wichtigsten Steigbügelhalter des Aufstiegs Hitlers, und als Finanzminister für Aufrüstung und Ausbeutung für Verantwortlich, und es kommt zu KEINEM entrüsteten Aufschrei.

    Martin Heidegger wird trotz seiner braunen Vergangenheit regelmäßig zu einem der größten - wenn nicht sogar zum größten - deutschen Denker des 20. Jahrhundert verklärt.

    Bei Heinrich Harrer schaut man auch großzügig über Nazi-Vergangenheit und Lüger hinweg. Nur weil er der Freund des Dalai Lamas war?

    Und dieses unkritische Verhalten betrifft nicht nur die Nazi-Zeit.

    Jedes Jahr pilgert die deutsche Elite nach Bayreuth um der "Kunst" des Anti-Semiten Richard Wagner zu huldigen, dessen primitive Deutsch-Tümelei und Kult der Irrationalität nicht unwesentlich zum Aufstieg der Nazis beitrug.

    Oder um auch ein aktuelles Beispiel zu liefern, vergleiche man die Berichterstattung der ZEIT über Wulf und Joschka Fischer. Während bei Wulf die Moralkeule XXL hervorgeholt wird, schaut man bei Fischer über Verbrechen und Unmoralität großzügig hinweg.

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    "Martin Heidegger wird trotz seiner braunen Vergangenheit regelmäßig zu einem der größten - wenn nicht sogar zum größten - deutschen Denker des 20. Jahrhundert verklärt."

    Ihren Zorn der Gerechten in allen Ehren, und was Fischer vs Wulff angeht, würde ich Ihnen sogar rechtgeben, aber das eine muss das andere ja nicht unbedingt ausschliessen, oder?

    Aber: Das Wagner Antisemit war, macht nicht den Hörer seiner Musik unmoralisch. Es ist die Huldigung, die Ikonisierung dieser Figur die problematisch ist. Und genau das ist auch bei Diem passiert. Teile seiner Arbeit sind richtig und gut. Soll ich deshalb den Nazi Diem gut finden? Soll ich Sportplätze nach ihm benennen? Ganz bestimmt nicht.

    "Martin Heidegger wird trotz seiner braunen Vergangenheit regelmäßig zu einem der größten - wenn nicht sogar zum größten - deutschen Denker des 20. Jahrhundert verklärt."

    Ihren Zorn der Gerechten in allen Ehren, und was Fischer vs Wulff angeht, würde ich Ihnen sogar rechtgeben, aber das eine muss das andere ja nicht unbedingt ausschliessen, oder?

    Aber: Das Wagner Antisemit war, macht nicht den Hörer seiner Musik unmoralisch. Es ist die Huldigung, die Ikonisierung dieser Figur die problematisch ist. Und genau das ist auch bei Diem passiert. Teile seiner Arbeit sind richtig und gut. Soll ich deshalb den Nazi Diem gut finden? Soll ich Sportplätze nach ihm benennen? Ganz bestimmt nicht.

  4. Ich finde diese rückblickende Besserwisserei, was moralisch verwerflich sei, und was nicht, immer wieder unerträglich ...

    "Besonders umstritten ist die Sparta-Rede, mit der Diem Volkssturmmänner und Hitlerjungen in die Schlacht um Berlin und somit in den sicheren Tod geschickt haben soll. Was macht Sie so sicher, dass er diese Rede auch wirklich gehalten hat?"

    Da würde ich doch gerne wissen, was damals richtiger gewesen wäre (siehe auch http://www.zeit.de/2008/4... ) - die Waffen zu strecken und seine Töchter zum sich vergewaltigen lassen schon mal vor die Türe stellen, damit sie ein bisschen von ihrer Schuld abtragen können? Es ist historisch betrachtet auch jammerschade, dass die DDR nicht bis zum Rhein ging - auch eine Folge dieses sinnlosen Widerstands ...

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    Es ging manchen vielleicht um die (sinnlose, da völlig vergebliche) Verteidigung ihrer Familie, aber im Kern ging es um die Verteidigung Nazideutschlands und JEDER der das nicht verurteilt hat ein moralisches Problem.

    Es ging manchen vielleicht um die (sinnlose, da völlig vergebliche) Verteidigung ihrer Familie, aber im Kern ging es um die Verteidigung Nazideutschlands und JEDER der das nicht verurteilt hat ein moralisches Problem.

  5. "Vater des deutschen Sports als Vorbild ungeeignet".

    Es wäre viel gewonnen, wenn wir uns dazu überwinden könnten, die deutsche Geschichte in ihrer Ambivalenz anzunehmen - und wenn Diem historisch betrachtet als "Vater des deutschen Sports" anzusehen ist, bringt es wenig, das wegzudiskutieren, oder zu versuchen, dies anhand seiner Ansichten zu diesem oder jenem zu relativieren - und insbesondere, seinen Namen auf schäbigste Weise zu tilgen, auch wenn dabei ahistorisch-sinnlose Konstrukte wie "DLV-Ehrenschild" (http://de.wikipedia.org/w... ) herauskommen. Derartige Säuberungen sind in meinen Augen weniger Zeichen der Vergangenheitsbewältigung, als eher Zeichen der Vergangenheitsleugnung - Altvordere, mit denen man sich nicht auseinandersetzen möchte, werden einfach eliminiert.

  6. "Martin Heidegger wird trotz seiner braunen Vergangenheit regelmäßig zu einem der größten - wenn nicht sogar zum größten - deutschen Denker des 20. Jahrhundert verklärt."

    Ihren Zorn der Gerechten in allen Ehren, und was Fischer vs Wulff angeht, würde ich Ihnen sogar rechtgeben, aber das eine muss das andere ja nicht unbedingt ausschliessen, oder?

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    Wenn wir in Deutschland ein moralisches "Gerüst" erschaffen, etwas was die Medien sehr gerne tun, dann haben wir auch die verdammte Pflicht ALLE gemäß dieses "Gerüst" zu bewerten.

    Die Realität sieht aber anders aus. Bei einigen wird eine Dämonisierung weit über den Faktenstand betrieben (bspw. China in 2008 oder Ahmadinedschad), bei anderen wird großzügig über Verfehlungen hinweggeschaut (siehe den genannten Fischer oder auch Obama).

    Und was Heidegger angeht. Wer sich in einer so unkritischen Weise den Nazis andient, kann wohl kaum als großer Denker gelten. Und selbst wenn ich über seine braune Vergangenheit hinwegschauen würde, macht ein bisschen "Geworfenheit" möglichst schwülstig formuliert auch keinen großen Denker.

    Wenn wir in Deutschland ein moralisches "Gerüst" erschaffen, etwas was die Medien sehr gerne tun, dann haben wir auch die verdammte Pflicht ALLE gemäß dieses "Gerüst" zu bewerten.

    Die Realität sieht aber anders aus. Bei einigen wird eine Dämonisierung weit über den Faktenstand betrieben (bspw. China in 2008 oder Ahmadinedschad), bei anderen wird großzügig über Verfehlungen hinweggeschaut (siehe den genannten Fischer oder auch Obama).

    Und was Heidegger angeht. Wer sich in einer so unkritischen Weise den Nazis andient, kann wohl kaum als großer Denker gelten. Und selbst wenn ich über seine braune Vergangenheit hinwegschauen würde, macht ein bisschen "Geworfenheit" möglichst schwülstig formuliert auch keinen großen Denker.

  7. Wenn wir in Deutschland ein moralisches "Gerüst" erschaffen, etwas was die Medien sehr gerne tun, dann haben wir auch die verdammte Pflicht ALLE gemäß dieses "Gerüst" zu bewerten.

    Die Realität sieht aber anders aus. Bei einigen wird eine Dämonisierung weit über den Faktenstand betrieben (bspw. China in 2008 oder Ahmadinedschad), bei anderen wird großzügig über Verfehlungen hinweggeschaut (siehe den genannten Fischer oder auch Obama).

    Und was Heidegger angeht. Wer sich in einer so unkritischen Weise den Nazis andient, kann wohl kaum als großer Denker gelten. Und selbst wenn ich über seine braune Vergangenheit hinwegschauen würde, macht ein bisschen "Geworfenheit" möglichst schwülstig formuliert auch keinen großen Denker.

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    "Wenn wir in Deutschland ein moralisches "Gerüst" erschaffen, etwas was die Medien sehr gerne tun, dann haben wir auch die verdammte Pflicht ALLE gemäß dieses "Gerüst" zu bewerten."

    Ich schätze Ihre Konsequenz. Mein Ausgangspunkt ist allerdings der, dass die Konstruktion eines solchen moralischen "Gerüsts" an sich schon falsch ist. Zumal ich den Eindruck habe, dass es sich dabei weniger um ein "Gerüst", als um eine "Waffe" handelt. Dieselbe Bornierheit, welche China, den Iran und andere am deutschen, kritisch-dialektischen Wesen genesen lassen möchte, ist es, die auch andernorts am Werke ist, und eben auch den Blick in die deutsche Geschichte dominiert. Bei Heidegger dürfen Sie davon ausgehen, dass er bedeutender und schlauer ist, als Sie oder ich oder irgendein Zeit-Autor je sein wird - auch wenn es dem Zeitgeist entspricht, Befürworter des Nationalsozialismus seiner Zeit als Idioten darzustellen. Der weltreisende Wissenschaftler Sven Hedin schrieb anlässlich des Todes Adolf Hitlers: "Heute bewahre ich eine tiefe und unauslöschliche Erinnerung an Adolf Hitler und betrachte ihn als einen der größten Menschen, den die Weltgeschichte besessen hat. Nun ist er tot. Aber sein Werk wird weiterleben.", der Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun "Ich bin dessen nicht würdig, mit lauter Stimme über Adolf Hitler zu sprechen, und zu sentimentaler Rührung laden sein Leben und seine Taten nicht ein." - alles Idioten?

    "Wenn wir in Deutschland ein moralisches "Gerüst" erschaffen, etwas was die Medien sehr gerne tun, dann haben wir auch die verdammte Pflicht ALLE gemäß dieses "Gerüst" zu bewerten."

    Ich schätze Ihre Konsequenz. Mein Ausgangspunkt ist allerdings der, dass die Konstruktion eines solchen moralischen "Gerüsts" an sich schon falsch ist. Zumal ich den Eindruck habe, dass es sich dabei weniger um ein "Gerüst", als um eine "Waffe" handelt. Dieselbe Bornierheit, welche China, den Iran und andere am deutschen, kritisch-dialektischen Wesen genesen lassen möchte, ist es, die auch andernorts am Werke ist, und eben auch den Blick in die deutsche Geschichte dominiert. Bei Heidegger dürfen Sie davon ausgehen, dass er bedeutender und schlauer ist, als Sie oder ich oder irgendein Zeit-Autor je sein wird - auch wenn es dem Zeitgeist entspricht, Befürworter des Nationalsozialismus seiner Zeit als Idioten darzustellen. Der weltreisende Wissenschaftler Sven Hedin schrieb anlässlich des Todes Adolf Hitlers: "Heute bewahre ich eine tiefe und unauslöschliche Erinnerung an Adolf Hitler und betrachte ihn als einen der größten Menschen, den die Weltgeschichte besessen hat. Nun ist er tot. Aber sein Werk wird weiterleben.", der Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun "Ich bin dessen nicht würdig, mit lauter Stimme über Adolf Hitler zu sprechen, und zu sentimentaler Rührung laden sein Leben und seine Taten nicht ein." - alles Idioten?

  8. Es macht nicht alles falsch was er gesagt hat, aber als Vorbild taugt ein Nazi nie.

    Antwort auf "Besserwisser"

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