Schiedsrichter Verantwortlich für alles Schlechte
Nach dem Suizidversuch des Schiedsrichters Babak Rafati ist der Umgang mit den Unparteiischen respektvoller geworden – für wie lange?
© Thomas Niedermüller/Bongarts/Getty Images

Babak Rafati und der Stuttgarter Cacau bei einem Bundesliga-Spiel im Oktober
"Allen Beteiligten im Fußball muss durch diesen Fall vor Augen geführt werden, respektvoll miteinander umzugehen und nicht gegeneinander zu arbeiten."
Das hat der Leverkusener Fußballlehrer Robin Dutt schön gesagt und wahrscheinlich auch ernst gemeint. War ja auch ein denkwürdiger Tag Mitte September, als Dutts Kollege Ralf Rangnick öffentlich bekannt gab, er könne seinen Job auf absehbare Zeit nicht mehr ausüben, weil die Nerven nicht mehr mitspielen. Keine Kraft, keine Energie, keine Perspektive. Ralf Rangnick konnte nicht mehr.
Die Branche war geschockt. Knapp zwei Jahre nach dem Suizid des Nationaltorhüters Robert Enke wurde den Trainern schlagartig bewusst, dass auch sie keinen automatischen Schutz genießen gegen Verwundungen, die das bloße Auge nicht zu erkennen vermag. Depressionen, Burn-out, vegetatives Erschöpfungssyndrom. Kann uns also auch passieren, schlimme Sache, da müssen wir mal innehalten und nachdenken über das, was wir uns im Alltag so alles zumuten und antun.
Die Öffentlichkeit feierte Rangnicks offenen Umgang mit der Volkskrankheit Stress als Pioniertat. Endlich war einer ausgebrochen aus dem Kartell der Schweiger, der Verharmloser, der Tabuisierer. Der große Irrtum des Profifußballs bestand darin, dass er sich ausnahmsweise mal kleiner machte, als er wirklich ist – und seine Grenzen viel zu eng definierte. Es gehören eben nicht nur Spieler und Trainer zum großen Zirkus auf dem grünen Rasen. In finaler Konsequenz hätten dieses Missverständnis und der damit einhergehende Mangel an Respekt den Schiedsrichter Babak Rafati beinahe das Leben gekostet.
"Der ärmste Mann auf dem Platz"
Das mit dem respektvollen Umgang hat sich nämlich in den Wochen nach Ralf Rangnicks öffentlichem Hilferuf als gar nicht so einfach erwiesen. Fußball ist ein temperamentvolles, ein emotionales Spiel. Und es geht um viel Geld, ganz oben in der Bundesliga, wo Ralf Rangnick mit dem FC Schalke 04, Dutt mit Bayer Leverkusen und ihre lieben Kollegen Woche für Woche unter Erfolgsdruck stehen und diesen Druck nur zu gern weitergeben an einen, von dem der Mönchengladbacher Trainer Lucien Favre sagt: "Er ist der ärmste Mann auf dem Platz!"
Eine kleine Auswahl dessen, was sich Deutschlands Fußball-Schiedsrichter so alles anhören mussten von Trainern und Managern, seitdem Robin Dutt zum respektvollen Miteinander aufgerufen hatte: Der für seinen sanften deutsch-dänischen Singsang geschätzte Manager Frank Arnesen wütete nach dem Spiel seines Hamburger SV gegen Kaiserslautern: "Wir haben heute gegen 13 Mann gespielt", eine Woche später sah der Stuttgarter Trainer Bruno Labbadia seine Elf in Mainz immerhin noch "von Anfang an gegen zwölf Leute". Jürgen Klopp, der für gewöhnlich sehr redselige Trainer von Borussia Dortmund, mochte nach einem Spiel in Stuttgart nicht davon sprechen, dass seine Mannschaft wegen amateurhafter Reiseplanung eine halbe Stunde zu spät am Stadion erschienen war. Stattdessen erging er sich in längeren Tiraden über den Schiedsrichter und einen ausgebliebenen Elfmeterpfiff. Kölns sonst so stiller Trainer Stale Solbakken forderte lauthals "Konsequenzen für Schiedsrichter, wenn sie zu viele Fehler machen". Und der Freiburger Marcus Sorg tanzte wie ein Derwisch vor dem Schiedsrichter herum, weil er sich im Spiel gegen Hertha BSC betrogen fühlte, sein Präsident reckte im allgemeinen Chaos noch den Mittelfinger in die Höhe.
Soweit die Anklage. Von der Verteidigung kam … nichts. Theo Zwanziger, der scheidende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, hatte anderes im Sinn, als seiner Verpflichtung als höchster Schutzpatron der Schiedsrichter nachzukommen. Um sich in einer noch schwer durchschaubaren Steueraffäre als Kämpfer wider die Korruption zu profilieren, forderte er seinen Schiedsrichtern in aller Öffentlichkeit Schufa-Erklärungen und Führungszeugnisse ab.
- Datum 26.12.2011 - 15:27 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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es beginnt bei den trainer.
was die in 90 minuten an der linie abkaspern ist nicht nur respektlos sondern, wenn auch unterhaltend, der anfang vom ende.
welcher spieler auf dem platz soll sich bei solchen nummern seines chefs anders verhalten?
das ganze ist methode und der dfb pennt!
wer mal rugby gesehen hat, wo den spielern das adrenalin auch den ohren plätschert, der weiß, dass die emotionale begründung für mangelnde selbstkontrolle eine billige ausrede der trainer ist.
beim rugby sind die emotionen pur, aber aufs spiel konzentriert. diskussionen mit dem schiedsrichter gibt es nicht.
das ist dort teil der spielkultur!
beim fussball der unkultur!
ein schöner Vergleich, denn Rugby entstand als Sportart der Universitäten. Fussball jedoch ist der Sport des Proletariats.
Wieso versuchen Fussballer eigentlich die Entscheidung des Schiedsrichters zu ändern? Hat es in der Geschichte des Sports schon einmal funktioniert? Hat ein Schiedsrichter wirklich einmal gesagt: "Oh ja, tut mir Leid du hast Recht"??
ein schöner Vergleich, denn Rugby entstand als Sportart der Universitäten. Fussball jedoch ist der Sport des Proletariats.
Wieso versuchen Fussballer eigentlich die Entscheidung des Schiedsrichters zu ändern? Hat es in der Geschichte des Sports schon einmal funktioniert? Hat ein Schiedsrichter wirklich einmal gesagt: "Oh ja, tut mir Leid du hast Recht"??
ein schöner Vergleich, denn Rugby entstand als Sportart der Universitäten. Fussball jedoch ist der Sport des Proletariats.
Wieso versuchen Fussballer eigentlich die Entscheidung des Schiedsrichters zu ändern? Hat es in der Geschichte des Sports schon einmal funktioniert? Hat ein Schiedsrichter wirklich einmal gesagt: "Oh ja, tut mir Leid du hast Recht"??
Ihr Proletariat/Universität-Vergleich hinkt gewaltig. Auch Association Football entstand Mitte des 19. Jahrhunderts an britischen Universitäten und kann dabei auf die gleiche Entwicklungslinie wie Rugby Union zurückblicken. Das kann man in einschlägiger Literatur nachlesen, wenn man will. Erst in den 1880er Jahren wurde Fußball in England auch zu einem Arbeitersport -- und gerade bei den Arbeitern galt häufig ein Kodex für guten Sportsgeist. Der "ehrliche Arbeiter" beim Fußball hat dort u.a. seine Wurzeln. Ganz abgesehen davon kamen einige der schlimmsten Entgleisungen, die ich beim Fußball gesehen und gehört habe, von sogenannten Bildungsbürgern.
Das Problem bei den Schiedsrichtern sehe ich vor allem in einer vollkommen schiefen Problemwahrnehmung: Hässliche Fouls und Schwalben begehen nicht die Schiedsrichter. Von ihnen erwartet man aber, dass sie auch raffiniert eingefädelte Regelübertretungen sofort richtig erkennen. Und es sind auch nicht die Schiedsrichter, die die Abseitsfalle erfunden haben.
Würden Spieler und Trainer im Geist der Regeln handeln, stünden die Schiris weniger im Fokus, und die Sache mit dem Respekt würde sich bereits deutlich vereinfachen. Es wäre ein Anfang; ganz abgesehen von den ständigen, subtilen Vorsatz-Vorwürfen bei (nicht selten bewusst provozierten!) Fehlentscheidungen. Die kommen vor und müssen auch sachlich kritisiert werden, ebenso müssen Fälle tatsächlicher Korruption verfolgt werden. Aber eben nicht in Form unbewiesenen Verdachts.
Das Problem sehe ich darin, dass der DFB seinen Schiris eine Art päpstlicher Unfehlbarkeit verleihen will. Egal wie, sie äußern sich kaum zu ihren entscheidenden Maßnahmen. Jeder kann akzeptieren, dass ein Schiri genauso wie Spieler Fehler macht. Aber ein Spieler, der z.B. den entscheidenden Elfmeter verschießt, das leere Tor nicht trifft, usw., muss sich nach dem Spieler dazu äußern.
Ich könnte mit den Fehlentscheidungen viel besser leben, wenn der Schiri - meinetwegen nach einer Bedenkzeit, z.B. von einem Tag - sich hinstellt und sagt: "Okay, falsche Entscheidung." Hinzu kommt die selbstherrliche Körpersprache einiger Referees, die sich wie Gockel im Hühnerhof aufführen.
Außerdem muss dringend in bestimmten Punkten das Regelwerk geändert werden. Beispiel: ein nachweislich falscher Platzverweis muss einen Freispruch nach sich ziehen und nicht ein Spiel Pflichtsperre.
Warum gibt es dann immernoch keine Unterstuetzung wie den so oft diskutierten Videobeweis (nur zB)? Natuerlich sieht der Schiri nicht jeden 11er und pfeift auch mal einen, der keiner war. Das sind MENSCHEN! Keine Maschinen, obwohl genau diese hier etwas abhilfe schaffen koennten. In anderen Sportarten seit eh und je integriert und akzeptiert, im Fussball abgelehnt. Wir brauchen das gerade hier. Fussball ist wirklich haerter, brutaler und durch eine breite Berichterstattung auch druckvoller fuer Spieler, Trainer und Unparteiische geworden. Aber ausser nur rumlabern (sorry), macht ja keiner was. Aergert mich schon gewaltig.
Bitte, lieber DFB, liebe Verantwortliche, helft nicht nur den Schiris, sondern auch den Teams, indem ihr diese teilweise unnoetigen Streitereien beendet. Es kann so einfach sein.
via DIE ZEIT-App
Im Football hat man zwiemal die Möglichkeit, Einspruch zu erheben. Das verhidnert die unbedachte Meckerei und zwingt genau hin zu sehen. Da gehts auch um Milliarden udn er Druck treibt eine Unmenge Spieler in die Kokserei.
Im Rugby darf nur der Kapiän mit dem Schiedsrichter sprechen, denn es geht ja um die Mannschaft und nicht um den Einzelnen "Star".
Im Amateurfussball gehts um vergleichsweise wenig Geld. Und da geht, was Gewalt angeht und Schiedsricherbelästigung seitens der Eltern, am meisten ab. Was auf den großen Plätzen passiert, findet im Amateurbereich seine Nachahmer.
Man kanns umdrehen: Wer kann leichter mit gutem Beispiel vorangehen, der der viel oder der wenig hat?. So eine Ehre des Gutverdienenden gabs mal sichtbar. Ich wüsste nicht, was heute daran hindert. Aber wenn selbst Mittelmass mit 20 im Aston Martin daherkommt, fragt man sich, was fährt der mit 40.
Aber ein bisschen ist man für den gesetzten Masstab auch selbst verantwortlich. "Managergier" ist nicht Pflicht aber auch leider in Presse unterhaltsamer, sonst wird vom "Sturmgeschütz der Demokratie" noch als "ehrpusselig" hingestellt. Und das Prädikat will sich verständlicherweise keiner anziehen.
Im Football hat man zwiemal die Möglichkeit, Einspruch zu erheben. Das verhidnert die unbedachte Meckerei und zwingt genau hin zu sehen. Da gehts auch um Milliarden udn er Druck treibt eine Unmenge Spieler in die Kokserei.
Im Rugby darf nur der Kapiän mit dem Schiedsrichter sprechen, denn es geht ja um die Mannschaft und nicht um den Einzelnen "Star".
Im Amateurfussball gehts um vergleichsweise wenig Geld. Und da geht, was Gewalt angeht und Schiedsricherbelästigung seitens der Eltern, am meisten ab. Was auf den großen Plätzen passiert, findet im Amateurbereich seine Nachahmer.
Man kanns umdrehen: Wer kann leichter mit gutem Beispiel vorangehen, der der viel oder der wenig hat?. So eine Ehre des Gutverdienenden gabs mal sichtbar. Ich wüsste nicht, was heute daran hindert. Aber wenn selbst Mittelmass mit 20 im Aston Martin daherkommt, fragt man sich, was fährt der mit 40.
Aber ein bisschen ist man für den gesetzten Masstab auch selbst verantwortlich. "Managergier" ist nicht Pflicht aber auch leider in Presse unterhaltsamer, sonst wird vom "Sturmgeschütz der Demokratie" noch als "ehrpusselig" hingestellt. Und das Prädikat will sich verständlicherweise keiner anziehen.
Ohne Schiedsrichter kein Spiel, ohne staatlich delegierte Ordnungmacht (Polizei) keine vernünftige Sicherheit und ohne Lehrer keine Schule.
Wer erwachsen ist, und sich das klarmacht, dürfte das einsehen. Das Gelaber von den Selbstdarstellern im Fussball ist lästig, dient aber der Unterhaltung.
Gewalt gegen unentbehrlcihe Ordnungskräfte nimmt überall zu. Beim Fussball machen halt auch noch die Eltern mit.
Eien Linie zieht sich durch: Die Existenz des Vereins hängt von Schiedsrichterentscheidungen ab, die Freiheit von der Polizei und die Bildung nur von den Lehren.
Das "andere sind schuld" ist quasi Denkschablone für den Freibrief zur Gewalt, zum Tricksen und zur Verdrängung des eigenen Versagens. Schon länger, nicht immer, aber immer öfter.
Im Football hat man zwiemal die Möglichkeit, Einspruch zu erheben. Das verhidnert die unbedachte Meckerei und zwingt genau hin zu sehen. Da gehts auch um Milliarden udn er Druck treibt eine Unmenge Spieler in die Kokserei.
Im Rugby darf nur der Kapiän mit dem Schiedsrichter sprechen, denn es geht ja um die Mannschaft und nicht um den Einzelnen "Star".
Im Amateurfussball gehts um vergleichsweise wenig Geld. Und da geht, was Gewalt angeht und Schiedsricherbelästigung seitens der Eltern, am meisten ab. Was auf den großen Plätzen passiert, findet im Amateurbereich seine Nachahmer.
Man kanns umdrehen: Wer kann leichter mit gutem Beispiel vorangehen, der der viel oder der wenig hat?. So eine Ehre des Gutverdienenden gabs mal sichtbar. Ich wüsste nicht, was heute daran hindert. Aber wenn selbst Mittelmass mit 20 im Aston Martin daherkommt, fragt man sich, was fährt der mit 40.
Aber ein bisschen ist man für den gesetzten Masstab auch selbst verantwortlich. "Managergier" ist nicht Pflicht aber auch leider in Presse unterhaltsamer, sonst wird vom "Sturmgeschütz der Demokratie" noch als "ehrpusselig" hingestellt. Und das Prädikat will sich verständlicherweise keiner anziehen.
Fussball ist ein Milliardengeschaeft welches von Amateuren gefuehrt wird (DFB)und nach wie vor als "Gemeinnuetzige Organisationen" ihr Dasein fristen. "Freizeitschiedsrichter" entscheiden ueber Millionensummen fuer den Einen oder den Anderen. Eine falsche Entscheidung kann das wirtschaftliche Aus bedeuten und dem Gegner unerwartete Millionen bescheren. Wer also wundert sich ?
Es ist an der Zeit sich angemessener Methoden zu bedienen, welche die Anzahl der Fehlentscheidungen auf ein ertraegliches Minimum reduzieren.
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