NBA-SaisonstartNowitzkis Chancen auf die Titelverteidigung sind gering

Nach monatelangem Streit beginnt die NBA-Saison. Dirk Nowitzki und seine Mavericks wollen ihren Titel verteidigen. Doch das wird fast unmöglich. von 

Dirk Nowitzki mit dem Meisterpokal im Juni

Dirk Nowitzki mit dem Meisterpokal im Juni  |  © Ronald Martinez/Getty Images

Es wird ein Saisonauftakt nach dem Motto "Viel hilft viel": Gleich fünf Topspiele stehen zum Saisonauftakt der amerikanischen Basketball-Liga am ersten Weihnachtstag auf dem Plan . Alle Superstars laufen auf: Dirk Nowitzki, Kobe Bryant, LeBron James, Derrick Rose und Kevin Durant. Sie sollen den Tarifstreit vergessen machen, der die beste Liga der Welt seit Juli 161 Tage lang lahmgelegt hatte.

Dabei wird die Saison 2011/12 im wahrsten Sinne des Wortes zur Hetzjagd werden: Jede Mannschaft muss 66 reguläre Saisonspiele in 120 Tagen absolvieren – direkt danach beginnen die Playoffs. Mit diesem vollgestopften Spielplan soll möglichst viel Profit aus der Spielzeit geschlagen werden, die wegen des monatelangen Streits zeitlich eingedampft werden musste.

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Die Besitzer der NBA-Teams hatten die Spieler mit dem Auslaufen des bisherigen Tarifvertrags im Sommer buchstäblich aus den Trainingshallen ausgeschlossen ("Lockout"). Zum vierten Mal in der NBA-Geschichte wurden alle Arbeitsverhältnisse nichtig, die Einkommen der Spieler fielen auf null. Vor dieser Kulisse brachte die National Basketball Association – kein Verband, sondern ein mächtiger Konzern – ihre Kritikpunkte vor: Zu hoch dotierte, lange und starre Verträge für die Athleten, zu viel Wettbewerbsverzerrung durch star-gespickte Übermannschaften und zu hohe Verluste der Kellerteams. Dass die durchkommerzialisierte NBA wie behauptet in den letzten drei Jahren Verluste von jeweils mehr als 300 Millionen US-Dollar gemacht habe, wird allerdings angezweifelt .

Anfang Dezember jedenfalls einigten sich die Seiten, der "nukleare Winter" (NBA-Boss David Stern) zwischen Liga und Spielern inklusive Prozessen vor Arbeitsgerichten ist seitdem Geschichte. In den Topf für die Spielergehälter werden zukünftig nur noch 49 bis 51 Prozent der Einnahmen aus TV-Verträgen, Ticketverkauf und Werbung fließen – bisher waren es 57 Prozent gewesen. Dies bedeutet einen Verlust von 200 bis 300 Millionen US-Dollar jährlich für die mehr als 300 Spieler. Der Wegfall eines Fünftels der Saison hatte jeden von ihnen zusätzlich bereits rund 220.000 Dollar gekostet. Die bestbezahlten Athleten der Welt bleiben die hochgewachsenen Akteure dennoch.

Die Chancen Dirk Nowitzkis auf die Titelverteidigung sind durch den neuen Tarifvertrag verschwindend gering: Seine Dallas Mavericks verloren neben ihrem überragenden Center Tyson Chandler auch José Juan Barea sowie Caron Butler, Corey Brewer und DeShawn Stevenson. Grund ist die ligaweit für jedes Team geltende Gehaltsobergrenze. Bisher wurde jeder zusätzlich ausgegebene Dollar mit einer Strafzahlung an die Liga, einer Art Luxussteuer, in Höhe von 100 Prozent geahndet. Laut neuem Tarifvertrag jedoch wird diese Gebühr für Wiederholungstäter wie Dallas oder Liga-Krösus L.A. Lakers zukünftig auf 325 Prozent steigen, was schnell Mehrausgaben von Dutzenden Millionen Dollar entspricht. Nowitzki sieht ein "hartes Stück Arbeit" auf dem Weg zur Konkurrenzfähigkeit.

Leserkommentare
  1. Man sieht anhand der deutschen Basketball Nationalmannschaft, dass ein Dirk Nowitzki alleine nicht alles reissen kann.
    Der Aderlass in Dallas ist schon gross aber sie haben sich auch sinnvoll verstärkt. Topfavoriten sind aber meiner Meinung nach die Teams aus Los Angeles.

    Aber meine beiden Daumen drück ich natürlich trotzdem für Dirk!

  2. mit einem verletzten Bryant, einem satten und alternden Team, einem ausgebrannten Gasol, der in den entscheidenden Phasen meist abtauscht, mit einem neuen Coach?
    Sicher? ;-)

    Top-Favoriten dürften OKC, die Clippers, die Mavs und im Osten die Bulls sowie die Heat sein.
    Rest wird kaum Chancen auf eines der Conference Finals haben.

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