Bundesliga-Vorschau: Ich, ich, ich – die Welt des Lothar Matthäus
Lothar Matthäus lobt sich selbst, das Image des BVB erhält erste Kratzer, Christian Streich lässt in Freiburg die Sonne rein.
© Hannes Magerstädt/Getty Images Entertainment

Ein Lothar Matthäus fällt nie aus der Rolle.
Wer spielt wann gegen wen?
VfL Wolfsburg – Hamburger SV (Freitag, 20.30 Uhr)
Bayern München – Hannover 96
SC Freiburg – 1. FC Kaiserslautern
Werder Bremen – FC Augsburg
FSV Mainz 05 – Hertha BSC
Borussia Mönchengladbach – TSG Hoffenheim (alle Samstag, 15.30)
Schalke 04 – Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30)
VfB Stuttgart – 1. FC Nürnberg (Sonntag, 15.30)
1. FC Köln – Borussia Dortmund (Sonntag, 17.30)
Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?
Im Breisgau ist der Frühling immer etwas eher dran. Obwohl an diesem Wochenende das ganze Land Breisgau sein wird, lohnt sich der Blick nach Freiburg. Beim örtlichen Fußballclub herrschen nach einem harten Winter bereits seit ein paar Wochen Frühlingsgefühle. Das liegt am neuen Trainer Christian Streich. Nach der Hinrunde war die Mannschaft Letzter, hatte fünf Punkte Rückstand auf Rang 15, verlor zudem Papiss Demba Cissé, der fast alle Tore schoss. Düstere Aussichten. Doch dann kam Streich, riss mit beiden Händen das Fenster auf und ließ die Sonne herein. Er hält gute Ansprachen und geht individuell auf seine Spieler ein. Weil Streich lange mit dem Freiburger Nachwuchs arbeitete, wusste er um die Qualitäten junger Spieler wie Oliver Sorg, 21 Jahre alt, der in der Hinrunde in der Zweiten Mannschaft spielte und jetzt die Abwehr stabilisiert. Streich bindet aber auch die erfahreneren Spieler ein, etwa den kongolesischen Mittelfeldspieler Cedrick Makiadi, der zu Freiburgs Leistungsträgern zählt. Dass Cissé nicht mehr dabei ist, betrachtet die Mannschaft inzwischen als Vorteil, sie fühlt sich unberechenbarer. Demut, Bodenständigkeit, Ehrlichkeit sind die Tugenden des SC Freiburg, weil es die Tugenden Christian Streichs sind, da darf er gerne schrullig daherkommen. Welche Fähigkeiten der neue Trainer des Gegners aus Kaiserslautern mitbringt, muss sich noch weisen.
Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?
Wolfsburg gegen Hamburg. In Wolfsburg halten zwar wieder die ICE, aber deswegen muss man ja noch lange nicht dort aussteigen. Und Hamburg? Die Spielzüge guter Mannschaften verraten Kriegsgeheimnisse, die Spielzüge des HSV unter Thorsten Fink verraten ein typisches Syndrom dieses Vereins: Überambition, wie die Taktikfreaks von Spielverlagerung nachweisen. Die Fans beweisen zudem einen Reichtum an Humormangel. Ein Radiomoderator, er ist St.-Pauli-Fan, hat die Vereinshymne umgedichtet: "Hamburg meine Perle. Die zweite Liga ist mein Leben." Und fährt fort: "Wenn du aus Dresden kommst, verstehen wir kein Wort von deinem Lied. Wenn Du aus Aachen kommst, bist Du nur im Duden Erster." Nun braucht der Radiomoderator Personenschutz und der Urheber der Original-Hymne, Lotto King Karl, droht mit juristischen Schritten. Ach, Gottchen. Am besten ist, den HSV zu ignorieren, bis zu den Relegationsspielen gegen St. Pauli im Mai.
Wer steht im Blickpunkt?
Dante, der am Mittwoch mit einem verschossenen Elfmeter den Matthäus, Psalm 84 sprach und den Bayern den Sieg im Elfmeterschießen ebnete. Wird er jetzt wie Lothar in den achtziger Jahren von den Gladbacher Fans als "Judas" beschimpft? Wird Gladbachs bester Verteidiger nun von allen guten Geistern verlassen? Wir glauben nicht, obwohl Dante eine Nacht lang nicht schlief. Den Hoffenheimern wird er den Weg zum Tor genauso verbauen, wie er es die ganze Saison schon tut. Und er wird wie gewohnt die Gladbacher Angriffe souverän und ballsicher einleiten. Er wird durch nichts aus der Ruhe zu bringen sein, nicht mal durch den Bayern-Präsidenten Hoeneß ("Ich hätte Dante nicht schießen lassen"). Wir sprechen derweil den Uli, Psalm 76.






braucht es denn, um auf die Idee zu kommen einen Loddamaddeus zu einer Laudatio aufzufordern? Dass in oberen DFB-Kreisen gerne mal gepichelt wird, ist ja spätestens seit Meyer-Dornfelder bekannt. Aber sooviel?
die sportlichen Leistungen des letzten deutschen Weltfußballers sind nicht zu bestreiten, von daher finde ich die Vergleiche, die er zur besten deutschen Fußballerin (oder auch weltweit) zieht, legitim. Und deswegen halte ich die Wahl von Lothar Matthäus für diese Laudatio mehr als vertretbar. Ein Glas Dornfelder mehr würde dem ein oder anderen aber evtl. helfen, die kleinen Boulevardgeschichtchen auszublenden ;)
die sportlichen Leistungen des letzten deutschen Weltfußballers sind nicht zu bestreiten, von daher finde ich die Vergleiche, die er zur besten deutschen Fußballerin (oder auch weltweit) zieht, legitim. Und deswegen halte ich die Wahl von Lothar Matthäus für diese Laudatio mehr als vertretbar. Ein Glas Dornfelder mehr würde dem ein oder anderen aber evtl. helfen, die kleinen Boulevardgeschichtchen auszublenden ;)
Auch wenn er es manchmal etwas ungestüm tut, er bringt das Biild des Deutschen schon passend nach außen. Es ist wichtig, dass wir so jemanden wie Lothar haben. Wie soll der Rest der Welt sonst wissen, auf wen er sich einlässt, wenn er "deutsch" sprechen muss?
für die immer wieder stimmungsvollen Ausblicke auf den Spieltag. Besonders freut es mich, dass Sie hier auch öfters spielverlagerung.de ein Forum geben.
Die haben für die Fußballberichterstattung in Deutschland unglaubliches geleistet.
Das sehe ich genauso. Immer wieder eine Freude, die Taktik-Berichte zu lesen.
Das sehe ich genauso. Immer wieder eine Freude, die Taktik-Berichte zu lesen.
Auch ich stelle eine zunehmend selbstbewusstere, wenn nicht sogar arrogantare Haltung und Kommunikation des BVB in der letzten Zeit fest.
Waren Sie im Meisterjahr und womöglich auch in der Hinrunde trotz des Erfolges noch ehrlich und vor allem glaubwürdig demütig, scheint mir das in letzter Zeit etwas aufgesetzt zu sein.
Die Verantwortlichen beschweren sich (wie die Bayern) über den Rasen. Kopp macht nach dem Siegtreffer in Fürth den "Wechsel-Jubel" und in der Kabine wird "Torwartwechwel" angestimmt. Gleichzeitig fordert der Trainer im Doppelpass zwei Wochen zuvor, dass Herrn Nerliger und der FC Bayern sich in "Bescheidenheit" üben sollten.
Da braucht man nicht mal auf die Fans zu verweisen, die in der Euphorie gelegentlich zu Untaten neigen.
Ihre Vorbilder, die Führung des BVB, so scheint es mir zumindest, driftet langsam aber sicher in Sphären der Überheblichkeit ab, die sie schon Ende der ´90/00er unsympathisch und letztlioh erfolgos machten.
Hoffen wir, dass das nur ein kleiner Höhenflug eines an sich sympathischen Teams ist.
Sie übersehen, wie viele andere auch (mich eingeschlossen, man muss immer wieder aktiv dran denken, sonst fällt's einem nicht auf), dass Eigenarten von Vereinen, Trainern oder Spielern erst immer dann bekannt und in den Medien populär werden, wenn sich Erfolg oder Misserfolg, kurz: "Berichtenswertes" einstellt.
Bestes Beispiel: Jürgen Klopp. Der rast seit vielen vielen Jahren an der Außenlinie hin und her und fuchtelt dem Assistenten vor der Nase rum. War bei Mainz schon so, teilweise sogar noch viel extremer. Aber erst mit dem sich einstellenden Erfolg in Dortmund ist solch eine Marotte überhaupt erwähnenswert geworden. Viele andere Trainer machen das exakt genauso. Nur da hält nie eine Kamera drauf.
Insofern sehe ich das alles deutlich weniger tragisch. Erst recht nicht den Rassismusvorwurf gegen Großkreutz, der ja inzwischen dank einem "ich kann mich nicht erinnern"-Asamoah und Berichten über Bemerkungen des Fürther Trainers über Großkreutz ("asoziales Schwein") vermutlich auch nicht mehr aufrechterhalten werden kann. :D
Mich würde es darüber hinaus sehr freuen, wenn Sie ein paar aussagekräftigere Belege für die Behauptung, der BVB würde langsam in Phasen wie die von vor 10 Jahren abdriften, aufweisen könnten. Der Unterschied zwischen euphorischem Tor- oder Siegjubel und verantwortungslosen Millionenkäufen dürfte ja wohl deutlich sein.
Ich verstehe ja, dass der aktuelle Erfolg schnell Anlass zur Spekulation gibt und sich ein "Geschichte wiederholt sich" auch toll anhört, aber irgendwo fehlt dann m.E. doch die Vergleichbarkeit. Damals hat man Millionen aus dem Fenster geschmissen, heute finanziert man sich Reus mit dem Verkauf von Barrios nach China. Grundsolide.
Sie übersehen, wie viele andere auch (mich eingeschlossen, man muss immer wieder aktiv dran denken, sonst fällt's einem nicht auf), dass Eigenarten von Vereinen, Trainern oder Spielern erst immer dann bekannt und in den Medien populär werden, wenn sich Erfolg oder Misserfolg, kurz: "Berichtenswertes" einstellt.
Bestes Beispiel: Jürgen Klopp. Der rast seit vielen vielen Jahren an der Außenlinie hin und her und fuchtelt dem Assistenten vor der Nase rum. War bei Mainz schon so, teilweise sogar noch viel extremer. Aber erst mit dem sich einstellenden Erfolg in Dortmund ist solch eine Marotte überhaupt erwähnenswert geworden. Viele andere Trainer machen das exakt genauso. Nur da hält nie eine Kamera drauf.
Insofern sehe ich das alles deutlich weniger tragisch. Erst recht nicht den Rassismusvorwurf gegen Großkreutz, der ja inzwischen dank einem "ich kann mich nicht erinnern"-Asamoah und Berichten über Bemerkungen des Fürther Trainers über Großkreutz ("asoziales Schwein") vermutlich auch nicht mehr aufrechterhalten werden kann. :D
Mich würde es darüber hinaus sehr freuen, wenn Sie ein paar aussagekräftigere Belege für die Behauptung, der BVB würde langsam in Phasen wie die von vor 10 Jahren abdriften, aufweisen könnten. Der Unterschied zwischen euphorischem Tor- oder Siegjubel und verantwortungslosen Millionenkäufen dürfte ja wohl deutlich sein.
Ich verstehe ja, dass der aktuelle Erfolg schnell Anlass zur Spekulation gibt und sich ein "Geschichte wiederholt sich" auch toll anhört, aber irgendwo fehlt dann m.E. doch die Vergleichbarkeit. Damals hat man Millionen aus dem Fenster geschmissen, heute finanziert man sich Reus mit dem Verkauf von Barrios nach China. Grundsolide.
Das sehe ich genauso. Immer wieder eine Freude, die Taktik-Berichte zu lesen.
Spielen die Medien nicht schon verrückt, dass keiner mehr durch
steigt, wo die Wahrheit ist ?
Jetzt hier dieses Thema - ich bin enttäuscht - total
überflüssig.
Sie übersehen, wie viele andere auch (mich eingeschlossen, man muss immer wieder aktiv dran denken, sonst fällt's einem nicht auf), dass Eigenarten von Vereinen, Trainern oder Spielern erst immer dann bekannt und in den Medien populär werden, wenn sich Erfolg oder Misserfolg, kurz: "Berichtenswertes" einstellt.
Bestes Beispiel: Jürgen Klopp. Der rast seit vielen vielen Jahren an der Außenlinie hin und her und fuchtelt dem Assistenten vor der Nase rum. War bei Mainz schon so, teilweise sogar noch viel extremer. Aber erst mit dem sich einstellenden Erfolg in Dortmund ist solch eine Marotte überhaupt erwähnenswert geworden. Viele andere Trainer machen das exakt genauso. Nur da hält nie eine Kamera drauf.
Insofern sehe ich das alles deutlich weniger tragisch. Erst recht nicht den Rassismusvorwurf gegen Großkreutz, der ja inzwischen dank einem "ich kann mich nicht erinnern"-Asamoah und Berichten über Bemerkungen des Fürther Trainers über Großkreutz ("asoziales Schwein") vermutlich auch nicht mehr aufrechterhalten werden kann. :D
Mich würde es darüber hinaus sehr freuen, wenn Sie ein paar aussagekräftigere Belege für die Behauptung, der BVB würde langsam in Phasen wie die von vor 10 Jahren abdriften, aufweisen könnten. Der Unterschied zwischen euphorischem Tor- oder Siegjubel und verantwortungslosen Millionenkäufen dürfte ja wohl deutlich sein.
Ich verstehe ja, dass der aktuelle Erfolg schnell Anlass zur Spekulation gibt und sich ein "Geschichte wiederholt sich" auch toll anhört, aber irgendwo fehlt dann m.E. doch die Vergleichbarkeit. Damals hat man Millionen aus dem Fenster geschmissen, heute finanziert man sich Reus mit dem Verkauf von Barrios nach China. Grundsolide.
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