Pro und Contra Barcelona: Im Fußball hilft manchmal nur das Hässliche!
Chelsea hat im Sieg gegen Barcelona den Fußball verraten, kommentiert C. Spiller. Mitnichten, entgegnet D. Hugendick: Das Spiel besteht nicht nur aus dem Reinen, Schönen.
© P.-P. Marcou/AFP/Getty Images

Lionel Messi nach dem Aus in der Champions League
Pro Barcelona: Chelsea hat den Fußball verraten
Wer kleine Kinder auf dem Bolzplatz beobachtet, erkennt, worum es im Fußball geht: um Spaß, Freude, die Lust am Spiel. Die Kleinen wollen den Ball haben, dribbeln, passen, Tore schießen. Sie wollen lachen, jubeln, glücklich sein.
Der FC Chelsea wollte in seinen beiden Champions-League-Spielen gegen den FC Barcelona nichts dergleichen. Wie der fünf Jahre ältere dicke Rabauke auf dem Bolzplatz wollte er nur kaputt machen, zerstören, das Spiel verderben. Chelsea wollte Erfolg um jeden Preis. Dafür haben sie den Fußball verraten – und wurden belohnt. Für den Sport ist das eine Katastrophe.

Christian Spiller ist Redakteur im Ressort Sport bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.
Die 180 Minuten zwischen den Katalanen und den Männern des Mäzens Roman Abramowitsch waren ein Graus. Chelsea verbarrikadierte sich am eigenen Strafraum und negierte seine eigenen Stärken. Es verzichtete auf die Dynamik eines Drogba, das Auge eines Mata. Welch Verschwendung von Talent! Heraus kam zynischer Antifußball, eines Champions-League-Halbfinals unwürdig. Wer will so etwas sehen?
Barcelona ist das Opfer seiner eigenen Stärke geworden. Jene Mannschaft, die den Weltfußball in den vergangenen Jahren dominiert hat, die für das Schöne, Reine, Unverdorbene steht und damit die kindlich-naive Spielauffassung zu einem Erfolgsrezept machte, ist anderen Teams schlicht zu weit voraus. Die Gegner wurden feige und spielen einfach nicht mehr mit.
Aber wie soll die Evolution des Fußballs voranschreiten, wenn die Besten stets auf ein erbärmlicheres Niveau heruntergezogen werden? Mit ihren Ultradefensivtaktiken sind Mannschaften wie Chelsea für die Entwicklung des Fußballs ebenso gefährlich wie radikale, fundamentaloppositionelle Parteien für die Demokratie.
Muss man jetzt Angst haben um Barcelona? Werden sie kühler? Darf Messi nicht mehr dribbeln, Xavi nicht mehr passen? Ist die Ära des schönen Spiels gar vorbei? Schon vor zwei Jahren scheiterte Barcelona im Halbfinale der Champions League an Inter Mailand und José Mourinho. Die Katalanen machten weiter wie vorher und gewannen ein Jahr später alles, was es zu gewinnen gab. Dem Fußball ist zu wünschen, dass sie auch diesmal nicht anfangen zu grübeln.






dass die Defensivspezialisten gegen die Schönspieleer gewonnen haben.
Fussball besteht nicht nur aus Schönspeielerei und Dribblings, sondern auch maßgeblich aus taktischer Disziplin und der Fähigkeit, die gegnerische Kreativabteilung zu neutralisieren.
Bravo, Chelsea.
Für Zuschauer war das Spiel Spannung pur. Es wurde schöner Fußball gespielt. Es wurde hässlich dagegen gehalten. Es gab Dramatik von Anfang bis Ende.
Was möchte man mehr. Ein Start-Ziel-Sieg von Barca wäre doch einfach langweilig gewesen.
Wer die letzten 3 Spiele der Barça FC verfolgt hat kann nur sich über die Pechsträhne meiner Lieblingsmannschaft nur wundern:4 Schüsse direkt in den Pfosten,ein vergeigter Penalty und ein Gegentor in der allerletzten Minute.Allerdings gebe ich Trollschoppe in einem Punkt Recht:Die Kreativabteilung hat Gestern in der Verteidigung sträflich versagt.
... wird Barca "Plan-B" Spieler (Marke:Peter Crouch)holen, die man gegen solche kranken Gegner wie Chelsea einwechseln kann. Dann kann man auch mal flanken, anstatt den Ball immer über 16 Stationen dahin zurückzupassen, wo er herkommt. Bin mir sicher!(hoffentlich holen sie nicht Robert L.)
Da die Spanier ja den int. Fussball sowieso dominieren, ist es ok für Barca auchmal Pech zu haben. Vorallem, weil jetzt Bayern die Chance hat auf den Pokal. Da bin ich mit einem leichten Grummeln im Bauch sogar mal auf der Seite der Engländer...
Ich pflichte dem Pro-Barcelona-Argumenten völlig zu - und all diejenigen die jetzt die "Defensivspezialisten" von Chelsea loben - ich habe nohc nie eine Mannschaft im CL-Halbfinale gesehen,die zu zehnt um den eigenen Strafraum gestanden haben.Wozu braucht man denn dann noch solche Fussballer wie Mata oder Lampard? Das hatte etwas von Belagerung von Barcelona aber mit Fussball garnichts am Hut.
Im Grunde ähnelte dieses Spiel dem Spiel gegen Inter Mailand, nur das hier Chelsea viel weniger zu bieten hatte.
Und das Barcelona in Schönheit stirbt , glaube ich auch nicht:Das Team hat sehr viele Titel in den letzten Jahren gesammelt.
Das was Barcelona gestern gefehlt hat war ein Stürmer vom Format David Villas,ein echtere Knipser eben - denn wenn Messi keinen guten Tag erwischt,wie gestern ,sieht es doch recht mau aus an Leuten,die auch einmal die Tore machen koennen - Pedro war zB auch nicht in Topform und wurde erst garnicht eingewechselt.
Hoffentlich bleibt Barcelona ihrer Linie treu und zieht keine falschen Schluesse aus der Niederlage.
Man sollte nicht vergessen, dass Fußball in erster Linie Sport ist und Sport ist nunmal Wettkampf. Davon zu sprechen, dass nur Fußball gespielt werden darf, der schön ist, ist arrogant und ein Verrat an den Sport selbst. Vorrauszusetzen, dass alle Kinder so sein wollen, wie Messi und ständig nur Dribbeln und Tore schießen wollen, ist genau so engstirnig wir falsch. Darf jetzt ein ungelenkes, aber stämmiges Kind nicht mehr Fußball spielen und gut darin sein was es kann? Es mag ja hübsch anzusehen sein, wenn ein filigraner Spieler mit dem Ball gut umgehen kann, aber ist eine gute Taktik nicht noch viel interessanter und bewundernwerter? Es ist ein Mannschaftssport und dort sollten sich Individualisten einreihen und genau das hat Chelsea gestern hervorragend gemacht. Beide Spiele gegen Barcelona waren für Taktikfreunde, wie ich es einer bin, wunderbar anzusehen.
Ich denke so ein Spiel wie gestern ist keine Katastrophe für den Sport, sondern eine absolute Bereicherung. Denn nun ist Barcelona gezwungen sich auch mal auf solche Mannschaften einzustellen zu müssen und kann der Welt nicht ihren Stil aufdrücken. Sonst brauchen wir bald auch garnicht mehr um die CL spielen, sondern gleich Barcelona den Pokal überreichen, weil sie ja den schönsten Sport aller Mannschaften betreiben.
Achja, überreichen wir doch auch gleich die Olympische Goldmedallie an den elegantesten Hochspringer. Das Ergebnis zählt ja doch nicht so viel, wie die Ästetik.
"Manche Teams entwickeln faszinierende Gegentaktiken, die einige meiner Kollegen ins Schwärmen kommen lassen, viele setzen aber ganz einfach auf die seit 2010 als Inter-Taktik bekannte ultradefensive Spielweise, die als landläufig als einzig probates Mittel zur Bezwingung Barcas gilt.
Auch der Chelsea FC bediente sich dieser Spielweise und trieb diese auf eine sehr unrühmliche Spitze."
Aus: http://spielverlagerung.d...
Fußball ist Sport und kein Ballett? Ein zynischer Kommentar! der Zweck heiligt die Mittel... Sie sind ein Taktikfreund? Ich auch! Chelseas Taktik war Feigheit hoch Tausend. Schade, dass Barcelona von den sieben hochkarätigen Chancen in London keine einzige genutzt hat. Natürlich sind sie selbst schuld, niemand sonst. Auch gestern hätte Messi einfach nur ins Tor aus elf Metern treffen müssen, fertig. Aber, lieber Herr, lassen Sie uns bitte trotzdem diesen wunderbaren und technisch so unglaublich hochwertigen Fußball lieben und den FC Barcelona beweinen, denn auch das gehört zum Sport. Sie werden uns nicht aufzwingen, wie wir Fußballliebhaber und, ich bekenne mich schuldig!, Fußballromantiker zu reagieren haben. Ihr Zynismus ist Ihr Problem, nicht meins. Ich trauere gerne angesichts solch einer "Tragödie". Es war von daher okay, was gestern passiert ist, denn selten haben Fans des schönen Fußballs so offen diese Art von Destruktiv-Fußball kritisieren können wie jetzt im Internetzeitalter. Chelsea wird für Chelsea gewinnen, Barcelona für die ganze Welt! Und, macht es klick? Barcelona ist ein Vorbild für die Kids, nicht der italienische Fußball, den Chelsea gestern so schamlos geboten hat. Wie Inter vor zwei Jahren. Und wer bewundert Inter? Zyniker! Barcelona wird jetzt noch mehr Fans haben, und das haben sie verdient. Hoffen wir, dass Spanien sich bei der EM von diesem Ergebnis nicht abschrecken lässt und wieder so schön spielt wie bei der letzten EM!!!
"Beide Spiele gegen Barcelona waren für Taktikfreunde, wie ich es einer bin, wunderbar anzusehen."
Na dann Sie Taktikfuchs, legen Sie mal los. Was genau haben Sie den da gesehen, das ihnen solche Freude bereitet hat? Ich jedenfalls habe 11, später 10 Angsthasen beobachtet, die sich am eigenen Strafraum verbarrikatiert haben und mit unglaublich viel Glück (Ja, Glück, nix mit Taktik uns so)weiter gekommen sind.
80% Ballbesitz, Latte, Pfosten usw.
[...]
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.
Ballett braucht zumindest genau so viel Physis wie der Fußball! Ansonsten, alles in allem ein guter Beitrag.
Gruß B.B.
"... Es mag ja hübsch anzusehen sein, wenn ein filigraner Spieler mit dem Ball gut umgehen kann, aber ist eine gute Taktik nicht noch viel interessanter und bewundernwerter? Es ist ein Mannschaftssport und dort sollten sich Individualisten einreihen..."
Barca ist eben nicht nur ein Team von (zusammengekauften) Individualisten und Selbstdarstellern, sondern - das macht die Besonderheit dieser Mannschaft aus - spieltaktisch und mannschaftlich auf einem mindestens so hohen Niveau, wie die fußballerischen Fertigkeiten der einzelnen Spieler. Das kann man zuverlässig immer dann beobachten, wenn das Spiel ohne Ball ansteht, in dem die Mannschaft kollektives Offensivpressing betreibt. Auch das schnelle Passspiel setzt taktisch bis aufs feinste abgestimmte mannschaftliche Bewegungsabläufe voraus.
"Manche Teams entwickeln faszinierende Gegentaktiken, die einige meiner Kollegen ins Schwärmen kommen lassen, viele setzen aber ganz einfach auf die seit 2010 als Inter-Taktik bekannte ultradefensive Spielweise, die als landläufig als einzig probates Mittel zur Bezwingung Barcas gilt.
Auch der Chelsea FC bediente sich dieser Spielweise und trieb diese auf eine sehr unrühmliche Spitze."
Aus: http://spielverlagerung.d...
Fußball ist Sport und kein Ballett? Ein zynischer Kommentar! der Zweck heiligt die Mittel... Sie sind ein Taktikfreund? Ich auch! Chelseas Taktik war Feigheit hoch Tausend. Schade, dass Barcelona von den sieben hochkarätigen Chancen in London keine einzige genutzt hat. Natürlich sind sie selbst schuld, niemand sonst. Auch gestern hätte Messi einfach nur ins Tor aus elf Metern treffen müssen, fertig. Aber, lieber Herr, lassen Sie uns bitte trotzdem diesen wunderbaren und technisch so unglaublich hochwertigen Fußball lieben und den FC Barcelona beweinen, denn auch das gehört zum Sport. Sie werden uns nicht aufzwingen, wie wir Fußballliebhaber und, ich bekenne mich schuldig!, Fußballromantiker zu reagieren haben. Ihr Zynismus ist Ihr Problem, nicht meins. Ich trauere gerne angesichts solch einer "Tragödie". Es war von daher okay, was gestern passiert ist, denn selten haben Fans des schönen Fußballs so offen diese Art von Destruktiv-Fußball kritisieren können wie jetzt im Internetzeitalter. Chelsea wird für Chelsea gewinnen, Barcelona für die ganze Welt! Und, macht es klick? Barcelona ist ein Vorbild für die Kids, nicht der italienische Fußball, den Chelsea gestern so schamlos geboten hat. Wie Inter vor zwei Jahren. Und wer bewundert Inter? Zyniker! Barcelona wird jetzt noch mehr Fans haben, und das haben sie verdient. Hoffen wir, dass Spanien sich bei der EM von diesem Ergebnis nicht abschrecken lässt und wieder so schön spielt wie bei der letzten EM!!!
"Beide Spiele gegen Barcelona waren für Taktikfreunde, wie ich es einer bin, wunderbar anzusehen."
Na dann Sie Taktikfuchs, legen Sie mal los. Was genau haben Sie den da gesehen, das ihnen solche Freude bereitet hat? Ich jedenfalls habe 11, später 10 Angsthasen beobachtet, die sich am eigenen Strafraum verbarrikatiert haben und mit unglaublich viel Glück (Ja, Glück, nix mit Taktik uns so)weiter gekommen sind.
80% Ballbesitz, Latte, Pfosten usw.
[...]
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.
Ballett braucht zumindest genau so viel Physis wie der Fußball! Ansonsten, alles in allem ein guter Beitrag.
Gruß B.B.
"... Es mag ja hübsch anzusehen sein, wenn ein filigraner Spieler mit dem Ball gut umgehen kann, aber ist eine gute Taktik nicht noch viel interessanter und bewundernwerter? Es ist ein Mannschaftssport und dort sollten sich Individualisten einreihen..."
Barca ist eben nicht nur ein Team von (zusammengekauften) Individualisten und Selbstdarstellern, sondern - das macht die Besonderheit dieser Mannschaft aus - spieltaktisch und mannschaftlich auf einem mindestens so hohen Niveau, wie die fußballerischen Fertigkeiten der einzelnen Spieler. Das kann man zuverlässig immer dann beobachten, wenn das Spiel ohne Ball ansteht, in dem die Mannschaft kollektives Offensivpressing betreibt. Auch das schnelle Passspiel setzt taktisch bis aufs feinste abgestimmte mannschaftliche Bewegungsabläufe voraus.
"[...]Der FC Chelsea wollte in seinen beiden Champions-League-Spielen gegen den FC Barcelona nichts dergleichen."
Also ich habe gestern viele lachende, jubelnde und glückliche Spiele von Chelsea London gesehen.
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