Bundesliga-Vorschau: Die Posse um Messis Hemd
Warum Leverkusens Profis sich blamieren. Warum die Kritik an den Schiris kalkuliert ist. Und warum Freiburg Bayern schlägt. Die wichtigsten Fragen zum 22. Spieltag.
© Joern Pollex/Bongarts/Getty Images

Gab sein letztes Hemd: Lionel Messi
Wer spielt wann gegen wen?
1899 Hoffenheim – 1. FSV Mainz 05 (Freitag, 20.30 Uhr)
Hertha BSC – Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr)
Hamburger SV – Werder Bremen
1. FC Nürnberg – 1. FC Köln
1. FC Kaiserslautern – Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen – FC Augsburg
SC Freiburg – Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr)
FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg (Sonntag, 15.30 Uhr)
Hannover 96 – VfB Stuttgart (Sonntag, 17.30 Uhr)
Welche Partie dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?
Zum Feiern ist in Berlin derzeit nur den Leuten vom Film zu Mute. Das Wetter ist mies, die Straßen glatt, der Nahverkehr will streiken. Selbst das große Hertha-Jubiläum kommt zur Unzeit. Am Samstag gegen Dortmund steht das 1.000. Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte an, und obwohl die Hertha nie als Hort der Ruhe galt, war die Konfusion im Charlottenburger Chaosclub selten größer. Vor allem die Hertha-Fans müssen derzeit eine nahezu unmenschliche Gedächtnisleistung vollbringen. Nach Markus Babbel, Rainer Widmayer und Michael Skibbe wird bereits der vierte Trainer dieser Spielzeit, René Tretschok, auf der Hertha-Bank Platz nehmen. Da soll nochmal jemand hinterherkommen. Fies für Tretschok: Er wird nur für eine Partie den Chef geben dürfen, ausgerechnet gegen Borussia Dortmund, den Meister, die Unglaublichen, an denen selbst die hauptamtlichen Ligatrainer verzweifeln. Schön für Tretschok: Mit Dortmund gewann er einst die Champions League. 1997 war das, als das Internet noch knarzte und Mario Götze in der Kita Bauklötze stapelte. 1997 war auch das Jahr des Krassimir Balakow. Mit Giovane Elber und Fredi Bobic bildete er damals beim VfB Stuttgart das "Magische Dreieck". Nun wird Balakow als Kandidat für die Skibbe-Nachfolge gehandelt. Wer auch immer es sein mag, der Neue sollte einfach auf den als Regierenden Bürgermeister verkleideten Fußballfachmann hören. "Hertha selber muss alles unternehmen, damit mal wieder ein Sieg kommt“, stellt Klaus Wowereit fest.
Welche Partie können Sie mit gutem Gewissen verpassen?
Gestern Barcelona, heute Augsburg. Bayer Leverkusen schlittert fröhlich durch die Kontraste des Fußballgeschäfts. Am Dienstag guckte das ganze Land zu, als es gegen die mutmaßlich beste Mannschaft der Welt ging. Es sah elf feige Leverkusener, zumindest in Halbzeit eins. Wahrlich Champions-League-reife Leistungen zeigten nur Michal Kadlec und Manuel Friedrich. Kadlec erbettelte sich schon unmittelbar nach dem Pausenpfiff das Trikot von Lionel Messi, worauf es ein Streitgespräch mit Manuel Friedrich gegeben haben soll. Friedrich aber rügte seinen Kollegen nicht etwa der Unprofessionalität oder des gegnerischen Fantums, sondern wollte das Trikot selbst haben. Er bekam es. Auch Kadlec hatte Glück: Messi hatte noch ein Hemd dabei, das er dem Leverkusener Groupie nach dem Schlusspfiff in die Hand drückte. Friedrich und Kadlec grinsten über beide Backen, fast musste man glauben, die beiden würden gleich mit dem frischen Fang in die Kurve laufen und mit ihren Fans die Welle machen. Bayers Sportdirektor Rudi Völler, der in seiner aktiven Zeit immer eher derjenige war, um dessen Trikot gebettelt wurde, konnte über die Posse um Messis verschwitzte Hemden gar nicht lachen. "Das war ein Tick zu viel des Guten", sagte er und kündigte an, den Trophäenjägern ihre Beute wieder abzunehmen. Sie sollen zu einem guten Zweck versteigert werden (die Trikots, nicht die Spieler). Gegen Augsburg bietet sich Friedrich und Kadlec aber schon die nächste Chance. Wie wär's mit einem Shirt von Sascha Mölders?
Wer steht im Blickpunkt?
All die nörgelnden Trainer, Sportdirektoren, Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden. In der vergangenen Woche echauffierten sich Herthas ehemaliger Trainer Michael Skibbe und Noch-Manager Michael Preetz über einen Elfmeterpfiff. In dieser Woche ging es weiter. Nach dem Zweitliga-Spitzenspiel zwischen Düsseldorf und Frankfurt machte Eintrachts Coach Armin Veh den Schiedsrichter, der übrigens erneut Felix Brych hieß, für zwei verlorene Punkte verantwortlich. Bayerns Boss Karl-Heinz Rummenigge regt sich noch immer über das aberkannte Tor aus dem HSV-Spiel von vor zwei Wochen auf. Uli Hoeneß legte nach, die Schiedsrichter würden im Zweifel immer gegen den FC Bayern pfeifen. Man könnte derlei öffentliche Zetereien als übliches Gepoltere abtun. Adrenalin, Testosteron und so. Das wäre aber zu kurz gedacht. Tatsachenentscheidungen werden nach Pöbeleien nicht zurückgenommen, es kann also nur darum gehen, öffentlichen Druck aufzubauen, um beim nächsten Mal einen Pfiff für sich abzustauben. Was die Verantwortlichen dabei vergessen: Es sind immer noch Menschen, die sie an den Pranger stellen. Einer von ihnen, Babak Rafati, ist nach seinem Suizidversuch im November 2011 noch immer in stationärer Behandlung.






"Uli Hoeneß legte nach, die Schiedsrichter würden im Zweifel immer gegen den FC Bayern pfeifen. "
Dann sollte er sich mal die "bereinigte" Tabelle anschauen. Da steht Bayner schlechter da als in der realen Tabelle
(http://www.wahretabelle.d...).
Die konspirativen Theorien von Herrn Hoeness waren in der Tat amüsant. Warum ist das nicht Zitat der Woche?
Die konspirativen Theorien von Herrn Hoeness waren in der Tat amüsant. Warum ist das nicht Zitat der Woche?
wird auch hier von den "Experten" ausgebreitet.
Vielleicht einfach mal http://spielverlagerung.d...
lesen und dann die Kommentare noch einmal überdenken.
Tja, die Bayern sagen "immer gegen uns", die anderen "immer für Bayern". Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.
Zur "Wahren Tabelle" sei noch angemerkt, dass sie durchaus Schwächen in der Erhebung enthält (was dort auch freimütig zugegeben wird). Da sollte man also vorsichtig sein.
Richtig ist aber, dass man den Schiris zu viel Schuld in die Schuhe schiebt. Warum fängt man mit den Schuldzuweisungen nicht mal bei denen an, die eigentlich für einen Großteil der Fehlentscheidungen verantwortlich sind -- nämlich die immer wieder in bewusster Täuschungsabsicht agierenden Spieler? Irgendwie läuft diese Debatte doch in die falsche Richtung, und alle machen mit.
...muss gegen Schwalben und andere diverse Schauspieleinlagen eben mit drakonischen Strafen antworten.
Wenn jemand hin und wieder mal ne Gelbe für ne Schinderversuch erhält dann schreckt das niemanden wirklich ab.
Grobe Schwalbenversuche sollten mit Rot und offensichtliches Einfädeln, die gemeinsten Schwalben, mit Gelb bestraft werden. Diese bleiben häufig ungesühnt, da "ja zumindest ein Kontakt vorhanden war".
Nun ist das für den Schiedsrichter ja häufig unmöglich zu erkennen bzw in der Schnelle zu bewerten, weswegen man sich da einen anderen Weg überlegen sollte.
Diese unsportlichen Sachen müssen radikal bekämpft und ausgerottet werden. Auch die Fans können da viel leisten. Aber ein Elfmeter in der 90sten zum 2:1 ist eben doch besser als keiner, egal wie er zustande kam.
Da sind die Briten leider ein Stück weiter.
...muss gegen Schwalben und andere diverse Schauspieleinlagen eben mit drakonischen Strafen antworten.
Wenn jemand hin und wieder mal ne Gelbe für ne Schinderversuch erhält dann schreckt das niemanden wirklich ab.
Grobe Schwalbenversuche sollten mit Rot und offensichtliches Einfädeln, die gemeinsten Schwalben, mit Gelb bestraft werden. Diese bleiben häufig ungesühnt, da "ja zumindest ein Kontakt vorhanden war".
Nun ist das für den Schiedsrichter ja häufig unmöglich zu erkennen bzw in der Schnelle zu bewerten, weswegen man sich da einen anderen Weg überlegen sollte.
Diese unsportlichen Sachen müssen radikal bekämpft und ausgerottet werden. Auch die Fans können da viel leisten. Aber ein Elfmeter in der 90sten zum 2:1 ist eben doch besser als keiner, egal wie er zustande kam.
Da sind die Briten leider ein Stück weiter.
...muss gegen Schwalben und andere diverse Schauspieleinlagen eben mit drakonischen Strafen antworten.
Wenn jemand hin und wieder mal ne Gelbe für ne Schinderversuch erhält dann schreckt das niemanden wirklich ab.
Grobe Schwalbenversuche sollten mit Rot und offensichtliches Einfädeln, die gemeinsten Schwalben, mit Gelb bestraft werden. Diese bleiben häufig ungesühnt, da "ja zumindest ein Kontakt vorhanden war".
Nun ist das für den Schiedsrichter ja häufig unmöglich zu erkennen bzw in der Schnelle zu bewerten, weswegen man sich da einen anderen Weg überlegen sollte.
Diese unsportlichen Sachen müssen radikal bekämpft und ausgerottet werden. Auch die Fans können da viel leisten. Aber ein Elfmeter in der 90sten zum 2:1 ist eben doch besser als keiner, egal wie er zustande kam.
Da sind die Briten leider ein Stück weiter.
Die konspirativen Theorien von Herrn Hoeness waren in der Tat amüsant. Warum ist das nicht Zitat der Woche?
daß die Herrschaften Hoeneß und Rummenigge es nicht nötig haben, sich zu solchen Schiedsrichteräußerungen hinreißen zu lassen. Das ist nur noch arm. Nur, um auch nur den kleinsten Vorteil, aus einem evtl. nun verunsicherten Schiri zu ergattern, kommen solche Äußerungen??? Jungs, das habt ihr doch nun wirklich nicht nötig!!! Geht mal in euch!!!
Das 2:2 war ein Freiburger Heimspiel, in Bremen gab es noch unter Markus Sorg eine 5:3 Niederlage.
Danke für den Hinweis. Wir haben die Passage korrigiert.
Grüße aus der Redaktion
Christian Spiller
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