Bundesliga : 1. FC Kaiserslautern beurlaubt Trainer Kurz

Marco Kurz hatte den 1. FC Kaiserslautern zurück in die erste Liga geführt, längst stehen die Zeichen auf Abstieg. Als Konsequenz trennt sich der FCK vorzeitig von Kurz.
Marco Kurz während des Bundesligaspiels zwischen dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Kaiserslautern © Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Der 1. FC Kaiserslautern hat sich von Trainer Marco Kurz getrennt. Der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga teilte mit, dass zunächst Co-Trainer Oliver Schäfer und Torwart-Trainer Gerry Ehrmann die Mannschaft betreuen werden. Ein neuer Chefcoach soll kurzfristig vorgestellt werden. Der Vertrag von Kurz läuft bis zum 30. Juni 2013.

Vorstandschef Stefan Kuntz sagte, dass der Verein nach der 1:4-Niederlage gegen FC Schalke 04 und vielen Gesprächen zu dem Schluss gekommen sind, dass Kurz beurlaubt werden müsse. "Wir haben in den letzten Wochen und Monaten viele verschiedene Maßnahmen in die Wege geleitet, um die Mannschaft in die Erfolgsspur zu bringen. Leider ist uns dies nicht gelungen", sagte Kuntz.

Kurz hatte den Club 2010 zurück in die Bundesliga und in der vergangenen Saison auf einen beachtlichen siebten Platz geführt. "Marco Kurz verdient für seine Arbeit und charakterliche Integrität den höchsten Respekt und Anerkennung", sagte Kuntz. Der Verein müsse jedoch jegliche Möglichkeit für den Klassenerhalt nutzen.

Der FCK hatte das Spiel am Sonntag gegen Schalke verloren. Die Verantwortlichen des viermaligen deutschen Meisters rangen sich aber erst am Dienstag zu dieser Entscheidung durch.

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Kommentare

5 Kommentare Kommentieren

Schade

wieder ein Verein, der seinen Trainer verantwortlich für Probleme macht, die vor allem in den Altlasten des Vereins begründet liegen. Die sogenannten Fehleinkäufe waren eben das Maximum dessen, was sich ein Verein leisten kann, der finanziell nach wie vor am Krückstock geht.

Der FCK hätte sich nur umschauen brauchen, Beispiele für die Folgen blinden Aktionismus gibt es in nächster Tabellennähe genug (Hertha, Köln, der HSV). Statt den Weg von Vereinen wie Augsburg und Freiburg zu gehen, geht man lieber den falschen.

Damit bleiben nur noch Augsburg und Freiburg als Vereine übrig, denen man den Klassenerhalt gönnen möchte.

Ein bissl zu einfach

der Trainer ist zum Beispiel nicht dafür verantwortlich zu machen, dass Kaiserslautern in der Ära vor Stefan Kuntz fast in den Ruin getrieben worden wäre. Er ist auch nicht dafür verantwortlich zu machen, dass die Finanzlage es nicht erlaubte Lakic zu halten, der letzte Saison der Garant für den Klassenerhalt war.
Und was die "Fehleinkäufe" angeht, ist das halt auch wieder eine Frage des Geldes. Wen hätte der FCK denn holen sollen, der vorne Tore garantiert hätte? Zumal man für Lakic nicht einmal eine Ablöse erhielt, die man hätte reinvestieren können.

Der FCK hat dem zweitniedrigsten Etat aller Bundesligisten. Da ist ein Platz 7 wie in der letzten Saison eine Sensation, die nicht wiederholbar ist. Und ein Abstiegsplatz ist auf Dauer fast nicht zu vermeiden. Das wird sich auch unter einem anderen Trainer nicht ändern.