Champions League: Der FC Barcelona ist zu stark für Leverkusen
Bayer Leverkusen hat das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona zu Hause verloren. Nun hilft nur noch ein Wunder.
© Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images

Daniel Schwaab (L) von Bayer Lerverkusen und sein Teamkollege Lars Bender (R) kämpfen mit FC Barcelona-Spieler Lionel Messi um den Ball.
Bayer Leverkusen - FC Barcelona 1:3 (0:1)
Erst fehlte der Mut, dann das Glück und insgesamt die Klasse: Bayer Leverkusen steht gegen die Weltauswahl des FC Barcelona vor dem Aus in der Champions League. Der Fußball-Bundesligist hat das Achtelfinal-Hinspiel mit 1:3 (0:1) verloren und muss am 7. März im Camp Nou auf ein Wunder hoffen.
Der Chilene Alexis Sanchez brachte den Titelverteidiger FC Barcelona mit zwei nah beieinanderliegenden Toren in der 41. und 55. Minute die Führung. Weltfußballer Lionel Messi setzte mit dem 400. Europapokal-Treffer des FC Barcelona den Schlusspunkt (88.). Beim 1:1 von Michal Kadlec keimte (52.) bei der Mannschaft von Trainer Robin Dutt und den Fans zwar noch einmal Hoffnung auf, doch schließlich wurde die Steigerung der Mannschaft nach der Pause nicht belohnt.
Gegen die Abwehr des Bundesliga-Sechsten musste selbst eine Mannschaft mit vier Weltmeistern im Team Geduld haben. Lionel Messi zeigte erst in der 38. Minute vor dem Tor sein Talent. Nach der Pause traf der Weltfußballer nur den Außenpfosten (72.). Ein Geniestreich des Argentiniers leitete die Führung ein: Mit dem Außenrist lupfte Messi die Kugel in den Lauf von Sanchez, der allein auf Bernd Leno zulief und Leverkusens Keeper clever tunnelte. Beim 2:1 setzte sich Sanchez gegen Manuel Friedrich durch und umkurvte Leno noch.
Dutt setzte besonderes Vertrauen in Renato Augusto: Der Brasilianer, erstmals nach seinem Comeback in der Startelf, sollte im Mittelfeld anführen. Doch er hatte einen schweren Stand. Michael Ballack fehlte wegen einer Zerrung in der rechten Wade, gab seinen Kollegen im Stadion aber moralische Unterstützung und machte ihnen Hoffnung auf seine baldige Rückkehr. "Es ist nicht ganz so schlimm. Ich hoffe, dass ich in zwei Wochen wieder dabei sein kann", sagte der 98-malige Nationalspieler.
"Wir müssen versuchen, nicht ins offene Messer zu rennen und mit Nadelstichen zum Erfolg zu kommen", hatte Zuschauer Ballack als Taktik empfohlen. Doch die Mannschaft hielt sich nicht daran. Bayer agierte gegen die Weltauswahl aus Katalonien wie eine mittelmäßige Bundesliga-Mannschaft. Die einzige nennenswerte Aktion vor der Pause durch Renato Augusto brachte nichts ein (33.); die große Chance zum 2:2-Ausgleich vergab der Brasilianer (56.).
"Das Einzige, was mir nicht gefällt, dass wir zu viel Respekt haben", sagte Sportdirektor Rudi Völler in der Pause. "Vielleicht sollten wir jetzt etwas mutiger werden." Danach sah es zunächst sogar aus, belohnt wurde das Aufbäumen mit dem Ausgleich durch Michal Kadlec, der nach einer Flanke des Kroaten Vedran Corluka per Kopf traf. Drei Minuten später war der Titelverteidiger wieder vorn, hatte aber in der 64. Minute großes Glück: Einen Schuss von Gonzalo Castro konnte Victor Valdes gerade noch an den Innenpfosten lenken, einen Kopfball von Stefan Kießling fing er weg (78.).
Bayer wurde mutiger, doch dem Team von Erfolgstrainer Josep Guardiola war anzumerken, dass es nach der praktisch vergebenen Meisterschaft alles geben muss. Guardiola entschloss sich, offensiv zu spielen. So stellte er mit Messi, Sanchez und Adriano gleich drei Sturmspitzen auf. Das Kurzpassspiel der Ballkünstler und die klare Feldüberlegenheit wirkten auf Dauer zermürbend. Und auch die Statistik sprach Bände: Barcelona hatte vor der Pause 78 Prozent Ballbesitz.
Bayer Leverkusen: Leno - Corluka (90.+1 da Costa), Schwaab, Friedrich, Kadlec - Reinartz, Rolfes (77. Kießling) - Renato Augusto, Bender, Castro - Schürrle (90. Bellarabi)
FC Barcelona: Valdés - Dani Alves, Puyol, Mascherano, Abidal - Fàbregas, Busquets, Iniesta (61. Thiago) - Alexis Sánchez (86. Cuenca), Messi, Adriano (70. Pedro Rodriguez)
Schiedsrichter: Thomson (Schottland)
Zuschauer: 29.412 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Alexis Sánchez (41.), 1:1 Kadlec (52.), 1:2 Alexis Sánchez (55.), 1:3 Messi (88.)
Gelbe Karten: Castro, Corluka, Schwaab / Thiago
Beste Spieler: Kadlec, Castro / Alexis Sánchez, Iniesta








sehr brilliantes Spiel von Barcelona. Fast kein 'one-touch', ziemlich viele hohe Bälle. Natürlich waren sie überlegen -- aber tzrotzdem, etwas fehlte.
...ohne ihn ist Barcelona nur die Hälfte wert.
Das kann man in fast allen Spielen wo er fehlt beobachten.
...ohne ihn ist Barcelona nur die Hälfte wert.
Das kann man in fast allen Spielen wo er fehlt beobachten.
Ich finde ja den Stil von Barca eher langweilig. Mir fehlen da eindeutig die Flanken. Außerdem ist es schlimm wenn eine Mannschaft so dominiert, ich glaube nur Real kann sie noch fordern, für den Fußball ist das eher nicht so toll.
...Leverkusen mit Heynckes hatte Championsleage-Niveau (wenn auch nicht das oberste), ohne Heynckes auf Augenhöhe mit Köln oder Hoffenheim.
... als Rheinländer hält man natürlich bei solchen Spielen besonders für Leverkusen, aber das Umfeld scheint nicht reif zu sein für ganz große Herausforderungen.
Die Vorkommnisse zwischen Ballack und dem Verein sind eines CL-Teilnehmers nicht würdig. So schwindet die Motivation der Spieler an der Unerfahrenheit des Trainers mit schwierigen Situation umgehen zu können. (Provinzkultur)
hatte 3 mal unglaublich schlecht verteidigt, 3 mal wurde das ausgenutzt. Soviele wirkliche Chancen mehr hatte Barca garnicht. Messis Chance (Pfosten) war aus einem sehr schlechten Winkel würde ich also per se nicht unbedingt als Großchance durchgehen lassen.
Barca lebt eben auch vor allem davon, daß sie dem Gegner keine Zeit lassen Chancen zu erarbeiten. Bei 75% Ballbesitz nach ca 80Minuten hat man eben den Ball 3 mal so lange wie der Gegner. Zudem haarsträubende Fehlpässe auf Seiten von BL, welche den Spaniern einfach niemals passieren würden.
Interessanterweise fielen alle 3 Tore über die rechte Angriffsseite! Und mindestens zweimal ging ein eklatanter Stellungsfehler des RA voraus!
...ohne ihn ist Barcelona nur die Hälfte wert.
Das kann man in fast allen Spielen wo er fehlt beobachten.
Xavi ist wertvoller als Messi.
Xavi ist wertvoller als Messi.
"Ein Geniestreich des Argentiniers leitete die Führung ein"
Naja, ich würde eher sagen, es war ein Stellungsfehler in der Abwehr. Den Pass spielt dann jeder halbwegs gute Spieler (Vielleicht nicht mit dem Außenriss und vielleicht nicht ganz so exakt, aber es würde reichen).
"Guardiola entschloss sich, offensiv zu spielen. So stellte er mit Messi, Sanchez und Adriano gleich drei Sturmspitzen auf."
Hat Barca in den letzten Jahren irgendwann mal nicht 4-3-3 oder 3-4-3 gespielt?
Barcelona hat sich einige Fehler erlaubt, die man normalerweise nicht zu sehen bekommt, wenn die spielen. Vor allem in der Defensive waren sie sehr anfällig, Leverkusen hatte nur nicht das Glück oder die Fähigkeit, das auszunutzen. Man merkte, dass Xavi und Pique fehlten, die hätten den Laden womöglich besser zusammengehalten. Trotzdem sind sie natürlich für Bayer einfach eine Nummer zu hoch. Wenn sie gestern aber gegen eine Mannschaft gespielt hätten, die schneller im Umschaltspiel ist, dann hätte das auch für den großen FC Barcelona nach hinten losgehen können...
Xavi ist wertvoller als Messi.
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