Bundesliga Paolo Guerrero besiegt schwache Kölner

Der HSV siegt knapp, Gladbach schießt drei Tore, Bayern und der BVB gewinnen locker, Hertha wird demontiert und Babbel holt einen Punkt zum Einstand. Alle Spielberichte

José Paolo Guerrero und Kölns Martin Lanig versuchen den Ball zu treffen.

José Paolo Guerrero und Kölns Martin Lanig versuchen den Ball zu treffen.

1. FC Köln - Hamburger SV 0:1 (0:0)

Paolo Guerrero gelang am Sonntagabend in der 88. Minute der entscheidende Treffer beim hochverdienten Sieg der Hamburger in Köln. Die auswärtsstarken Hamburger, seit dem 10. September des vergangenen Jahres auswärts ungeschlagen, ziehen nach ihrem vierten Auswärtssieg am schwachen FC vorbei und setzen sich als Tabellenzehnter im Mittelfeld der Bundesliga fest.

Die Zuschauer im Stadion sahen über weite Strecken geballte Harmlosigkeit. Das Bemerkenswerteste an der letzten Begegnung des 21. Spieltags war die Aufregung davor. Mit einem Frust-Interview zur Unzeit hatte der verletzte Podolski den Sonntag eingeleitet – und Klubführung und Fans mächtig verstimmt.

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Der Nationalspieler warf seinem Arbeitgeber in überraschend scharfem Ton Konzeptlosigkeit, nicht eingehaltene Versprechen und fehlende Perspektive vor. Der FC-Geschäftsführer Claus Horstmann zeigte dafür wenig Verständnis: "Wir werden das sanktionieren." Podolski droht zumindest eine saftige Geldstrafe. Horstmann wollte allerdings nicht bestätigen, dass die Kölner Identifikationsfigur mit der öffentlichen Abrechnung den eigenen Abschied vorbereiten will. Podolskis Vertrag läuft 2013 aus.

Frierend verfolgte der Publikumsliebling die richtungsweisende Partie auf der Tribüne mit und schien zunächst ähnlich überrascht wie seine Kollegen über den mutigen Auftritt des HSV. Wesentlich präsenter versuchten die Hamburger das Spiel an sich zu reißen. Der Ballbesitzfußball bis zum Strafraum und die Disziplin, über die Außenpositionen die kompakten Kölner aus der Deckung zu locken, waren ganz ansehnlich, wirklich gefährlich wurde es im ersten Durchgang allerdings nicht. Mladen Petric (7.) wurde in letzter Sekunde geblockt, 120 Sekunden später verzog der starke Marcel Jansen (9.), in der 24. Minute hatte Jansen bei einer Direktabnahme Pech, dass Henrique Sereno im Weg stand.

Die Kölner setzten ihrerseits auf zwei Viererketten. Eigeninitiative Fehlanzeige, spielerische Fantasie ebenfalls. Die beiden einzigen Offensivaktionen der Gastgeber vor dem Wechsel waren alles andere als gut. Der Pole Sławomir Peszko (14.) hämmerte den Ball drüber, Milivoje Novakovič (21.) blieb in aussichtsreicher Position mit einem Schussversuch hängen. Der 1. FC hatte in den ersten 45 Minuten weniger als 30 Prozent Ballbesitz: so wenig wie seit sieben Jahren bei einem Heimspiel nicht mehr.

Dabei wollten sich die Kölner angemessen auf ihre traditionelle Karnevalssitzung an diesem Montag einstimmen. Es blieb beim Vorhaben. Der HSV war auch in den zweiten 45 Minuten die aktivere und gefährlichere Mannschaft und hätte, bei etwas mehr Konsequenz im Abschluss, auch den sechsten Saisonsieg einfahren können. Jansen verpasste die Führung in der 69. Minute, Petric versemmelte nach einem schönen Doppelpass mit Paolo Guerrero (73.) in aussichtsreicher Position. Dennis Aogo vergab sieben Minuten vor dem Ende sogar frei vor dem FC-Keeper Michael Rensing. Guerrero erlöste schließlich die mitgereisten HSV-Fans. Die Kölner Anhänger pfiffen ihre Spieler enttäuscht aus.

1. FC Köln: Rensing - Sereno, Geromel, Jemal (52. Roshi), Eichner (46. McKenna) - Riether, Lanig (81. Pezzoni), Jajalo, Clemens - Peszko, Novakovic
Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Aogo - Kacar (59. Tesche), Jarolim (90.+2 Mancienne) - Sala (90.+2 Son), Jansen - Petric, Guerrero
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 46.500
Tor: 0:1 Guerrero (88.)
Gelbe Karten: Geromel (2), Jemal (3), Lanig (7) / Sala (1)
Beste Spieler: Sereno, Rensing / Aogo, Jansen

Leser-Kommentare
  1. anderer bundesligaverein so wirtschaften würde wie wolfsburg.....

    wenn man halb europa einkauft, werden irgendwann mal 11 dabei sein, die halbwegs fußball spielen können.

    ob es ausreicht nächste saison international zu spielen? wäre interessant zu sehen was der vfl und hamburg noch erreichen.
    die liga bleibt spannend.

    in freiburg gehen dafür so langsam die lichter aus.

  2. Borussia Mönchengladbach spielt seit fast 8 Jahren (!) nicht mehr auf dem Bökelberg. Dem Rest der Überschrift, gerade in Bezug auf das Vorführen der Schalker, kann ich dagegen aber vollstens zustimmen.

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    vielleicht die Überschrift vom August 1998? Ergebnis stimmt ja auch

    Redaktion

    dwiegard, danke fuer den Hinweis. Der Boekelberg ist nun nicht mehr in der Überschrift.

    vielleicht die Überschrift vom August 1998? Ergebnis stimmt ja auch

    Redaktion

    dwiegard, danke fuer den Hinweis. Der Boekelberg ist nun nicht mehr in der Überschrift.

  3. vielleicht die Überschrift vom August 1998? Ergebnis stimmt ja auch

    Antwort auf "Überschrift"
  4. Redaktion

    dwiegard, danke fuer den Hinweis. Der Boekelberg ist nun nicht mehr in der Überschrift.

    Antwort auf "Überschrift"
    • mdi
    • 12.02.2012 um 1:09 Uhr

    mein beileid allen fussballfreunden, die dem selbsternannten glossenkönig Oliver Fritsch gefolgt sind und Borussia - Schalke verpasst haben.

    wurde an diesem wochenende irgendwo auch nur ansatzweise fussball demonstriert wie im Borussia-Park? nein, ich glaube nicht, soweit die sky-konferenz ein urteil erlaubt. und ich glaube vor allem nicht, dass dies nicht vorhersehbar, mindestens aber auch aus neutraler sicht zu erhoffen gewesen wäre.

    Herr Fritsch jedoch beleidigt freitags halt lieber wiederholt in seiner vorschau wahllos spieler und trainer und nennt es glosse. nicht nur inhaltlich liegt er damit komplett daneben.

    liebe Zeit-Redaktion, ein Bökelberg im titel ist in sachen Bundesliga euer geringstes problem.

  5. Was den S 04 betrifft, weil was diese Mannschaft am Wochenende dargeboten hat, geht "nicht" mehr auf die berühmte Kuhhaut!!! Wenn sie uns nicht schon in zig Spielen gezeigt hätte, daß sie es besser kann, würde man das Spiel unter schlechter Tag abhaken. Nur die Art und Weise wie verloren wurde, machen mich sehr nachdenklich. Kann es sein, daß nur noch über Vertragsverlängerungen, die dann wie Weltereignisse zelebriert werden, nachgedacht wird und wie man noch mehr Mio's rausschinden kann? Irgend etwas stimmt in dieser Mannschaft nicht, denn sonst könnten sie nicht solch extrem unterschiedliche Darbietungen abliefern!!! Ich hoffe sehr das Jüpp Stevens dies so schnell wie möglich abstellen kann, denn sonst Championsliga ade!!!

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    Wie schon gegen Bayern München und Lüdenscheid-Nord hatten die Königsblauen gestern Angst, dazu kamen noch die frühen Gegentore, und damit war das Spiel dann schon nach 30 Minuten gelaufen.

    Warum der Huub Stevens eine dermaßen offensive Aufstellung gewählt hat (wie schon gegen Mainz, hatte ja auch nicht so richtig funktioniert), bleibt mir ein Rätsel. Aber offensive Aufstellung hin oder her, ein Schalker Offensivspiel fand praktisch nicht statt. Das war eine desolate Vorstellung, die erinnerte fatal an die Leistungen der letzten Saison.

    Nur gut, dass nun niemand mehr von der Meisterschaft sprechen (träumen) wird, das könnte helfen, in den nächsten Spielen nicht wieder Nerven zu zeigen.
    Schlecht nur, die nächsten Gegner heißen Wolfsburg und München.

    Wie schon gegen Bayern München und Lüdenscheid-Nord hatten die Königsblauen gestern Angst, dazu kamen noch die frühen Gegentore, und damit war das Spiel dann schon nach 30 Minuten gelaufen.

    Warum der Huub Stevens eine dermaßen offensive Aufstellung gewählt hat (wie schon gegen Mainz, hatte ja auch nicht so richtig funktioniert), bleibt mir ein Rätsel. Aber offensive Aufstellung hin oder her, ein Schalker Offensivspiel fand praktisch nicht statt. Das war eine desolate Vorstellung, die erinnerte fatal an die Leistungen der letzten Saison.

    Nur gut, dass nun niemand mehr von der Meisterschaft sprechen (träumen) wird, das könnte helfen, in den nächsten Spielen nicht wieder Nerven zu zeigen.
    Schlecht nur, die nächsten Gegner heißen Wolfsburg und München.

    • fse69
    • 12.02.2012 um 9:20 Uhr

    ... und nicht von Meisterschaft reden wollen, kann man ja noch bedingt nachvollziehen. Nicht verstehen kann ich aber, dass auch ein Großteil der Medien MG nicht wirklich als Meisterschaftskandidaten auf dem Schirm hat. Die Mannschaft hat nun aus vier Rückrundenpartien 10 Punkte geholt und dabei 9:1 Tore geschossen. Davon zwei Auswärtsspiele (Stuttgart, Wolfsburg), sowie zwei Heimspiele gegen unmittelbare Konkurrenten um die Spitze (Bayern, Schalke). Sorry, aber wer so auftritt, IST ein Meisterschaftskandidat, und zwar ein ganz heißer. Natürlich wäre es eine Riesenüberraschung - als solche aber auch nicht sensationeller als die Meisterschaft eines Aufsteigers ('Lautern) oder einer ewigen "grauen Maus" (Wolfsburg). Will sagen: man sollte sich in den Medien langsam an den Gedanken gewöhnen, dass Gladbach in dieser Saison nicht nur um einen CL-Platz konkurriert sondern ohne Wenn und Aber ein Titelanwärter ist, der mit den anderen beiden Platzhirschen ( BVB, Bayern) mindestens auf Augenhöhe spielt.

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    • Creo
    • 12.02.2012 um 15:01 Uhr

    ..und 4 Spiele gut gespielt, übrigens trotzdem nicht auf Platz 1 und schon ist man auf Augenhöhe.. sorry genau zitiert `mindestens auf Augenhöhe`.

    Ich muß wohl die Championsleague mit Gladbach dieses Jahr verpasst haben! Gladbach spielt momentan oben mit -nicht mehr und nicht weniger!

    ...auch muss man eingestehen, dass Gladbach bisher unglaubliches Glück hat in Sachen Spielerverletzung. Die Verletztenliste bei Dortmund, Schalke, Bayern sah oder sieht da ganz anders aus. Was aber passiert, wenn Reus oder Arango oder gar beide verletzt sind für länger...das weiß keiner so recht. Die anderen Clubs da oben kompensieren mit einer scheinbar unerschöpflichen Bank.

    Der Erfolg der einen Borussia wird von dem der anderen Borussia überstrahlt. Der BVB hat sogar eine noch bessere Bilanz als Gladbach vorzuweisen (11:2 Tore, 12 Punkte), und da wo Gladbach bei allem Lob für die eigene Stärke auch und gerade in den Spitzenspielen auch vom desolaten Auftreten der Gegner profitierte, sind die Siege der Dortmunder von einer unglaublichen Dominanz geprägt, die höchste Attraktivität mit ungeheurer Effizienz verbindet.

    Kurz: Wer Bayern und Schalke schlägt ist eben nicht automatisch Meisterschaftsfavorit, denn die Meisterschaft wird auch dieses Jahr wieder nur zu erringen sein, wenn man besser als der BVB ist. Und diesen Beweis muss Gladbach erst noch erbringen.

    Und bei , allem Respekt, ihr lieben Gladbacher, aber am 21. April kriegt ihr die Hucke voll. ;)

    • Creo
    • 12.02.2012 um 15:01 Uhr

    ..und 4 Spiele gut gespielt, übrigens trotzdem nicht auf Platz 1 und schon ist man auf Augenhöhe.. sorry genau zitiert `mindestens auf Augenhöhe`.

    Ich muß wohl die Championsleague mit Gladbach dieses Jahr verpasst haben! Gladbach spielt momentan oben mit -nicht mehr und nicht weniger!

    ...auch muss man eingestehen, dass Gladbach bisher unglaubliches Glück hat in Sachen Spielerverletzung. Die Verletztenliste bei Dortmund, Schalke, Bayern sah oder sieht da ganz anders aus. Was aber passiert, wenn Reus oder Arango oder gar beide verletzt sind für länger...das weiß keiner so recht. Die anderen Clubs da oben kompensieren mit einer scheinbar unerschöpflichen Bank.

    Der Erfolg der einen Borussia wird von dem der anderen Borussia überstrahlt. Der BVB hat sogar eine noch bessere Bilanz als Gladbach vorzuweisen (11:2 Tore, 12 Punkte), und da wo Gladbach bei allem Lob für die eigene Stärke auch und gerade in den Spitzenspielen auch vom desolaten Auftreten der Gegner profitierte, sind die Siege der Dortmunder von einer unglaublichen Dominanz geprägt, die höchste Attraktivität mit ungeheurer Effizienz verbindet.

    Kurz: Wer Bayern und Schalke schlägt ist eben nicht automatisch Meisterschaftsfavorit, denn die Meisterschaft wird auch dieses Jahr wieder nur zu erringen sein, wenn man besser als der BVB ist. Und diesen Beweis muss Gladbach erst noch erbringen.

    Und bei , allem Respekt, ihr lieben Gladbacher, aber am 21. April kriegt ihr die Hucke voll. ;)

  6. Wie schon gegen Bayern München und Lüdenscheid-Nord hatten die Königsblauen gestern Angst, dazu kamen noch die frühen Gegentore, und damit war das Spiel dann schon nach 30 Minuten gelaufen.

    Warum der Huub Stevens eine dermaßen offensive Aufstellung gewählt hat (wie schon gegen Mainz, hatte ja auch nicht so richtig funktioniert), bleibt mir ein Rätsel. Aber offensive Aufstellung hin oder her, ein Schalker Offensivspiel fand praktisch nicht statt. Das war eine desolate Vorstellung, die erinnerte fatal an die Leistungen der letzten Saison.

    Nur gut, dass nun niemand mehr von der Meisterschaft sprechen (träumen) wird, das könnte helfen, in den nächsten Spielen nicht wieder Nerven zu zeigen.
    Schlecht nur, die nächsten Gegner heißen Wolfsburg und München.

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