CheerleadingWo Männer noch stark sein dürfen
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Wilde comichafte Show

Die Aufgaben des Mannes werden auch in den Programmen der Potsdamer Konkurrenz deutlich. Wenn die Hornets aus Hanau ihre Pyramide bauen, bilden kräftige Schultern südhessischer Kerle das Fundament. Wenn die Frauen der Bears aus Berlin in die Luft gehen, als wären sie Puppen, sind hooliganartige Männer aus der Hauptstadt erst Katapult, dann Sprungtuch. Im Partner Stunt bringt mancher Mann fast das Dreifache seiner Partnerin auf die Waage. Unzählige Male an diesem Tag, selbst in den Pausen, recken Männer eine Frau wie eine Trophäe, manche schaffen das mit einem Arm. "Cheerleading ist wie Fitnesstraining", sagt Fuhrmann, "statt Hanteln nehmen wir Frauen".

Weil Cheerleaderinnen oft drei Meter hoch geworfen werden und dabei manchmal stürzen, müssen auch sie hart im Nehmen sein. Einem weiblichen Mitglied der Hamburg Blue Angels springt bei einer Landung die Kniescheibe raus. Eine andere hat eine Tablette genommen, um ihre Schmerzen von einem nicht verheilten Rippenanbruch zu betäuben. In der Bremer Halle sieht man einige Mädchen auf Krücken.

Doch wird den Frauen auch eine traditionell weibliche Funktion zuteil: Sie müssen sich brauthaft zurechtmachen, stecken sich Haarteile an, tragen dick Schminke auf, binden sich Schleifchen ins Haar und lächeln dauerzwinkernd in Richtung Jury.

Vielleicht ist das der Grund, warum Cheerleading von der Masse und den Medien in Deutschland noch nicht als Sport anerkannt ist, obwohl mancher Verbandsverantwortliche ihn gerne bei Olympia sähe. Cheerleading wirkt unernst, wie eine große, unübersichtliche, laute, comichafte Show. Für die sich Frauen wie Geschenke schmücken und Männer im Militärton "Fight!" und "Go!" brüllen. Doch die Zuschauer klatschen und kreischen bei dieser wilden Mischung aus Turnen, Tanz, Sprung und Rap, dass die kühle Messehalle hinter dem Bremer Hauptbahnhof zur Popcornparty wird. Sie wissen, welche Leistung hinter diesem Spektakel steckt.

Als die Panthers im Finale die Königsdisziplin, den Cheer, aufführen, reiht im Vordergrund eine Vierergruppe Flic-Flac an Flic-Flac, im Hintergrund schleudern Männer nacheinander drei Frauen wie Twirling-Stäbe in die Luft. Ein weiterer Teil der Gruppe turnt synchron eine Bahn Kopfstützüberschläge, Rollen und Salti.

Potsdam belegt am Ende den zweiten Rang, die Cats aus Berlin werden besser bewertet. Doch das ist den Panthers nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass sie, wie von den Regeln gefordert, die abschließende Pyramide Sekunden lang halten. Ganz oben thront die Spitze, von einer Mittelreihe gehalten. Ganz unten Lars Fuhrmann, er hat drei Minuten körperliche Höchstleistung hinter sich. Ruhig und sicher stützt er auf seiner linken und rechten Schulter je ein Frauenbein.

 
Leserkommentare
  1. Also man kann Rollenbilder so lange kritisieren wie man will - Männer sind stärker als Frauen, das ist biologischer Fakt und das wird sich auch mit viel Gender-Mainstreaming nicht ändern.

    Insofern verstehe ich nicht warum man über einen Sport der offensichtlich trotz sportlicher Höchstleistungen ein Imageproblem hat, dann doch wieder mit dem Männer/Frauen Klischee schreiben muss.

    2 Leserempfehlungen
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    • Ranjit
    • 22.03.2012 um 11:56 Uhr

    "Männer sind stärker als Frauen, das ist biologischer Fakt und das wird sich auch mit viel Gender-Mainstreaming nicht ändern."

    Bitte bedenken sie, dass nicht alle Männer stärker sind als Frauen. Die beiden Populationen unterschieden sich nur im Mittel(wert).
    Nur weil der Durchschnitt sich unterscheidet bedeutet dass noch lange nicht, dass sich die tatsächlichen Verteilungen nicht überschneiden.
    Es gibt also durchaus Frauen die stärker sind als der männliche Durchschnitt und Männer die schwächer sind als der weibliche Durchschnitt.

    Ihr Fehler ist verständlich und erklärt sich aus einem Schulsystem dass selbst derart grundlegende Statistikkentnisse nicht vermittelt.

    • Ranjit
    • 22.03.2012 um 11:56 Uhr

    "Männer sind stärker als Frauen, das ist biologischer Fakt und das wird sich auch mit viel Gender-Mainstreaming nicht ändern."

    Bitte bedenken sie, dass nicht alle Männer stärker sind als Frauen. Die beiden Populationen unterschieden sich nur im Mittel(wert).
    Nur weil der Durchschnitt sich unterscheidet bedeutet dass noch lange nicht, dass sich die tatsächlichen Verteilungen nicht überschneiden.
    Es gibt also durchaus Frauen die stärker sind als der männliche Durchschnitt und Männer die schwächer sind als der weibliche Durchschnitt.

    Ihr Fehler ist verständlich und erklärt sich aus einem Schulsystem dass selbst derart grundlegende Statistikkentnisse nicht vermittelt.

    • Ranjit
    • 22.03.2012 um 11:56 Uhr

    "Männer sind stärker als Frauen, das ist biologischer Fakt und das wird sich auch mit viel Gender-Mainstreaming nicht ändern."

    Bitte bedenken sie, dass nicht alle Männer stärker sind als Frauen. Die beiden Populationen unterschieden sich nur im Mittel(wert).
    Nur weil der Durchschnitt sich unterscheidet bedeutet dass noch lange nicht, dass sich die tatsächlichen Verteilungen nicht überschneiden.
    Es gibt also durchaus Frauen die stärker sind als der männliche Durchschnitt und Männer die schwächer sind als der weibliche Durchschnitt.

    Ihr Fehler ist verständlich und erklärt sich aus einem Schulsystem dass selbst derart grundlegende Statistikkentnisse nicht vermittelt.

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    je nachdem was man als "staerker" definiert werden Sie mir wohl zustimmen, dass maennliche Gewichtheber mehr stemmen koennen als weibliche Gewichtheberinnen.

    Welche Frau sie auch nehmen, Sie werden sie niemals auf den gleichen Muskellevel des "staerksten" Mannes trainieren koennen.

    Und fuer den Cheerleader Job sind Maenner in diesem Fall besser geeignet, weil sie schneller und leichter mehr Muskeln aufbauen koennen. Das hat doch nichts damit zu tun, dass vereinzelt Frauen "staerker" sind als Maenner ?

    also nicht dass ich im allgemeinen was gegen einen ordentlichen Klugschiss habe... aber sie bohren hier doch schon arg dünne Bretter. Selbstverständlich gibt es auch Frauen die stärker sind als Männer, alleine wenn der Altersunterschied auf Seiten der Frau ist passiert das. Ich habe bei den Lesern meines Kommentares dieses Wissen vorausgesetzt.

    Ihre Arrgoanz ist hingegen verständlich und erklärt sich aus einem Gesellschaftssystem, welches selbst grundlegende Höflichkeitsregeln nicht mehr vermittelt.

    je nachdem was man als "staerker" definiert werden Sie mir wohl zustimmen, dass maennliche Gewichtheber mehr stemmen koennen als weibliche Gewichtheberinnen.

    Welche Frau sie auch nehmen, Sie werden sie niemals auf den gleichen Muskellevel des "staerksten" Mannes trainieren koennen.

    Und fuer den Cheerleader Job sind Maenner in diesem Fall besser geeignet, weil sie schneller und leichter mehr Muskeln aufbauen koennen. Das hat doch nichts damit zu tun, dass vereinzelt Frauen "staerker" sind als Maenner ?

    also nicht dass ich im allgemeinen was gegen einen ordentlichen Klugschiss habe... aber sie bohren hier doch schon arg dünne Bretter. Selbstverständlich gibt es auch Frauen die stärker sind als Männer, alleine wenn der Altersunterschied auf Seiten der Frau ist passiert das. Ich habe bei den Lesern meines Kommentares dieses Wissen vorausgesetzt.

    Ihre Arrgoanz ist hingegen verständlich und erklärt sich aus einem Gesellschaftssystem, welches selbst grundlegende Höflichkeitsregeln nicht mehr vermittelt.

  2. ... denkt sich den Mittelwert bei Generalisierungspolemik dazu.

    Aber kein Problem, Ihr Fehler ist nachvollziehbar und ergibt sich aus einem Schulsystem, dass selbst grundlegende Rechtschreibkentnisse nicht vermittelt.

    Bitte vermeiden Sie persönliche Streitigkeiten und achten Sie auf eine sachbezogene Diskussion. Danke, die Redaktion/lv

    Eine Leserempfehlung
  3. je nachdem was man als "staerker" definiert werden Sie mir wohl zustimmen, dass maennliche Gewichtheber mehr stemmen koennen als weibliche Gewichtheberinnen.

    Welche Frau sie auch nehmen, Sie werden sie niemals auf den gleichen Muskellevel des "staerksten" Mannes trainieren koennen.

    Und fuer den Cheerleader Job sind Maenner in diesem Fall besser geeignet, weil sie schneller und leichter mehr Muskeln aufbauen koennen. Das hat doch nichts damit zu tun, dass vereinzelt Frauen "staerker" sind als Maenner ?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Statistik 101"
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    • Ranjit
    • 23.03.2012 um 15:08 Uhr

    Wenn es so wäre, wie sie sagen, warum wird dann nicht einfach nach der Körperkraft entschieden? Warum nimmt man das Geschlecht?

    Wer Mittelwertsunterschiede heranzieht um Gruppenzugehörigkeit zum Auswahlkriterium zu machen, begeht statistische Diskriminierung.

    Nach ihrer Logik müsste man nicht nur nach dem Geschlecht sondern auch nach der Ethnie auswählen. Männer aus Ethnien die im Schnitt leicht weniger Muskelmasse aufbauen sind ja nicht akzeptabel.

    Ihre Logik ist jedoch weit verbreitet. Da werden junge Migranten unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit bei Bewerbungen abgelehnt, weil der (häufig nur angenommene) Mittelwert ihrer Leistungsfähigkeit unter dem der Mehrheitsgesellschaft ist.

    Dabei ist die Lösung ganz einfach: Wenn es um Intelligenz geht sollte man Intelligenz messen. Geht es um Körperkraft, misst man Körperkraft und so weiter.

    Übrigens können wir aus einem Mittelwertsunterschied nicht ableiten, dass die stärkste Person der Welt keine Frau ist. Es ist nur weniger wahrscheinlich. (Normalverteilungen nähern sich der Wahrscheinlichkeit von 0 nur asymptotisch an)

    • Ranjit
    • 23.03.2012 um 15:08 Uhr

    Wenn es so wäre, wie sie sagen, warum wird dann nicht einfach nach der Körperkraft entschieden? Warum nimmt man das Geschlecht?

    Wer Mittelwertsunterschiede heranzieht um Gruppenzugehörigkeit zum Auswahlkriterium zu machen, begeht statistische Diskriminierung.

    Nach ihrer Logik müsste man nicht nur nach dem Geschlecht sondern auch nach der Ethnie auswählen. Männer aus Ethnien die im Schnitt leicht weniger Muskelmasse aufbauen sind ja nicht akzeptabel.

    Ihre Logik ist jedoch weit verbreitet. Da werden junge Migranten unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit bei Bewerbungen abgelehnt, weil der (häufig nur angenommene) Mittelwert ihrer Leistungsfähigkeit unter dem der Mehrheitsgesellschaft ist.

    Dabei ist die Lösung ganz einfach: Wenn es um Intelligenz geht sollte man Intelligenz messen. Geht es um Körperkraft, misst man Körperkraft und so weiter.

    Übrigens können wir aus einem Mittelwertsunterschied nicht ableiten, dass die stärkste Person der Welt keine Frau ist. Es ist nur weniger wahrscheinlich. (Normalverteilungen nähern sich der Wahrscheinlichkeit von 0 nur asymptotisch an)

  4. also nicht dass ich im allgemeinen was gegen einen ordentlichen Klugschiss habe... aber sie bohren hier doch schon arg dünne Bretter. Selbstverständlich gibt es auch Frauen die stärker sind als Männer, alleine wenn der Altersunterschied auf Seiten der Frau ist passiert das. Ich habe bei den Lesern meines Kommentares dieses Wissen vorausgesetzt.

    Ihre Arrgoanz ist hingegen verständlich und erklärt sich aus einem Gesellschaftssystem, welches selbst grundlegende Höflichkeitsregeln nicht mehr vermittelt.

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    Antwort auf "Statistik 101"
    • Ranjit
    • 23.03.2012 um 15:08 Uhr

    Wenn es so wäre, wie sie sagen, warum wird dann nicht einfach nach der Körperkraft entschieden? Warum nimmt man das Geschlecht?

    Wer Mittelwertsunterschiede heranzieht um Gruppenzugehörigkeit zum Auswahlkriterium zu machen, begeht statistische Diskriminierung.

    Nach ihrer Logik müsste man nicht nur nach dem Geschlecht sondern auch nach der Ethnie auswählen. Männer aus Ethnien die im Schnitt leicht weniger Muskelmasse aufbauen sind ja nicht akzeptabel.

    Ihre Logik ist jedoch weit verbreitet. Da werden junge Migranten unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit bei Bewerbungen abgelehnt, weil der (häufig nur angenommene) Mittelwert ihrer Leistungsfähigkeit unter dem der Mehrheitsgesellschaft ist.

    Dabei ist die Lösung ganz einfach: Wenn es um Intelligenz geht sollte man Intelligenz messen. Geht es um Körperkraft, misst man Körperkraft und so weiter.

    Übrigens können wir aus einem Mittelwertsunterschied nicht ableiten, dass die stärkste Person der Welt keine Frau ist. Es ist nur weniger wahrscheinlich. (Normalverteilungen nähern sich der Wahrscheinlichkeit von 0 nur asymptotisch an)

    Antwort auf "Folge ?"
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    es ist weniger wahrscheinlich. Und deshalb trifft man eben Frauen am Fuss der Pyramide auch seltener an.
    Ein weiterer Punkt ist auch, dass die Frauen, die tatsaechlich drei weitere Etagen tragen koennten, eher beim Hammerwurf zu finden sind.
    Welche Frau laesst es sich schon gerne nachsagen, dass Sie Cheerleader ist, aber als Mann.

    es ist weniger wahrscheinlich. Und deshalb trifft man eben Frauen am Fuss der Pyramide auch seltener an.
    Ein weiterer Punkt ist auch, dass die Frauen, die tatsaechlich drei weitere Etagen tragen koennten, eher beim Hammerwurf zu finden sind.
    Welche Frau laesst es sich schon gerne nachsagen, dass Sie Cheerleader ist, aber als Mann.

  5. es ist weniger wahrscheinlich. Und deshalb trifft man eben Frauen am Fuss der Pyramide auch seltener an.
    Ein weiterer Punkt ist auch, dass die Frauen, die tatsaechlich drei weitere Etagen tragen koennten, eher beim Hammerwurf zu finden sind.
    Welche Frau laesst es sich schon gerne nachsagen, dass Sie Cheerleader ist, aber als Mann.

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    Antwort auf "Messung"
    • DuJuly
    • 13.05.2012 um 16:56 Uhr

    Hallo,
    als aktiver Cheerleader (die Bezeichnung ist im Übrigen nicht auf ein Geschlecht beschränkt)weiß ich, worauf es in diesem Sport ankommt. Die Herren der Schöpfung, die durch die Bank alle stärker sind als die Mädchen im Team (denn als Cheerleader-w trainiert man nicht unbedingt auf Maximalkraft), sind nun mal auch diejenigen, die die Pyramiden und Stunts von unten her aufbauen, halten und stabilieseren. Die Damen sind normalerweise etwas beweglicher, weshalb diese meistens oben stehen. Außerdem findet man Cheerleaderteams vor allem bei Sportwettkämpfen, die sehr viele Männer betreiben oder anschauen. da ist es natürlich sinnvoller, wenn einen ein Mädel von einer Pyramide herab zum Klatschen anfeuert, Küsschen wirft oder winkt, als ein Kerl :)

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