Sportler werden an Resultaten gemessen – und deshalb fällt die Bilanz der deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Serbien katastrophal aus. Die gestrige Niederlage gegen Polen verhinderte nicht nur den ersten Halbfinal-Einzug bei einem großen Turnier seit vier Jahren und damit die direkte Qualifikation für die WM 2013, nein, noch viel schlimmer: Der größte Handball-Verband der Welt wird bei den Olympischen Spielen in London zum ersten Mal nicht vertreten sein! Der 25. Januar 2012 wird also in die Geschichte des Deutschen Handball-Bundes eingehen als Tag der vergebenen Chancen. Und alles nur wegen dieser einen Niederlage.

Denn dass Bundestrainer Martin Heuberger sein Team dennoch lobte, ist nachvollziehbar. Natürlich klafft zwischen dem spielerischen Niveau der jetzigen Generation und den Vorgängern ( Daniel Stephan , Markus Baur , Christian Schwarzer, Stefan Kretzschmar) eine Lücke. Das war vorher bekannt. Die spannendste Frage lautete daher: Würde es Heuberger bei seinem ersten Turnier als Cheftrainer schaffen, endlich wieder eine Einheit aufs Feld zu schicken, die aus den überschaubaren Mitteln das Optimum herausholt?

Der Ruf der Nationalmannschaft hatte bei den letzten beiden Turnieren ja nicht nur wegen der schlechten Platzierungen gelitten, sondern vor allem wegen unverkennbarer Differenzen im mannschaftlichen Miteinander. Das Spiel geriet zur Nebensache.

Derartige Zwischenfälle gab es in Serbien nicht, das Team wirkte ehrgeizig, bissig, eingeschworen. Heuberger lag auch oft richtig mit seiner Rotation, ebenso traf er im Turnierverlauf mutige Entscheidungen (Keeper Silvio Heinevetter saß ein Spiel auf der Bank, steigerte sich dann aber enorm).

Doch am Ende zählen auch im Handball nur die Resultate. Und so wird der 25. Januar 2012 auch für den Bundestrainer einen langen Schatten werfen.