Doch es sind nicht nur die Frauen, die das Fanartikel-Sortiment der Vereine in den vergangenen Jahren verändert haben. Die Modefans kommen. "Fanartikel werden nicht mehr nur beim Stadionbesuch getragen, sondern auch immer öfter in der Freizeit und im Alltag", sagt Bostan. "Stadionferne Fanartikel" – wie es im Marketing-Sprech heißt – haben sich hierzulande in den letzten Jahren besonders dynamisch entwickelt, sagt Peter Rohlmann. Der modische Aspekt spiele bei der Wahl der Fanartikel eine immer größere Rolle; die originären, traditionellen Farben der Klubs werden unwichtiger. Auf den Hemden, Poloshirts, Pullover oder Longsleeves ist das Vereinswappen oft nur noch sehr dezent zu sehen. "Vor allem in diesem Bereich haben die Vereine aber immer noch ein großes Wachstumspotenzial", sagt Rohlmann.

Aktuelle Mode- und Farbtrends beeinflussen mittlerweile sogar das Kerngeschäft, den Trikotverkauf, mit dem die Vereine trotz der zahlreichen neuen Produkte immer noch den Großteil ihres Umsatzes machen. "Sehen Sie sich Bremen an. Die haben in dieser Saison ein orange-schwarzes Auswärtstrikot", sagt Rohlmann. 2011 war Orange eine der Trendfarben.

Ob das Werder-Auswärtstrikot allerdings im EM-Jahr zum Verkaufsschlager wird, ist mehr als fraglich. Schließlich ist Orange seit jeher die Farbe der Niederländer, Gruppengegner der DFB-Auswahl im Sommer 2012.