Olympische Jugendspiele Die Jungs führen, die Mädchen wischen. Noch!
Bei den Winterjugendspielen gab es erstmals gemischtgeschlechtliche Teams. Auch wenn noch nicht alles klappt: Beim alten IOC bewegt sich was.
© IOC

Das kanadische Mixed Team im olympischen Curling-Wettbewerb
Thomas Bach möchte unter den ersten Gratulanten sein. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Vize des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), eilt zu der 15-Jährigen, die sich gerade von der Innsbrucker Skisprung-Schanze gestürzt hat. Sein Pressesprecher zischt ihm noch schnell den richtigen Namen ins Ohr. Althaus, Katharina Althaus. Dann werden das Mädchen und der Funktionär von Mikrofonen, Kameras, vom Getümmel der Mixed-Zone verschluckt.
Kurz zuvor hatte Katharina Althaus vom SC Oberstdorf Sportgeschichte geschrieben. Sie hat die Silbermedaille gewonnen, die erste Medaille für eine deutsche Skispringerin überhaupt. Nicht verwunderlich, Skispringen für Mädchen war zum ersten Mal eine olympische Disziplin. "Ich bin auch schon Weltcup gesprungen", sagt Katharina, "aber das hier ist was anderes."
Was würde Pierre de Coubertin sagen?
Wie anders die ersten Olympischen Jugendwinterspiele sind, die bis zum Sonntag in Innsbruck, Seefeld und Kühtai liefen, zeigt ein Blick ins Programm. Mit insgesamt 14 neuen Wettbewerben präsentieren sich die Macher der Spiele ungewohnt experimentierfreudig. Die jungen Olympioniken traten nicht nur in neuen Disziplinen wie Snowboard-Slopestyle, Freestyle-Ski oder Frauen-Skispringen an. Sie taten es auch in gemischtgeschlechtlichen und internationalen Teams.
So flogen beim Team-Skispringen eine Springerin, ein Springer und ein Nordischer Kombinierer gemeinsam um eine Medaille. Auch beim Curling schubsten jeweils zwei Jungs und zwei Mädchen den schweren Granitstein über die Eisbahn. Im "gemischten Doppel" wurde der Sport dann nationenübergreifend. Ein Athlet und eine Athletin aus unterschiedlichen Nationen wurden zusammengelost. So kam es, dass Marina aus Russland und Korey aus den USA zusammen um die Teilnahme ins Achtelfinale wischten.
Was würde der Begründer der neuzeitlichen Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin, von diesem sportlichen Woodstock halten? Für Coubertin war Olympia noch ein "Ausbund männlicher Athletik und der Beifall der Frauen deren Lohn". Vielleicht würde der Baron aber auch ein Auge zudrücken, war sein Ziel doch eine bessere Welt. Die Jugend sollte in Freundschaft und Solidarität Sport treiben, ohne übersteigerten Nationalismus, ohne andere zu diskriminieren.
Coubertins Nachfolger, der IOC-Präsident Jacques Rogge, ist begeistert von Innsbruck. "Ich denke, die gemischten Team-Wettbewerbe haben eine große Zukunft", sagte er. Doch ist das Ganze auch eine Idee für die Erwachsenen? Bei aller Liebe zu Völkerverständigung und gegenseitigem Respekt überlegen sie beim IOC, ob solche Gutmenschen-Formate nicht die Spannung, nicht das nationale Salz aus der Suppe nehmen könnten. Die obersten Olympioniken befürchten zudem, dass Athleten gemischte Team-Events vernachlässigen, wenn sie zusätzlich noch in Einzeldisziplinen antreten. Schließlich spielen Medaillen und damit Verbands- und Sponsorengelder bei den Erwachsenen eine viel größere Rolle.
- Datum 23.01.2012 - 16:27 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Erst als die Rassentrennung aufgehoben wurde, zogen die Schwarzen nach." -- und erst wenn man aufhört, Männer und Frauen zu separieren, kann es Gleichberechtigung geben. Da sind die Piraten den konservativen Linken weit voraus: Das Geschlecht eines Menschen sei seine Privatsache!
Ob wir das noch erleben werden, daß im Leistungssport Frauen und Männer gemeinsam aktiv sind, anstatt zwangsweise getrennt?
Dies würde bedeuten, keine Damen und Herrentennisweltranglisten mehr. Kein Frauenfussball mehr - ich gehe davon aus, dass dann die meisten Leistungssportlerinnen arbeitslos wären, wenn sie sich mit der männlichen Konkurrenz messen müssten.
Dies würde bedeuten, keine Damen und Herrentennisweltranglisten mehr. Kein Frauenfussball mehr - ich gehe davon aus, dass dann die meisten Leistungssportlerinnen arbeitslos wären, wenn sie sich mit der männlichen Konkurrenz messen müssten.
Quasi jeder Rekord auf Männerseite ist deutlich besser als der entsprechende Rekord auf Frauenseite. Wer erzählen will, dass das an der Erziehung liegt, lügt sich doch selbst in die Tasche...
Es ist auch so, daß "Schwarze" statistisch schneller sprinten können als "Weiße", und daß es für Pygmäen im Leistungssport ganz schlecht aussieht.
Würde man daraus folgern, daß "Weiße" künftig getrennt laufen müssen?
Das kommt uns abwegig vor -- doch bei den Geschlechtern wird genau das gemacht.
Es ist auch so, daß "Schwarze" statistisch schneller sprinten können als "Weiße", und daß es für Pygmäen im Leistungssport ganz schlecht aussieht.
Würde man daraus folgern, daß "Weiße" künftig getrennt laufen müssen?
Das kommt uns abwegig vor -- doch bei den Geschlechtern wird genau das gemacht.
@Filosov: Der Artikel bestreitet nicht, dass es im Top-Leistungsbereich Unterschiede gibt. Trotzdem führt erst Sozalisation dazu, dass Mädchen bestimmte Sportarten gar nicht oder nur zögerlich ausüben. Das zu ändern ist ein gesellschaftliches Anliegen. Viele Grüße
Es ist auch so, daß "Schwarze" statistisch schneller sprinten können als "Weiße", und daß es für Pygmäen im Leistungssport ganz schlecht aussieht.
Würde man daraus folgern, daß "Weiße" künftig getrennt laufen müssen?
Das kommt uns abwegig vor -- doch bei den Geschlechtern wird genau das gemacht.
Genau das verstehe ich unter Gleichberechtigugn: Gleiches Recht für alle! Eine Jutta Kleinschmidt, die die Ralley Dakar gewonnen hat, ist ein sehr schönes Zeichen dafür, dass Frauen sich nicht verstecken müssen und eigentlich oft keine eigene Wertung brauchen. Warum kann die beste Skispringerin nicht bei den Männern mitspringen? Dort wäre sie wohl nicht die beste, aber auch nicht die schlechteste - und sie wäre Ansporn für viele andere. Allerdings werden dann Viele sagen, dass es unfair sei, da doch Männer von der Physis her nunmal Vorteile haben.
Ich denke da immer an den Fußball zu Jugendzeiten, nach zweimal Ellenbogen abbekommen und einmal Ball im Gesicht haben die meisten Mädels verständlicherweise keine Lust mehr auf gemischte Mannschaften - wie übrigens auch einige Jungs.
Wichtig ist aber: Die Mädels müssen wollen (und in manchen Sportarten Ellenbogen mitbringen)!
dann gäbe es so gut wie keine Frauen mehr, die Hochleistungssport betreiben können, weil nur absolute Ausnahmetalente die körperlichen Vorteile, die Männer nun einmal haben, wettmachen können.
Ich denke nicht, dass das wünschenswert wäre.
Genau das verstehe ich unter Gleichberechtigugn: Gleiches Recht für alle! Eine Jutta Kleinschmidt, die die Ralley Dakar gewonnen hat, ist ein sehr schönes Zeichen dafür, dass Frauen sich nicht verstecken müssen und eigentlich oft keine eigene Wertung brauchen. Warum kann die beste Skispringerin nicht bei den Männern mitspringen? Dort wäre sie wohl nicht die beste, aber auch nicht die schlechteste - und sie wäre Ansporn für viele andere. Allerdings werden dann Viele sagen, dass es unfair sei, da doch Männer von der Physis her nunmal Vorteile haben.
Ich denke da immer an den Fußball zu Jugendzeiten, nach zweimal Ellenbogen abbekommen und einmal Ball im Gesicht haben die meisten Mädels verständlicherweise keine Lust mehr auf gemischte Mannschaften - wie übrigens auch einige Jungs.
Wichtig ist aber: Die Mädels müssen wollen (und in manchen Sportarten Ellenbogen mitbringen)!
dann gäbe es so gut wie keine Frauen mehr, die Hochleistungssport betreiben können, weil nur absolute Ausnahmetalente die körperlichen Vorteile, die Männer nun einmal haben, wettmachen können.
Ich denke nicht, dass das wünschenswert wäre.
Dies würde bedeuten, keine Damen und Herrentennisweltranglisten mehr. Kein Frauenfussball mehr - ich gehe davon aus, dass dann die meisten Leistungssportlerinnen arbeitslos wären, wenn sie sich mit der männlichen Konkurrenz messen müssten.
Genau das verstehe ich unter Gleichberechtigugn: Gleiches Recht für alle! Eine Jutta Kleinschmidt, die die Ralley Dakar gewonnen hat, ist ein sehr schönes Zeichen dafür, dass Frauen sich nicht verstecken müssen und eigentlich oft keine eigene Wertung brauchen. Warum kann die beste Skispringerin nicht bei den Männern mitspringen? Dort wäre sie wohl nicht die beste, aber auch nicht die schlechteste - und sie wäre Ansporn für viele andere. Allerdings werden dann Viele sagen, dass es unfair sei, da doch Männer von der Physis her nunmal Vorteile haben.
Ich denke da immer an den Fußball zu Jugendzeiten, nach zweimal Ellenbogen abbekommen und einmal Ball im Gesicht haben die meisten Mädels verständlicherweise keine Lust mehr auf gemischte Mannschaften - wie übrigens auch einige Jungs.
Wichtig ist aber: Die Mädels müssen wollen (und in manchen Sportarten Ellenbogen mitbringen)!
Tennis Mixed - eigentlich perfekt. Aber irgendwie fristet das in den Medien ein Schattendasein, obwohl es zumindest bei jedem Grand-Slam Turnier offiziell gespielt wird.
Was seit wenigen Jahren ziemlich gut läuft sind Biathlon Mixed-Staffel-Rennen. Sowas in dem Stil sollte man ziemlich problemlos ausbauen können. Wenn ich mich recht entsinne gibt es das auch im Eisschnelllauf, und bei der Leichtathletik kann ich mir auch so einige Formen diesbezüglich vorstellen.
Aber im Teamsport "Mann" gegen "Mann" kann ich mir nicht wirklich einen gemeinsamen Nenner vorstellen, dafür sind Männer im Wettkampf einfach zu Testosteron-geladen :) Ich kenne als aktiver Fußball-Schiedsrichter sowohl Frauen- als auch Männer-Mannschaften der untersten Ebenen, und ich bin mir leider sicher, dass 95% der aktuell spielenden Frauen nicht lange in einem Mixed Team gegen rustikale Verteidiger oder kantige Stürmer (also nicht schnell, nicht filigran, sondern eher angsteinflößend, laut, natürlich auf den Boden spuckend und hinter dem Rücken des Schiris beleidigend etc.) ihr Freude haben. Aber wer weiß, vielleicht sieht es in 20 Jahren anders aus.
dann gäbe es so gut wie keine Frauen mehr, die Hochleistungssport betreiben können, weil nur absolute Ausnahmetalente die körperlichen Vorteile, die Männer nun einmal haben, wettmachen können.
Ich denke nicht, dass das wünschenswert wäre.
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