Mehr als 13.000 Sport-Fans sind nach Angaben der Bundesregierung in einer bundesweiten Gewalttäter-Datei registriert. Diese Personen wurden beispielsweise wegen Körperverletzung oder Nötigung bei Fußballspielen verurteilt oder mit Waffen an Stadioneingängen erwischt. Das teilte die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke mit.

Gegen mehr als 2.300 Frauen und Männer seien bundesweite Stadionverbote verhängt worden, hieß es in der Antwort. Auch aus dem Ausland würden Daten von gewalttätigen Fans übermittelt werden. Die Polizeibehörden der Länder, das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei hätten Zugriff auf die Datei. Die erfassten Personen würden jedoch nicht über ihre Aufnahme in die Datei informiert werden.

Gesichtsscanner zur Einlasskontrolle

Die Datei "Gewalttäter Sport" diene der "Verhinderung gewalttätiger Auseinandersetzungen und sonstiger Straftaten im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen, insbesondere von Fußballspielen", heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Anlass zur Speicherung der Daten seien unter anderem eingeleitete und abgeschlossene Ermittlungsverfahren sowie Verurteilungen unter anderem bei Straftaten unter Anwendung von Gewalt, bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Nötigung, Beleidigung, Verstößen gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz oder bei Volksverhetzung.

Die Linke hatte ihre Anfrage in Zusammenhang mit Plänen zum Einsatz von Gesichtsscannern an den Eingängen von Fußballstadien gestellt. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz Mecklenburg-Vorpommerns , Lorenz Caffier ( CDU ), hatte Anfang Februar Dateiabgleiche vorgeschlagen. Gewalttätern könnte damit der Einlass ins Stadion versagt werden.

Gesichtsscanner zur Einlasskontrolle sind laut Bundesregierung aber noch nicht möglich. Eine von Mecklenburg-Vorpommern angekündigte Machbarkeitsstudie bleibe abzuwarten.