VfL Wolfsburg Magath kauft und schweigt und grinst

Die Bundesliga rätselt mal wieder, welche Strategie Wolfsburgs Chefeinkäufer Felix Magath verfolgt. Schon sieben neue Profis hat er in der Winterpause verpflichtet.

Hoffentlich gibt es beim Verteilen der Bordkarten keinen Streit. Bis zu 40 Angestellte, so hat es Felix Magath vor dem Abflug ins Trainingslager nach Dubai vorgerechnet, können am Samstag die erste große Dienstreise des VfL Wolfsburg im neuen Jahr mit antreten. Wer dazu gehört, wird erst kurz vorher verraten.

Deshalb bleibt es selbst für einen erfahrenen Zeugwart wie Heribert Rüttger eine Herausforderung, alle Wünsche zu erfüllen. Allein in der ersten Woche der winterlichen Transferfrist sind sieben neue Profis aus aller Welt verpflichtet worden, die nach einem eigenen Trikot mit aufgedrucktem Namen, beschrifteten Badelatschen und natürlich nach einem Flugticket verlangen. In Rüttgers kleinem Dienstzimmer, in dem er sichnoch in Handarbeit um das Beschriften der Arbeitskleidung kümmert, wird mit Hochdruck an der nächsten Formation des VfL Wolfsburg gearbeitet.

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Das Tempo und die Wucht, mit der Magath immer wieder seine jeweiligen Teams umkrempelt, bleiben elementare Konstanten. Im Sommer hatte der Trainer-Routinier, der in Wolfsburg auch als Manager und Geschäftsführer angestellt ist, mit zwölf neuen Profis und vier Eigengewächsen versucht, seinem Team ein neues Gesicht zu geben.

20 Millionen Euro

Weil der erhoffte Erfolg bisher ausgeblieben ist, sind jetzt die Herren Petr Jiracek (Pilsen), Slobodan Medojevic (Novi Sad), Ferhan Hansani (Tetovo), Vieirinha (Thessaloniki), Giovanni Sio (Sion), Felipe Lopez (Nacional Funchal) und Ibrahim Sissoko (Coimbra) angeheuert worden. Die Frage, ob diesen Profis mit einem Marktwert von rund 20 Millionen Euro weitere Zugänge folgen, kann nur einer beantworten. Der heißt Magath und schweigt und kauft und grinst.

Wenn Häme und Spott ins Spiel kommen, weil die vom Volkswagen-Konzern bezahlten Niedersachsen wieder einmal mehr Geld als andere Klubs ausgeben, bleibt Magath als Meister der Transfers und Personalrochaden erstaunlich gelassen. An Stammtischen und in Expertenrunden wird seit Monaten gleichermaßen gegrübelt, welche Strategie der 58-Jährige bei seinem zweiten Engagement für den Autobauer-Verein verfolgt.

Leser-Kommentare
  1. Magath ist als taktisch durchaus limitiert bekannt. Dies lässt sich durch Untersuchung seiner Spielsysteme und Aussagen ehemaliger Spieler schließen (van Bommel: "Taktik? Welche Taktik?).
    Sein Prinzip ist ein anderes:
    Unerbittlicher Konkurrenzkampf, Einschüchterung und Angstmache, um die Spieler zur höchsten Leistungsfähigkeit zu treiben. Das ganze wird natürlich gepaart mit dem bekannten Quäl-Training.
    Berücksichtigt man den Werdegang von Magath, dann ist diese Trainingsphilosophie schon früh klar auszumachen.
    Ein solch großer Kader ist natürlich das beste, um den gewünschten Druck auf einzelne Spieler aufzubauen. Nicht mehr und nicht weniger steckt hinter dem Konzept.

    Eine Leser-Empfehlung
  2. Es geht um Leistung und um viel Geld, die letztlich im Profifussball nun mal auch zusammenhängen und letztendlich zum Erfolg führen. Magath betreibt daher nichts weiter, als eine leistungssportliche Auslese, um diesen Erfolg auch möglichst eintreten zu lassen (wenn auch mit großem finanziellem Aufwand). Der Profifussball ist nunmal kein sportlicher Workshop, bei dem die sozialen Aspekte ("jeder darf mal spielen") eher in den Hintergrund treten. Deshalb müssen die Spieler eben zusehen, wie sie ihre Leistung auf den Platz bringen oder eben, wenn die Anforderungen zu hoch sind, sich einen Verein mit einem niedrigeren Anforderungsprofil suchen, sprich evtl. die Liga wechseln. Das ist sicher nicht nur in Wolfsburg oder im Fussball so, sondern eben ein Teil des Prinzips Leistungssport/Profisport. Nichts anderes verfolgt Magath, denn auch in eher bodenständigeren Berufen müssen Arbeitnehmer ständig um ihre Position kämpfen.

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    ...Trainer holen auch das Optimale aus ihren Spielern heraus ohne ein Konkurrenzkampf der Angst auszurufen.
    Magaths extreme Defizite in der Kommunikation lassen sich jetzt nicht mehr dadurch übertünchen.
    Mit seinen finanziellen Möglichkeiten würde der ein oder andere Trainer deutlich mehr herausholen.
    Durch die radikalen Veränderungen der letzten Jahre ist Magath ein Relikt geworden.

    hat einmal Glück gehabt, als seine Wahnsinnstransfers den VfL Wolfsburg zum Meister gemacht haben.

    Auf Schalke hat er sogar gezeigt, dass er mit einer sehr jungen Mannschaft, verstärkt mit zwei Spitzenspielern, eine sehr gute, in diesem Maße nicht zu erwartende, Saison gespielt hat.

    Warum er diesem Konzept nicht mehr vertraut hat bleibt sein Geheimnis.

    Der knüppelhart Konkurrenzkampf hat es jedenfalls nicht gebracht und wird es auch nicht bringen. Jedenfalls nicht die Ziele, die sich Magath und Wolfsburg wünschen.

    Es grüßt

    Rosendrache

    ...Trainer holen auch das Optimale aus ihren Spielern heraus ohne ein Konkurrenzkampf der Angst auszurufen.
    Magaths extreme Defizite in der Kommunikation lassen sich jetzt nicht mehr dadurch übertünchen.
    Mit seinen finanziellen Möglichkeiten würde der ein oder andere Trainer deutlich mehr herausholen.
    Durch die radikalen Veränderungen der letzten Jahre ist Magath ein Relikt geworden.

    hat einmal Glück gehabt, als seine Wahnsinnstransfers den VfL Wolfsburg zum Meister gemacht haben.

    Auf Schalke hat er sogar gezeigt, dass er mit einer sehr jungen Mannschaft, verstärkt mit zwei Spitzenspielern, eine sehr gute, in diesem Maße nicht zu erwartende, Saison gespielt hat.

    Warum er diesem Konzept nicht mehr vertraut hat bleibt sein Geheimnis.

    Der knüppelhart Konkurrenzkampf hat es jedenfalls nicht gebracht und wird es auch nicht bringen. Jedenfalls nicht die Ziele, die sich Magath und Wolfsburg wünschen.

    Es grüßt

    Rosendrache

  3. Frage ich mich. Magath muss doch an sich mittlerweile den Ruf eines Grosseinkäufer in der Branche haben von Spielern, die ihr Dasein durchaus auf der Tribüne verbringen können, passen sie ihm am Ende doch nicht in den Kram. So etwas bleibt doch nicht beborgen und bei aller liebe zur Kohle. Ein Verein, der die Tendenz zum Karriereknick beinhaltet kann doch kein Ziel sein?

    Also gibt es abgesehen vom lieben Geld irgendeine Erkenntnis warum sie dennoch kommen?

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    aus denen die Neuzugänge kommen. Die haben nun die Chance in einer der besten vier Ligen der Welt auf großer Bühne zu Spielen. Die sehen Wolfsburg als Sprungbrett mit sehr guter Bezahlung an.

    Weil er ein guter Trainer ist! Das hat er mehr als einmal bewiesen!

    aus denen die Neuzugänge kommen. Die haben nun die Chance in einer der besten vier Ligen der Welt auf großer Bühne zu Spielen. Die sehen Wolfsburg als Sprungbrett mit sehr guter Bezahlung an.

    Weil er ein guter Trainer ist! Das hat er mehr als einmal bewiesen!

  4. aus denen die Neuzugänge kommen. Die haben nun die Chance in einer der besten vier Ligen der Welt auf großer Bühne zu Spielen. Die sehen Wolfsburg als Sprungbrett mit sehr guter Bezahlung an.

    • Hickey
    • 08.01.2012 um 9:47 Uhr

    ...sonst gelten doch die Bayern als die Vieltransferier in der Liga.

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    Sie verfolgen die Bundesliga scheinbar nicht so intensiv.

    Sie verfolgen die Bundesliga scheinbar nicht so intensiv.

  5. Weil er ein guter Trainer ist! Das hat er mehr als einmal bewiesen!

    Eine Leser-Empfehlung
  6. Sie verfolgen die Bundesliga scheinbar nicht so intensiv.

    Eine Leser-Empfehlung
  7. 8. Magath

    Magath verkörpert das was viele Vereine versuchen zu vermeiden.
    Überall versucht man ein "wir sind eine Familie" Gefühl zu vermitteln ganz einfach weil man Fan`s emotional an den Verein binden will. Söldner Mentalitäten werden eher ungern gesehen. Weil ein Selbstsüchtiger Millionär nur schwer einem normalen Fan zu vermitteln ist. Wenn dann auch noch der erfolg ausbleibt...

    Aber Magath schert das wenig. Das Menschliche ist ihm irgendwo zwischen Bayern und Schalke Verloren gegangen. Er ist jetzt mehr ein Bank Manager der ohne Gewissensbisse über das Leben anderer entscheidet.

    Mir ist klar das Fußball eine Cash Maschine ist und am ende sich alles ums Geld dreht. Aber solange es Fan`s gibt die den Sport Lieben sind Menschen wie Magath reines Gift.

    Ich Denke mal das wurde auch den Schalkern klar.

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