Laufserie in Großstädten: Eine Kampagne gegen individuelle Läufer
Um die Läufer aus den Wäldern zu holen, startet der Deutsche Leichtathletik-Verband in fünf Städten eine wöchentliche Laufserie. Nicht alle sind begeistert.
© Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Marathonläufer in Berlin
Es geht um 50.000 Feierabend-Jogger, die sich womöglich in diesem Sommer Woche für Woche zusammentrollen, um durch die City zu traben. Flashmobs? Nein: Organisierter Breitensport in Innenstädten, mit Sponsorenlogos, Musik, Afterwork-Atmosphäre. Mycityrun heißt das Treiben, das von Mai bis August geplant ist. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bittet derzeit um Genehmigung der Straßensperrungen. Eine Homepage ist reserviert, auch eine Kooperation mit einem Fitnessmagazin sei unterschriftsreif. Der Hauptsponsor steht in den Startlöchern.
Der DLV-Präsident Clemens Prokop will die heterogene Läuferszene wieder um sich scharen: "Viele Jogger und Läufer pflegen zunehmend einen freien Zugang zum Sport, der nicht mehr ausschließlich an Vereine gebunden ist und sich über neue Netzwerke organisiert", sagt er. Die Sorge des Funktionärs: Die äußerst vitale Laufbewegung könnte auch in Zukunft munter am Verband vorbeilaufen. "Wir wollen möglichst viele Läufer aus dem unorganisierten Sport herüberholen", sagt Prokop.
Es geht nicht nur um Einfluss, sondern auch um Geld. Über zehn Millionen Deutsche sind nach Zahlen der Kölner Sponsoringberatung Sport + Markt im Laufsport aktiv, es ist nach Radfahren das zweitpopulärste Hobby. "Läufer sind eine tolle, kaufkräftige Zielgruppe für Sponsoren", sagt Frank Lebert, Chef der Vermarktungsgesellschaft des DLV. "In den siebziger Jahren waren wir der Motor der Laufbewegung, aber haben das – zugegeben – ganz schön aus den Augen verloren." Kommerzielle Fitnessstudios und Straßenlaufveranstaltungen haben dem Verband buchstäblich den Rang abgelaufen. Ab dem Sommer soll sich das ändern.
Eine bereits für vergangene Woche angekündigte Pressekonferenz wurde zwar kurzfristig abgesagt, weil noch nicht alle angepeilten Städte den Vertrag unterschrieben hatten, das Konzept soll aber stehen: Es geht um fünf Städte mit jeweils mindestens 500.000 Einwohnern. Als sicher gilt nach DLV-Angaben die Zusage von Berlin und Düsseldorf, in einer Stadt gebe es noch Diskussionen um die konkrete Strecke. Es soll in Rundkursen mitten durch die Stadt gehen, zehn Wochen lang, jeweils an einem festen Wochentag.
"Zeitgemäß, ungezwungen und ganz ohne Leistungsdruck" – so sieht der DLV seine "neue Lauf- und Eventserie". Mit dabei: Der neue Premiumpartner des DLV, ein Lebensmittelmulti. Er will bei den Events für das erfrischende Nass sorgen und den Markennamen seines teuren Wasser in der Läufercommunity bekannt machen.
Die ist kommerziell höchst attraktiv. "67 Prozent der Läufer haben Abitur oder einen Hochschulabschluss, sie verdienen überproportional und haben längere Wochenarbeitszeiten als der Durchschnittsdeutsche", sagt Christoph Breuer, Sportökonomie-Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln. "Es ist die Sportart, die perfekt in unsere flexible Arbeitswelt passt. Neben den Eventläufern gibt es auch viele, die sich einfach die Schuhe anziehen und im Wald rennen."
Sehr nachvollziehbar sei es, dass sich der DLV auf Großstädte mit über 500.000 Einwohnern konzentriere, wo nach Breuers Erkenntnissen "zwölf bis fünfzehn Prozent der Bevölkerung aktive Läufer sind". Der Sport sei auch deshalb so beliebt bei Städtern, weil er so unkompliziert zu praktizieren sei. "Laufsport hat sich wegentwickelt aus Verbands- und Vereinsstrukturen. Genau das ist ein Erfolgsgrund."
Horst Milde, 73 Jahre alt, Träger des Verdienstordens des Landes Berlin zählt zu den Urgesteinen der Volkslaufbewegung, auf die sich der DLV gerne beruft. 1964 stellte Milde seinen ersten Volkslauf im Grunewald auf die Beine, später organisierte er viele Jahre lang den Berlin-Marathon. Milde nimmt eher belustigt zur Kenntnis, dass der DLV gerade versuche, beim Thema Laufen "auf ein galoppierendes Pferd aufzuspringen". Nicht mehr lustig findet er den Umstand, dass der Bundesfachausschuss Laufen im DLV, dem er angehört, nicht einmal informiert worden sei. "Da wusste kein Mensch etwas davon. Die sind alle sauer."






Da wollen Leute einfach nur laufen, ohne Sponsor, ohne dabei Werbung zu konsumieren. Kann man das nicht einfach verbieten?
Nein, aber man kann einfach nicht hingehen! ;-)
Nein, aber man kann einfach nicht hingehen! ;-)
Wer an Bundesstraßen oder in den Städten Sport treibt, atmet viel Feinstaub und sonstige Gifte ein, viel mehr als ein Fußgänger. Das sollte sich jeder mal genauestens vor Augen führen, was er sich damit antut. Es könnte schlimmer sein, als auf dem Bau zu arbeiten.
Was die Funktionäre vorhaben, grenzt an Mobbing. Ich hoffe sehr, dass darauf nicht viele hereinfallen.
Wer während der Rush Hour eine halbe Stunde durch die Stadt joggt, atmet ungefähr so viele Schadstoffe ein, als würde er 20 Zigaretten rauchen.
Wenn wir schon den Ausstoß von Schadstoffen nicht eindämmen können, dann können wir wenigstens versuchen die urbane Luft mit selbstreinigenden, selbsterneuernden Filtern zu reinigen.
Die menschliche Lunge ist ein Wunderding. Selbst im verstaubtesten Umfeld verstopft diese nicht wie ein gewöhnlicher Filter - zugegeben erhöht sich bei permanenter Staubbelastung die Gefahr sich eine Silikose o.ä. einzufangen, aber der Mensch erneuert sich selber in dem er sich durch neue unverbrauchte Nachfolger ersetzt.
Ich persönlich meide Laufveranstaltungen. Warum soll ich mich terminlich einschränken und mich mit Anreise etc. quälen um einen Sport auszuüben bei dem ich nichts und niemanden brauche? Warum soll ich Startgeld zahlen, nur um auf Asphalt durch eine Stadt laufen zu können?
Wer während der Rush Hour eine halbe Stunde durch die Stadt joggt, atmet ungefähr so viele Schadstoffe ein, als würde er 20 Zigaretten rauchen.
Wenn wir schon den Ausstoß von Schadstoffen nicht eindämmen können, dann können wir wenigstens versuchen die urbane Luft mit selbstreinigenden, selbsterneuernden Filtern zu reinigen.
Die menschliche Lunge ist ein Wunderding. Selbst im verstaubtesten Umfeld verstopft diese nicht wie ein gewöhnlicher Filter - zugegeben erhöht sich bei permanenter Staubbelastung die Gefahr sich eine Silikose o.ä. einzufangen, aber der Mensch erneuert sich selber in dem er sich durch neue unverbrauchte Nachfolger ersetzt.
Ich persönlich meide Laufveranstaltungen. Warum soll ich mich terminlich einschränken und mich mit Anreise etc. quälen um einen Sport auszuüben bei dem ich nichts und niemanden brauche? Warum soll ich Startgeld zahlen, nur um auf Asphalt durch eine Stadt laufen zu können?
Super Idee. Für Berlin, wo bisher mit jedem Lauf ein Verkehrs-Chaos verbunden ist, sollten der DLV und das Ordnungsamt 4 Dinge übernehmen: 1) das Ordnungsamt ist endlich mal mit Leuten präsent; 2) das unerträgliche Getrommel der unsäglichen Schlagzeug-Hundertschaften bleibt aus; 3) der DLV trägt die Kosten für Polizeieinsatz und Ordnungsamt; 4) es gibt ein Verkehr-Umleitungs-Konzept, dass nicht den gesamten Verkehr rund um den Kurfürstendamm lahm legt. Es macht keinen Spaß und ist umweltmäßig eine Sauerei, wenn man um die halbe Stadt fahren muss, nur um zur Arbeit zu kommen (es soll auch Leute geben, die arbeiten müssen, wenn die anderen gerne laufen möchten)
... ist ebenso überflüssig wie (leider) beliebt. In einer Metropole wie Berlin kommt man wunderbar zu Fuß, mit dem ÖPNV und per Rad von A nach B - genauso schnell oder oft sogar schneller als mit der Benzinkutsche.
... ist ebenso überflüssig wie (leider) beliebt. In einer Metropole wie Berlin kommt man wunderbar zu Fuß, mit dem ÖPNV und per Rad von A nach B - genauso schnell oder oft sogar schneller als mit der Benzinkutsche.
Bitte was ist an Wäldern so verwerflich?
Wie schon genannt, kein Feinstaub und zweitens kein Beton.
Waldboden ist um einiges sanfter zu den Gelenken, welche es leider schon vor der Erfindung des Betons gab. Kaum jemand kann sich wirklich vorstellen was das für eine Belastung der Gelenke bedeutet einige Kilometer auf hartem Boden zu laufen - und dann noch regelmäßig, über Jahre? Da bleib ich lieber im Wald.
Was ist schlecht daran, frische Waldluft zu atmen und die Gelenke zu schonen? Ich jedenfalls bleibe bei meiner Waldlaufstrecke und eine Flasche Wasser bekomme ich dann von meiner Frau dargereicht, wenn ich wieder zu Hause angekommen bin oder habe ich im Auto, wenn ich woanders laufe.
Warum sollte man sich als Freizeitläufer eigentlich organisieren?
Der Wald hat den großen Nachteil, dass dort wenig, wenn nicht sogar gar keine Geschäfte von Sponsoren stehen. Man kann im Wald einfach nicht einkaufen. Noch ein Gegenargument: wer im Wald läuft, schreckt die Tiere auf. Jeder der mal ein Wildschwein gesehen hat, weiß wie brandgefährlich die sind.
laufen tue ich um abzuschalten nicht um noch mehr Troubel zu haben
Was ist schlecht daran, frische Waldluft zu atmen und die Gelenke zu schonen? Ich jedenfalls bleibe bei meiner Waldlaufstrecke und eine Flasche Wasser bekomme ich dann von meiner Frau dargereicht, wenn ich wieder zu Hause angekommen bin oder habe ich im Auto, wenn ich woanders laufe.
Warum sollte man sich als Freizeitläufer eigentlich organisieren?
Der Wald hat den großen Nachteil, dass dort wenig, wenn nicht sogar gar keine Geschäfte von Sponsoren stehen. Man kann im Wald einfach nicht einkaufen. Noch ein Gegenargument: wer im Wald läuft, schreckt die Tiere auf. Jeder der mal ein Wildschwein gesehen hat, weiß wie brandgefährlich die sind.
laufen tue ich um abzuschalten nicht um noch mehr Troubel zu haben
noch besser fände ich es, wenn die "irren Mountenbiker" aus den Wäldern verschwinden würden.
Die Bäume am besten auch noch!
... störend sind dann letztlich doch immer die anderen Naturnutzer gelle? ;-)
Ein bissl gegenseitige Rücksichtnahme und weniger Rechthaberei dann klappt es auch im Wald mit Joggern, Mountainbikern, Hundehaltern und Wanderen. Kleiner Tipp: Als Mountainbiker mache ich immer wieder sehr gute Erfahrungen mit einem freundlichen Hallo und Dankeschön, wenn mich andere vorbei lassen :-)
Man sollte nicht nur den Joggern und Bikern ihren "Sport?" im Wald verbieten, auch allen denen, die Sonntags mit der ganzen Familie in den Wald einrücken und im Unterholz nach Beeren und Pilzen suchen. Die Schäden, die sie mit ihrem Getrampel dabei anrichten sind kaum zu beziffern.
Womit sie jedoch den größten Schaden anrichten, ist aus volkswirtschaftlicher Sicht ihre überaus unsoziale Verweigerungshaltung zu Werbung, Produktbekanntmachung und langen Öffnungszeiten. Wieviel Millarden mögen der Wirtschaft -und damit uns allen- wohl aufgrund der Sonntagsspaziergänge entgehen?
Der Wald gehört für die Bevölkerung schlichtweg gesperrt. Es gibt genügend Platz und Angebote in der Stadt, wo sie ihren Bewegungsdrang ausleben können.
Die Bäume am besten auch noch!
... störend sind dann letztlich doch immer die anderen Naturnutzer gelle? ;-)
Ein bissl gegenseitige Rücksichtnahme und weniger Rechthaberei dann klappt es auch im Wald mit Joggern, Mountainbikern, Hundehaltern und Wanderen. Kleiner Tipp: Als Mountainbiker mache ich immer wieder sehr gute Erfahrungen mit einem freundlichen Hallo und Dankeschön, wenn mich andere vorbei lassen :-)
Man sollte nicht nur den Joggern und Bikern ihren "Sport?" im Wald verbieten, auch allen denen, die Sonntags mit der ganzen Familie in den Wald einrücken und im Unterholz nach Beeren und Pilzen suchen. Die Schäden, die sie mit ihrem Getrampel dabei anrichten sind kaum zu beziffern.
Womit sie jedoch den größten Schaden anrichten, ist aus volkswirtschaftlicher Sicht ihre überaus unsoziale Verweigerungshaltung zu Werbung, Produktbekanntmachung und langen Öffnungszeiten. Wieviel Millarden mögen der Wirtschaft -und damit uns allen- wohl aufgrund der Sonntagsspaziergänge entgehen?
Der Wald gehört für die Bevölkerung schlichtweg gesperrt. Es gibt genügend Platz und Angebote in der Stadt, wo sie ihren Bewegungsdrang ausleben können.
Was ist schlecht daran, frische Waldluft zu atmen und die Gelenke zu schonen? Ich jedenfalls bleibe bei meiner Waldlaufstrecke und eine Flasche Wasser bekomme ich dann von meiner Frau dargereicht, wenn ich wieder zu Hause angekommen bin oder habe ich im Auto, wenn ich woanders laufe.
Warum sollte man sich als Freizeitläufer eigentlich organisieren?
Die Bäume am besten auch noch!
Der Wald hat den großen Nachteil, dass dort wenig, wenn nicht sogar gar keine Geschäfte von Sponsoren stehen. Man kann im Wald einfach nicht einkaufen. Noch ein Gegenargument: wer im Wald läuft, schreckt die Tiere auf. Jeder der mal ein Wildschwein gesehen hat, weiß wie brandgefährlich die sind.
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