Bundesliga-Vorschau: Geht Podolski, bleibt nur der Geißbock
Lukas Podolski ist zu gut für Köln, Otto Rehhagel gibt sein Heimspiel-Debüt und Mohamed Zidan ärgert Dortmund. Alles Wichtige zum 24. Spieltag
© Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Ein Geißbock aus der Hennes-Dynastie (Archiv)
Wer spielt wann gegen wen?
Bayer Leverkusen – Bayern München (Samstag, 15.30 Uhr)
SC Freiburg – Schalke 04
Hertha BSC – Werder Bremen
Hamburger SV – VfB Stuttgart
1. FC Kaiserslautern – VfL Wolfsburg
Hannover 96 – FC Augsburg
Borussia Dortmund – 1. FSV Mainz 05 (Samstag, 18.30 Uhr)
1. FC Nürnberg – Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 15.30 Uhr)
1899 Hoffenheim – 1. FC Köln (Sonntag, 17.30 Uhr)
Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?
Hertha gegen Bremen. Leider spielte die DFB-Elf in ihren grünen Auswärtstrikots am Mittwoch in Bremen nur unwesentlich besser als beim letzten Auftritt in Grün, dem 0:1 in der EM-Vorrunde 2000 gegen England, dem Tiefpunkt des modernen deutschen Nationalmannschaft-Fußballs. Es gibt nicht wenige, die sagen, der Tiefpunkt des modernen deutschen Bundesliga-Fußballs liegt viel kürzer zurück. Zwei Wochen erst, als Hertha BSC Otto Rehhagel als neuen Trainer vorstellte. Es folgten denkwürdige Fremdschämpressekonferenzen und ein 0:3 in Augsburg. Vollends überzeugt von der Rehhagel-Lösung sind außer dem Manager Michael Preetz in Berlin daher die wenigsten. Nun kommt mit Werder Bremen der Verein in Ottos neues Olymp-Stadion, den Rehhagel mehr als ein Jahrzehnt prägte. Werder, das müssen auch die größten Spötter zugeben, profitiert noch immer von seiner Arbeit. Gut möglich also, dass die Bremer ein wenig was zurückgeben werden.
Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?
Vorletzter Tabellenplatz, seit 13 Spielen keinen Sieg, zuletzt gab es ein heftiges 0:4 im Derby gegen Mainz. Als hätten sie in Kaiserslautern vor dem Spiel gegen Wolfsburg nicht schon genug Probleme, müssen sie sich nun auch noch mit Nazis rumärgern. Beim Sonntagstraining wurde der israelische FCK-Profi Itay Shechter von einer etwa zehnköpfigen Gruppe angefeindet. Es gab rechtsradikale Gesten und antisemitische Beleidigungen. Der Verein distanzierte sich umgehend, die FCK-Fanvertretung entschuldigte sich bei Shechter, Israels Botschafter und der Zentralrat der Juden verurteilten die Aktion, die Polizei ermittelt. Doch etwas bleibt. Der Leiter des Lauterer-Fanprojektes sagte, fast alle Bundesligavereine hätten rechtsextreme Fans. Ein Problem, das in der Debatte um Pyrotechnik und Ultras, auf die sich Sicherheitskräfte und Ultras eingeschossen haben, leider untergeht.
Wer steht im Blickpunkt?
In den neunziger Jahren, zu den Hochzeiten des Privatfernsehens, kam kein Bericht über den 1. FC Köln ohne ein Bild des Maskottchens aus, das da am Spielfeldrand stand, angeleint, mit einem albernen FC-Deckchen über dem Rücken. Der Geißbock prangte auf Fanartikeln, war Hauptdarsteller eines Kinospots und wurde in einer Krimiserie sogar umgebracht. Mittlerweile aber ist es ruhig geworden um den meckernden Kölner. Weil es seit ein paar Jahren ein neues Maskottchen gibt: Lukas Podolski, die wandelnde Narrenkappe. Nun liegen die Zeiten, in denen Podolskis Bewegungsradius ähnlich groß war wie der des angeleinten Geißbocks, etwas zurück. Wenn Köln mal gewinnt, hat Poldi damit zu tun. Er ist zu gut für sein Herzensteam geworden. Das tut weh, ihm wohl am meisten. Obwohl Podolski lange als ebenso unverkäuflich galt wie der Dom, sieht es so aus, als ob er bald die Schuhe für den FC Arsenal in London schnüren wird. 18 Millionen Euro, so wird kolportiert, könnte Podolski dem FC einbringen. Geld, dass die Kölner gebrauchen können. Und der Geißbock bleibt ja auch da.






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