Bundesliga-RückschauDann kam der Mann, der seine Spieler küsst

Christian Streich schafft mit Freiburg die Auferstehung, Jürgen Klopp duldet keinen Star neben sich, und Franck Ribéry lässt sich zum 29. was einfallen. Die Rückschau von 

Freiburgs Trainer Christian Streich

Freiburgs Trainer Christian Streich  |  © Thomas Niedermueller/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 1:3 (0:1)
1. FC Köln - Werder Bremen 1:1 (1:1)
VfB Stuttgart - 1. FSV Mainz 05 4:1 (1:1)
SC Freiburg - 1. FC Nürnberg 2:2 (0:2)
1. FC Kaiserslautern - Hoffenheim 1:2 (0:1)
Bayern München - FC Augsburg 2:1 (1:1)
Borussia Mönchengladbach - Hertha BSC 0:0 (0:0)
FC Schalke 04 - Hannover 96 3:0 (1:0)
Hamburger SV - Bayer Leverkusen 1:1 (1:0)

Wer stand im Blickpunkt?

"Da fahr`n wir nach Wolfsburg und hauen am Ostersamstag einen raus, der sich gewaschen hat". Das war Jürgen Klopps Plan. So hatte er's in dem ihm eigenen Duktus versprochen. Und genau so kam es. Obwohl nicht nur die Münchner auf einen Ausrutscher des Deutschen Meisters hofften, obwohl der FC Bayern im sogenannten Fernduell schon bevor in Wolfsburg angepfiffen wurde 1:0 führte, obwohl es langsam zum Fabelrekord wird, sind die Dortmunder nun nach dem 23. Spiel ungeschlagen. Das mag auch daran liegen, dass Klopp neben sich keinen Superstar in Dortmund duldet. Liebe Schwarzgelbverblendete, ja, Mario Götze wird vielleicht einmal der Größte, Kevin Großkreutz ist es schon jetzt für viele Ultras, Lucas Barrios schoss in den vergangenen Jahren starverdächtig viele Tore, Shinji Kagawa ist so viel Star, dass ihn die Premier-League-Vereine jagen und im Sieg gegen Wolfsburg spielte Ilkay Gündogan so, als wäre er der Star im Mittelfeld des BVB. Die Dortmunder haben ein Problem mit herausragenden Spielern. Es sind zu viele. Schwächelt der eine, dreht der andere auf. Jeder von ihnen kann Star. Und vermutlich hat Jürgen Klopp sich das in der ihm eigenen Schlitzohrigkeit genau so gedacht.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Freiburg gegen Nürnberg , das fußballgewordene Gleichnis, das an die Ursprünge des Osterfestes erinnerte. Karsamstag, der Tag dieses Spiels, ist jener Tag, an dem der Sohn Gottes zur Hölle fuhr. Direkt vom Kreuz soll Jesus – oder zumindest seine Seele – damals in das Reich der Toten hinabgestiegen sein. Erst danach ging es von der Hölle in den Himmel. Dem SC Freiburg ereignete ähnliches. Vor Wochen war er, einer der kleinsten aller Bundesligaclubs, von vielen bereits in die Tiefen der zweiten Liga verabschiedet. Dann kam der Mann, der seine Spieler küsst. Christian Streich übernahm die Mannschaft und gab ihr den Glauben zurück. Doch gegen den 1. FC Nürnberg versagte in der ersten Hälfte des Trainers Religion. Auch er ist fehlbar. Streichs Kapitän Julian Schuster donnerte mit dem Haupt gegen den FCN-Stürmer Tomas Pekhart. Blut floss, Knochen knackten. Zwei Minuten Spielunterbrechung. Schuster musste ins Krankenhaus, Nasenbeinbruch und Mittelgesichtsfraktur. Zur Halbzeit waren die Freiburger mit 0:2 am Ende. Viele Zuschauer dachten an die Hölle. Doch Streich bekehrte seine Mannen erneut. Die Auferstehung folgte in der zweiten Halbzeit. Erst das 1:2, dann das 2:2, was für alle Gläubigen so wichtig wie der Siegtreffer war. "Diese Jungs, alle, sie dürfen Fehler machen", sagte der Trainer nach der Aufholjagd, verzieh seinen Spielern die ersten 45 Minuten, küsste und schaute zum Himmel.

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Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Kaiserslautern gegen Hoffenheim . Die einen, auf dem letzten Tabellenplatz, glauben selbst nicht mehr an ihre Auferstehung und spielten genau so. Die anderen, Hoffenheim, im Niemandsland der Tabelle, passten sich dem Niveau an. Zweitliga-Tristesse am Betzenberg. Wer sich dieses Spiel angeschaut hat, hätte auch Ostereiner im Hagelschauer verstecken oder den Osterhasen schmelzen können:

Leserkommentare
  1. 1. Fehler

    "Gegen Nürnberg verschaukelte er in der ersten Spielminute vier Gegenspieler und legte Mario Gomez das 1:0 auf den Fuß."

    Es war Augsburg;)

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    Redaktion

    Danke für den Hinweis, Michael. Wir haben den Fehler verbessert. Egal, ob Mailand oder Madrid, hauptsache Augsburg. Frohe Restostern.

  2. Redaktion

    Danke für den Hinweis, Michael. Wir haben den Fehler verbessert. Egal, ob Mailand oder Madrid, hauptsache Augsburg. Frohe Restostern.

    Antwort auf "Fehler"
    • Pnin05
    • 09. April 2012 12:10 Uhr

    Im Pokalfinale der Frauen steht Frankfurt (sagt jedenfalls der kicker)

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    Redaktion

    So schreiben wir es doch auch, allerdings nicht Dank Infos vom Kicker, sondern vom SID:

    http://www.zeit.de/news/2012-04/08/fussball-schumann-beschert-frankfurt-...

    Wenn Sie noch einen vermeintlichen Fehler finden, gebe ich dem Osterhasen alle Ostereier zurück.

  3. Redaktion

    So schreiben wir es doch auch, allerdings nicht Dank Infos vom Kicker, sondern vom SID:

    http://www.zeit.de/news/2012-04/08/fussball-schumann-beschert-frankfurt-...

    Wenn Sie noch einen vermeintlichen Fehler finden, gebe ich dem Osterhasen alle Ostereier zurück.

    Antwort auf "Noch ein Fehler"
  4. so verstehe ich Klopp.

    Fussball ist nicht das wichtigste im Leben!!!
    Frohe Ostern!!!

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    So reden nur Abstiegskandidaten...

  5. 6. Doch.

    So reden nur Abstiegskandidaten...

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