93 Tore hat er für die Hertha geschossen. Die Fans liebten ihn
Preetz ist eigentlich ein kühler Analytiker. Schon als Spieler war er nicht der technisch Begabteste, er konnte aber ein Spiel gut lesen und wusste, wo der nächste Ball landen würde und wo er zu stehen hat. Er war ein Mann für die Distanz, man musste Geduld haben mit ihm, erst hat er ein paar Bälle verstolpert, dann traf er sogar einmal per Hacke.
Wenn er ein Tor schoss, jubelte er mit lang ausgestreckten Armen, die Augen aufgerissen. Heute ist sein permanenter Gefühlsstau nur zu lösen, wenn Hertha trifft. Dann springt er von der Bank, reißt die Arme auseinander wie damals und hüpft herum wie Rumpelstilzchen. Der Manager ist während des Spiels der Emotionalste, er muss Höchstleistung vollbringen, um seinen zuckenden Körper ruhigzustellen. Ganz Fußball-Deutschland kann sehen, wie es ihn überkommt.
Hier liegt ein Problem, wie manche meinen, die mit ihm gearbeitet haben. Der Analytiker Preetz, der bei jeder Frage, die man ihm stellt, im Kopf ein Computerprogramm ablaufen lässt mit der Suche nach Fallstricken, hat keinen Abstand. Kein Korrektiv. Er kann sich nicht herausnehmen, ist schnell beleidigt. Leute, die mit ihm geschäftlich eng zu tun haben, finden, dass "Preetz und seine treuesten Mitarbeiter" oft zu klein denken, und dass sie Kritik "immer sehr persönlich nehmen". Preetz findet, man hinterfrage sich gewissenhaft.
Keiner will ihn weghaben
Niemand im weiteren Kreis des Managers will sich offen äußern, aber trotz Kritik gibt es kaum jemanden im Verein oder im direkten Geschäftsumfeld, der Preetz weghaben will. Er wird gemocht. Der Präsident will ihn halten. Dafür ist zu hören, dass sich da einer aus Unsicherheit zu sehr verschanzt hat in seiner gesicherten Burg, oben in der Geschäftsstelle, zweiter Stock, und zu viel Misstrauen hegt.
Er wisse ja, dass im Fußball nichts planbar sei. Aber im Grunde widerspricht diese Erkenntnis seinem Charakter, der nach Kontrolle strebt. Es ist keine Kontrolle aus Machtgier, sondern aus dem Bedürfnis heraus, es immer gut zu machen. Er wollte nie wieder ein Mann für die Zweite Liga sein. Michael Preetz, 44 Jahre, kickte lange nicht oben mit. Er stand selbst in diesem Fahrstuhl zwischen Erst- und Zweitklassigkeit, spielte bei Düsseldorf, Saarbrücken, Duisburg, Wattenscheid; Vereine, die nicht zur noblen Klasse der Eliteklubs gehören. Aber Preetz war ein Sonderfall, von denen es nicht so viele gibt. Ein "Späteinsteiger mit einer eigenartigen Karriere", wie es mal ein ehemaliger Bundestrainer ausdrückte. Mit 31 Jahren wird er bei Hertha BSC Torschützenkönig in der Bundesliga – und Nationalspieler.
Außerhalb des Platzes engagiert sich Preetz für die Spielergewerkschaft und absolviert ein Fernstudium in Sportmanagement. Ehemalige Mitspieler sagen heute: "Wenn er was gesagt hat, wusste man genau, woran man ist. Er war nie laut, aber verbindlich." Preetz geht Streit aus dem Weg, er gilt als eloquent und sympathisch. Ein intelligenter Fußballer.
Am Ende seiner sportlichen Laufbahn schlägt er ein finanziell lukratives Angebot aus England aus und bleibt, weil es ihm "vernünftiger" erscheint, in Berlin. Er will sich ein neues Berufsfeld erschließen. Preetz wird eingeladen zu Talkshows und in Zeitungsredaktionen, wo er kleine Vorträge hält. Hoeneß tobt im Hintergrund, weil er ihm den Erfolg nicht gönnt. Sechs Jahre dient er unter ihm, es bleibt ein Trauma, über das er nicht offen spricht. Preetz’ Wirken ist jedoch ohne Hoeneß’ Wirken nicht zu verstehen. Sechs Jahre lang hielt Hoeneß ihn im Prinzip für zu feige, um Verantwortung zu übernehmen. Insider sagen, Hoeneß habe oft den eigenen Hang zum Rowdytum mit Mut verwechselt.






Merkel tritt nicht zurück, die FDP tritt nicht zurück, warum sollte Michael Preetz zurücktreten. Spieler und Trainer gibt es wie Sand am Meer. Man kann immer neue kaufen.
Die Situation in Berlin ist hart,
aber,
Preetz ist Hertha.
deshalb ist es mir auch egal wenn sie absteigen. Ich habe aber einen Bekannten, der Herthafan ist und wir waren uns beide einig, dass bei einem Abstieg m8indestens eine Konsequenz unabdingbar ist: Preetz muss weg!
Schon erstaunlich, dass der Sportdirektor das anders sieht.
Er hat m. E. den Hauptanteil der Verantwortung zu übernehmen!
Neben den Spielern natürlich, die aber offensichtlich keinen Bezug zu ihrem Arbeitgeber finden. Und auch das sollte man dem sportlichen Leiter ankreiden.
Zur Winterpause war die Hertha auf einem gesicherten Mittlefeldplatz.
Als Babbel dem Vorstand mitteilte, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen, ein halbes Jahr vor Saisonende und genug Zeit, sich um einen neuen zu kümmern, hat der gekränkte Preetz Babbel sofort entlassen und so den Abstieg gestartet.
verfuegen. Und ich bezweifle, dass Preetz sie momentan hat. Das Gute daran, so etwas kann man lernen...
wenn die hertha als saisonziel den abstieg hatte, dann hat der sportdirektor gute arbeit geleistet, wenn nicht, dann schlechte.
insofern ist egal ob hertha mit blauem auge oben bleibt oder runter geht, die situation dürfte nicht gewollt gewesen sein, schlechte arbeit von preetz.
und die muss konsequenzen haben ... will man das leistungsprinzip auch ausserhalb des platzes gelten lassen.
Es wären ein paar neue Spieler wichtig gewesen,wenigsten hätte man einen Guten ausleihen sollen.Ein erfahrener und guter Spieler wie Michael Ballack von Leverkusen hätte mit der Mannschaft 3 oder 4 Punkte mehr rausgeholt.
das riecht stark nach Rekordnähe , wenn es nicht schon einer ist, und dürfte durchaus auch auf europäischer Bühne eine negative Spitzenleistung darstellen.
Der Möchte-Gern-Manager Preetz, dem bei Interviews die Ratlosigkeit und Unsicherheit stets ins Gesicht geschrieben steht, ist in dieser Position schlichtweg überfordert. Das Einsehen dafür muss ihm allerdings wohl erst noch jemand unwiderruflich stecken.
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