Bundesliga-RückschauRehhagels Führungsstil ist ewig modern

Otto Rehhagels Rückkehr sorgt für Freude und Häme. Alle treffen, nur die Bayern nicht. Und Ralf Rangnick ist auch wieder da. Alles zum 22. Spieltag. von 

Vollbringt Wunder: Otto Rehhagel

Vollbringt Wunder: Otto Rehhagel  |  © Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

TSG Hoffenheim – FSV Mainz 05 1:1
Hamburger SV – Werder Bremen 1:3
Bayer Leverkusen – FC Augsburg 4:1
1. FC Kaiserslautern – Borussia Mönchengladbach 1:2
Hertha BSC – Borussia Dortmund 0:1
1. FC Nürnberg – 1. FC Köln 2:1
SC Freiburg – FC Bayern München 0:0
FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg 4:0
Hannover 96 – VfB Stuttgart 4:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Ein wenig überraschend das Nordderby. So viel Drive, wie sie auf den Rasen gelegt haben, ist man vom HSV und von Werder nicht mehr gewohnt. Trafen sie vor wenigen Jahren aufeinander, galt das als Höhepunkt. Man denke an das legendäre Papierkugeldrama im Jahr 2009. Doch weil sie sich viel zu teure Spieler leisteten, die ihrem Preis nicht gerecht wurden, ging es mit beiden Vereinen bergab, teilweise bis in die Abstiegsregion. Nach Verjüngungskuren zeigt der Trend wieder nach oben. Bei den Bremern gefallen Talente wie Hartherz, Junuzovi ć , Trybull, Affolter oder Ignjovski. Beim HSV überzeugt Frank Arnesens anfangs belächelte Fraktion aus dem Chelsea-Internat zunehmend. Diese neue Dynamik ist beim hitzigen Bremer Auswärtssieg gut zu erkennen. Es geht auf und ab, ab und auf, Hamburg macht das Spiel, Bremen kontert. Überzeugen kann, seit Langem wieder mal, Marko Marin, vor allem mit seinen Dribblings und seinem Tor, weniger mit seiner Schauspieleinlage nach einem Becherwurf. Auch die Verlierer verdienen sich Lob, bloß fehlt ihnen in den entscheidenden Momenten das Glück, etwa in der Szene vor dem 1:3, als sich die Verteidiger Westermann und Rajkovi ć über den Haufen rennen. Doch solche Szenen wie aus der Klamottenkiste sollten beim neuen HSV bald der Vergangenheit angehören.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Freiburg gegen Bayern – kein Treffer am Tag der vielen Tore. Sieben Stück schossen die Bayern noch im Hinspiel. Obwohl sich sein Trainer Jupp Heynckes mit seinen Einwechslungen fast wund rotiert, verbreitet der ehemalige Meister kaum Gefahr beim Tabellenletzten. Sollten das Parallelen sein zur Ära Louis van Gaal , unter dem die Bayern eine Zeit lang alles dominierten, irgendwann aber zu ausrechenbar, statisch und erfolglos wurden? "Es schrillen die Alarmglocken", sagt der Manager Christian Nerlinger. Auch der Präsident wird nervös, das verrät Uli Hoeneß' Schiedsrichterkritik unter der Woche ("im Zweifel pfeifen sie gegen Bayern"), die aber nicht verfängt. Man braucht wahrscheinlich nicht mal Statistiker, die nachzählen , um zu wissen, dass die Bayern in dieser Saison von falschen Pfiffen eher profitiert haben als dass sie, wie behauptet, Leidtragende waren.

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Wie verlief das Topspiel?

ZEIT ONLINE twittert ein Spiel jedes Spieltages live. Der ZEIT-ONLINE-Mitarbeiter Eike Kühl hat für uns das Spiel Hertha BSC gegen Borussia Dortmund live im Olympiastadion verfolgt. Hier fünf seiner Tweets. Alle Beiträge können Siehiernachlesen.

zeitonlinesport Hallo und willkommen aus dem Olympiastadion Berlin , der Heimat des fußballerischen Elferrats der Liga.
zeitonlinesport "Der Kreis schließt sich", heißt es. Besser nicht: Rehhagel ist damals, 1965, als Spieler mit der Hertha zwangsabgestiegen.
zeitonlinesport Neven Suboti ć wird im Aufbauspiel nach Metern bezahlt: Hauptsache weit nach vorne.
zeitonlinesport Ah, endlich warm. Ich bleibe einfach so lange auf der PK sitzen, bis die BVG wieder fährt.
zeitonlinesport Was wäre eigentlich mit Jürgen Klopp als Bundespräsident? Sucht man in der Regierung nicht einen schwarz-gelben Kandidaten?

Leserkommentare
  1. "So viel Drive, wie sie auf den Rasen gelegt haben, ist man vom HSV und von Werder nicht mehr gewohnt."
    man könnte ja auf die idee kommen, das "drive" als "fahrt" zu übersetzen, trotzdem bin ich mir da nicht ganz sicher...

    wollte nur anmerken, dass man es mit anglizismen auch übertreiben kann, vorallem wenn man für eine deutsche zeitung schreibt...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • I-Biffy
    • 20. Februar 2012 13:54 Uhr

    Natürlich kann man es mit Anglizismen auch "übertreiben". Aber sehen Sie es tatsächlich bereits als Übertreibung, wenn man innerhalb eines Artikels, welcher aus 100en Worten besteht, ein einziges Mal einen Anglizismus, nämlich: Drive, verwendet, der darüber hinaus mittlerweile auch im deutschen Duden geführt wird?
    Ich sehe das weniger als Übertreibung des Redakteurs, sondern vielmehr als Übertreibung Ihrerseits.

    PS: Ansonsten wie gewohnt eine schöne BuLi-Rückschau der Zeit-Online-Redaktion

    • Infamia
    • 20. Februar 2012 14:58 Uhr

    Das Märchen von der Unterwanderung der deutschen Sprache. Sie haben das Wort "Trend" vergessen, denn auch das ist, genau genommen, ein Fremdwort. Halt, nicht ganz. Es kommt aus dem Englischen und das hat seinen Ursprung wiederrum aus dem Mittelhochdeutschen ("trendeln") Das Wort "Parallelen" hat seinen Ursprung aus dem Grichischen. Wann lernen es die Sprachbewahrer endlich, dass Sprache lebt und es DIE deutsche Sprache genaugenommen gar nicht wirklich gibt? Aber Hauptsache, man hat seine digitalen Spuren im Netz hinterlassen. Reviermakierung nennt man das wohl.

    • I-Biffy
    • 20. Februar 2012 13:54 Uhr

    Natürlich kann man es mit Anglizismen auch "übertreiben". Aber sehen Sie es tatsächlich bereits als Übertreibung, wenn man innerhalb eines Artikels, welcher aus 100en Worten besteht, ein einziges Mal einen Anglizismus, nämlich: Drive, verwendet, der darüber hinaus mittlerweile auch im deutschen Duden geführt wird?
    Ich sehe das weniger als Übertreibung des Redakteurs, sondern vielmehr als Übertreibung Ihrerseits.

    PS: Ansonsten wie gewohnt eine schöne BuLi-Rückschau der Zeit-Online-Redaktion

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "erklärung bitte!"
    • Infamia
    • 20. Februar 2012 14:58 Uhr

    Das Märchen von der Unterwanderung der deutschen Sprache. Sie haben das Wort "Trend" vergessen, denn auch das ist, genau genommen, ein Fremdwort. Halt, nicht ganz. Es kommt aus dem Englischen und das hat seinen Ursprung wiederrum aus dem Mittelhochdeutschen ("trendeln") Das Wort "Parallelen" hat seinen Ursprung aus dem Grichischen. Wann lernen es die Sprachbewahrer endlich, dass Sprache lebt und es DIE deutsche Sprache genaugenommen gar nicht wirklich gibt? Aber Hauptsache, man hat seine digitalen Spuren im Netz hinterlassen. Reviermakierung nennt man das wohl.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "erklärung bitte!"
    • Voce
    • 20. Februar 2012 15:24 Uhr

    Drei-Punkte-Vorsprung noch relativ gelöst feiern konnte, muss er nur sieben Wochen später später den einen kreativeren und gefährlicheren Fussball spielenden Dortmunder und Gladbachern zu Recht hinterherlaufen, denn erneut liess sich der FC Querpass Bayern ausbremsen, dieses Mal vom engagiert aufspielenden Tabellenletzten.

    Nichts anderes als eine logische Folge des inzwischen überhandgenommenen einfallslosen Querundrückwärtsgeschiebe des Balles, das sich inzwischer der jeweilige auf seine eigene Chance lauernde Gegner relativ entspannt anschauen kann.

    Wenn sich das Bayern-Ensemble weiterhin so ideenlos und bar jeglicher Kreativität und Gefährlichkeit wie am vergangenen Wochenende präsentiert - und das findet meistens statt, wenn die ideenreichen bzw. gefährlich agierenden Stars Ribery und Robben mehr oder weniger Ausfälle sind - , dann wird man nicht nur gegen sicherlich stark engagiert auftretende Basler im kommenden CL Spiel das Nachsehen haben.

  2. dass der Fallrückzieher von Kevin Großkreutz wertlos gewesen sei. Den armen Okazaki hab ich erst bei genauerem Hinschauen entdeckt.

    Dafür eine andere "kritische" Anmerkung: Im ersten Teil der Rückschau das Finanzgebaren Werder Bremens mit dem des HSV auf eine Stufe zu stellen, tut den Bremern dann doch ein bissl Unrecht. Dass diese letzte Saison in ein Loch gefallen sind, lag wohl doch eher daran, dass sie den Abgang Özils nicht auffangen konnten und außerdem von einer unglaublichen Verletzungsmisere heimgesucht wurden. Aber das Finanzgebaren der beinahe schon schwäbisch-sparsamen Werderaner mit dem des eher Barocken HSV der letzten Jahre auf eine Stufe zu stellen ist ja fast wie das von Freiburg mit dem von Wolfsburg zu vergleichen. ^^

    • Peterra
    • 21. Februar 2012 0:12 Uhr

    Junge, ich dachte, ich hör nicht recht!

    Rehhakles wieder in der Bundesliga - mit pubertären 73! Da überlegen Manche, ob Gauck für den BP zu alt...

    Das Hinausdrücken von Markus Babbel hab ich nie verstanden, die Einstellung des notorischen Verlierers Skibbe noch weniger. Jetzt aber ist der Hertha ein großer Wurf gelungen. Rehhagel ist frech und honorig, erfahren, kompetent und unantastbar. Vor allem aber: sein Unterhaltungswert entspricht geschätzten 5 Heynckes, 10 Magaths und mindestens 75 Dutts.

    Welcome back Otto!

    2 Leserempfehlungen
  3. als Beleg nutzen wollen, aber den nach WT nicht gegebenen Platzverweis gegen Freiburg und Elfmeter für Bayern nicht zu erwähnen scheint etwas inkonsequent. Man könnte ja fast meinen Hoeneß hatte doch nicht so unrecht ...

  4. Ich habe die Nachricht erst für einen Scherz gehalten.

    Aber warum nicht?

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