Fussball und Politik: Staatshilfen für spanische Fußballklubs
Spaniens Fußballvereine haben 752 Millionen Euro Steuerschulden. Der zuständige Staatssekretär überlegt, ob der Staat darauf verzichten sollte.
© Denis Doyle/Getty Images

Cristiano Ronaldo von Real Madrid
Spanien geht es derzeit nicht gut. Die Regierung erwartet, dass die spanische Wirtschaft im Jahr 2012 um 1,7 Prozent schrumpfen wird, fast jeder vierte Spanier ist arbeitslos, bei den unter 25-Jährigen hat es jeden Zweiten getroffen. Spanien verfehlte vor Kurzem erneut die vereinbarte Defizitgrenze der EU. Finanzexperten warnen, Spanien könne das neue Griechenland werden.
Uli Hoeneß ist schockiert
Vor diesem Hintergrund müsste die Regierung nach Einnahmen suchen. Der für Sport zuständige Staatssekretär Miguel Cardenal möchte stattdessen Steuergeschenke verteilen. Cardenal wollte den spanischen Fußballklubs Steuerschulden in Milliardenhöhe erlassen. "Der Ansatz ist, die Schulden restlos auszulöschen und Wege zu finden, dass solch hohe Verbindlichkeiten nicht wieder entstehen", sagte er der spanischen Zeitung Marca am Wochenende.
Die Aufregung, den diese Äußerung auslöste, war groß. In Spanien und selbst in der Bundesliga.
Im spanischen Parlament sprachen die Vereinten Linken (IU) von einem "Skandal". Auf ihre Anfrage hin räumte die Regierung ein, dass die Profiklubs den Finanzämtern des Landes 752 Millionen Euro schulden. Knapp 150 Millionen Euro mehr als noch vor vier Jahren. Hinzu kommen viele weitere Millionen Euro, die die Vereine den Sozialversicherungen schulden. Von insgesamt 1,3 Milliarden Euro Verbindlichkeiten ist die Rede.
Die europäische Konkurrenz der spanischen Fußballvereine ist ob dieser Gedankenspiele schockiert. "Das ist für mich ein Hammer, das ist für mich undenkbar", sagte Uli Hoeneß, der Präsident des FC Bayern München. Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, sagte: "Wenn das wirklich so kommen sollte, hätte ich dafür null Komma null Verständnis." Wenn die spanischen Vereine für ihre Verschwendung auch noch mit Schuldenschnitten belohnt würden, so die deutschen Vereinschefs sinngemäß, würden die deutschen Klubs benachteiligt, die seit Jahren genau auf ihre Finanzen achtgeben.
So wird es vor allem am Europäischen Fußballverband (Uefa) sein, genau hinzuschauen. Seit Beginn dieser Spielzeit gelten die Financial-Fairplay-Regeln, die das Finanzgebaren der europäischen Topklubs kontrollieren sollen. Kaum anzunehmen, dass der Verband eine solche direkte Staatshilfe durchgehen lassen würde. Und auch der EU in Brüssel wird es nicht egal sein, wie großzügig das klamme Spanien mit seinen Fußballklubs verfährt.
Der Staatssekretär Miguel Cardenal äußerte sich nach den ersten Reaktionen nun zurückhaltender. "Der Fußball wird seine Steuerschulden begleichen", sagte er. Er wolle dafür "nach erschwinglichen Formeln" für Vereine suchen. Konkrete Hinweise, wie die Finanzämter die Schulden eintreiben sollen, gab er jedoch nicht. Die Regierung werde mit den Vereinen aber weiter verhandeln, sagte er. So wird weiter darüber spekuliert, ob der Staat den Profivereinen direkte oder indirekte Hilfe gewähren wird. Auch weil Politik und Sport in Spanien schon lange eng verbandelt sind.






Ich denke, es ist eine sehr gute Idee, den Zirkus der Volksunterhaltung Fußball durch Steuererleichterungen am Laufen zu halten und somit dem Volk Freude und Ablenkung vom teilweise unappetitlichen Alltag zu verschaffen. Das sage ich als großer Fußballfreund. Aber eins muss klar sein: Vereine, die sich in solcher Größenordnung Unterstützung gefallen lassen, verstoßen gegen das financial fair play und müssen von jedem Wettbewerb mit ligafremden Klubs ausgeschlossen werden, d.h. Sperrung für CL, EL oder Klub-WM. Staatliche Unterstützung, und sei es nur die Stundung der Stadionmiete, ist sehr kritisch zu betrachten. Die Vereine sollten wettbewerbsweiten, einheitlichen Regeln unterworfen sein, weil nur auf diese Art ein gerechtes Verfahren und damit echter Sport entstehen kann. Alles andere ist Wettbewerbsverzerrung.
Einfach Klasse, wie die Spanier Kasse machen. Jahrelang werden die EU und anderen Mitgliedsländer mit wundersamen Gebiets-Neueinteilungen immer wieder um Agrar-Subventionen geprellt, die von der Eu-Bürokratie sehenden Auges durchgewunken werden. Dann lässt man die Fußballclubs gigantiswche Summen an Schulden anhäufen. Jetzt gibt es vielleicht die finanzstaatliche Absolution. Und im nächsten Jahr stöhnt man dann wegen des bösen Kapitalmarktes und bitte um EURO-Unterstützung aus der EU und aus Deutschland.
... ein krasser Verstoß gegen EU-Behilfenrecht. Thema erledigt.
Abgesehen davon: Ich verstehe nicht, wie man diese Sch****-Clubs wie Barca oder Real, die eigentlich völlig Pleite sind, dermaßen anhimmeln kann (Hallo Herr Reif).
Weil Clubs wie Barca oder Real sehr viel mehr sind, als einfache Fußballclubs für die jeweiligen Regionen. Barca wird und da werden die meisten Katalanen zustimmen, als die Seele des Baskenlandes betrachtet und ist bekannt, für ihr soziales Engagement. Gerade Real und Barca sind der Stolz der Spanier und haben eine wichtige soziale und integrative Komponente.
Betrachte die Bundesliga und Schalke/Dortmund. Auch diese Vereine hatten Schulden in dreistelligen Millionenbereich und wurden dennoch unterstützt und von den Fans geliebt. Der einzige "wirtschaftliche" Club der Welt ist Bayern (und das schreibe ich als DortmundFan) und war früher ManU. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, denn ich bin auch gegen einen Schuldenerlass.
MfG
...und haben auch keine Steuerschulden. Das Problem sind die vielen kleinen Clubs, die nicht auf diesem Niveau mithalten können. Die haben teilweise so große Probleme, dass sie nichtmal ihren Spielern ihr Gehalt zahlen.
Aber wenn die Bayern in der nächsten Runde gegen Barça oder Real rausfliegen hat Hoeneß ja schon mal eine super Ausrede...
Die Schulden im Überblick:
1. Atlético de Madrid 120 millones
2. Deportivo 90
3. Real Zaragoza 32,7
4. Real Betis 35 (14 pendientes de la resolución de un acta)
5. Osasuna 27,9
6. Mallorca 26
7. Espanyol 23,5
8. Rayo 21
9. Levante 19 (Aplazados en cinco años)
10. Sevilla 18
11. Racing 12
12. Valencia 6
13. Málaga 5
14. Granada 2
Quelle: http://www.marca.com/2012...
Barceolona allein hatte 2010 ca. 442 Mio € Schulden. Ich denke das trifft die Beschreibung Pleite doch ganz gut...
http://www.focus.de/sport...
http://www.tagesschau.de/...
Weil Clubs wie Barca oder Real sehr viel mehr sind, als einfache Fußballclubs für die jeweiligen Regionen. Barca wird und da werden die meisten Katalanen zustimmen, als die Seele des Baskenlandes betrachtet und ist bekannt, für ihr soziales Engagement. Gerade Real und Barca sind der Stolz der Spanier und haben eine wichtige soziale und integrative Komponente.
Betrachte die Bundesliga und Schalke/Dortmund. Auch diese Vereine hatten Schulden in dreistelligen Millionenbereich und wurden dennoch unterstützt und von den Fans geliebt. Der einzige "wirtschaftliche" Club der Welt ist Bayern (und das schreibe ich als DortmundFan) und war früher ManU. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, denn ich bin auch gegen einen Schuldenerlass.
MfG
...und haben auch keine Steuerschulden. Das Problem sind die vielen kleinen Clubs, die nicht auf diesem Niveau mithalten können. Die haben teilweise so große Probleme, dass sie nichtmal ihren Spielern ihr Gehalt zahlen.
Aber wenn die Bayern in der nächsten Runde gegen Barça oder Real rausfliegen hat Hoeneß ja schon mal eine super Ausrede...
Die Schulden im Überblick:
1. Atlético de Madrid 120 millones
2. Deportivo 90
3. Real Zaragoza 32,7
4. Real Betis 35 (14 pendientes de la resolución de un acta)
5. Osasuna 27,9
6. Mallorca 26
7. Espanyol 23,5
8. Rayo 21
9. Levante 19 (Aplazados en cinco años)
10. Sevilla 18
11. Racing 12
12. Valencia 6
13. Málaga 5
14. Granada 2
Quelle: http://www.marca.com/2012...
Barceolona allein hatte 2010 ca. 442 Mio € Schulden. Ich denke das trifft die Beschreibung Pleite doch ganz gut...
http://www.focus.de/sport...
http://www.tagesschau.de/...
Weil Clubs wie Barca oder Real sehr viel mehr sind, als einfache Fußballclubs für die jeweiligen Regionen. Barca wird und da werden die meisten Katalanen zustimmen, als die Seele des Baskenlandes betrachtet und ist bekannt, für ihr soziales Engagement. Gerade Real und Barca sind der Stolz der Spanier und haben eine wichtige soziale und integrative Komponente.
Betrachte die Bundesliga und Schalke/Dortmund. Auch diese Vereine hatten Schulden in dreistelligen Millionenbereich und wurden dennoch unterstützt und von den Fans geliebt. Der einzige "wirtschaftliche" Club der Welt ist Bayern (und das schreibe ich als DortmundFan) und war früher ManU. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, denn ich bin auch gegen einen Schuldenerlass.
MfG
Barca ist die Seele des Baskenlandes? Obwohl es in Katalonien liegt? Ich weiß nicht so recht...
UNd trotzdem ist es schwer nachzuvollziehen, warum alle mit ihren Steuern das Vergnügen von wenigen (nämlich den Fussballanhängern) bezahlen sollen. Und wenn die Vereine pleite sind, gibts halt weniger Geld für die Spieler - verhungern werden sie nicht.
Bitte um Entschuldigung. Ja, der Club ist die Seele Kataloniens und hier sehr schön beschrieben, warum: http://de.wikipedia.org/w... .
Ich würde dem widersprechen, dass es "wenige" sind, die den spanischen Fußball intensiv verfolgen, doch würde dies eine solche Maßnahme dennoch nicht rechtfertigen.
@sonnenbrille. Ich stimme ihnen zu. Auch wenn Barcelona und Madrid immernoch verschuldet sind, gelingt es ihnen, die Schulden zu senken, auch wenn es noch Jahrzehnte dauern wird, bis sie eventuell schuldenfrei sein werden.
Barca ist die Seele des Baskenlandes? Obwohl es in Katalonien liegt? Ich weiß nicht so recht...
UNd trotzdem ist es schwer nachzuvollziehen, warum alle mit ihren Steuern das Vergnügen von wenigen (nämlich den Fussballanhängern) bezahlen sollen. Und wenn die Vereine pleite sind, gibts halt weniger Geld für die Spieler - verhungern werden sie nicht.
Bitte um Entschuldigung. Ja, der Club ist die Seele Kataloniens und hier sehr schön beschrieben, warum: http://de.wikipedia.org/w... .
Ich würde dem widersprechen, dass es "wenige" sind, die den spanischen Fußball intensiv verfolgen, doch würde dies eine solche Maßnahme dennoch nicht rechtfertigen.
@sonnenbrille. Ich stimme ihnen zu. Auch wenn Barcelona und Madrid immernoch verschuldet sind, gelingt es ihnen, die Schulden zu senken, auch wenn es noch Jahrzehnte dauern wird, bis sie eventuell schuldenfrei sein werden.
Barca ist die Seele des Baskenlandes? Obwohl es in Katalonien liegt? Ich weiß nicht so recht...
UNd trotzdem ist es schwer nachzuvollziehen, warum alle mit ihren Steuern das Vergnügen von wenigen (nämlich den Fussballanhängern) bezahlen sollen. Und wenn die Vereine pleite sind, gibts halt weniger Geld für die Spieler - verhungern werden sie nicht.
...und haben auch keine Steuerschulden. Das Problem sind die vielen kleinen Clubs, die nicht auf diesem Niveau mithalten können. Die haben teilweise so große Probleme, dass sie nichtmal ihren Spielern ihr Gehalt zahlen.
Aber wenn die Bayern in der nächsten Runde gegen Barça oder Real rausfliegen hat Hoeneß ja schon mal eine super Ausrede...
Die Schulden im Überblick:
1. Atlético de Madrid 120 millones
2. Deportivo 90
3. Real Zaragoza 32,7
4. Real Betis 35 (14 pendientes de la resolución de un acta)
5. Osasuna 27,9
6. Mallorca 26
7. Espanyol 23,5
8. Rayo 21
9. Levante 19 (Aplazados en cinco años)
10. Sevilla 18
11. Racing 12
12. Valencia 6
13. Málaga 5
14. Granada 2
Quelle: http://www.marca.com/2012...
Bitte um Entschuldigung. Ja, der Club ist die Seele Kataloniens und hier sehr schön beschrieben, warum: http://de.wikipedia.org/w... .
Ich würde dem widersprechen, dass es "wenige" sind, die den spanischen Fußball intensiv verfolgen, doch würde dies eine solche Maßnahme dennoch nicht rechtfertigen.
@sonnenbrille. Ich stimme ihnen zu. Auch wenn Barcelona und Madrid immernoch verschuldet sind, gelingt es ihnen, die Schulden zu senken, auch wenn es noch Jahrzehnte dauern wird, bis sie eventuell schuldenfrei sein werden.
eine günstige Gelegenheit, sich durch Geschenke beliebt zu machen, lässt von denen kaum einer verstreichen.
Ich frage mich zum Beispiel auch immer, warum Polizeieinsätze bei Spielen in Deutschland nicht von den Clubs bezahlt werden müssen.
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