Wer spielte wie gegen wen?

Borussia Dortmund – VfB Stuttgart 4:4
1. FC Nürnberg – Bayern München 0:1
1. FC Kaiserslautern – Hamburger SV 0:1
Werder Bremen – FSV Mainz 05 0:3
Bayer Leverkusen – SC Freiburg 0:2
FC Augsburg – 1. FC Köln 2:1
Hertha BSC – VfL Wolfsburg 1:4
Hannover 96 – Borussia Mönchengladbach 2:1
1899 Hoffenheim – FC Schalke 04 1:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Stuttgart, 4:4, ein Spiel zum an die Wand hängen, ein Freitagskrimi, ein Sport-Drama, eine Fußball-Orgie. Müsste man einen Skeptiker von der Schönheit des Fußballs überzeugen, man würde ihm die DVD dieser Partie überreichen. Sechs Tore (das gab es zuvor vor 30 Jahren) in den letzten 20 Minuten, dreimal wechselte in dieser Zeit die Führung (keine Ahnung, ob es das schon mal gab). Selbst die Kollegen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kamen nicht mit. Deren Meldung endete schon nach dem 2:1 mit einem Halbsatz reinster Fußball-Poesie: "...ehe sich in der Schlussphase die Ereignisse überschlugen." Auch Jürgen Klopp überschlug sich fast, als er nach dem 4:3 seiner Mannschaft einen Weitsprung zeigte, der an den Satz von Bob Beamon 1968 erinnerte. Bruno Labbadia, jubeltechnisch in einer anderen Sportart zu Hause, glänzte mehrmals mit der Beckerfaust. "Für solche Spieler lohnt es sich, Trainer zu sein", sagte er. Endorphine überall, nur Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic wurde unappetitlich. "Da geht einem das Zäpfchen ab", sagte er.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Robin Dutt hätte gern das Spiel seiner Ex-Mannschaft verpasst. Ihm wäre einiges erspart geblieben. Eine weitere Niederlage und, was schlimmer wiegt, Hohn und Spott der Fans ("Ohne Robin wär' hier gar nichts los"). Am Sonntag erschien Dutt dann auf einer Pressekonferenz. Ein sicheres Zeichen, dass etwas passiert war. Er redete davon, dass er "den Schlüssel in der Hand" gehabt, die Tür zum Erfolg aber nicht gefunden hätte. Jetzt haben seine Chefs Rudi Völler und Wolfgang Holzhäuser dem Schlüsselkind Dutt die Tür zum Ausgang gezeigt. Falls der ausgesperrte Dutt noch ein paar Liebesbriefe von Michael Ballack in seinem Büro vergessen hat, muss er also über einen Umweg in die Geschäftsstelle. (Liebe Kinder: Bitte nicht nachmachen). Offizielle Trainer sind nun Sami Hyypiä, ein ehemaliges Leverkusener Abwehrschlachtross, das gerade in Finnland für seiner Trainerlizenz büffelt, und Sascha Lewandowski, bisher Trainer der U19. 

Wer stand im Blickpunkt?

Patrick Helmes hätte viel zu erzählen, wenn er denn erzählen würde. Über sich, seinen Trainer Felix Magath und das Leben. Er traut sich aber nicht. Noch im Spätherbst war der Stürmer des VfL Wolfsburg das Bauernopfer des Schachspielers Magath. Er wurde öffentlich schlecht geredet, in die Amateurmannschaft abgeschoben und jedem Verein feilgeboten wie ein klappriger Golf I. Weil Helmes niemand wollte und er langsam Rost ansetzte, durfte er irgendwann doch wieder mitspielen. Seitdem traf er sechsmal in sechs Spielen. Zweimal auch bei der Hertha in Berlin , die ihrerseits die absurdesten Torchancen ausließ. Mittlerweile lobt auch der Bundestrainer Patrick Helmes, die EM-Tür ist offen. Und was sagt Helmes zu dem Ganzen? "Es hat keine Sau interessiert, wie es mir geht, und jetzt soll plötzlich alles wieder gut und schön sein?" Das ist doch ein Anfang.