Oklahoma CityDas Lieblings-Retortenteam der NBA

Oklahoma City Thunder, Titelfavorit in der NBA, gibt es erst seit vier Jahren. Doch anders als Hoffenheim oder RB Leipzig ist das Team erfolgreich und wird geliebt.

Sympathisch und erfolgreich: Die jungen Stars von Oklahoma City

Sympathisch und erfolgreich: Die jungen Stars von Oklahoma City

Seine Abscheu vor den Oklahoma City Thunder brachte Bill Simmons viele Fans ein, jahrelang. Der bekannte US-Journalist nannte das Team, das im Juni NBA-Champion werden könnte, oft "Zombie-Sonics". Denn die Thunder existieren erst seit vier Jahren. Sie sind ein Retortenteam, das aus den traditionsreichen Seattle Super Sonics erschaffen wurde.

1979 hatten die Sonics den NBA-Titel geholt. Rund ein Vierteljahrhundert sportliches Mittelmaß später stieg ein Investor aus Oklahoma City ein, focht einen Rechtsstreit mit der Stadt Seattle aus, siedelte das Team in seine 3.000 Kilometer entfernte Heimatstadt um und verpasste ihm einen neuen Namen. Die Fans in Seattle litten unter dieser Geschäftsentscheidung. Noch heute sehen sie sich als Angehörige eines Entführungsopfers.

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So weit, so vergleichbar mit anderen Vereinen, die dank eines Investors zwar erfolgreich, aber wenig beliebt sind. In Europa wird die Dauerkrise der am Reißbrett geplanten TSG Hoffenheim beklatscht, die Probleme des FC Chelsea zufrieden zur Kenntnis genommen, der Erfolg von Manchester City oder RB Leipzig von vielen verdammt. Die Oklahoma City Thunder hingegen sind mittlerweile äußerst beliebt – eine Art Borussia Dortmund der NBA.

Selbst der einstige "Zombie"-Kritiker Bill Simmons kann sich nicht mehr der Faszination entziehen, die die junge Mannschaft ausübt. In einem Blogeintrag bekannte er: "Abend für Abend fühle ich mich dazu hingezogen, ihre Spiele anzusehen. Sie sind einfach ein echtes Team." Die Thunder wecken Gefühle in einem völlig anderen Ausmaß als die Seriensieger des vergangenen Jahrzehnts, die langweiligen San Antonio Spurs und die erfolgsverwöhnten Los Angeles Lakers. Ein ESPN-Reporter schwärmt: "Sie sind der Stolz der NBA, fast jede Mannschaft beneidet sie. Wer würde die Thunder nicht gern als Heimteam haben?"

Leserkommentare
    • Dirac
    • 13.04.2012 um 19:22 Uhr

    Also, da muss ich doch dem Autor widersprechen.
    Erstens ist es wegen Salary-Cap und der Tatsache, dass alle Teams einen Besitzer/Investor haben, ein ganz anderer Sachverhalt als im Fußball mit Hoffenheim und RB Leipzig.
    Teams ziehen ständig in andere Städte. Selbst die Lakers sind aus Minneapolis umgezogen.
    Zweitens haben die OKC Thunder die wichtigsten Spieler selbst gedraftet!

    Durant (MVP-Kandidat und 2x Topscorer)
    Westbrook (Einer der besten PG der Liga)
    Harden (Top-Kandidat für 6th Man of the Year)
    Ibaka (einer der besten Verteidiger der Liga)

    Das hat nichts mit Geld zu tun, sondern mit einem guten Scouting und einem exzellentem Trainerteam, das die eigenen jungen Spieler perfekt entwickelt.

    Die haben ihre ganze (bisher kurze) NBA-Karriere bei keinem anderen Team gespielt. Deshalb wird das Team so geliebt.
    Andere Gründe: Ein sogenanntes Small-Market Team ohne großes Budget und an der Salary-Cap Grenze. Sympathische Spieler und vieles mehr.

    Ich denke kaum, dass man das mit den Fußball-Investorprojekten vergleichen kann, wo nur mit Geld für bereits gestandene Spieler um sich geworfen wird.

    3 Leserempfehlungen
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    • Dirac
    • 13.04.2012 um 19:24 Uhr

    Jetzt erst die zweite Seite gelesen :)

    "wo nur mit Geld für bereits gestandene Spieler um sich geworfen wird."
    Wer kannte vor Hoffenheim Ibisevic, Demba Ba, Salihovic, Luiz Gustavo, und wie sie nicht alle heißen. Sie haben den Durchbruch in Hoffenheim geschafft, wurden genial gescoutet und nicht einfach zusammengekauft. Ähnlich Wolfsburg 2009. Es ist ein großer Trugschluss, dass die Vereine "einfach" nur Stars und teure gestandene Spieler holen.
    Vielleicht ist das Problem, dass ich aus Leipzig komme, einer Region, die sich danach sehnte, endlich, ja endlich einfach wieder dazu zu gehören und die Millionen der "Dose" fließen weniger in den Kader, als vielmehr in die Vereinsstruktur (Siehe neue Trainingsanlage). Ähnlich Hoffenheim. Ausserdem kann man davon ausgehen, dass diese Vereine weniger empfänglich sind für Misswirtschaft, als z.B. Lok Leipzig oder Sachsen Leipzig.

    Zur NBA. Mir war nicht bekannt, wieviele Teams zumgezogen sind. Das ist schon sehr interessant. Danke für diese Zusatzinfo.
    Schließe mich den anderen Foristen an. Anstatt dusselige Gameshows auf Sport1 zu bringen, ala "finde den Fehler im Bild""Der Hotbutton, der Hotbutton", einfach NBA, MLB, NFL, NHL. Dafür sollte doch das Sportfernsehen dasein.
    Die bringen Wrestling, aber nicht richtigen Sport? Sehr sehr ärgerlich.
    Zu OCT kann ich wenig sagen, da man keine Spiele sieht. Schade, wenn ich daran denke zur Zeit Michael Jordans großgeworden zu sein und vor dem Fernsehr mit den Bulls mitgefiebert habe, gegen die Sonics :)

    • Dirac
    • 13.04.2012 um 19:24 Uhr

    Jetzt erst die zweite Seite gelesen :)

    "wo nur mit Geld für bereits gestandene Spieler um sich geworfen wird."
    Wer kannte vor Hoffenheim Ibisevic, Demba Ba, Salihovic, Luiz Gustavo, und wie sie nicht alle heißen. Sie haben den Durchbruch in Hoffenheim geschafft, wurden genial gescoutet und nicht einfach zusammengekauft. Ähnlich Wolfsburg 2009. Es ist ein großer Trugschluss, dass die Vereine "einfach" nur Stars und teure gestandene Spieler holen.
    Vielleicht ist das Problem, dass ich aus Leipzig komme, einer Region, die sich danach sehnte, endlich, ja endlich einfach wieder dazu zu gehören und die Millionen der "Dose" fließen weniger in den Kader, als vielmehr in die Vereinsstruktur (Siehe neue Trainingsanlage). Ähnlich Hoffenheim. Ausserdem kann man davon ausgehen, dass diese Vereine weniger empfänglich sind für Misswirtschaft, als z.B. Lok Leipzig oder Sachsen Leipzig.

    Zur NBA. Mir war nicht bekannt, wieviele Teams zumgezogen sind. Das ist schon sehr interessant. Danke für diese Zusatzinfo.
    Schließe mich den anderen Foristen an. Anstatt dusselige Gameshows auf Sport1 zu bringen, ala "finde den Fehler im Bild""Der Hotbutton, der Hotbutton", einfach NBA, MLB, NFL, NHL. Dafür sollte doch das Sportfernsehen dasein.
    Die bringen Wrestling, aber nicht richtigen Sport? Sehr sehr ärgerlich.
    Zu OCT kann ich wenig sagen, da man keine Spiele sieht. Schade, wenn ich daran denke zur Zeit Michael Jordans großgeworden zu sein und vor dem Fernsehr mit den Bulls mitgefiebert habe, gegen die Sonics :)

    • Dirac
    • 13.04.2012 um 19:24 Uhr

    Jetzt erst die zweite Seite gelesen :)

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "GANZ ANDERS"
  1. Also die Vergleiche hinken doch stark.
    In Europa gibt es eine Kultur der Vereine. In den USA sind es Franchises. Da kann man nicht in der Jugend eintreten oder Mitglied werden. Daher ist es nicht wirklich legitim hier Parallelen zu ziehen.
    In der Geschichte des US-Profisports gibt es zig Beispiele, wo genau dasselbe passiert ist. Meistens sind die Teams an ihrer neuen Spielstätte gut angenommen worden. Siehe die LA Dodgers, Tennessee Titans oder Colorado Avalanche um aus jedem der anderen Sportarten ein Beispiel zu nennen.

    3 Leserempfehlungen
  2. Sehr geeherter Autor,

    ein Vierteljahrhundert sportliches Mittelmaß...naja.
    1996 standen die Sonics im NBA Finale. Um dieses Jahr standen mit Gary Payton und Shawn Kemp überaus gute Spieler im Kader.
    Umziehende Teams sind in der NBA auch eher die Regel, als die Ausnahme. Selbst die Lakers stammen ursprünglich aus Minneapolis. Auch die Wizzards, Kings, Clippers und die Hawks, um nur einige zu nennen, haben in ihrer Geschichte einen Umzug gemacht. Die Toronto Raptors wurden auch mal eben so 1995 zwecks Markterweiterung gegründet. Der Vergleich Hoffenheim Oklahoma hingt daher gewaltig.
    Nun zum positiven: Es freut mich auf einem so renomierten Medium über NBA Basketball zu lesen! Eine andere gute Story in dieser Richtung wäre warum in Deutschland kein NBA Basketball übertragen wird.

    Gruß

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    Ein guter Grund, warum in Deutschland kein NBA Basketball live übertragen wird, ist, dass 95% aller Spiele zwischen 1.00 und 6.00 Uhr unserer Zeit stattfinden. Nur ganz selten gibt es Ausnahmen (zum Beispiel heute und morgen abend). Noch dazu sind die Übertragungsrechte so teuer, dass dies bei vermutlich ~20.000 Zuschauern pro Nacht nicht zu finanzieren wäre.

    Allerdings bin ich auch der Meinung, dass in Deutschland allgemein zu wenig über Basketball (auch europäischen) berichtet wird. In jeder Sportreportage wird Fußball von der 5. Liga bis zum Frauenfußball analysiert; selbst Springreiten und Eiskunstlauf bekommen in deutschen Medien mehr Beachtung geschenkt als Basketball. Immerhin ist dies durch den Erfolg der Mavericks ein bisschen besser geworden und durch Dirk Nowitzki wurde der Sport auch hierzulande populärer.

    So bleibt dem interessierten Fan auch in den nächsten 10 Jahren nur das Schauen im Internet.

    Ein guter Grund, warum in Deutschland kein NBA Basketball live übertragen wird, ist, dass 95% aller Spiele zwischen 1.00 und 6.00 Uhr unserer Zeit stattfinden. Nur ganz selten gibt es Ausnahmen (zum Beispiel heute und morgen abend). Noch dazu sind die Übertragungsrechte so teuer, dass dies bei vermutlich ~20.000 Zuschauern pro Nacht nicht zu finanzieren wäre.

    Allerdings bin ich auch der Meinung, dass in Deutschland allgemein zu wenig über Basketball (auch europäischen) berichtet wird. In jeder Sportreportage wird Fußball von der 5. Liga bis zum Frauenfußball analysiert; selbst Springreiten und Eiskunstlauf bekommen in deutschen Medien mehr Beachtung geschenkt als Basketball. Immerhin ist dies durch den Erfolg der Mavericks ein bisschen besser geworden und durch Dirk Nowitzki wurde der Sport auch hierzulande populärer.

    So bleibt dem interessierten Fan auch in den nächsten 10 Jahren nur das Schauen im Internet.

    • mcking
    • 14.04.2012 um 1:23 Uhr

    Stimmen meinen "Vorschreibern" voll zu. Kann man eigentlich nicht vergleichen.

    Bei der TSG Hoffenheim ist mit ein Problem, dass es ein DORF ist. In der Umgebung gibt es Traditionsvereine (in Städten ;-)), denen nun viel Geld und auch Jugendspieler durch Hoffenheim abgezogen werden. Hätte Dietmar Hopp sein Geld in einen der Vereine Waldhof Mannheim (30 km), Karlsruher SC (40 km) oder eventuell sogar VfB Stuttgart (70 km) oder Eintracht Frankfurt (100 km entfernt) gesteckt wäre dies nicht solch ein Imageproblem.
    Aber wer aus Mannheim oder Karlsruhe will schon Fan von einem Dorf sein.

    • mcking
    • 14.04.2012 um 1:28 Uhr

    "die Zeit" könnte gerne einen Artikel bringen, warum keine NBA in Deutschland übertragen wird!!!

    siehe Chrisss83

  3. "wo nur mit Geld für bereits gestandene Spieler um sich geworfen wird."
    Wer kannte vor Hoffenheim Ibisevic, Demba Ba, Salihovic, Luiz Gustavo, und wie sie nicht alle heißen. Sie haben den Durchbruch in Hoffenheim geschafft, wurden genial gescoutet und nicht einfach zusammengekauft. Ähnlich Wolfsburg 2009. Es ist ein großer Trugschluss, dass die Vereine "einfach" nur Stars und teure gestandene Spieler holen.
    Vielleicht ist das Problem, dass ich aus Leipzig komme, einer Region, die sich danach sehnte, endlich, ja endlich einfach wieder dazu zu gehören und die Millionen der "Dose" fließen weniger in den Kader, als vielmehr in die Vereinsstruktur (Siehe neue Trainingsanlage). Ähnlich Hoffenheim. Ausserdem kann man davon ausgehen, dass diese Vereine weniger empfänglich sind für Misswirtschaft, als z.B. Lok Leipzig oder Sachsen Leipzig.

    Zur NBA. Mir war nicht bekannt, wieviele Teams zumgezogen sind. Das ist schon sehr interessant. Danke für diese Zusatzinfo.
    Schließe mich den anderen Foristen an. Anstatt dusselige Gameshows auf Sport1 zu bringen, ala "finde den Fehler im Bild""Der Hotbutton, der Hotbutton", einfach NBA, MLB, NFL, NHL. Dafür sollte doch das Sportfernsehen dasein.
    Die bringen Wrestling, aber nicht richtigen Sport? Sehr sehr ärgerlich.
    Zu OCT kann ich wenig sagen, da man keine Spiele sieht. Schade, wenn ich daran denke zur Zeit Michael Jordans großgeworden zu sein und vor dem Fernsehr mit den Bulls mitgefiebert habe, gegen die Sonics :)

    Antwort auf "GANZ ANDERS"
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    • Dirac
    • 14.04.2012 um 19:57 Uhr

    Da habe ich auch in erster Linie an Chelsea, ManCity, PSG oder Malaga gedacht.

    Aber selbst Leipzig befindet sich ja mit der Verpflichtung von ehemaligen 2.Bundesliga-Spielern im selben Ungleichgewicht.
    Auch Hoffenheim: Ein Zweitliga Team hat damals einen Obasi für 5Mio€, einen Demba Ba für 3Mio€, Luiz Gustavo und Vedad Ibisevic für 1Mio€ gekauft. Und es ist ja nicht so, als wäre Hoffenheim jedes Mal der einzige Interessent gewesen...

    Das ist gleiche ökonomische Ungerechtigkeit, nur eben auf 2./3. Liga- und nicht Champions-League Niveau.

    • Dirac
    • 14.04.2012 um 19:57 Uhr

    Da habe ich auch in erster Linie an Chelsea, ManCity, PSG oder Malaga gedacht.

    Aber selbst Leipzig befindet sich ja mit der Verpflichtung von ehemaligen 2.Bundesliga-Spielern im selben Ungleichgewicht.
    Auch Hoffenheim: Ein Zweitliga Team hat damals einen Obasi für 5Mio€, einen Demba Ba für 3Mio€, Luiz Gustavo und Vedad Ibisevic für 1Mio€ gekauft. Und es ist ja nicht so, als wäre Hoffenheim jedes Mal der einzige Interessent gewesen...

    Das ist gleiche ökonomische Ungerechtigkeit, nur eben auf 2./3. Liga- und nicht Champions-League Niveau.

    • Dirac
    • 14.04.2012 um 19:57 Uhr

    Da habe ich auch in erster Linie an Chelsea, ManCity, PSG oder Malaga gedacht.

    Aber selbst Leipzig befindet sich ja mit der Verpflichtung von ehemaligen 2.Bundesliga-Spielern im selben Ungleichgewicht.
    Auch Hoffenheim: Ein Zweitliga Team hat damals einen Obasi für 5Mio€, einen Demba Ba für 3Mio€, Luiz Gustavo und Vedad Ibisevic für 1Mio€ gekauft. Und es ist ja nicht so, als wäre Hoffenheim jedes Mal der einzige Interessent gewesen...

    Das ist gleiche ökonomische Ungerechtigkeit, nur eben auf 2./3. Liga- und nicht Champions-League Niveau.

    Antwort auf "Trugschluss Hoffenheim"

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