Bundesliga, 30. SpieltagHertha rückt dem Abstieg näher

Freiburg besiegt Berlin, Mönchengladbach schafft in Überzahl keinen Sieg, Köln kassiert vier Tore und der VfB Stuttgart siegt weiter. Alle Spiele im Überblick. von dpa

Herthas Trainer Otto Rehhagel während des Spiels gegen den SC Freiburg in Berlin

Herthas Trainer Otto Rehhagel während des Spiels gegen den SC Freiburg in Berlin  |  © Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Hertha BSC - SC Freiburg 1:2

Für Hertha BSC und Otto Rehhagel wird der Abstieg immer wahrscheinlicher, der SC Freiburg kann dagegen den Rettungssekt kalt stellen. Mit der Niederlage gegen die Breisgauer bleibt der Aufsteiger aus Berlin vier Spieltage vor Saisonende der Bundesliga weiter auf einem Abstiegsplatz, die Hoffnung auf Rettung geht gegen Null. Freiburg hat mit dem siebten Spiel ohne Niederlage nacheinander nun hingegen bereits sechs Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16.

Gegen die nach der Winterpause erstarkten Freiburger lief von Beginn an alles gegen Hertha. Schon die erste Offensivaktion der Gäste führte zum Erfolg: Garra Dembelé brachte eine eher harmlose Eingabe vor das Berliner Tor. Herthas Profi Roman Hubnik lenkte den Ball vom Elfmeterpunkt unglücklich ins eigene Tor (8. Minute).

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Die Freiburger spielten mit dem Selbstbewusstsein von 14 Punkten aus den letzten sechs ungeschlagenen Spielen. Dembelé hätte nach schönem Doppelpass schon zehn Minuten nach der Führung erhöhen können, traf aber aus bester Position nur die Latte. Und gegen den durchgebrochenen Jonathan Schmid rettete Thomas Kraft mit toller Reaktion (30.).

Hertha mühte sich, trug aber sichtbar schwer an der psychischen Last, unbedingt gewinnen zu müssen. Zwar war der Willen bei den Berlinern zu erkennen, ein Konzept vor allem in der Offensive aber nicht. Rehhagel beobachtete mit verschränkten Armen lange Zeit fast reaktionslos das Spiel seiner Profis, dem System und Genauigkeit fehlte. Es dauerte letztlich bis zur 44. Minute, ehe Hertha die erste Chance verbuchte: Raffael köpfte eine Freistoßflanke kläglich vorbei.

Nach der Pause intensivierten die Berliner ihre Bemühungen. In der 57. Minute spielte Ben-Hatira den ersten Torschuss des Spiels auf die Breisgauer, aber Oliver Baumann parierte problemlos.

Hertha wurde stärker, verpasste bei einem Schuss von Pierre-Michel Lasogga knapp den Ausgleich und fing sich fast postwendend Gegentor Nummer zwei (67.) ein. Im Mittelpunkt stand wieder Hubnik, der im Anschluss an einen weiten Abschlag amateurhaft in den Zweikampf mit Freis ging. Der SC-Stürmer spitzelte dem Tschechen den Ball vor der Nase weg, umkurvte Schlussmann Kraft und schob zum 2:0 ein. Als dem Hubnik  selbst in der 81. Minute dann der Anschlusstreffer gelang, kam noch einmal Hoffnung auf – vergeblich. Zu allem Überfluss verletzte sich Hubnik auch noch am Knöchel.

"Insgesamt ist das zu wenig", analysierte Herthas Andreas Ottl nach dem Schlusspfiff, "aber wir haben immer noch vier Spiele. Die Schlacht ist noch nicht verloren." Ottl ist sich sicher, dass es im Abstiegskampf "bis zum Ende ganz eng" bleibt. Daher müsse man diese Schlappe nun "schnell aus den Köpfen kriegen".

Rehhagel hatte die selbe Startelf wie beim jüngsten 0:0 in Gladbach in die "Entscheidungsschlacht" geschickt. "Unsere Tabellensituation ist eindeutig, wir alle wissen, dass wir uns keine Ausrutscher mehr erlauben dürfen", hatte Herthas Präsident Werner Gegenbauer vor dem Anstoß nochmals auf die prekäre Lage seines Clubs aufmerksam gemacht. Rehhagel hatte den Abwärtstrend trotz vieler Maßnahmen und konsequenter Abschottung seines Teams nicht stoppen können; eine Rettung ist kaum noch in Sicht.

Hertha BSC: Kraft - Lell, Hubnik, Bastians, Kobiaschwili - Ottl (62. Ebert), Niemeyer - Rukavytsya (46. Lasogga), Raffael, Ben-Hatira (76. Torun) - Ramos

SC Freiburg: Baumann - Ginter, Mujdza, Sorg, Diagné - Schmid, Flum, Guédé, Caligiuri (73. Rosenthal) - Freis (90.+1 Santini), Dembélé (83. Reisinger)

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)

Zuschauer: 45.778 Tore: 0:1 Hubnik (7./Eigentor), 0:2 Freis (67.), 1:2 Hubnik (81.)

Gelbe Karten: Ebert (5), Kraft (3), Lell (9), Torun (3) / Dembélé (1)

Beste Spieler: Kraft, Raffael / Flum, Freis, Dembélé

Leserkommentare
  1. Abstiegssaison.

    Was ähnlich "haarsträubend" ist.., ist jedoch die Chancenverwertung.

    So..wird das 2. Abstieg innerhalb weniger Jahre kaum noch zu verhindern sein.
    Mit ach und krach könnte jedoch noch der Relegationsplatz zu erreichen sein. Und andere Mitbewerber lassen auch Federn.:Köln bekam heute von den Mainzer 4 stück eingeschenkt....

    • c2j2
    • 11. April 2012 7:26 Uhr

    2 Fehler in Überschrift und dem ersten Absatz...

    "Hertha BSC - SC Freiburg_er_ 1:2

    Für Hertha BSC und Otto Rehhagel wird der Abstieg immer wahrscheinlicher, der SC Freiburg kann dagegen den Rettungssekt kalt stellen. _Mit dem Sieg gegen die Breisgauer_ bleibt der Aufsteiger aus Berlin vier Spieltage vor Saisonende der Bundesliga weiter auf einem Abstiegsplatz, die Hoffnung auf Rettung geht gegen Null. "

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    • Hickey
    • 11. April 2012 7:56 Uhr

    lässt stark nach, bereits der 3 Artikel in 2 Tagen mit einigen logischen Fehlern.

    Vielleicht ne Stunde länger schlafen dann klappts auch mit der Wortwahl :)

    • Hickey
    • 11. April 2012 7:56 Uhr

    lässt stark nach, bereits der 3 Artikel in 2 Tagen mit einigen logischen Fehlern.

    Vielleicht ne Stunde länger schlafen dann klappts auch mit der Wortwahl :)

    Eine Leserempfehlung
    • kinnas
    • 11. April 2012 8:16 Uhr

    Dann lesen sie sich mal meine Kommentare der letzten Wochen durch. Ständig solche Fehler. Leider!

    Zum Spieltag: Ich finde es super, daß die Bundesliga mal wieder spannend ist!

    • Hainuo
    • 11. April 2012 8:27 Uhr

    Was machen sonst all die Leute in Berlin und Umgebung, die auch mal Bayern und Dortmund sehen wollen?

  2. Eigentlich ist es eine Peinlichkeit, dass es in Deutschland keinen Hauptstadt-Club gibt, der gleichzeitig auch ein Spitzenclub ist. In allen anderen europäischen Hauptstädten gibt es Clubs, die grundsätzlich Jahr für Jahr Meisterschaftsaspiranten oder gar Abbonenments-Meister sind. In der Hauptstadt spielt die Musik - nicht in der Provonz.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Hainuo
    • 11. April 2012 8:45 Uhr

    Sonst sehe ich keine Hoffnung für ihre Träume.

    Andere europäische Hauptstädte mögen Top-Clubs haben, die regelmäßig oben mitspielen. Dass die Hertha da nicht dazu gehört, ist nicht peinlich, sondern die Folge vieler anderer Ursachen. Die Qualität einer Mannschaft hängt nun mal nicht von der geografischen Lage der Stadt ab. Die Musik macht, wer gewinnt. Und das wird zum Glück immer noch auf dem Platz entschieden. Und eine so auftretende Hertha hat in meinen Augen - Haupstadtclub hin oder her - nichts in der 1. Bundesliga verloren.

  3. Redaktion

    Lieber c2j2, danke für den Hinweis. Wir haben die beiden Fehler im Spielbericht Berlin - Freiburg korrigiert. Sven Crefeld ZEIT Online

    • Hainuo
    • 11. April 2012 8:45 Uhr

    Sonst sehe ich keine Hoffnung für ihre Träume.

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