Bundesliga-Vorschau Die Knallcharge Igor de Camargo

Mönchengladbach hat Sympathien verspielt, Hoffenheim kommt ohne Schall-Strafe davon und Uli Hoeneß bleibt der ewige Meistermacher. Alles zum 21. Spieltag.

Wer spielt wann gegen wen?

VfL Wolfsburg – SC Freiburg (Freitag, 20.30 Uhr)
FC Bayern München – 1. FC Kaiserslautern
Werder Bremen – TSG Hoffenheim
Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen
VfB Stuttgart – Hertha BSC Berlin
FSV Mainz 05 – Hannover 96 (alle Samstag, 15.30)
Borussia Mönchengladbach – FC Schalke 04 (Samstag, 18.30)
FC Augsburg – 1. FC Nürnberg (Sonntag, 15.30)
1. FC Köln – Hamburger SV (Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Bayern gegen Kaiserslautern. Mit Spannung wird erwartet, welchen Schluss Jupp Heynckes aus dem Pokalsieg in Stuttgart für seine Aufstellung zieht. Eigentlich kann es nur einen geben: Never change a winning team. Nach drei lahmen Auftritten in der Bundesliga bewiesen die Bayern, dass sie nicht vergessen haben, wo das Tor steht und wie man dort schnell hinkommt. Toni Kroos, diesmal auf der Zehnerposition, lenkte das Spiel, beschleunigte es und schoss gefährlich aus der zweiten Reihe. Thomas Müller, auf seiner Lieblingsposition rechts angeordnet, stieß oft zur Grundlinie vor und legte beide Tore auf. Weil plötzlich alles wieder stimmte, fiel gar nicht ins Gewicht, dass der Gipsträger Bastian Schweinsteiger erneut länger ausfallen wird. Verlierer dieser Rochade ist Arjen Robben. Der gab auf der Bank die beleidigte Leberwurst, wobei man ihm Talent für diese Rolle gewiss nicht absprechen kann. Sein Status im Team ist durch diesen Sieg bis auf Weiteres gefährdet – auf diese Robben-Theorie kommt nicht nur die Revolverpresse.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Gladbach gegen Schalke. Eigentlich eine spannende Angelegenheit, wer von den beiden Überraschungsmannschaften an diesem Wochenende den Anschluss an Dortmund verliert seine Erfolgsserie fortsetzt. Doch von den vielen Sympathien, die ihr verdientermaßen zuflogen, hat die Borussia am Mittwoch einige verspielt. Igor de Camargo hat in der Woche der Berlinale-Eröffnung beim Pokalspiel im Olympiastadion eine Schmierenkomödie aufgeführt. Nase an Nase mit seinem Widerpart Roman Hubnik fiel er zu Boden, als schwänden ihm von der einen auf die andere Sekunde die Lebenskräfte und -säfte. Schiedsrichter Felix Brych fand Gefallen an der Knallcharge de Camargo und fehlentschied auf Rote Karte für Hubnik und Elfmeter für Gladbach. Letztlich die Weichenstellung zum Aus der Hertha. Festspieldirektor Skibbe war entsetzt und verlieh de Camargo den Preis für die schlechteste Schauspielleistung, den Norbert Meier in Bronze. Doch bei aller Schelte – Camargo war selbst einmal Opfer. Wenigstens Lernfähigkeit muss man ihm zugutehalten.

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Wer steht im Blickpunkt?

Nur mit Mühe konnte der aktuelle Meister und Tabellenführer, die Kapitalgesellschaft Borussia Dortmund, im Frühjahr 2005 Insolvenz und Abstieg verhindern. Eine Leihgabe von zwei Millionen Euro hat ihnen dabei geholfen, sie entstammte dem Festgeldkonto von Uli Hoeneß. Eine Art Umverteilung. Das hat Uli, der Gute, nun beiläufig Hamburger Journalisten "durchgestochen". Der Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat das bestätigt. Uli Hoeneß ist und bleibt eben ein Meistermacher.

Leser-Kommentare
  1. "Vor drei Jahren gab es mal Proteste aus dem Amateurfußball gegen das Sonntagsspiel um 15.30 Uhr. Davon ist nichts mehr zu hören."

    Es ist deshalb nichts mehr davon zu hören, weil es nichts bringt ! Der Amateurfußball hat in diesen Bereichen nur einen rhetorischen und plakativen Stellenwert, der ist laut DFB und DFL aber sehr hoch !
    Ich kenne viele Trainer von unterklassigen Mannschaften denen bei Heimspielen der nahen Klubs in der 1. oder 2. Liga etliche Spieler ausfallen. Und der Spielerschwund in allen Ligen hat sicher nicht nur damit, aber auch damit zu tun. Aber andere Spieltage gehen auch schon fast nicht mehr aufgrund der immer häufigeren Schichtarbeit, der Öffnungszeiten im Handel, der übermäßigen zeitlichen und stofflichen Belastung der Schüler an den Schulen oder der Abwesenheit der Studenten.

    Im übrigen, lieber Herr Fritsch, ein toller Kommentar. Habe mich köstlich amüsiert. Freue mich schon auf mehr.

    Eine Leser-Empfehlung
  2. De Camargos Schauspielkunst war um Längen überzeugender als das wirklich Schlechteste von Norbert Meier. So gut getimed ist noch keiner gefallen; selbst in der Zeitlupe wirkt es total überzeugend. Insofern ist Kollege Igor mit wirklichen Schaupieltalenten gesegnet. Dies gilt es zu würdigen.

    Und wenn Hertha in 120 Minuten kein Tor zustande bringt, dann sind sie mit Fug und Recht draußen - diese Jammerlappen! Egal wieviel Schauspielerei da der Gegner hinbiegt.

    • Voce
    • 11.02.2012 um 11:28 Uhr

    Auflösung eines groben und gesundheitsgefährdenten Fouls oder gar einer Tätlichkeit ergibt, als vom Schiedsrichter in seiner sogenannten Tatsachenentscheidung zementiert, dann sollten die durch den Fernsehbeweis überführten Täter nachträglich kräftig bestraft werden (z.B. Spieler durch längere Sperre, Verein durch saftige Geldstrafe).

    Die sich immer wiederholende Diskussion um Fairness im Sport allein, scheint hier ziemlich fruchtlos zu sein.

    • mio7t7
    • 13.02.2012 um 15:57 Uhr

    ...er letzte Saison auf St. Pauli wegen einer ähnlichen Schauspielerei des Feldes verwiesen wurde. Damals gab Matthias Lehmann vor, schwer getroffen zu sein und sank "scheintot" zu Boden, woraufhin Igor in die Kabine musste. Wenn man so will darf sich Hertha BSC bei Lehmann und dem damaligen Schiedsrichter bedanken, denn die beiden haben de Camargo beigebracht, wie man in Deutschland Fussball spielt...gleiches Recht für alle!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ergibt kein Recht.
    Da machen Sie es ihm glaube ich ein bisschen einfach.

    ergibt kein Recht.
    Da machen Sie es ihm glaube ich ein bisschen einfach.

  3. ergibt kein Recht.
    Da machen Sie es ihm glaube ich ein bisschen einfach.

    • mio7t7
    • 14.02.2012 um 7:30 Uhr

    ...seitens des DFB auch mal in der Lage sein eine "Tatsachenentscheidung" nach einem Spiel neu zu bewerten. Ich finde de Camargos Verhalten nicht richtig, sogar sehr bedauerlich aber eben nicht im geringsten verwunderlich.

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