Abschiedsspiel Birgit PrinzBirgit, Du warst keine Barbie

Birgit Prinz ist die erfolgreichste Fußballerin der Welt. Jetzt wird sie verabschiedet. Zum Karriereende hat Thea Sechzehner ihr einen Liebesbrief geschrieben.

Birgit Prinz hört auf

Birgit Prinz hört auf  |  © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Liebe Birgit,

ein letztes Mal wirst Du heute das Trikot der Nationalmannschaft tragen, Dein Abschiedsspiel. Ich werde zuschauen. Und schlucken. Und kämpfen, gegen die Tränen.

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Glaub mir, Birgit, ich kenne mich mit Rücktritten aus. Rücktritte tun weh, aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei.

Liebe Birgit, bitte wundere Dich nicht. Vielleicht hast Du Angst, dass meine Liebeserklärung wieder diese blöden Vorurteile bedient. Du weißt schon, Frauenfußball und Mannsweiber und so. Das ist mir egal. Wirklich. Dafür bist Du mir zu wichtig. Jogi hat einen festen Platz in meinem Herzen. Aber wahre Liebe gibt es nur unter Frauen.

Birgit, Du hast mehr für den Fußball getan als Franz Beckenbauer, Günter Netzer und Lothar Matthäus zusammen. Du warst so gut, dass du mit 15 Jahren schon in der Bundesliga gespielt hast, mit Ausnahmegenehmigung. Weil du eine Ausnahme bist. Zwei Jahre später spieltest Du schon in der Nationalmannschaft. 214 Spiele, 128 Tore. Wenn ich diese Zahlen lese, bekomme ich Gänsehaut.

Du warst kräftig, stürmisch, fast ein wenig grob. Dein Spiel war nicht immer schön, aber ehrlich. Und es passte zu Dir. Du warst eben keine Barbie. Dafür liebe ich Dich besonders.

Irgendwann haben Sie dann doch eine Barbie-Puppe von Dir gebastelt, mit langen, schlanken Barbie-Schenkeln und einem Barbie-Gesicht. Ich schämte mich, Du konntest nur lachen. Weil Du wusstest, dass wahre Schönheit nur von innen kommt.

Am stärksten warst Du nicht auf dem Platz, sondern daneben. Du wähltest Deine Worte mit Bedacht, warst klug und aufrichtig. Du wolltest nie berühmt werden, machtest Dir nichts aus Geld und Ruhm. Das sagtest Du immer ganz ehrlich. Das bewundere ich.

Ich habe Dich beobachtet, wenn Du mal wieder den Goldenen Ball bekamst, weil Du zur besten Spielerin der Welt gewählt wurdest. Auf dieser Bühne zwischen den Zidanes und Ronaldinhos wirktest Du immer, als würdest Du Dich am liebsten auf der Toilette einsperren und erst wieder rauskommen, wenn auch der letzte Smoking mit Fliege nach Hause gegangen ist. Manchmal wolltest Du nicht einmal hinfahren, nach Zürich, zur Fifa-Gala. Birgit, alles war richtig, so wie es war. Hätte ich gekonnt, ich hätte Dich damals in den Arm genommen und ganz fest gedrückt.

Leserkommentare
  1. 1. na ja

    die numerische unterordnung mit thea sechzehner unter theo zwanziger, so mehr mehr sein soll, wäre in ordnung.

    ansonsten ist das mit liebesbriefen so eine sache, die schreiben die schmetterlinge im bauch, das resultat versteht in der regel nur der adressat.

    nur, was macht so ein ding in der zeitung?

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  2. finden sie heute im Stern
    http://www.stern.de/sport...
    von Alexandra Kraft.
    ...aber nur wenn sie etwas in meinen Augen widerliches Lesen wollen.
    Mir fehlt häufig ein bisschen Achtung und Respekt vor anderen Menschen. Wer nicht positiv medial verwertbar ist wird halt mit Dreck beworfen. - Konzentriert euch doch damit auf die Politiker.....

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  3. Kann mir jemand den Beitrag erklären? Irgendwie entgeht mir der Witz an der Sache. Ist das Ironie oder nicht?
    Bei dem Namen Thea Sechzehner vermute ich mal ersteres, aber für mich trägt das auch nichts zur Klärung bei. Ich weiß nicht, ob BP lesbisch ist oder nicht und ob das 'n Witz darüber sein soll - oder eben nicht. So oder so ist mir völlig schleierhaft, was da der journalistische Mehrwert dran sein soll. Wozu wurde das veröffentlicht?

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    • TDU
    • 27. März 2012 18:05 Uhr

    Für den Frauenfussball hat sie mehr getan als die Genannten zusammen. Das reicht ja auch. Sie war eine Große, und es ist schade, dass sie nicht bei den Männern vom AC Mailand gespielt hat, als sie das Angebot bekam. Vielleicht wäre der Fussabll dadurch rücksichtsvoller und noch weniger ruppig geworden.

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  4. Diesen Artikel hätte auch ein Schüler der Mittelstufe schreiben können.

    Schade das es nicht zu mehr gereicht hat.

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  5. Redaktion

    Kommmentar, da gibt es nicht viel zu erklären. Ein Witz springt nicht aus der Kiste, weil man ihn dazu auffordert. Thea Sechzehner hat ein Übermaß an Liebe, deshalb hat sie uns diesen Liebesbrief überlassen. Wir haben ihn veröffentlicht, weil er uns unterhaltsam erschien. Eine Spottschrift ist es nicht, mit irgendeiner sexuellen Orientierung hat das nichts zu tun.

    Aber den haben wir noch für Sie:
    Was liegt am Strand und hat einen Sprachfehler? Eine Nuschel!

    Und den:
    Kommt ein halbes Schwein zum Arzt und sagt: "Ich falle immer um."

    Und noch den:
    Was ist ein Keks unterm Baum? Ein schattiges Plätzchen!

    Gruß aus der Redaktion

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...Ernest Scribbler

    http://de.wikipedia.org/w...

    Steffen Dobbert, ich wollte den Witz auch nicht zum springen bringen, ich wollte den erklärt haben. Der is mir dann wohl einfach zu subtil - aber da scheints ja nicht nur mir so zu gehen.

    Im Vergleich zum Artikel geradezu lustig finde ich in Ihrem/Deinem Beitrag aber den durchgehenden Gebrauch des Plurals, als wenn da mehrere ihre Meinung äußern wollten. So war der Artikel ja doch zu was gut.

    Wir senden beste Grüße in die Redaktion zurück.

  6. Antwort auf "Mehrwert"
  7. bin ich kein Fan von der Zeit ... aber dieser Brief spricht eigentlich nur wahres, weil Birgit Prnz im Fussball wirklich erreichte, was zu erreichen war, aber dieses eigentlich nie wollte.
    Der Frauenfussball verliert mit ihrem Abgang die größte Spielerin.
    Ginge es hier um einen Mann, würden die Kommentare hier wohl jubelschreiend ausfallen.

    Was war bei den Frauen die erste Prämie für einen Titel? - Ein Kaffeeservice - Kein Scherz.
    Was wurde aus der Frauenfussballnationalmannschaft nach dem WM-Aus gemacht? - Verschrien und verteufelt wurden sie ... und bei den Männern? - Ach, die armen hatten einfach einen scheiß Tag ...

    Naja, die Kommentare hier sind nur ein Grund mehr, das ich mir an den Kopf fassen muss ... peinlich genug.

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