ZEIT ONLINE : Herr El-Din Ahmed, Sie spielen für Al-Ahli Fußball. Gestern wurden Sie, Ihre Mannschaft und die Fans auf dem Fußballfeld von Al-Masry attackiert . Wie haben Sie das alles erlebt?

ShehabEl-Din Ahmed : Es war ganz furchtbar. Tausende stürmten den Platz und griffen Spieler und Fans von Al-Ahli an. Ich stehe unter Schock. Ich habe Leichen auf dem Fußballfeld und in der Kabine gesehen.

ZEIT ONLINE : Womit waren die Täter bewaffnet?

El-Din Ahmed : Sie trugen Messer, manche auch Pistolen.

ZEIT ONLINE : Wie haben Sie und Ihre Mitspieler reagiert?

El-DinAhmed : Panisch, flüchtend, aber manche haben auch den Verwundeten unter unseren Fans geholfen. Außer unserem Mannschaftsarzt war kein Arzt anwesend.

ZEIT ONLINE : Wie reagierte die Polizei?

El-DinAhmed : Gar nicht. Die Polizei stand dabei und sah zu. Es ist eine Schande für unser Land, sie macht mir Angst.

ZEIT ONLINE : Viele vermuten politische Hintergründe. Sie auch?

El-DinAhmed : Natürlich, ganz klar, das ist eine politische Angelegenheit, das war sofort klar.

ZEIT ONLINE : Wie hat Ihr Trainer reagiert?

El-DinAhmed : Er ist geschockt, wie wir alle. Doch er hat uns gebeten, weiterzumachen. Al-Ahli braucht uns, sagt er. Aber …

ZEIT ONLINE : … aber werden Sie je wieder unbefangen Fußball spielen können?

El-DinAhmed : Ich werde solange in Ägypten keinen Fußball mehr spielen, bis die Dinge hier wieder in Ordnung sind. Wann das sein wird, kann im Moment keiner sagen.