Barcelonas Lionel Messi feiert seinen Treffer zum 2:0. © Federico Gambarini/dpa

FC Barcelona – Bayer Leverkusen 7:1 (2:0)

Der FC Barcelona hat Bayer Leverkusen im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League deklassiert. Beim Kantersieg war Leverkusen völlig überfordert. Weltfußballer Messi hingegen brillierte mit fünf Treffern in der 25., 43., 49., 58. und 84. Minute – so viele Tore in einer Champions-League-Partie waren zuvor noch keinem Spieler gelungen. Cristian Tello (55./62.) machte die Demontage für Bayer perfekt.

Es war die höchste Europapokal-Pleite der mutlosen Rheinländer. Da tröstete auch das späte Tor von Karim Bellarabi (90.) nicht mehr. Schon das Hinspiel hatte der Titelverteidiger 3:1 gewonnen, von einer Sensation im Camp Nou war Leverkusen weit entfernt. Messi baute mit seiner großen Show die Führung in der Torjäger-Wertung dieser Champions-League-Saison aus: In nur sieben Spielen traf er zwölf Mal.

"Wenn es bei Barca nicht läuft, hat man eine Chance"

Vergeblich hatte es Bayers Coach Robin Dutt mit der gleichen Taktik wie in der erfolgreichen zweiten Hälfte beim 2:0 gegen den FC Bayern vier Tage zuvor probiert. "Wenn es bei Barcelona mal nicht ganz so gut läuft, hat man eine Chance", sagte Dutt noch kurz vor dem Anpfiff.

Doch diesen Gefallen tat ihm Barcelona nicht. Messi hätte schon nach zehn Minuten die Führung erzielen können, scheiterte aber aus kurzer Distanz am Torwart Bernd Leno. Wenig später reagierte Leno erneut gut, als Iniesta es mit einem Freistoß vom linken Strafraumeck probierte. Dann aber war auch der Leverkusener Keeper machtlos: Xavi schickte Messi in die Spitze, Michal Kadlec hob das Abseits auf und der enteilte Messi überwand Leno mit einem Lupfer zum 1:0.

Messi und Co. wirbelten nun fast nach Belieben, während die Gäste bei ihren Offensivbemühungen Ruhe, Ideen und Präzision vermissen ließen. Die 4.000 mitgereisten Bayer-Fans waren ernüchtert.

Von gewachsenem Selbstbewusstsein nach zuletzt drei Siegen in der Bundesliga war kaum etwas zu sehen. Bezeichnend das 2:0: Wie Statisten begleiteten die Bayer-Defensivspieler Messi, ehe dieser per Flachschuss aus 14 Metern ins linke Toreck vollendete – sein 50. Tor im 49. Pflichtspiel in dieser Saison. Leno bewahrte Bayer kurz vor der Pause gegen Cesc Fabregas und Pedro vor einem noch höheren Rückstand. "Barcelona bestraft sofort jede Kleinigkeit, jeden Fehler", befand Bayers Sportdirektor Rudi Völler und monierte bei seinem Team die zu große Angst vor Ballverlusten.

Bellarabi mit dem Ehrentreffer

Messi und die Katalanen waren noch lange nicht fertig. Vier Minuten nach der Pause schnappte sich der Argentinier einen Pass von Fabregas und überlupfte Leno aus 13 Metern schon wieder. Der gerade eingewechselte Tello traf mit seinem zweiten Ballkontakt, dann bestrafte Messi einen weiteren Abwehrfehler mit einem Tor aus ganz spitzem Winkel.

Die Leverkusener hatten sich längst aufgegeben. Dani Alves konnte ungestört flanken, diesmal war wieder Tello zur Stelle. Danach drosselte Barcelona das Tempo ein wenig, ohne die Spiel-Kontrolle zu verlieren. Gewohnt sicher ließ der spanische Meister den Ball weiter zirkulieren und die Gäste hinterherlaufen. Mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze machte Messi dann seinen Fünferpack komplett. Bellarabis Schlusspunkt war dann nur noch der Ehrentreffer.

FC Barcelona: Valdes – Dani Alves, Piqué, Mascherano, Adriano (63. Muniesa) – Busquets – Xavi (53. Keita), Iniesta (53. Tello) – Pedro, Fabregas, Messi 

Bayer Leverkusen: Leno – Castro, Schwaab, Tobrak, Kadletz – Reinartz, Rolfes – Renato Augusto , L. Bender (55. Schürrle) – Kießling, Derdiyok (55. Bellarabi)

Schiedsrichter: Svein Oddvar Moen ( Norwegen )

Zuschauer: 50.000

Tore: 1:0 Messi (25.), 2:0 Messi (42.), 3:0 Messi (50.), 4:0 Tello (56.), 5:0 Messi (58.), 6:0 Tello (62.), 7:0 Messi (85.), 7:1 Bellarabi (91.)

Gelbe Karten: - / Rolfes

Beste Spieler: Messi, Dani Alves / Rolfes