"Die denken, dass ich mich halbwegs gut aus allem rausreden kann"
ZEIT ONLINE: Deshalb diese Universalsprache der Spieler?
Wollscheid: Heute wird ja jede halbwegs angreifbare Aussage von den Medien ausgenutzt. So wird es immer schwieriger für uns Fußballer, Worte zu finden, die keine Angriffsfläche bieten. Das ist sicherlich einer der Gründe, warum immer nur in die eine Richtung gesprochen wird. Aber wenn ich etwas sage, dann sage ich das auch aus Überzeugung. Dann ist das wirklich meine Meinung.
ZEIT ONLINE: Wurden Sie beim Club schon in die Rhetorik-Schule geschickt?
Wollscheid: Bei mir waren sie der Meinung, dass ich mich halbwegs gut aus allem rausreden kann.
ZEIT ONLINE: Haben Sie ansonsten das Gefühl, dass die ersten Jahre im Profi-Fußball Sie verändert haben?
Wollscheid: Meine Einstellung hat sich um einiges gedreht, seitdem ich in Nürnberg bin. Vorher habe ich einfach nur aus Spaß Fußball gespielt, erst in Nürnberg habe ich eine professionelle Einstellung entwickelt und mir selbst das Ziel gesetzt, möglichst weit zu kommen und möglichst hoch zu spielen.
ZEIT ONLINE: Die Fußballkarriere hat bei Ihnen ja auch vergleichsweise spät begonnen.
Wollscheid: Die hatte ich auch gar nicht so genau geplant. Fußball war schon immer wichtig in meinem Leben, aber die Schule fand ich immer wichtiger. Nach der Schule wusste ich dann nicht so recht, was ich machen sollte. Zu der Zeit habe ich immer mehr Fußball gespielt, irgendwann bin ich in der Oberliga gelandet und konnte später bei einem Probetraining in Nürnberg überzeugen. Ich habe mir selbst zwei, drei Jahre Zeit gegeben und dachte: Wenn es mit dem Fußball nicht klappt, kann ich ja immer noch studieren.
ZEIT ONLINE: Dann kam der Aufstieg.
Wollscheid: Im Nachhinein finde ich es auch krass, dass alles so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Wenn ich mit der Einstellung von früher weitergespielt hätte, hätte das alles nicht so funktioniert. Ich habe immer mehr an mir gearbeitet und versucht, bewusster für den Fußball zu leben.
- Datum 12.01.2012 - 09:53 Uhr
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Entfernt da grob beleidigend. Die Redaktion/mak
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