Bundesliga-RückschauDie Erlösung für Taktik-Füchse und Bayern-Hasser

Niemand lobt Jupp Heynckes, Freiburgs Coach überrascht mit Jugendfußball und der BVB stiehlt seinen Fans die Schau. S. Dobberts Rückschau auf das Bundesliga-Wochenende von 

Borussia Mönchengladbachs Coach Lucien Favre

Borussia Mönchengladbachs Coach Lucien Favre  |  © P. Stollarz/AFP/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

Borussia Mönchengladbach – Bayern München 3:1
TSG Hoffenheim – Hannover 96 0:0
FC Schalke 04 – VfB Stuttgart 3:1
VfL Wolfsburg – 1. FC Köln 1:0
SC Freiburg – FC Augsburg 1:0
1. FC Nürnberg – Hertha BSC Berlin 2:0
1. FC Kaiserslautern – Werder Bremen 0:0
Hamburger SV – Borussia Dortmund 1:5
Bayer Leverkusen – FSV Mainz 05 3:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Gladbach gegen Bayern . Dieses Spiel war mehr als der Lichtblick an einem grauen eisigen Wochenende. Es war die Erlösung. Für alle Winter-Schläfer, Taktik-Füchse, Fußball-Liebhaber und Bayern-Hasser. In mehr als 200 Ländern der Erde flimmerten die Live-Bilder des 3:1-Erfolges für Gladbach über die Bildschirme. Alle sahen Manuel Neuers sauberen Fehler vor dem 1:0, Gladbachs großartige Defensivtaktik und die dazugehörigen Kontertore. Im Anschluss war einer an allem Schuld: Gladbachs Trainer Lucien Favre . Günter Netzer lobte Favre. Mehmet Scholl lobte Favre. Jupp Heynckes lobte Favre. Keiner lobte Heynckes.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

24.800 Zuschauer begingen den größten Fehler ihres Wochenendes: Sie betraten das Stadion der TSG Hoffenheim. Was folgte war ein Mix aus Schneeregen, Fehlpässen und zweitklassigem Fußball. Der Dietmar-Hopp-Verein vergraulte seine wenigen Fans. 0:0, ein unansehnliches 0:0.

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Wer stand im Blickpunkt?

Zwei neue Trainer nahmen am Samstag an der Seitenlinie ihre Arbeit auf. Der eine, Michael Skibbe, ist für den regelmäßigen Besucher des Bundesliga-Theaters kein neues Gesicht. Er schaut häufig wie Herthas Plüschbär, wenn der monatelang keinen Honig bekommen hat und trainierte neben der Nationalelf schon in Frankfurt, Dortmund , Leverkusen und Istanbul. Unterm Strich ähnlich erfolgreich wie mit Berlin in Nürnberg, die Hertha verlor mit 0:2.

Der andere ist wirklich neu. Zwei Tage vor Silvester kam für Christian Streich der Höhepunkt seiner Karriere. Nach 16 Jahren als Fußballschul-Leiter und A-Jugendcoach (dreimal Pokalsieger und deutscher Meister 2008) soll er nun die Profis des SC Freiburg vor dem Abstieg bewahren. Scheu vor dem Milliardengeschäft Bundesliga hat er nicht. Er habe sich "nicht anders gefühlt als bei einem A-Jugendspiel", sagte er nach den 90 Minuten gegen Augsburg , in denen Matthias Ginter das Siegtor erzielte. Ginter darf erst seit dem vergangenen Donnerstag auf öffentlichen Straßen rauchen, ein Solarium betreten und könnte eigentlich noch in der A-Jugend spielen. "Er hat in drei Monaten sein Abitur", sagte Streich über den neuen Bundesliga-Helden. "Wir müssen schauen, dass wir und die Lehrer gut mit ihm arbeiten können."

Leserkommentare
  1. "Welches war das Zitat des Wochenendes?

    "Ich denke, dass der Platz heute eine Katastrophe war, das kam uns nicht so gelegen, wie dem Gegner.""
    Für Schweinsteiger waren diese Saison an den Niederlagen gegen BMG und den BVB bisher das Pech(BMG), der Schiri(BVB) und der Platz schuld(BMG2)...
    jetzt bin ich mal gespannt was bei BVB2 kommt... die Sonne, der Wind oder die Planetenkonstellation.
    Vielleicht gibt er aber auch endlich mal dem Mann die Schuld der in seinem Spiegel wohnt...

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    planetenkonstellation :)

  2. planetenkonstellation :)

    • bedge
    • 23. Januar 2012 14:35 Uhr

    Es gibt keine 200 Länder auf dieser Erde, daher kann auch nicht in mehr als 200 Ländern das Bayern-Spiel gezeigt worden sein. Und so etwas in der Zeit...

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    Redaktion

    Bedge, gemeint sind im Text nicht Nationen, die von den Vereinten Nationen anerkannt sind, sondern Länder, die Fifa-Mitglied sind. Von denen gibt es 208.

    Hier die Quellen beim SID und der Fifa:

    http://de.fifa.com/aboutf...

    http://www.zeit.de/news/2...

    • match
    • 23. Januar 2012 14:49 Uhr

    ....die Lehman Brothers der Bundesliga. Bin gespannt wann dieses Konstrukt zerfällt. Ein evtl zwei Jahre ohne die Einnahmen aus der CL...das es nicht passieren darf zeigten eindrucksvoll die letzten fünf Spieltage der Saison 2010/2011 gegen Clubs für die es um etwas ging wie Frankfurt und Nürnberg Remis, gegen Schalke Leverkusen und Pauli 4:1, 5:1, 8:1...ich lach mir den Arsch ab wenn da einer etwas von individueller Klasse erzählt...

  3. Redaktion

    Bedge, gemeint sind im Text nicht Nationen, die von den Vereinten Nationen anerkannt sind, sondern Länder, die Fifa-Mitglied sind. Von denen gibt es 208.

    Hier die Quellen beim SID und der Fifa:

    http://de.fifa.com/aboutf...

    http://www.zeit.de/news/2...

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