Champions League : Chelsea schafft die Sensation in Barcelona

Der FC Chelsea hat den Titelverteidiger überraschend aus der Champions League geworfen. Beim FC Barcelona reichte den Londonern ein Unentschieden. Der Spielbericht
Javier Mascherano vom FC Barcelona (l) im Zweikampf mit Didier Drogba vom FC Chelsea © Adrian Dennis/AFP/Getty Images

FC Barcelona – FC Chelsea 2:2 (2:1)

Der FC Chelsea hat den Traum des FC Barcelona von der Titelverteidigung in der Champions League beendet. Im Halbfinal-Rückspiel spielte der FC Chelsea 2:2 (1:2) in Barcelona , dank des Sieges im Hinspiel reichte das Ergebnis zum Einzug in das Champions-League-Finale.

Die Mannschaft von Interimstrainer Roberto di Matteo steht damit zum zweiten Mal nach 2008 im Finale.

Dabei begann das Spiel gut für den FC Barcelona: Schon nach knapp drei Minuten hätte Barca das 0:1 vom Hinspiel wettmachen können – Messi jagte den Ball aus zehn Metern ans Außennetz. Wenig später vertändelte Alexis Sanchez eine gute Chance in bester Position. Die Spanier waren hellwach: Drei Tage nach der 1:2-Heimniederlage im Clásico gegen Real Madrid und der de facto verspielten Meisterschaft war der Siegeswille wieder erwacht.

Trainer Josep Guardiola hatte sein Team im Vergleich zum Madridspiel in der Primera Division auf vier Positionen verändert. Offensive war Trumpf. Aber selbst das Powerplay gegen Mittelfeld und Abwehr der Londoner wurde zur Geduldsprobe. Als Superstar Messi sogar eine hundertprozentige Chance vergab, stöhnten die Fans: Nach dem Hackentrick von Cesc Fàbregas kam der Argentinier frei zum Schuss – Chelseas Keeper Petr Č ech parierte mit dem Fuß (19.).

Chelsea kam kaum an den Ball, setzte aber Nadelstiche: Der Schuss des Hinspiel-Torschützen Didier Drogba landete am Außennetz (25.).

Kurz darauf musste Guardiola schon wechseln: Verteidiger Gerard Piqué war bei einem Zusammenprall mit seinem eigenen Torwart Victor Valdés fast k.o. gegangen und kam nicht mehr richtig auf die Beine. Mit Verdacht auf Gehirnerschütterung musste er ins Krankenhaus.

Nach 35 Minuten war der Bann gebrochen, als Busquets nach Vorlage von Isaac Cuenca für Barca traf. Weltmeister Iniesta legte nach, Ramires schockte den Titelverteidiger dann mit einem Konter-Tor.

Nach einem Platzverweis für Kapitän John Terry mussten die Londoner  etwa 55 Minuten lang mit neun Feldspielern auskommen. Barcelona rannte an, Chelsea hatte Glück: Zum Beispiel als Messi kurz nach Wiederanpfiff mit einem Foulelfmeter nur die Latte traf (49.) und in der 83. Minute am Pfosten scheiterte. Und auch Javier Mascherano vergab in der Schlussminute eine große Chance. Ausgerechnet der Spanier Torres machte dann mit einem Solo in der Nachspielzeit die Überraschung für den FC Chelsea perfekt.


FC Barcelona:
Valdés, Piqué (26. Dani Alves), Puyol, Mascherano - Busquets - Xavi, Iniesta, Fàbregas (74. Keita) - Cuenca (68. Tello), Messi, Alexis Sánchez

FC Chelsea: Cech - Ivanovic, Cahill (12. Bosingwa), Terry, Cole - Mikel, Raul Meireles - Mata (58. Kalou), Lampard, Ramires - Drogba (80. Torres)

Schiedsrichter: Cakir ( Türkei )

Zuschauer: 95.845

Tore: 1:0 Busquets (35.), 2:0 Iniesta (43.), 2:1 Ramires (45.+1), 2:2 Torres (90.+2)

Besonderes Vorkommnis: Messi (FC Barcelona) verschießt Foulelfmeter (49.)

Gelbe Karten: Iniesta, Messi / Cech, Ivanovic, Lampard, Mikel, Ramires, Raul Meireles

Rote Karten: - / Terry (37./Tätlichkeit)

 

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Kommentare

82 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Verdienter Sieg

Summa summarum ein mehr als verdienter Sieg von Chelsea. Trotz 10-Mann auf dem Feld konnten sie Barca auf ihrem Feld überragend in Schach halten und unter solch einem Druck auch noch zwei Tore zu erzielen. Respekt meinerseits und ein dickes Dankeschön für solch ein aufregendes Spiel von beiden Seiten. Nichts für schwache Nerven!

Glückwunsch, Chelsea!

Verdienter Sieg? Schock Galactico !

Chelsea hätte auch mit 13 MANN so ein Catenaccio weiter gespielt, dreifach Riegel.

Wäre Chelsea eine Italienische Mannschaft hieß es dann sofort Daumen runter und typisch..

Darüber freut sich nur wer zw. Madrid und Bayern heute durchkommt, da Chelsea dezimiert. Die lachen sich ins Fäustchen.

Eine Niederlage für das schöne Fussball spielen.
Alles nach vorne, alles verloren.

Schade Barca...eindeutig das bessere Team.

Grüße
Montessori

In der Tat peinlich

Peinlich ist es, im eigenen Stadion eine 2:0-Führung in Überzahl plus Elfmeter in ein Unentschieden verwandeln zu lassen.

Barca ist nicht der Maßstab für den Fußballstil des Gegners. Das glauben ja manche inzwischen tatsächlich: damit Barcas Spiel schön aussieht und Erfolge bringt, haben gefälligst alle Gegner ihr Heil in der Offensive zu suchen, um dann 10-15 Buden per Konter etc. von Messi und co zu bekommen.
Chelsea hat das gemacht, was schon viel früher Mannschaften hätten machen sollen: Barcas Wunsch nach Zauberfußball komplett ignorieren.

Fussball kann sooo ungerecht sein, da stellen sich die Blues

nahezu im gesamten Spiel zu 10!! hinten rein und schaffen
es dann doch noch ins Finale. Schade, denn Barca hatte
in beiden Spielen den besseren Fußball abgeliefert, aber am
Ende gewinnt die Betonmannschaft. Hoffentlich werden sie von
Bayern oder Madrid vernichtend geschlagen, denn dort
gibt es keine Taktik mehr- sondern nur 1 Spiel. Das werden
sie mit dieser Mannschaft niemals gewinnen, da lege ich mich
fest.
Bin auch nicht sicher, ob dies den Bayern wirklich in die
Karten spielt,( falls sie morgen gewinnen, was ich hoffe),
denn Barca hat keinen Plan B, dies spielen so wie sie immer
spielen und ob Chelsea ähnlich berechenbar ist, wage ich
zu bezweifeln.
Na ja, war aufregend und nur wenige Zuschauer waren
glücklich mit diesem Ergebnis.
Hoffe auf Bayern gegen Chelsea, dann wird das schon was!!

Gerechtigkeit: 2009 war es umgekehrt

"Barca hatte in beiden Spielen den besseren Fußball abgeliefert"

Da scheint die Fanbrille wohl noch nicht abgesetzt worden zu sein. Chelsea hat mit 10 Mann (über Terry gibt es nichts mehr zu sagen, dass er dafür das Endspiel verpasst ist die gerechte Strafe für eine Tätlichkeit) einen zwei-Tore-Rückstand aufgeholt. Und das auswärts.

Vor allem die Art und Weise, wie Ramires unter dem großen Druck diesen Lupfer ins Tor unterbringt, verdient großen Respekt. Der Lauf von Torres war auch sehenswert.

Das waren doch die Spielzüge, die man von Barca erwartet, welches spielt wie Bayern im zweiten Jahr van Gaal. So einen Lupfer hätte man von Messi erwartet, der aber lieber wie Zidane einen Elfmeter rechts oben unterbringen will, dabei aber die Abgeklärtheit eines Zidane noch nicht ganz erreicht hat.

Nein, es war ein gutes Spiel, aber Barca das bessere Spiel zu bescheinigen ist nicht richtig. Chelsea hat verdient gewonnen.

@ paul12

1. Dass Sie gut finden, wie Chelsea verteidigt hat (in der Tat, die taktische Disziplin war beeindruckend), erklärt noch nicht Ihre emotionale Wertung über das Ausscheiden Barcelonas. Es besteht ein Unterschied zwischen "gut, das Chelsea weiter ist" und "gut, das Barcelona draußen ist". lxththf legt da den Finger schon in die richtige Wunde.

2. Sie haben das Recht, wg. Hoeneß gegen die Bayern zu sein. Ich nehme mir dann auch die Freiheit, darauf hinzuweisen, dass absolut ALLES, was man hierzulande den Bayern so vorwerfen mag, bei Real Madrid noch um Größenordnungen überboten wird.

Gegen die abstoßende Arroganz von Mourinho wirkt Hoeneß geradezu umgänglich, die lachhafte Selbstliebe C. Ronaldos wäre hierzulande selbst dem eigenen Hauptsponsor peinlich; die Systematik, mit der die Schlächter Ramos, Pepe und Marcelo immer wieder den Gegner brutal umtreten - und auch dafür trägt Mourinho Verantwortung - ist eine Beleidigung für den Sportsgedanken.

Und wenn man sich einmal anschaut, wie die zentralspanische Hetz-"Sport"presse (Marca, As, Intereconomia) selbst vor Photoshop-Bildmanipulationen nicht zurückschreckt, um noch jeden Erfolg Barcelonas in die Nähe der gezielten Spielmanipulation rücken zu wollen, vermittelt dagegen die gemütliche Vorzugsbehandlung der Bayern bei Bild fast schon die bodenständige Seriösität einer eifrig bemühten Provinz-Postille.

Verglichen mit Real Madrid wirkt selbst der grimmige FC Bayern sympathisch wie Freiburg oder St. Pauli.

FC Hollywood, Real Marca, FC Bautzelona

Ihre Generalabrechnung mit Real Madrid mag inhaltlich korrekt sein allerdings sollte man dann auch den Schauspielclub Barcelona nicht unerwähnt lassen. Da wird bei der kleinsten Berührung hingefallen, ist die Berührung mal ein wirkliches Foul so wird gleich so getan als habe man sich sämtliche Knochen gebrochen und wenn der Schiri (Kompliment übrigens an dessen Leistung gestern, hat mM nach alles richtig gesehen) nich jedes hinfallen abpfeift dann wird sich noch beschwert. Vom Karten fordern mal ganz zu schweigen. allerdings is letzteres eine Unart, die fast alle gleich betreiben. Sicherlich kann man argumentieren, dass das alle Vereine so machen aber Barcelona spielt da schon in einer Liga mit sämtlichen Chliches die man über Italienische Mannschaften kennt.

Vor allem Pepe und Ramos sind Treter keine Frage und die rote von Terry gestern berechtigt und einfach nur dumm von ihm aber wer mal die blaugrana Brille abnimmt und sich die Fouls die in Barca- Spielen verübt werden mal anschaut wird feststellen, dass hier viel mehr und stärkere Schauspieleinlagen zu beobachten sind als bei anderen Teams.

Nicht schon wieder

Jetzt ist aber mal gut. Immer diese "Großkreutzsubotic"-Nummer. GK ist in erster Linie Fan, nicht Spieler. Und als solchem nimmt man ihm die Sprüche als das ab, was sie sind: harmloses Fan-Gegröle. Bei Hoeneß oder sich sehr rational äußernden Spielern ist das anders (wobei ich Hoeneß sehr schätze!). Und die Subotic-Sache ist extrem hochgekocht worden. Der Typ hat die Schwalbe vom Robben live gesehen und nicht die hunderttausend Kameraeinstellungen. Früher wurden Charaktere, denen dann mal "der Sack platzt", als "große Charakterköpfe" geadelt (Kahn, Winni Schäfer, Effe,...). Heute sind es nun plötzlich Untermenschen? o_O

Sorry fürs OT.

Jetzt hat Barca sich schon zum 2. Mal selbst geschlagen

Wer nach einer 2:0 Führung im eigenen Stadion gegen 10 Gegenspieler am Ende nur ein Unentschieden rausholt, hätte es auch einfach nicht verdient im Finale zu stehen. Ich erkenne ihre große Leistung an, aber letztendlich sind sie in unflexibler Schönheit gestorben.