Arne Friedrich"Ich musste mir nochmal neue Fußballschuhe besorgen"

Chicago ist mehr Berlin als New York, sagt Arne Friedrich. Nach seinem Umzug will unser Kolumnist den Springbrunnen Al Bundys anschauen – und noch einmal Fußball spielen. von 

Arne Friedrich

Arne Friedrich  |  © Christian Augustin/Getty Images

ZEIT ONLINE: Herr Friedrich , schon im Third Coast Café gewesen?

Arne Friedrich: Nein, wieso?

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ZEIT ONLINE: Jeden Samstag, 14 bis 16 Uhr trifft sich dort eine gemischte Gruppe, um sich einfach mal auf Deutsch zu unterhalten. Das wäre was für Sie, um Anschluss zu finden.

Friedrich: Machen Sie sich keine Sorgen. Übrigens: So gut gegessen, wie hier in Chicago , habe ich lange nicht, unglaublich.

ZEIT ONLINE: Al-Capone-Teller? Oder Wurst? Es soll bei Ihnen viele gute polnische Schlachter geben.

Friedrich: Man sagt ja oft, es gibt in den USA nur Fast-Food-Mist. Stimmt nicht.

ZEIT ONLINE: R. Kelly, Michael Jordan und jetzt Arne Friedrich. Wieso hat es Sie eigentlich nach Chicago verschlagen?

Friedrich: In diese Liste würde ich mich jetzt nicht einreihen, dagegen bin ich ein kleines Licht. Aber ich fahre seit mehreren Jahren ein- bis zweimal im Jahr in die Staaten. Amerika ist mein liebstes Urlaubsziel, ich bin Amerika-Fan. Ich wollte dort schon immer mal für eine gewisse Zeit leben. Mir gefällt das Leben dort, besonders in San Francisco und New York . In Chicago bin ich bisher erst einmal gewesen, aber diese Stadt hat mich gleich fasziniert.

ZEIT ONLINE: Was hat Chicago, was Wolfsburg nicht hat?

Friedrich: Die beiden Städte kann man nicht vergleichen. Wolfsburg ist eine Fußballstadt mit einem tollen Konzern im Rücken. Und doch sehr ländlich. Ich weiß nicht, wie viele Einwohner Wolfsburg hat, aber Chicago ist mit acht bis zehn Millionen Menschen eine Weltstadt. Chicago hat mehr Skyscraper als New York und ist die drittgrößte Stadt der USA.

ZEIT ONLINE: Wieso sind Sie nicht nach New York gewechselt?

Friedrich: Es gab zwei Vereine, zu denen ich gewechselt wäre: Chicago und New York. Zu beiden gab es Kontakte, aber Chicago hat sich gleich unglaublich bemüht. Deshalb war schnell klar, dass es hierher geht. Dazu kommt, dass Chicago ein bisschen familiärer scheint. Nicht so hektisch. Ich hatte mich unter anderem mit Frank Rost unterhalten: New York ist so groß und teuer, dass man nicht so leicht im Zentrum wohnen kann.

ZEIT ONLINE: Chicago ist mehr wie Wolfsburg als Berlin ?

Friedrich: Chicago ist mehr wie Berlin als New York.

ZEIT ONLINE: Chicago hat gleich zwei gute Baseball-Teams und einen weltbekannten Basketballverein. Haben Sie sich schon entschieden, wen Sie unterstützen?

Friedrich: Sie haben ein Team vergessen. Nach der Fußball-Saison bei Chicago Fire werde ich Kicker bei den Bears. Aber zitieren Sie mich damit nicht, war ein Scherz.

ZEIT ONLINE: Lustig.

Friedrich: Im Ernst: In dieser Stadt gibt es neben den zwei Baseballteams – die Cubs und die White Socks – auch noch zwei Eishockeyteams – die Blackhawks und die Wolves. Dann die Bears im Football und die Chicago Bulls im Basketball. Besonders Football und Basketball gucke ich gern, da war ich voriges Jahr beim Saisonfinale in Miami . Baseball würde mich reizen, besonders die Cubs.

ZEIT ONLINE: Auch im Ernst: Auf welchem Niveau werden Sie bald spielen, Fire ist vergleichbar mit einem deutschen Regionalligisten?

Friedrich: Da habe ich mich natürlich erkundigt, unter anderem bei Frank Rost. Fakt ist: Die Jungs in der Liga können alle marschieren, sind total fit. Das Nationalteam der USA war bei großen Turnieren oft neben Deutschland das fitteste. Dass die MLS nicht mit der Bundesliga zu vergleichen ist, ist klar. In Amerika ist Fußball noch ein Randsport. Aber ich habe mich über das Niveau gewundert. Es ist viel besser als angenommen.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und Spekulationen. Danke, die Redaktion/se

    Eine Leserempfehlung
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    • spacko
    • 26. März 2012 16:17 Uhr

    "Wenn ich also jetzt Heimweh bekommen sollte, lasse ich Sie für ein paar Tage einfliegen."

    Wow: lässt er wirlich Steffen Dobbert einfliegen? Oder muss das "Sie" doch eher klein sein?

    ...ein guter alter Freund von mir, früherer "Sportgeograph", achtete immer auf eine korrekte Anwendung der Konjugationen "als" und "wie" und wies seine damaligen Gelehrten stets darauf hin, dass ein gemeinsames Benutzen, auch wenn es der alte Goethe uns vormachte, keinen Sinn ergibt...LG

    Entfernt. Bitte gehen Sie auf das Artikelthema ein und bleiben Sie sachlich. Bitte verzichten Sie auf Tatsachenbehauptungen, die wir nicht nachprüfen können. Danke, die Redaktion/se

  2. ihre Lieblingsdecke
    lasse ich Sie für ein paar Tage einfliegen.

    Das ist ja nett, dass Herr Friedrich mich oder auch den Interviewer einfliegen lassen würde, aber was hat das mit seiner Freundin zu tun?

    So schwer ist doch die Unterscheidung zwischen direkter Anrede (2. Person, in der Höflichkeitsform groß geschrieben) und dem Reden über jemand anderes (3. Person, kleingeschrieben) nicht, liebe Redaktion!

    2 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Liebe hafensonne,

    vielen Dank für den Hinweis. Die Groß- und Kleinschreibung ist entsprechend korrigiert.

    Viele Grüße
    Christian Spiller

  3. Auch artistisch gesehen ist Gotham eher vom Kaliber New Yorks. Chicago ist wirklich wie Berlin weil es eine Buergerstadt ist. New York ist eine Stadt der Extreme. Extremer Reichtum den kein Deutscher kennt und nur wenige Leute ala Ackerman zu sehen kriegen. Dort stammt der Reichtum nich nur aus dem Buergertum (wie Aldi, Oettger, Adi Dassler usw.) sondern von Generationen. Allerdings gibt es auch krasse Armut dort.
    Mein Kompliment an Arne, er kennt sich gut aus, und hat eine gute Entscheidung getroffen.

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    "Die Stadt dient in den Filmen als Kulisse für die fiktive Metropole Gotham. Auch bekannte Sehenswürdigkeiten der Stadt sind in den Filmen zu sehen. So hat zum Beispiel Bruce Wayne alias Batman den Hauptsitz seiner Firma im Chicago Board of Trade Gebäude. Auch der Chicago River ist deutlich zu erkennen."

    (aus Wikipedia)

    • spacko
    • 26. März 2012 16:17 Uhr

    "Wenn ich also jetzt Heimweh bekommen sollte, lasse ich Sie für ein paar Tage einfliegen."

    Wow: lässt er wirlich Steffen Dobbert einfliegen? Oder muss das "Sie" doch eher klein sein?

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
  4. Redaktion

    Liebe hafensonne,

    vielen Dank für den Hinweis. Die Groß- und Kleinschreibung ist entsprechend korrigiert.

    Viele Grüße
    Christian Spiller

  5. das steht immer noch drin, krasser Fehler, das ist natürlich New York! Kommentar#3 nicht gelesen?

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    Redaktion

    Lieber hermie9, liebe(r) null8fuffzehn,

    für uns ist Chicago Gotham City, eben weil dort die zwei genannten Batman-Filme gedreht wurden. Die Batman-Erfinder aber hatten bei der Stadt tatsächlich New York im Sinn. Wir haben den Satz entfernt, um Missverständnisse zu vermeiden.

    Danke fürs Aufpassen und Grüße aus Berlin, das auf jeden Fall nicht Gotham City ist.

    Christian Spiller

  6. Redaktion

    Lieber hermie9, liebe(r) null8fuffzehn,

    für uns ist Chicago Gotham City, eben weil dort die zwei genannten Batman-Filme gedreht wurden. Die Batman-Erfinder aber hatten bei der Stadt tatsächlich New York im Sinn. Wir haben den Satz entfernt, um Missverständnisse zu vermeiden.

    Danke fürs Aufpassen und Grüße aus Berlin, das auf jeden Fall nicht Gotham City ist.

    Christian Spiller

    Antwort auf "und Gotham City?"
  7. ...ein guter alter Freund von mir, früherer "Sportgeograph", achtete immer auf eine korrekte Anwendung der Konjugationen "als" und "wie" und wies seine damaligen Gelehrten stets darauf hin, dass ein gemeinsames Benutzen, auch wenn es der alte Goethe uns vormachte, keinen Sinn ergibt...LG

    Antwort auf "[...]"

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