Bundesliga-RückschauZwei Paar Socken, zwei Mützen, sechs Unentschieden

Der HSV steht Robben und Ribéry auf den Füßen, Skippy braucht einen vollen Beutel und die Liga kann sich nicht entscheiden.

Sie wussten auch nicht, was sie von allem halten sollen: Fans des Hamburger SV

Sie wussten auch nicht, was sie von allem halten sollen: Fans des Hamburger SV

Wer spielte wie gegen wen?

1. FC Nürnberg – Borussia Dortmund 0:2
Bayer Leverkusen – VfB Stuttgart 2:2
1899 Hoffenheim – FC Augsburg 2:2
Hertha BSC Berlin – Hannover 96 0:1
VfL Wolfsburg – Borussia Mönchengladbach 0:0
Schalke 04 – FSV Mainz 05 1:1
Hamburger SV – FC Bayern München 1:1
SC Freiburg – Werder Bremen 2:2
1. FC Kaiserslautern – 1. FC Köln 0:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Wir leben in einer Entscheidungsgesellschaft. Brötchen oder Müsli, Liebe oder Hass, weiterlesen oder wegklicken – 20.000 kleine und große Entscheidungen muss jeder von uns pro Tag treffen, haben Hirnforscher herausgefunden. Das können schon mal ein paar zu viel sein. Das Leben als ewiges Abwägen, ziemlich ungesund. Gut, dass es die Fußball-Bundesliga gibt. Sie darf auch mal Unentschieden bleiben. Bei sechs von neun Spielen an diesem Wochenende gab es keine Sieger. Welch herrlicher Anachronismus: Spieler, Trainer, Physios und Vereinspräsidenten reisen Hunderte von Kilometern durchs Land, Tausende Zuschauer ziehen sich lange Unterhosen an, das Fernsehen kommt auch, und am Ende sind alle so schlau wie zuvor. Aus diesem Grund haben die Lebensoptimierer aus den USA in ihren Sportarten das Unentschieden abgeschafft. Dort wird solange gespielt, bis irgendjemand als Sieger vom Platz geht, oder kriecht. Hierzulande kommt es auch hin und wieder zu derlei Gedankenspielen, die aber stets schnell wieder verworfen werden. So bleibt die Bundesliga zuweilen der große Entschleuniger. Bleibt nur noch die Frage, ob Unentschieden nun besonders langweilig sind, weil es eben keinen Sieger gibt, oder besonders kurzweilig, weil es auf jeden Fall bis zum Abpfiff spannend bleibt?

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Michael Skibbe war noch Rudi Völlers Assistent bei der Nationalmannschaft, als er den Spitznamen "Skippy" bekam. Wie das Buschkänguru aus der australischen Fernsehserie aus den Sechzigern, das hüpfende Pendant zu Lassie und Flipper. Der Name passte zu Skibbe, weil er beim Training mit den Beinen immer so auf- und abwippte. Das ist ziemlich gemein, wahrscheinlich schaut Skibbe deshalb immer so, als würde man ihm jeden Moment das Fell über die Ohren ziehen. Nun hat der neue Trainer von Hertha BSC auch sein drittes Spiel verloren, ein wenig erwärmendes Heimspiel gegen Hannover 96. Die Hertha war gar nicht so schlecht, traf aber trotzdem das Tor nicht, was Abstiegsexperten immer als Alarmzeichen deuten. Nun wäre es noch gemeiner, Michael Skibbe die Schuld an den Niederlagen zu geben. Immerhin fehlt ihm Rafael, der einzige Berliner, der auch bei den meisten anderen Bundesligisten einen Stammplatz hätte. Und überhaupt haben sich die Herthaner vieles selbst eingebrockt. Aber vielleicht hat Skippy ja noch was im Beutel.

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Wie verlief das Topspiel?

ZEIT ONLINE twittert ein Spiel jedes Spieltages live. Unser Sportredakteur Christian Spiller hat für uns das Spiel Hamburger SV gegen den FC Bayern München live im Stadion verfolgt. Hier fünf seiner Tweets. Alle Beiträge können Sie hier nachlesen.

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Leserkommentare
    • unico
    • 06.02.2012 um 14:37 Uhr

    Also diese Einleitung, diese Ausführung um das Unentschieden im (non-us-amerikanischen) Sport ist wirklich gelungen!
    Danke hierfür!

    LG

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