"Ein Angriff auf Ahli ist ein Angriff auf ganz Ägypten ", sagt Emad Sayed, der schon seit 20 Jahren Mitglied des Vereins ist und schaut sich unter den Anwesenden im Vereinsheim um. Viele sitzen in den schweren Polstermöbeln und starren vor sich hin, andere sind von Müdigkeit übermannt eingeschlafen.

"Ahli hat mindestens 200.000 Ultra-Fans in Ägypten und auch ansonsten bei weitem die meisten Fans in ganz Ägypten", sagt der 36-Jährige. In seinem ganzen Leben habe er so etwas wie in Port Said noch nicht gesehen.

Die meisten Ultras geben dem herrschenden Militärrat die Schuld für die Auseinandersetzungen in Port Said. Sie sagen, dass sich die Sicherheitskräfte extra zurückgehalten haben, damit die Al-Masry ungehindert auf die gegnerische Tribüne konnten.

Für die Ahli-Ultras war die Tragödie eine Racheaktion des Militärs, da die Ultras in den Zusammenstößen mit Sicherheitskräften immer an in vorderster Front standen. "Normalerweise kommt es nicht zu Gewalt zwischen den Fans. Beleidigungen, Rufe und Plakate, ja, aber nie Gewalt", sagt Sayed.

Auch Mohammed ist überzeugt, dass es eine Falle war. "Vor dem Spiel gab es keine Sicherheitskontrollen wie sonst. Die Al-Masry Fans waren mit Stöcken, Böllern und Messern bewaffnet", sagt er.

Die Menge vor ihm wird immer größer , Rufe nach dem Sturz des Militärrats werden laut. Mohammed scheint das nicht zu interessieren. Zu tief sitzt der Schock. "Ich war schon Ahli-Fan bevor ich geboren wurde. Meine ganze Familie ist Ahli, sogar mein Großvater gehörte schon zum Verein", sagt Mohammed.

In der Menschenmasse vor ihm gewinnt die Wut die Oberhand. Gruppen von Fans ziehen protestierend Richtung Innenministerium, wo die Sicherheitskräfte des Militärs Stellung bezogen haben. Ihre Nachricht an sie brüllen die Ultras laut heraus: "Entweder die Märtyrer von Port Said werden gerächt oder wir sterben wie sie!"