Grand-Slam-FinaleDjokovic gewinnt die Australian Open

Im längsten Grand-Slam-Finale der Tennis-Geschichte hat der Serbe Novak Djokovic den Spanier Rafael Nadal besiegt. Es ist sein dritter Turniererfolg in Melbourne. von dpa

Novak Djokovic feiert seinen Sieg gegen den Spanier Rafel Nadal auf dem Spielfeld des Finales der Australian Open.

Novak Djokovic feiert seinen Sieg gegen den Spanier Rafel Nadal auf dem Spielfeld des Finales der Australian Open.  |  © Torsten Blackwood/AFP/Getty Images

Novak Djokovic hat zum dritten Mal in seiner Tennis-Karriere die Australian Open gewonnen. Der Serbe rang am Sonntag in Melbourne in einem hochklassigen Endspiel den Spanier Rafael Nadal mit 5:7, 6:4, 6:2, 6:7 (5:7), 7:5 nieder und wiederholte damit seinen Titel aus dem Vorjahr. Die Siegprämie hat eine Höhe von umgerechnet 1,86 Millionen Euro.

Nach 5:53 Stunden verwandelte der Weltranglisten-Erste im längsten Grand-Slam-Finale der Geschichte seinen ersten Matchball. Es war zudem die längste Partie in der Historie der Australian Open. Allein der vierte Satz zwischen den derzeit besten männlichen Profi-Tennisspielern der Welt dauerte 88 Minuten. Zuvor galt ein Major-Finale aus dem Jahr 1988 bei den US Open als längste Partie mit vier Stunden und 54 Minuten.

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Nadal kassierte die dritte Niederlage in einem Major-Endspiel gegen Djokovic nacheinander und die insgesamt siebte Pleite gegen den Serben in Serie. Djokovic ist damit erst der fünfte Profi, der drei Grand-Slam-Titel in Folge holen konnte. Dies war zuvor nur Roger Federer ( Schweiz ), Pete Sampras ( USA ), Rod Laver ( Australien ) und auch Nadal gelungen.

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Leserkommentare
  1. Gibts auch bessere Amateure? Da musste wohl wer noch die 500 Wörter voll bekommen.

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    • 15thMD
    • 29. Januar 2012 17:15 Uhr

    Wenn das das schlimmste am Artikel ist, ist er gut.

    • Panic
    • 29. Januar 2012 17:33 Uhr

    ich erklär's Ihnen mal eben: Bessere Amateure sind Amateure, die besser sind als die Amateure, die schlechter sind, als die besseren. Und ja, die gibt's. Und die besten männlichen Profi-Tennisspieler sind die, die besser sind als die, die schlechter als die besten männlichen Profi-Tennisspieler sind. Und die haben heute, bzw. gestern gegeneinander gespielt. Capice?

    Gruss

  2. Ich weiß, er soll Tennis spielen und dabei nicht lachen.
    Djokovic dagegen zeigt häufig Humor. Das macht ihn für mich
    als Sportler und Menschen einfach sympathischer.
    Der Spanier wird immer als ein zurückhaltender und absolut freundlicher junger Mann dargestellt.
    Bei seinem, manchmal fürchterlich verzerrtem Gesicht, verbunden mit körperlich ausgedrückter brachialer Gewalt,
    habe ich angesichts der Tatsache, das Tennis eigentlich eine Gentlemen-Sportart ist (war ? - Gottfried von Cramm sei hier erinnert-), an den Aussagen über Nadal so meine Zweifel.
    Die Diskrepanz ist mir einfach zu groß.
    Natürlich hat es mich gefreut, dass Djokovic gewonnen hat.

    Das Landmädchen

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    Oder spekulieren Sie nicht ein bisschen viel?
    Ich gebe Ihnen einen Rat.
    Fliegen Sie zu einem der großen Turniere...Paris, London, Melbourne, New York, Indian Wells usw... und versuchen Sie mal die Spieler neben dem Platz zu sehen.
    Nadal ist einer der wenigen der sich nach JEDEM Training mit seinen Fans unterhält, Autogramme schreibt, Fotos macht usw. Von seinem Verhalten auf dem Platz, was übrigens auch vorbildlich ist, auf einen schlechten Charakter zu schließen ist wirklich ein bisschen weit hergeholt.

    P.S.: Bevor Sie auf falsche Gedanken kommen. Ich bin seit 2006 großer Djokovic und freue mich jedes Mal wenn er Federer und Nadal schlägt. Allerdings muss ich mir die beiden dazu nicht unsympathisch reden.

    Hallo „Mädchen vom Lande,“

    zu Ihrer Frage, „ob wir Nadal schon einmal lächeln gesehen haben?“ möchte ich kurz antworten bzw. nachfragen, was Sie denn zu einem Vergleich mit Gottfried von Cramm veranlasst? Ich nehme an, wir beide haben von Cramm gleichermaßen nicht während seiner aktiven Laufbahn selbst erlebt, bei mir bin ich mir sicher, bei Ihnen darf ich es ebenso vermuten?

    Betrachtet man die Tennis-Weltrangliste bei den Herren, zeichnen sich seit geraumer Zeit, drei Spieler deutlich von den nachfolgenden ab, in alphabetischer Reihenfolge Djokovic, Federer und Nadal. Aufgrund ihres Alters und ihrer persönlichen Entwicklung erreichen Spieler ihre absolute Höchstleistung zwangsläufig nicht zum gleichen Zeitpunkt, ein Verschieben der Positionen – 1, 2 und 3 – ist somit völlig normal und über eine gewisse Zeitspanne vorgegeben. Die Spieler werden in der Öffentlichkeit leider erst in einem bestimmten Alter und nach ersten Erfolgen wahrgenommen. Mit ihrer Tenniskarriere haben sie aber schon sehr viel früher, als Kind begonnen. Tennis vereinigt Kraft und Präzision (im Gegensatz zu Fußball) und wer Tennisspieler in ihren charakterlichen Eigenschaften beurteilen möchte, sollte sich internationale Jugendturniere anschauen.
    .....

    .....
    Die außergewöhnliche Disziplin, sich vollends, über Stunden, auf die sportliche Herausforderung konzentrieren zu können, haben sich die drei genannten Spieler über Jahre mühsam erarbeitet. Die drei kämpfen, als „ginge es um ihr Leben“, und genau das tut es auch. Ich fühle mich als Zuschauer in erster Linie „beschenkt“, nehme ich den Einsatz und die Bereitschaft, in jeder Phase des Spiels „Alles zu geben“, wahr. Im Fußball erlebe ich häufig, nachdem irgendein „Jahrhundertspiel“ Wochen vorher angekündigt und beworben wurde, ein trostloses Gekicke. Eine solche Enttäuschung werden wir bei den beschriebenen Spielern niemals erleben. Diesen Tennisspielern gehen Niederlagen „unter die Haut“, aber anstatt davon zu faseln, dass sie heute „nicht in Form gewesen seien“ oder bloß „Pech hatten“, analysieren sie Ihr Spiel, ändern die Taktik und treten erneut an. Da sie sich seit Jahren gut kennen, bedarf es dieser enormen Konzentration, das eigene Spiel durchzusetzen. In den jeweiligen Spielzügen ist für mich auch ein „Spielwitz“ erkennbar, der jeden Spieler unverwech-selbar macht.
    .....

    .....
    Trotz aller Disziplin kommunizieren auch die drei besten Spieler der Welt während eines Spiels ständig mit ihrer Umwelt. Die Art wie sie das tun, unterscheidet sich nur geringfügig voneinander und leitet sich aus ihren Kindheitserfahrungen auf dem Tennisplatz ab. So wie die berühmte „Eis-Mama“ im Eiskunstlauf sind die Eltern beim Tennis wichtige Bezugspersonen, manchmal auch zu wichtige, und die Loslösung ist für viele nicht ganz einfach. Ich nehme an, der von Ihnen beschriebene Humor von Djokovic während eines Matches beschreibt die Art, wie er gelegentlich „Signale“ an seine Box schickt. Federer ist in der öffentlichen Wahrnehmung der „Schwiegersohn-Typ“ schlechthin. Es grenzte an „Gotteslästerung“ als Nadal begann, ihn vom Thron zu stürzen. Haben Sie Federer schon einmal nach schmerzhaften Niederlagen erlebt? In früheren Jahren, zu seiner Bestzeit, war das alles andere als vorbildlich. Menschlich insoweit nachvollziehbar, wer über Jahre als unbezwingbar gehandelt wird, wird zwangsläufig ein wenig den Boden unter den Füßen verlieren.

    Heute, so mein Eindruck, sind die drei besten Tennisspieler auch ein Vorbild hinsichtlich ihrer Interviews und ihrer Außendarstellung insgesamt. Das vorliegende Bildmaterial von Gottfried von Cramm wurde sicherlich vorwiegend von wenigen Photographen, mit einer „Agfa-Klick“ erstellt, die „gefühlt 25 Hochgeschwindigkeit-Kameras“, die heute im Einsatz sind, liefern auch technisch ein verändertes Bild.
    MfG

    • Panic
    • 29. Januar 2012 17:33 Uhr
    4. Ok, ok

    ich erklär's Ihnen mal eben: Bessere Amateure sind Amateure, die besser sind als die Amateure, die schlechter sind, als die besseren. Und ja, die gibt's. Und die besten männlichen Profi-Tennisspieler sind die, die besser sind als die, die schlechter als die besten männlichen Profi-Tennisspieler sind. Und die haben heute, bzw. gestern gegeneinander gespielt. Capice?

    Gruss

    • altroid
    • 29. Januar 2012 18:19 Uhr

    Die ganze Welt in entzückt und entrückt. Ein tolles Match mit zwei sehr fairen und sportlichen Spielern. Ob jetzt Nadal lächelt oder nicht, völlig Banane. Und hier diskutiert man Formulierungen nachdem man ein historisches Tennis-Match mitverfolgen könnte.

    Das gibt es nur hier. Genau wie die Forderung, Griechenland zu entmachten. Oder Wulff ist doch in Ordnung.

    Mann, mann, mann.

  3. Wie sagte der Eurosport Kommentator so schön: "ich bin völlig fertig". Wer will es ihm verübeln, nach 6h Tennis vom feinsten gehen einem einfach die Superlative aus.
    Unfassbar wie man um halb 2 Ortszeit nach 5,5h immer noch Aufschläge mit 200Kmh schlagen kann, immer noch um jeden Ball kämpfen und das obwohl beide nur wenige Tage vorher bereits alle Register zogen mussten, Novaks Halbfinal Match ging bereits über 5h und lag keine 48h zurück. Respekt für 2 absolute Ausnahmesportler.

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    • Infamia
    • 30. Januar 2012 13:24 Uhr

    Ich behaupte ja, dass diese Art des Spielens enorm kräftezehrend ist und wohl kaum noch einen Profi über einen längeren Zeitraum ganz vorne mitspielen lässt. Federer beispielsweise spielt zwar druckvoll, aber eben auch ökonomisch, was ihn sehr lange die Nummer 1 bleiben ließ. Gut, mit 30 ist dann irgendwann der Zeitpunkt gekommen, wo es nicht mehr reicht, ganz oben zu sein.

    Aber Spieler wie Nadal, Djokovic, früher Courier, spielen Powertennis und irgendwann kann der Körper nicht mehr. Nadal ist 25 und ich behaupte, der wird nicht mehr die Nummer 1, obowhl er ja mal der dominierende Spieler war. Nun ist es Djokovic und auch dem gebe ich nicht allzu lange.

    Ich weiß nicht, woran es liegt, aber Djokovic hatte in diesem Spiel alle Chancen, mehrfach ans Netz zu gehen, bleibt aber hinten. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass der Ball mit einem enormen Tempo rübergeprügelt wird und somit eben auch schnell zurück kommt. Das lässt Serve & Volley wohl nicht zu. Eigentlich schade. Es war sicher sehr beeindruckend, was beide gestern gespielt haben, aber es fehlte das variable Element. Der, der am härtesten rüberprügeln kann, ist am Ende der Sieger. Kräftezehrend eben.

  4. Der Zeit nur ein Foto plus dpa-Meldung. Das ist allerdings eine sehr schwache Leistung. Die wäre es auch im Amateurbereich. Also: Höchste Zeit, einem herausragenden Ereignis (und das ist hier das Turnier insgesamt) in Zukunft den Raum und die Aufmerksamkeit zu geben, die es verdient.

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    • Infamia
    • 30. Januar 2012 13:28 Uhr

    Das ist sicher dem Umstand geschuldet, dass Tennis eben nicht mehr die Aufmerksamkeit genießt, die es früher einmal genossen hat. Was früher zu viel war, ist heute zu wenig. Früher wurde über jedes drittklassige Challenger-Turnier berichtet, heute eben nur noch über die Majors und das mit einer dpa-Meldung. Ohne Deutsche Beteiligung finde ich das durchaus angemessen, wenn Tennis allgemein unter Zuschauerschwund leidet, bzw. auf einem Niveau angekommen ist, was von nicht allzu großem Interesse zeugt. Ich habe mir den 5. Satz angesehen, weil ich zufällig zu Hause war und nichts anderes zu tun war.

    Beide Spieler haben in keinster Weise die Klasse, die ein Edberg, Becker, Sampras hatten. Nadal kann nur bolzen mit Grundschlägen, Djokovic macht wenig grobe Fehler und hält den Ball im SPiel.

    Sehenswert ist es nicht und beide waren auch zu schlecht, um zu dominieren. So haben sie einfach nur lange gebraucht, um wenig zu zeigen.

    • Infamia
    • 30. Januar 2012 13:24 Uhr

    Ich behaupte ja, dass diese Art des Spielens enorm kräftezehrend ist und wohl kaum noch einen Profi über einen längeren Zeitraum ganz vorne mitspielen lässt. Federer beispielsweise spielt zwar druckvoll, aber eben auch ökonomisch, was ihn sehr lange die Nummer 1 bleiben ließ. Gut, mit 30 ist dann irgendwann der Zeitpunkt gekommen, wo es nicht mehr reicht, ganz oben zu sein.

    Aber Spieler wie Nadal, Djokovic, früher Courier, spielen Powertennis und irgendwann kann der Körper nicht mehr. Nadal ist 25 und ich behaupte, der wird nicht mehr die Nummer 1, obowhl er ja mal der dominierende Spieler war. Nun ist es Djokovic und auch dem gebe ich nicht allzu lange.

    Ich weiß nicht, woran es liegt, aber Djokovic hatte in diesem Spiel alle Chancen, mehrfach ans Netz zu gehen, bleibt aber hinten. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass der Ball mit einem enormen Tempo rübergeprügelt wird und somit eben auch schnell zurück kommt. Das lässt Serve & Volley wohl nicht zu. Eigentlich schade. Es war sicher sehr beeindruckend, was beide gestern gespielt haben, aber es fehlte das variable Element. Der, der am härtesten rüberprügeln kann, ist am Ende der Sieger. Kräftezehrend eben.

    Antwort auf "unglaubliches Tennis"
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    ...persönlich glaube, dass die "Häufigung" dieser Spielertypen (Murray gehört ja auch dazu) an einer einseitigen Ausbildung in den Akademien begründet liegt.
    Es wird vermehrt auf eine starke Physis sowie ein "peitschendes" Grundlinienspiel gelegt.
    Mal ehrlich, wer versucht denn überhaupt noch variabel zu spielen? Deswegen gleichen sich so viele Spiele wie ein Ei dem anderen (vor allem Nadal-Spiele finde ich äußerst unansehnlich).
    Für mich wird Tennis nach Federers Karriereende erstmal in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

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  • Quelle dpa
  • Schlagworte Rafael Nadal | Novak Djokovic | Roger Federer | Pete Sampras | Rod Laver | Australien
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