EM-Stadt DanzigGlücklich, dass die Deutschen kommen

Die Nationalelf wird ihr EM-Quartier in Danzig beziehen. Jener Stadt, vor deren Tor der Zweite Weltkrieg begann. Wen interessiert das in Danzig heute noch? Von U. Krökel

Janusz Baran, Besitzer des Dwór Oliwski Hotels, freut sich auf die Fußballer aus Deutschland.

Janusz Baran, Besitzer des Dwór Oliwski Hotels, freut sich auf die Fußballer aus Deutschland.

Über Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher führt der Weg immer tiefer in einen Wald. Doch dann tut sich unvermittelt eine Lichtung auf. Das "Freudental" empfängt den Besucher mit einem Luftzug, der von der nahen Ostsee herüberweht. Bäche plätschern zwischen reetgedeckten Landhäusern hindurch. "Es ist wahrhaftig ein Tal der Freude", sagt Maja Lubomańska zur Begrüßung.

Die junge Frau ist PR-Managerin des Fünf-Sterne-Hotels Dwór Oliwski. Hier, am Rande von Danzig, wird während der Europameisterschaft im Juni die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr Quartier beziehen. Der Deutsche Fußballbund hat das komplette Anwesen bis zum Finale am 1. Juli gebucht. Ein ausgedehnter Fitnessbereich mit Schwimmbad, Whirlpool und Sauna gehört ebenso dazu wie ein separater Restaurant- und Küchenkomplex. Zwei Golfplätze gibt es in der Nähe, und die rustikale Rumpelzufahrt erleichtert notfalls die Abschottung.

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"Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zur Quartierswahl. Tatsächlich hat es vor allem praktische Gründe, dass sich die deutschen Fußballer während der EM in Danzig niederlassen. "Die Abgeschiedenheit und die Ostseeluft, das ist genau das Richtige, um zwischen den Spielen durchzuatmen", sagt Niersbach. Auch die Danziger sind "glücklich darüber, dass die Deutschen hier sein werden", sagt der Bürgermeister Paweł Adamowicz im Gespräch.

Doch wer aus dem "Freudental" im Vorort Oliwa mit einem Schlenker an der Ostsee entlang in die Danziger Altstadt fährt, den kann ein mulmiges Gefühl beschleichen. Der Blick wandert hinüber zur Westerplatte, jener Halbinsel, mit deren Beschuss am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg begann. Das deutsche Kriegsschiff Schleswig-Holstein nahm Polen ins Visier. Die Wehrmacht überrannte das Land kurz darauf und eröffnete einen nie da gewesenen Vernichtungskrieg. Kann man in Danzig wirklich "glücklich" über die Anwesenheit der Deutschen sein?

Danzig

In Danzig (Gdańsk) leben 460.000 Menschen. Die Stadt wird jedoch meist als Kern einer Metropolregion mit einer Dreiviertelmillion Einwohnern begriffen. Zu dieser sogenannten Dreistadt (Trójmiescie) gehören der Kurort Sopot und die Hafenstadt Gdingen. Touristisches Muss ist die Altstadt mit Frauengasse und Langmarkt. Dort hat auch der berühmteste Danziger sein Büro: Friedensnobelpreisträger Lech Wałesa, der mit seiner Solidarność den Weg in die friedliche Revolution von 1989 bereitete. Der deutsche Literaturnobelpreisträger Günter Grass, ebenfalls in Danzig geboren, ist Ehrenbürger der Stadt.

Das Stadion

Das Danziger EM-Stadion, die nach einem Stromkonzern benannte PGE Arena, fasst 44.000 Zuschauer und ist Spielstätte des Erstligavereins KS Lechia Gdańsk. Drei Vorrundenspiele der Gruppe C (Spanien, Italien, Irland, Kroatien) und ein Viertelfinale werden dort ausgetragen. Vom 8. Juni an bis zum Finale am 1. Juli richten die Veranstalter auf dem plac Zebrań Ludowych nördlich der Danziger Altstadt eine Fanmeile für 30.000 Gäste ein.

Andrzej Januszajtis nähert sich der Frage auf Umwegen. Der alte Mann bittet zu einem Treffen vor St. Marien. Die mittelalterliche Backsteinkirche im Herzen der Hansestadt gehört zu den größten und schönsten Gotteshäusern Europas. Von der Ostsee weht auch hier ein scharfer Wind herüber, bündelt sich in den engen Gassen und treibt Januszajtis Tränen in die Augen. Doch selbst im Schutz der mächtigen Mauern von St. Marien verschwindet der Schleier nicht aus seinem Blick. Als der 83-Jährige die himmelwärts strebenden Gewölbe betritt, ist er sichtlich bewegt. Dabei kennt er jeden Pfeiler und jede Skulptur, so oft war er hier.

Januszajtis ist das, was man ein Urgestein nennt, auch wenn er nicht in Danzig geboren ist und "erst" seit rund 65 Jahren in der Stadt lebt. Nach dem Sturz des Kommunismus war der Universitätsdirektor fünf Jahre lang Vorsitzender des Stadtrats. Inzwischen hat er sich auf die Erforschung der 1.000-jährigen Geschichte seiner Heimat verlegt – aus polnischer Perspektive, wie er betont, denn trotz seines litauischen Namens und seines Geburtsortes Lida im heutigen Weißrussland sei er "unzweifelhaft ein Pole".

Die Marienkirche ist für Januszajtis Inbegriff Danziger Geschichte. Schnell steuert er das Seitenschiff an. "Das dort ist mein Lieblingskind", sagt er und weist auf einen hohen Holzkasten mit Zeiger. Abbildungen der Tierkreiszeichen und der Mondphasen sind darauf zu erkennen. "Es ist eine astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert. Wir haben sie rekonstruiert", sagt der emeritierte Physik-Professor.

Als sich die Überreste des Kunstwerks lange nach der Zerstörung im Weltkrieg wiederfanden, richteten Januszajtis und seine Freunde die Uhr in mühevoller Kleinarbeit wieder her. Das war in den finsteren achtziger Jahren, als in Polen nach dem Danziger Solidarność-Aufstand das Kriegsrecht herrschte.

Andrzej Januszajtis

Andrzej Januszajtis

"1990 begannen die Zeiger wieder zu laufen", erzählt er. Ausgerechnet 1990, als nicht nur in der Marienkirche, sondern in Polen und ganz Europa nach einem halben Jahrhundert des Kalten Krieges eine neue Zeitrechnung begann.

Die kurzen, festen Schritte von Januszajtis hallen im Kirchengewölbe lange nach. Der alte Mann selbst scheint eher das Echo der Vergangenheit zu hören. Er berichtet von den immer wieder wechselnden Loyalitäten der Stadt zu deutschen und polnischen Herrschern, zu Ordensrittern und Hansekaufleuten, zum Papst in Rom und zu protestantischen Preußen. Das 1.000-jährige Danzig wird in diesen Erzählungen zu einer Art Resonanzraum europäischer Geschichte und Kultur. Und der Weltkrieg, den Hitler und die Deutschen entfesselten?

Es zieht Januszajtis zurück zu seinem Lieblingskind, der astronomischen Uhr. Im Zentrum der Kalenderscheibe prangt eine Muttergottesfigur. "Wir wollen die Versöhnung mit den Deutschen", sagt er. "Die Alten sterben ohnehin aus. Sollen wir unseren Hass mit ins Grab nehmen?" Die Anwesenheit der deutschen Nationalmannschaft ist für Januszajtis kein Problem, "natürlich nicht!", sagt er.

Dabei hätte der 83-Jährige Grund genug zu Rachegefühlen. "Die Nazis haben fast die gesamte Familie meiner Mutter ermordet. Meine Tante haben sie auf offener Straße erschossen. Mein Vater hat im KZ sechs Monate durchgehalten. Dann wurde er krank, und sie haben ihm eine Spritze ins Herz gesetzt. Das war damals üblich. Bis heute habe ich seine Häftlingsnummer im Kopf. 19288 – ich werde diese Zahl nie vergessen", sagt Januszajtis und schweigt eine Weile. "Aber wie lange kann man hassen?", fragt er dann. "Am Ende des Krieges habe ich beschlossen, nicht mehr zu hassen. Weil der Hass mich selbst zerstört."

Januszajtis weiß um das Leid, auch der anderen. "Wir haben in Deutschland viele Freunde unter den vertriebenen Danzigern", erzählt er. "Als Pole kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Vertreibung ist ein Unrecht. Ich bin als Junge während des Krieges selbst dreimal zwangsumgesiedelt worden. Ich bedauere die Vertreibung der Deutschen. Für mich ist das eine Tragödie."

Die Frage, ob Danzig eine ursprünglich deutsche oder eine polnische Stadt sei, lässt Januszajtis nicht gelten. "Der Nationalismus ist ein Kind des 19. Jahrhunderts", sagt er. "Und nun hat in Danzig ohnehin eine neue, eine europäische Zeitrechnung begonnen“, fügt er hinzu. Dann wandert sein Blick wieder zur astronomischen Uhr. "Wir haben hier nur ein Problem", sagt der alte Mann und lächelt. "Unsere Danziger Uhr geht eine halbe Stunde pro Jahr nach. Wir müssen die Differenz zur echten Zeit immer wieder mechanisch ausgleichen."


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Leserkommentare
  1. "Aber wie lange kann man hassen?", fragt er dann. "Am Ende des Krieges habe ich beschlossen, nicht mehr zu hassen. Weil der Hass mich selbst zerstört."

    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen - und besser lässt es sich nicht in Worte fassen. Denn Hass und Unversöhnlichkeit erzeugt Hass und Unversöhnlichkeit ...

    13 Leserempfehlungen
    • th
    • 10.04.2012 um 19:45 Uhr

    Der Bericht über den alten Herrn aus Danzig ist gut, Versöhnung ist wichtig, und natürlich soll man die Vergangenheit nicht vergessen. Aber würden Sie aus Rotterdam hauptsächlich über das Bombardement 1939, aus London vor allem über "the Blitz", aus Amsterdam vor allem über die Hungersnot 1945 berichten, wenn dort ein sportlicher Wettkampf (oder z.B. ein "Song Contest") stattfinden sollte?

    Ich meine, es gibt über Polen und insbesondere auch über Danzig doch noch etwas anderes zu berichten, als die "Verarbeitung" des 2. Weltkriegs und der deutschen NS-Verbrechen (sowie der darauf folgenden Zwangsumsiedlungen)!

    Insbesondere, wenn es um ein europäisches Ereignis wie die EM geht.

    Polen hat sogar in der kommunistischen Zeit immer versucht, den Kontakt mit dem Westen aufrecht zu erhalten. Auch die alte Bundesrepublik hatte schon seit Mitte der 70er Jahre mit Polen ein zunehmend entspanntes Verhältnis, die Solidarnosc hat 1980 gezeigt, dass die polnische Gesellschaft sich nicht mit dem "Ostblock" identifizierte, seit 1989/90 ist Polen frei, 1990 haben Deutschland und Polen die Grenzfrage endgültig ad acta gelegt, seit 2001 ist Polen EU-Mitglied - es wird Zeit, in die Zukunft zu blicken!

    7 Leserempfehlungen
  2. Ein sehr schöner Bericht. Nichts ist wahrer als Herr Januszajtis' Worte.

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  3. Finde auch, dass der Artikel schön und einfühlsam ist. Bleibt zu hoffen, dass es wirklich noch zahlreiche polnische (Neu-)Danziger gibt, die ebenso wie Hr. Januszajtis denken und fühlen. Persönlich finde ich, dass der Zweite Weltkrieg - obgleich nunmehr fast 70 Jahre zurückliegend - noch immer alles andere als vollends aufgearbeitet ist. Man braucht da nur mal zu den bildungsferneren Schichten Englands, Polens oder Russlands zu gehen, um festzustellen wie stark antideutsche Ressentiments noch immer ausgeprägt sind. Selbstverständlich stellt sich die Frage der Kriegsschuld und die historische Verantwortung der Deutschen für die NS-Verbrechen nicht. Aber ebenso sollte man in einem Europa des 21. Jahrhunderts. auch erwarten können, dass auch die (ebenfalls systematisch) durchgeführte Vernichtung der deutschen Kultur ab 1943 auch thematisiert wird. Das hat nichts mit Revisionismus zu tun, sondern lehrt einfach nur, dass Menschen sich überall bewusst sein müssen, was sie da herbeirufen, wenn sie nach Krieg schreien. Ich bin zwar kein Deutscher, aber wenn ich mir die Bilder des alten Ulm, des alten Frankfurt, des alten Hildesheim, uvm. anschaue, dann packt mich eine tiefe Traurigkeit darüber, dass Churchill und seine RAF den europäischen Kontinent um fast das gesamte architektonische Kulturerbe der Hochgotik gebracht haben. Gleichsam, sind sprachlich die deutschen Dialekte Schlesisch, Pommerisch, etc. ausgestorben. Der Artikel ist m.E. ein schöner Beitrag zur Aufarbeitung dessen.

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    • Vöbeo
    • 10.04.2012 um 23:25 Uhr

    "Das hat nichts mit Revisionismus zu tun, sondern lehrt einfach nur, dass Menschen sich überall bewusst sein müssen, was sie da herbeirufen, wenn sie nach Krieg schreien"

    Kriegsverbrechen?
    Die sind also dann legitim, wenn sie die Verteidiger machen?

    • Vöbeo
    • 10.04.2012 um 23:25 Uhr

    "Das hat nichts mit Revisionismus zu tun, sondern lehrt einfach nur, dass Menschen sich überall bewusst sein müssen, was sie da herbeirufen, wenn sie nach Krieg schreien"

    Kriegsverbrechen?
    Die sind also dann legitim, wenn sie die Verteidiger machen?

  4. Die Uhr aus alten Handelstagen, von der sich Überreste der Zerstörung wiederfanden, die in mühevoller Kleinarbeit repariert wurde und seit 1990 wieder tickt, ist ein wunderbares Gleichnis. Überhaupt ist der Bericht fein, mit subtiler Empathie erzählt.

    Dank langjähriger Arbeit auf beiden Seiten, nicht zuletzt aufgrund vieler Begegnungen Vertriebener mit den jetzigen Bewohnern, scheint es mir, wir müssen heute nicht mehr fragen, ob wir in Danzig willkommen sind.

    Vorausgesetzt natürlich, wir erweisen den Millionen Opfern der gewaltsamen Jahre d i e Ehre die ihnen zusteht:

    Wir nehmen ihr Leid als Auftrag, dankbar als Nachgeborene nun Hüter des Friedens zu sein.

    In diesem Sinn empfinde ich eine ganze Portion Glück über das gelingende europäische Projekt.

    2 Leserempfehlungen
    • Vöbeo
    • 10.04.2012 um 23:25 Uhr

    "Das hat nichts mit Revisionismus zu tun, sondern lehrt einfach nur, dass Menschen sich überall bewusst sein müssen, was sie da herbeirufen, wenn sie nach Krieg schreien"

    Kriegsverbrechen?
    Die sind also dann legitim, wenn sie die Verteidiger machen?

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    Ganz im Gegenteil! Mir geht es bei der Aussage darum auszudrücken, dass in meinen Augen Krieg oder nennen wirs "kriegerische Kampfhandlungen" nur als letztes Mittel der Selbstverteidigung bei gewaltsamen Angriff dienen kann, und auch nicht mehr als den Zweck der Selbstverteidigung erfüllen soll. Diese Grenze hat die Royal Air Force mit den Feuerstürmen in deutschen Altstädten deutlich überschritten, da mehr als einmal sogar jegliche "stratagische Rechtfertigung" obsolet ist (siehe Dresden).
    Wenn die Nürnberger Prozesse kein Siegertribunal gewesen wären, sondern beispielsweise nach den Prinzipien des Kriegsverbrechertribunals von Den Haag funktioniert hätten, dann wäre Churchills Platz ein-zwei Bänke von Göring entfernt gewesen. So wie heute ein Ante Gotovina sich neben einem Karadžić oder einem Mladić seiner Verantwortung stellen und das Urteil des Tribunals entgegen nehmen muss. Leider wird mit so einer Konsequenz auch heutzutage nur dann verfahren, wenn so "kleine Fische" wie Balkanstaaten, afrikanische Staaten, etc. im Spiel sind. Die Schwergewichte wie USA (Guantanamo, Irak, etc.), Russland (Tschetschenien) oder China (Tibet) pfeifen ganz offen auf solche werte. Sogar ein "Mittelgewicht" wie die Türkei kann es sich erlauben sich seiner Vergangenheit nicht zu stellen (Völkermord an den ostanatolischen Armenen, oder noch aktuell: Kurdenfrage).

    Aber ich will nicht weiter ausschweifen, hier solls ja um Sport gehen, und meine Botschaft ist inzwischen sicher auch angekommen :)

    Ganz im Gegenteil! Mir geht es bei der Aussage darum auszudrücken, dass in meinen Augen Krieg oder nennen wirs "kriegerische Kampfhandlungen" nur als letztes Mittel der Selbstverteidigung bei gewaltsamen Angriff dienen kann, und auch nicht mehr als den Zweck der Selbstverteidigung erfüllen soll. Diese Grenze hat die Royal Air Force mit den Feuerstürmen in deutschen Altstädten deutlich überschritten, da mehr als einmal sogar jegliche "stratagische Rechtfertigung" obsolet ist (siehe Dresden).
    Wenn die Nürnberger Prozesse kein Siegertribunal gewesen wären, sondern beispielsweise nach den Prinzipien des Kriegsverbrechertribunals von Den Haag funktioniert hätten, dann wäre Churchills Platz ein-zwei Bänke von Göring entfernt gewesen. So wie heute ein Ante Gotovina sich neben einem Karadžić oder einem Mladić seiner Verantwortung stellen und das Urteil des Tribunals entgegen nehmen muss. Leider wird mit so einer Konsequenz auch heutzutage nur dann verfahren, wenn so "kleine Fische" wie Balkanstaaten, afrikanische Staaten, etc. im Spiel sind. Die Schwergewichte wie USA (Guantanamo, Irak, etc.), Russland (Tschetschenien) oder China (Tibet) pfeifen ganz offen auf solche werte. Sogar ein "Mittelgewicht" wie die Türkei kann es sich erlauben sich seiner Vergangenheit nicht zu stellen (Völkermord an den ostanatolischen Armenen, oder noch aktuell: Kurdenfrage).

    Aber ich will nicht weiter ausschweifen, hier solls ja um Sport gehen, und meine Botschaft ist inzwischen sicher auch angekommen :)

  5. Ganz im Gegenteil! Mir geht es bei der Aussage darum auszudrücken, dass in meinen Augen Krieg oder nennen wirs "kriegerische Kampfhandlungen" nur als letztes Mittel der Selbstverteidigung bei gewaltsamen Angriff dienen kann, und auch nicht mehr als den Zweck der Selbstverteidigung erfüllen soll. Diese Grenze hat die Royal Air Force mit den Feuerstürmen in deutschen Altstädten deutlich überschritten, da mehr als einmal sogar jegliche "stratagische Rechtfertigung" obsolet ist (siehe Dresden).
    Wenn die Nürnberger Prozesse kein Siegertribunal gewesen wären, sondern beispielsweise nach den Prinzipien des Kriegsverbrechertribunals von Den Haag funktioniert hätten, dann wäre Churchills Platz ein-zwei Bänke von Göring entfernt gewesen. So wie heute ein Ante Gotovina sich neben einem Karadžić oder einem Mladić seiner Verantwortung stellen und das Urteil des Tribunals entgegen nehmen muss. Leider wird mit so einer Konsequenz auch heutzutage nur dann verfahren, wenn so "kleine Fische" wie Balkanstaaten, afrikanische Staaten, etc. im Spiel sind. Die Schwergewichte wie USA (Guantanamo, Irak, etc.), Russland (Tschetschenien) oder China (Tibet) pfeifen ganz offen auf solche werte. Sogar ein "Mittelgewicht" wie die Türkei kann es sich erlauben sich seiner Vergangenheit nicht zu stellen (Völkermord an den ostanatolischen Armenen, oder noch aktuell: Kurdenfrage).

    Aber ich will nicht weiter ausschweifen, hier solls ja um Sport gehen, und meine Botschaft ist inzwischen sicher auch angekommen :)

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    Antwort auf "Gut zu wissen."
  6. Dass Prof. Januszajtis freimütig erklärt, dass Vertreibungen menschenrechtswidrig sind, ist gut. Besser wäre es, dabei auch das Leid der menschlichen Opfer der Vertreibungen zu würdigen. So erwirkt man übergreifenden und wahren Frieden. Seit 1263 war Danzig die Heimat ihrer Vorfahren. Ihre Sprache und Kultur, die grosse Menschen und Werke hervorgebracht haben, waren deutsch. Das alles mussten sie zurücklassen als sie aus ihren Heimen gejagt wurden und mit ihren Bündeln loszogen. Viele verhungerten und starben am Strassenrand, andere gelangten in Viehwagen nach Berlin oder erreichten andere deutsche Orte, immer auf der Suche nach Nahrung und Rettung. Ist es nicht an der Zeit, dass wir aller schuldlosen Opfer von Krieg und Verbrechen gedenken ungeachtet ihrer Nationalität, Religion oder Rasse?

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    ... pflegte mein Vater selig, er wurde gleich nach der Lehre 1942 eingezogen, mußte 1944 seinen in Italien gefallenen Bruder und bei bei seiner Heimkehr seinen Vater betrauern, der als fast 50-Jähriger noch im Februar 1945 eingezogen und sofort in den sicheren Tod geschickt worden war, nur ganz trocken zu antworten: "Hättet ihr halt den Krieg gewonnen!"
    Schämen Sie sich!

    ... pflegte mein Vater selig, er wurde gleich nach der Lehre 1942 eingezogen, mußte 1944 seinen in Italien gefallenen Bruder und bei bei seiner Heimkehr seinen Vater betrauern, der als fast 50-Jähriger noch im Februar 1945 eingezogen und sofort in den sicheren Tod geschickt worden war, nur ganz trocken zu antworten: "Hättet ihr halt den Krieg gewonnen!"
    Schämen Sie sich!

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