FC BaselKein Schickimicki-Club, aber polarisierend wie die Bayern

Wenn Basel gegen Bayern spielt, schaut die ganze Schweiz zu. Der Fußball dort gibt derzeit ein katastrophales Bild ab. Doch ein deutscher Trainer sorgt für Hoffnung.

Normalerweise lassen sich die Spieler des FC Basel auf dem Balkon des Stadtcasinos nur feiern, wenn gerade eine Meisterschaft gewonnen wurde oder zumindest der Pokalsieg. Aber die Ereignisse an diesem Dezemberabend waren schon sehr "speziell", wie man in der Schweiz zu sagen pflegt.

Der FC Basel hatte soeben die 400 Millionen-Euro-Truppe von Manchester United mit einem 2:1 aus der Champions League befördert. Der Club, dessen Spieler zusammen etwa ein Zehntel wert sind, hatte das Achtelfinale der europäischen Eliteklasse erreicht. Heiko Vogel aus Bad Dürkheim war anschließend feixend über den Platz gelaufen. Ein Pfälzer, der neun Jahre lang die Jugendmannschaften des FC Bayern München betreut hatte. Sein berühmter Trainerkollege Sir Alex Ferguson verschwand wortlos und Kaugummi kauend im Bauch des St. Jakob Parks.

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Fußball wichtig wie in keiner anderen Stadt

Mehrere tausend FCB-Anhänger versammelten sich später auf dem Barfüsser Platz und wollten ihre Helden auf dem Balkon sehen. Es folgte wohl einer der emotionalsten Augenblicke in der eidgenössischen Fußballgeschichte. Als die Menschen den Namen Heiko Vogel riefen, liefen dem deutschen Trainer, der nach nur wenigen Wochen Amtszeit Kultstatus in der Stadt am Rheinknie genießt, Tränen übers Gesicht.

"Alles ist möglich," hatte der Rotschopf mit dem kräftigen Nacken vor dem Spiel gegen Manchester United erklärt. Was natürlich auch für die Partie gegen den FC Bayern München gilt. Jener Verein, der 1998 dem damals 22-jährigen Studenten den Einstieg in seinen Traumjob als Fußballtrainer überhaupt ermöglicht hat. In neun Jahren arbeitete sich Vogel beim FC Bayern von der U-10- bis zur U-17-Mannschaft hoch und kennt Philipp Lahm und Thomas Müller aus dieser Zeit. Parallel dazu machte er den Fußballlehrer-Schein – zusammen mit Thorsten Fink, dessen Assistent er 2008 beim FC Ingolstadt wurde. Eineinhalb Jahre später, nach der Entlassung in Ingolstadt, engagierte der FC Basel das Trainergespann. Und als Fink im Oktober zum Hamburger SV wechselte, wurde Vogel interimsweise der Cheftrainerposten beim Schweizer Vorzeigeclub angeboten. Vogel, der Chancenverwerter, sagte sofort ja. Er wird inzwischen nicht nur in Basel, sondern in der ganzen Schweiz verehrt – keine Selbstverständlichkeit für einen Trainer des FC Basel.

Denn der Club polarisiert, ähnlich wie der FC Bayern das in Deutschland tut. Dennoch dürfte die Mehrheit der Eidgenossen mit Vogel und seinen Männern beim Spiel gegen Manchester United gezittert haben. Und gegen den FC Bayern München (ab 20.45 Uhr, live auf Sat.1 und im Live-Ticker) wird es nicht anders sein. Zwar verfügt der Schweizer Meister mit 30 Millionen Euro über den höchsten Etat in der Super League. Das fördert zwar den Neidfaktor, im Vergleich mit europäischen Spitzenclubs mutiert Basel jedoch umgehend vom Goliath zum David. Das Budget des FC Bayern beträgt rund 100 Millionen Euro.

Unabhängig davon spricht der FCB-Präsident Berndhard Heusler von "einem Imagewandel des FC Basel in den letzten zwei, drei Jahren". Man lege großen Wert darauf, "nicht arrogant aufzutreten". Der FC Basel, so der Wirtschaftsanwalt, der von der Roche-Erbin Gigi Oeri in diesem Januar das Präsidentenamt übernommen hat, sei kein abgehobener Schickimicki-Club, sondern sehr stark in der Stadt und in der Region verwurzelt.

Tatsächlich spielt der Fußball in keiner anderen Schweizer Stadt eine so wichtige Rolle wie in Basel. Zu den Heimspielen kommen regelmäßig 30.000 Besucher ins "Joggeli". "Damit liegen wir über dem Zuschauerschnitt in Spanien, Frankreich oder Italien", sagt Heusler. Und ein volles Stadion ist im eidgenössischen Profifußball nicht nur wegen der Stimmung von Bedeutung.

Leserkommentare
  1. ...richtig? Alex Frei hat zwar mal in Dortmund und dann gegen Dortmund gespielt, aber Grund zum Jubeln gab es beim 0:4 aus seiner Sicht vermutlich nicht. ;)

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    Redaktion

    Lieber Cadomar,

    da hat uns das Unterbewußtsein einen Streich gespielt. Das Bild ist aus dem Spiel gegen Manchester United, der Gedanke war aber bei Borussia Dortmund, eben weil so lange dort gespielt hat.

    Danke für den Hinweis und viele Grüße aus der Redaktion
    Christian Spiller

    Redaktion

    Lieber Cadomar,

    da hat uns das Unterbewußtsein einen Streich gespielt. Das Bild ist aus dem Spiel gegen Manchester United, der Gedanke war aber bei Borussia Dortmund, eben weil so lange dort gespielt hat.

    Danke für den Hinweis und viele Grüße aus der Redaktion
    Christian Spiller

  2. Redaktion
    2. Danke

    Lieber Cadomar,

    da hat uns das Unterbewußtsein einen Streich gespielt. Das Bild ist aus dem Spiel gegen Manchester United, der Gedanke war aber bei Borussia Dortmund, eben weil so lange dort gespielt hat.

    Danke für den Hinweis und viele Grüße aus der Redaktion
    Christian Spiller

    • Meic
    • 22.02.2012 um 13:23 Uhr

    Da ich viel herumkomme und des öfteren über das Thema Fußball geredet wird, kommt man fast zwangsläufig auf das Spiel der Bayern gegen Basel.
    Erstaunlicherweise drückten über den Daumen gepeilt gut zwei Drittel den Baselnern die Daumen, selbst auf die Vermutung hin, dass ein Sieg derer aussichtslos erscheint. Kennt jemand eine Seite wo etwas über solche Umfragen drin steht. Wäre doch mal ganz interessant zu wissen, wie unsere Vereine von der Beliebtheit und dergleichen mehr im Bundesgebiet bewertet werden.

  3. ich mag die bayern nicht, nicht in der BL, warum soll ich dann für sie sein wenn sie international spielen ?

    jetzt kommen wieder welche mit der fünfjahreswertung, mir ist die egal.
    ob 5,6, oder 7 mannschaften spielen, ist doch egal.
    wer es geschafft hat dort zu spielen, gehört zur derzeitigen spitze oder hat den dfb pokal geholt.

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