Fußball Englands Nationaltrainer Capello geht im Streit

Kurz vor der Fußball-EM steht das englische Nationalteam ohne Trainer da. Fabio Capello trat nach Konflikten von seinem Posten zurück. Ein Nachfolger ist im Gespräch.

Fabio Capello

Fabio Capello

Englands Nationalmannschaft hat vorerst keinen Trainer: Der Italiener Fabio Capello stellte seinen Posten zur Verfügung, wie der englische Fußballverband FA bestätigte. Ein Krisentreffen mit Verbandspräsident David Bernstein und FA-Generalsekretär Alex Horne blieb erfolglos.

Die Entscheidung des 65-Jährigen hängt mit der Absetzung von Nationalmannschafts-Kapitän John Terry durch den Verband zusammen. Der Chelsea-Spielführer soll einen Gegenspieler rassistisch beleidigt haben. Er muss sich dafür vor Gericht verantworten. Terry beteuert seine Unschuld.

Anzeige

Capello wollte Terry als Kapitän behalten. Er hatte den Beschluss kritisiert und sich offen gegen die FA-Führung gestellt. "Sie haben mich beleidigt und meine Autorität beschädigt", wurde er in italienischen Medien zitiert. 

Capello war seit 2007 für die Nationalmannschaft verantwortlich und hatte sie 2010 zur WM-Endrunde geführt. England ist auch für die EM in diesem Sommer qualifiziert. "Ich möchte betonen, dass sich Fabio während dieses Treffens heute und während der ganzen Zeit als Englands Trainer sehr professionell verhalten hat", sagte Bernstein. "Wir haben Fabios Rücktritt akzeptiert."

Capellos Haltung hatte unterschiedliche Reaktionen im englischen Fußball ausgelöst. Der Trainer von Manchester United, Sir Alex Ferguson, hatte sich in der Debatte auf die Seite des Italieners geschlagen. "Ohne Zweifel ist die wichtigste Person in einem Fußballverein der Trainer", hatte der Schotte gesagt. Der Chef der Spielergewerkschaft, Gordon Taylor, hatte wenig Verständnis für Capellos Ansichten gezeigt. "Ich weiß nicht, zu welchem Zweck das dient."

Englands früherer Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson brachte noch vor Bekanntwerden von Capellos Rücktritt einen Kandidaten für den Posten ins Spiel. Er empfahl Harry Redknapp. Der Tottenham-Hotspur-Coach sei als Auswahltrainer "eine sehr, sehr gute Wahl", sagte Eriksson der BBC. "Redknapp macht einen großartigen Job bei Tottenham und hat einen großartigen Job bei allen Clubs gemacht, bei denen er in der Vergangenheit gearbeitet hat."
 

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service