Sport: Wo die Fußballfans diskutieren
Dialoge statt Monologe: Beim bundesweiten Fankongress in Berlin wird heftig debattiert. Es geht um existenzielle Themen, zum Beispiel Stadionverbote.
Die wilde Meute steht artig Schlange, um an einen Teller Erbsensuppe zu kommen. Wer bei der Essensausgabe angekommen ist, sagt "Danke" und "Bitte" und bringt dann seinen Teller zurück, wenn er aufgegessen hat. Fußballanhängern wird oft nachgesagt, völlig unkontrollierbar, latent gewaltbereit und prinzipiell rüpelhaft zu sein, in der Mittagspause des bundesweiten Fankongresses in Berlin-Friedrichshain ist davon nichts zu spüren. Dabei sind die Themen der Veranstaltung an diesem Wochenende – es geht zum Beispiel um Gewalt, Pyrotechnik, Stadionverbote, soziales Engagement und Anstoßzeiten – für viele Fans durchaus existenziell.
Die mehr als 500 Teilnehmer von über 60 Clubs sind aber nach Berlin gekommen, um sachlich und konstruktiv miteinander und mit anderen Fußballakteuren zu diskutieren.
Zur Eröffnung der bisher größten von Fans selbst organisierten Tagung flimmert am Samstagmorgen eine Botschaft über die Leinwand des ehemaligen Kosmos-Kinos an der Karl-Marx-Allee. "Schluss mit Populismus" ist da zu lesen. Und: "Lust auf Dialog statt Monolog?" Der erste Dialog beginnt dann mit einer knappen Viertelstunde Verspätung, weil mehrere Kamerateams nicht vom DFB-Sicherheitsbeauftragten Hendrik Große Lefert lassen können. Auch in der Diskussionsrunde zum Thema Stadionverbote werden die meisten Fragen an Große Lefert gerichtet, der aufmerksam zuhört, geschliffen antwortet und trotzdem wenig sagt.
Der Ton ist akademisch-entspannt
"Wie genau werden Stadionverbote von Vereinen geprüft?", will ein Fan wissen. "Es wird sehr darauf geachtet, dass die Plausibilität von Sachverhalten entsprechend hinterlegt wird", antwortet Große Lefert ernst. Am Ende von taktisch disziplinierten und an Höhepunkten armen 90 Minuten endet die Diskussion, ein Sieger ist nicht festzustellen.
Aber um klare Ergebnisse oder Sieger und Verlierer geht es an diesem Wochenende auch gar nicht. Der Fankongress soll vielmehr ein Forum sein, um sich über all jene Dinge auszutauschen, die Fußballfans bewegen: Identität und Rivalität, Freiheit und Repression, Tradition und Kommerz. Dafür, dass es um emotionale Themen geht, ist der Ton ausgesprochen akademisch-entspannt. Die meisten Teilnehmer sind jung, männlich und um die 20 Jahre alt. An der Garderobe hängen schlichte schwarze Jacken, wie sie in den Kurven der Ultras getragen werden, in den Sälen dominieren Turnschuhe und Trainingsjacken.






Die Gewerkschaft der Polizei beziffert die Kosten für die Polizeieinsätze wegen Fan-Gewalt pro Jahr auf über 100 Mio. Euro. Dieser Betrag wird vom Steuerzahler aufgebracht. Warum eigentlich? Ich wette, dass gegen Stadiongewalt konsequenter vorgegangen wird, wenn die Clubs das bezahlen müssen. Also bitten wir die Herren endlich zur Kasse....
Einmal mehr: http://www.mckinsey.de/ht...
Hallo Sebastian,
das Steuerargument (als das versteh ich Deinen Link) mag politisch überzeugend sein, rechtlich gesehen hindert es nicht, Vereine für Einsätze in die Haftung zu nehmen. Denn Steuern werden gerade gegenleistungslos erhoben. Der, der viel Steuern zahlt, hat genauso viel Rechte und Pflichten, wie derjenige, der keine zahlt.
Ob nach geltendem Kostenrecht eine Haftung möglich ist, steht auf einem anderen Blatt. M.E. müsste ein neuer Kostentatbestand geschaffen werden.
Hallo Sebastian,
das Steuerargument (als das versteh ich Deinen Link) mag politisch überzeugend sein, rechtlich gesehen hindert es nicht, Vereine für Einsätze in die Haftung zu nehmen. Denn Steuern werden gerade gegenleistungslos erhoben. Der, der viel Steuern zahlt, hat genauso viel Rechte und Pflichten, wie derjenige, der keine zahlt.
Ob nach geltendem Kostenrecht eine Haftung möglich ist, steht auf einem anderen Blatt. M.E. müsste ein neuer Kostentatbestand geschaffen werden.
Hallo Sebastian,
das Steuerargument (als das versteh ich Deinen Link) mag politisch überzeugend sein, rechtlich gesehen hindert es nicht, Vereine für Einsätze in die Haftung zu nehmen. Denn Steuern werden gerade gegenleistungslos erhoben. Der, der viel Steuern zahlt, hat genauso viel Rechte und Pflichten, wie derjenige, der keine zahlt.
Ob nach geltendem Kostenrecht eine Haftung möglich ist, steht auf einem anderen Blatt. M.E. müsste ein neuer Kostentatbestand geschaffen werden.
Natürlich ist es grundsätzlich möglich, die Verein in die Haftung zu nehmen. Ich fände es nur, gelinde gesagt, unfair, da die Jahresbilanz eindeutig zugunsten des Staates ausfällt. Mir fallen da spontan ganz andere Stellschrauben ein. Warum z.B. wird der Fifa im Gastgeberland einer WM die Steuerfreiheit gewährt?
Natürlich ist es grundsätzlich möglich, die Verein in die Haftung zu nehmen. Ich fände es nur, gelinde gesagt, unfair, da die Jahresbilanz eindeutig zugunsten des Staates ausfällt. Mir fallen da spontan ganz andere Stellschrauben ein. Warum z.B. wird der Fifa im Gastgeberland einer WM die Steuerfreiheit gewährt?
Der Fußball scheint die einzige Sportart zu sein, die ernsthafte Probleme mit Gewalt in Stadien und unter Fangruppen hat. Warum funktioniert es denn bei anderen Sportarten besser? Gibt es beim Handball, Basketball oder Volleyball solch Ausschreitungen? Warum machen die Biathlon-Fans jedes Jahr in Oberhof und Rupolding eine unvergleichbare Stimmung? Alles ganz ohne Gewalt.
Menschen und "Fans", die sich aufgrund ihrer "Liebe" zu ihrem Verein mit anderen "Fans" gewaltvoll auseinandersetzen, nehmen ihren Sport vielleicht zu ernst. Fußball ist am Ende eben nicht der entscheidende Teil, der unser Leben ausmacht.
Fußball ist nicht das Wichtigste - es ist das EINZIGE!! Und trotzdem prügel ich mich nicht. Man kann diesen Sport auch als seinen Lebensinhalt bezeichnen und trotzdem anständig sein! Gut, vielleicht liegt es auch daran, dass ich eine Frau bin. Ich glaube, wir prügeln uns generell viel seltener im Stadion.
Fußball ist nicht das Wichtigste - es ist das EINZIGE!! Und trotzdem prügel ich mich nicht. Man kann diesen Sport auch als seinen Lebensinhalt bezeichnen und trotzdem anständig sein! Gut, vielleicht liegt es auch daran, dass ich eine Frau bin. Ich glaube, wir prügeln uns generell viel seltener im Stadion.
Die Polizeieinsätze erfolgen meistens außerhalb des Stadions, sprich auf offener Straße. Damit hat der Verein nichts zu tun. Erfolgt ein Polieieinsatz innerhalb des Stadions, so muss der Verein dafür auch haften. Alles andere ist Schwachsinn und polemisch
Natürlich ist es grundsätzlich möglich, die Verein in die Haftung zu nehmen. Ich fände es nur, gelinde gesagt, unfair, da die Jahresbilanz eindeutig zugunsten des Staates ausfällt. Mir fallen da spontan ganz andere Stellschrauben ein. Warum z.B. wird der Fifa im Gastgeberland einer WM die Steuerfreiheit gewährt?
Fußball ist nicht das Wichtigste - es ist das EINZIGE!! Und trotzdem prügel ich mich nicht. Man kann diesen Sport auch als seinen Lebensinhalt bezeichnen und trotzdem anständig sein! Gut, vielleicht liegt es auch daran, dass ich eine Frau bin. Ich glaube, wir prügeln uns generell viel seltener im Stadion.
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