Champions LeagueBayern hat, was Dortmund fehlt

Der Triumph von Madrid zeigt, dass der FC Bayern alles mitbringt, was man in Europa braucht: Nehmerqualitäten, Reife und Potenz, kommentiert O. Fritsch.

Mannschaft mit Steherqualitäten: Bayern München beim Elfmeterschießen

Mannschaft mit Steherqualitäten: Bayern München beim Elfmeterschießen

Eine Szene zu Beginn des Spiels in Madrid beschreibt die Stärke des FC Bayern am besten: David Alaba hat gerade einen unberechtigten Elfmeter verursacht, der sein Team in Rückstand brachte und ihm eine Gelbe Karte einbrachte, die ihn in einem möglichen Finale nur zuschauen lassen würde. Ein paar Sekunden später nur schnappt sich der 19 Jahre junge Außenverteidiger den Ball, rennt nach vorne, vorbei an vier verstörten Madrilenen und bereitet die Chance zum Ausgleich vor. Arjen Robben nutzt sie zwar nicht, doch Alabas Lauf ist ein zweifaches Signal. Der eigenen Mannschaft macht es Mut, dem Gegner zeigt es Verwundbarkeit.

Kein Verzagen, sofort zurückschlagen – das ist der FC Bayern in dieser Champions League. Wie die Enttäuschung der verpassten Meisterschaft hat die Mannschaft den Rückstand in Madrid weggesteckt und eine der weltbesten Mannschaften, den wohl kommenden spanischen Meister, ausgeschaltet. Auch die internen Konflikte der vergangenen Monate haben der Heynckes-Elf in den entscheidenden Momenten nicht die Konzentration nehmen können, auch weil ihr erfahrener Trainer sie gut moderiert hat.

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Überragt haben die Bayern in dieser Europapokalsaison eigentlich nur gegen Madrid. Doch auch in den Spielen zuvor waren sie stets souverän, nie am Rande des K. o. Man muss den Vergleich der beiden besten deutschen Vereine nicht überstrapazieren und auch die Unberechenbarkeit des Fußballs bedenken – doch für Borussia Dortmund war fast jedes Gegentor von Marseille, Piräus und Arsenal ein Wirkungstreffer, der das junge Team aus dem Konzept brachte.

Was in der Champions League gefragt ist, muss der Deutsche Meister noch lernen. Bayern, aber auch der Finalgegner Chelsea, haben es in zwei denkwürdigen Halbfinals vorgemacht. Weniger taktische Feinheiten haben mit ihnen gesiegt, sondern Nehmerqualitäten, Reife, im Fall der Bayern auch die Nerven am Elfmeterpunkt. Oder, um den völlig ausgelaugten Spielmacher und Siegtorschützen Bastian Schweinsteiger zu umschreiben, Potenz.

Das "Finale dahoam", ein Novum in der Champions League, belohnt die Bayern für eine Saison, in der sie trotz dünnem Kader in allen drei Wettbewerben den Ton mitangeben. Der 19. Mai wird ein emotionaler und historischer Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Es ist die zweite Endspielteilnahme in den vergangenen drei Spielzeiten, die vierte in den vergangenen vierzehn. Der FC Bayern München, die gefürchtete wie respektierte "Bestia Negra", bleibt ein Schwergewicht im internationalen Fußball. Als einziger deutscher Verein. Und als einer der wenigen in Europa ohne Schulden.

 
Leserkommentare
  1. Dortmund ist Deutscher Meister und Bayern steht im Finale der Championsleague ... so sieht´s aus.

    Wenn Dortmund nächstes Jahr das Finale erreichen sollte ist es auch ok. Also ich verstehe die Aufregung nicht.

    Bayern hat den Titel auf jeden Fall verdient und muss ihn sich nur noch am 19. Mai abholen. Dazu müssen sie aber nochmal so richtig Gas geben!!!

  2. Redaktion

    Mein Herz schlägt für die SV Blankenese, vielleicht noch Altona 93.

    Eine Leserempfehlung
  3. Völlig verdient triffts eher.

  4. festzumachen, finde ich den anderen Vereinen gegenüber, egal wie die nun heißen, ein wenig ungerecht und wird der Sache BL bestimmt nicht gerecht!!! Oder spiele die ab sofort, in meinetwegen fünf Hin.- und Rückspielen, alleine den Meister aus??? Wäre doch langweilig. Oder? Die anderen Vereine nur so als nu mal nötiges Beiwerk zu betrachten, wird den Vereinen und deren Anhänger, in keinster Weise gerecht. Vielleich denken Sie und die Zeit-online mal darüber nach. Wäre schön!!!

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    • Asura
    • 26.04.2012 um 14:43 Uhr

    Laut Aussagen von 90% des sich für Fußball interessierenden Internetvolks, besteht la liga doch auch nur auch dem FC Warzelona und Real Madrid, weshalb die spanische Liga vorgeblich die beste sei und die Premier League besteht ja auch nur aus ManU&Shitty plus Chelsea, weshalb egtl. die britische die hervorragenste sei und überhaupt ist die Seria A die stärkste, hat diese doch Juve, Inter und den ACM. ;)

    • Asura
    • 26.04.2012 um 14:43 Uhr

    Laut Aussagen von 90% des sich für Fußball interessierenden Internetvolks, besteht la liga doch auch nur auch dem FC Warzelona und Real Madrid, weshalb die spanische Liga vorgeblich die beste sei und die Premier League besteht ja auch nur aus ManU&Shitty plus Chelsea, weshalb egtl. die britische die hervorragenste sei und überhaupt ist die Seria A die stärkste, hat diese doch Juve, Inter und den ACM. ;)

    • Asura
    • 26.04.2012 um 14:43 Uhr

    Laut Aussagen von 90% des sich für Fußball interessierenden Internetvolks, besteht la liga doch auch nur auch dem FC Warzelona und Real Madrid, weshalb die spanische Liga vorgeblich die beste sei und die Premier League besteht ja auch nur aus ManU&Shitty plus Chelsea, weshalb egtl. die britische die hervorragenste sei und überhaupt ist die Seria A die stärkste, hat diese doch Juve, Inter und den ACM. ;)

  5. Ich finde Ihre Kommentare ehrlich gesagt bedenklich. Neid, Missgunst, "Feindschaften", "Gleiches mit Gleichem vergelten". Am besten nach dem Spiel dann noch ne' ordentliche Schlägerei, oder bleibst beim Maulheldentum?

    Man ersetze in Ihren Kommentaren Fußball durch Religion und die Vereinsnamen durch verschiedene Glaubensgemeinschaften, dann sieht man schnell wohin solche Ansichten führen können.

    Und ich bleibe dabei: Fußball ist Sport. Alles andere wird von irgendwelchen Menschen reininterpretiert die scheinbar sonst keine Freude haben.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Klar, kann man das."
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    • Asura
    • 26.04.2012 um 15:21 Uhr

    Ich schrieb vorhin noch ausdrücklich, dass man die aufgesetzten Fußball-Rivalitäten tunlichst nicht mit Realwelt-Bezügen bedenken sollte und man schon in der Lage sein solle, zu differenzieren.
    Ist hier einigen scheinbar unmöglich.

    • Asura
    • 26.04.2012 um 15:21 Uhr

    Ich schrieb vorhin noch ausdrücklich, dass man die aufgesetzten Fußball-Rivalitäten tunlichst nicht mit Realwelt-Bezügen bedenken sollte und man schon in der Lage sein solle, zu differenzieren.
    Ist hier einigen scheinbar unmöglich.

  6. Als wuerden Sie sich mit anderen Fans wirklich auf eine dialektische Diskussion einlassen...

    Sie muessten dann naemlich auch bereit sein falsches Denken Ihrerseits zu erkennen.

    Ich habe Ihnen in meinem langen Kommentar mitnichten arrogant oder aehnliches dialektisch angefangen zu erklaeren worauf Sie sich eine Rosine rauspickten. Das gehtb kontraer zu dem was Sie nun schreiben und wirkt eher arrogant und selbstbildlos.

    Antwort auf "Klar, kann man das."

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