EM in der UkraineNutzt die Bühne des Fußballs!

Es braucht keinen Boykott: Das Regime Janukowitsch wird durch die EM geschwächt. Sofern Funktionäre, Sportler und Politiker den Mund aufmachen, kommentiert S. Dobbert.

Abgeordnete der Opposition haben am gestrigen Mittwoch im ukrainischen Parlament mit zwei Plakaten gegen die Regierung protestiert.

Abgeordnete der Opposition haben am gestrigen Mittwoch im ukrainischen Parlament mit zwei Plakaten gegen die Regierung protestiert.

Die adrette Frau mit dem starken Zopf war vor acht Jahren ein Symbol, Heldin der Orangenen Revolution. Jetzt sitzt Julija Timoschenko mit einem Bandscheibenschaden im Gefängnis, hungert. Im ukrainischen Parlament breiteten Oppositionspolitiker gestern ein Plakat, breit wie ein Fußballtor, aus: "Janukowitsch, töte Julija nicht". In Timoschenko bündelt sich der Widerstand gegen die diktatorisch geführte Regierung des Präsidenten Viktor Janukowitsch. Sie ist wieder ein Symbol geworden.

Oppositionelle, die vor einigen Wochen in Kiew demonstrierten und Kondome mit Janukowitsch-Aufdruck verteilten, wurden zu 50 Tagen Gefängnis verurteilt. Die wenigen ausländischen Journalisten, die noch eine Aufenthaltsgenehmigung haben, werden vom Geheimdienst überwacht. Der prorussische Präsident regiert mit einem Führungsverständnis, das mit europäischen Menschenrechten nicht viel gemein hat. Darf dieser Mann das größte Fußballfest des Jahres ausrichten? Darf er sich im Glanz der EM sonnen und nach dem EM-Finale in Kiew neben Merkel und Barroso in den weltweit beachteten Fußballhimmel winken?

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Ja, er darf. Und er wird. Wenn man ihn denn lässt.

Gut sechs Wochen vor der ersten Partie ist die EM nicht mehr abzusagen. Doch selbst wenn der Fußballzirkus nach Kiew, Charkiw, Lemberg (Lwiw) und Donezk kommt, muss das nicht heißen, dass das Regime davon profitiert. Die Funktionäre der Uefa, Fußballer und Politiker, die den Sportlern zuschauen werden, stehen trotz der Konflikte in der Ukraine nicht vor einem Dilemma – sofern sie sich das Recht auf Meinungsäußerung nicht selbst nehmen.

Steffen Dobbert
Steffen Dobbert

Steffen Dobbert ist verantwortlicher Redakteur im Ressort Sport bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat das verstanden, er sagte einen Besuch bei der Regierung Janukowitsch ab. Kanzlerin Angela Merkel auch, sie kritisierte die Menschenrechtsverletzungen. Der Präsident der Uefa Michel Platini nicht, weil er sich genau das bisher nicht traut.

Sport ist nicht politisch. Aber das Drumherum. Eine EM ist viel mehr als Fußballspiele. Eine EM ist eine gigantische Bühne und eine Möglichkeit, auf Missstände hinzuweisen, aufzuklären und auch eine Chance für Veränderung.

Die deutsche Elf tritt in Charkiw an

Als sich die Uefa im Jahr 2007 für Polen und die Ukraine entschied, ging es wohl auch ums Erschließen eines neuen Fußball-Marktes. Vielleicht steckte hinter der Entscheidung aber auch ein politischer Gedanke. Polen und die Ukraine hatten sich in den Jahren vor der EM-Vergabe demokratisch entwickelt. Besonders die Ukraine habe die EM wegen der Revolution verdient, hieß es damals in vielen Kommentaren.

Dieser Gedanke gilt auch heute noch. Trotz der wenig erfreulichen aktuellen Verhältnisse. Keine Gesellschaft entwickelt sich linear. Die Helden der Revolution in der Ukraine haben sich zerstritten, die Wähler enttäuscht, auch Timoschenko verlor Sympathie.

Wenn Janukowitsch der Ausreise der kranken Politikerin nicht doch noch zustimmt, wird sie wie ein Schatten über dieser EM hängen. Sie will so lange im Gefängnis in Charkiw hungern, bis sich etwas ändert.

Die Parlamentswahlen in der Ukraine sind erst im Oktober. Zuerst wird Fußball gespielt. Und die deutsche Mannschaft tritt in der Vorrunde in Charkiw an. Eine perfekte Gelegenheit, um auf den Fußballplatz zu schauen – und auf das dortige Gefängnis hinzuweisen.

 
Leserkommentare
  1. Steffen Dobbert: "Doch selbst wenn der Fußballzirkus nach ... Lemberg (Lwiw).."

    Das wird heute so geschrieben: Lwiw(Lemberg)
    (Die Österreicher sind schon seit 1918 dort weg)

    genauso wie heute z.B. Chemnitz (Karl-Marx-Stadt) und nicht Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)

    9 Leserempfehlungen
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    Sagen Sie auch Firenze statt Florenz? Immerhin sind die Zeiten des Heiligen Römischen Reiches auch schon etwas länger rum.

    Oder wie wäre es mit Moskwa statt Moskau?

    Ich freue mich jetzt schon auf diese unnötigen Diskussion über Städtenamen im Zuge der EM. In Deutsch sagt man zu Lwiw Lemberg, wie man in Englisch zu München Munich sagt oder Cologne zu Köln.

    Und mit Erster oder Zweiter Weltkrieg, Besatzung oder Ähnlichem Kram hat das nix zu tun, sondern mit Sprache.

    @ZEIT-Redaktion

    Bitte weiterhin die richtigen, deutschen Namen benutzen. Danke

    hätte ich auch formuliert. Vielen Dank!

    Sagen Sie auch Firenze statt Florenz? Immerhin sind die Zeiten des Heiligen Römischen Reiches auch schon etwas länger rum.

    Oder wie wäre es mit Moskwa statt Moskau?

    Ich freue mich jetzt schon auf diese unnötigen Diskussion über Städtenamen im Zuge der EM. In Deutsch sagt man zu Lwiw Lemberg, wie man in Englisch zu München Munich sagt oder Cologne zu Köln.

    Und mit Erster oder Zweiter Weltkrieg, Besatzung oder Ähnlichem Kram hat das nix zu tun, sondern mit Sprache.

    @ZEIT-Redaktion

    Bitte weiterhin die richtigen, deutschen Namen benutzen. Danke

    hätte ich auch formuliert. Vielen Dank!

    • mumpes
    • 26.04.2012 um 17:15 Uhr

    Wenn Timoschenko wirklich "schwerkrank" wäre, würde sie sich behandeln lassen.

    Ich denke, es läuft gerade das typische pre-EM Schurkenstaat-Bashing ab, wie es die Friedrich-Naumann-Stiftung vor der Olympiade in China organisiert hatte.

    Tja, das hat die Ukraine nun davon, dass sie nicht der NATO beitreten wollte...

    16 Leserempfehlungen
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    • joG
    • 26.04.2012 um 17:50 Uhr

    .....Es war die Friedrich-Naumann-Stiftung, die das damals lokal organisierte. Es gab auch da draußen Menschen, die Glabten dass die 1936er Olympi... Nein, das war da ja gerade nicht. Ich meine natürlich die chinesische Olympiade, die im falschen Land abgehalten wurde.

    Aber sagen Sie. Glauben Sie wirklich, dass Autokratien in Ordnung sind? Dass es in Ordnung ist, wenn ein Autokrat seine Opposition richtig foltert, ich meine im alten Sinne des Worte, in der Nacht abholt, nie wieder gesehen wird?

    Und dann regen Sie sich vermutlich auf, dass die Polizei in Stuttgart... Oh, well...

    >>Wenn Timoschenko wirklich "schwerkrank" wäre, würde sie sich behandeln lassen.<<

    Bitte keine Halbwahrheiten verbreiten!

    Sie will sich definitiv behandeln lassen. Aber sie will Ärzte aus dem Ausland, weil sie fürchtet, vergiftet zu werden. Sie wäre auch nicht die erste Kandidatin der Opposition in der Ukraine, die dieses Schicksal erleiden würde....

    So viel zum Thema, dass sich Timoschenko nicht behandeln lassen will!

    Aber Hauptsache mal wieder eine Nato-/böserWesten-guterOsten -VT gestrickt....

    In der Ukraine laufen momentan Überlegungen, Homosexualität zu kriminalisieren.
    Die Kritik an dem Land kann, meiner Meinung nach, nicht als sinnloses Bashing gewertet werden.

    • dacapo
    • 27.04.2012 um 1:45 Uhr

    Warum führen Sie das Wort "schwerkrank" in diesen Ausführungszeichen? Wie gestrickt ist man, wenn man solch einem Staatspräsidenten zugesteht, so viel Einfluß zu nehmen, dass er einer politische Gegnerin das zukommen lassen möchte, wie es ihm gelegen ist. Wenn das noch wohlwollende Stimmen sind, die sich berufen auf Anti-Westlichen-Beterachtungsweisen, dann sollten genauso diese Leute sich, sich irgendwann, zu fragen: Sind wir eigentlich auf dem richtigen Dampfer.
    Aber - wer würde überhaupt selbstkritisch sein können? Doch nur die, die sowieso immer Selbstzweifel hattten.

    Lange Rede, kurzer Sinn, Sie sind auf dem falschen Dampfer. Ich hoffe hier, auf diesem Forum. Bei sich alleine sind Sie sich in der Tat "d'accord".

    Mein Resumee: Sie mögen Diktatore, was nicht mein Problem ist und sein kann und nicht sein sollte.

    • joG
    • 26.04.2012 um 17:50 Uhr

    .....Es war die Friedrich-Naumann-Stiftung, die das damals lokal organisierte. Es gab auch da draußen Menschen, die Glabten dass die 1936er Olympi... Nein, das war da ja gerade nicht. Ich meine natürlich die chinesische Olympiade, die im falschen Land abgehalten wurde.

    Aber sagen Sie. Glauben Sie wirklich, dass Autokratien in Ordnung sind? Dass es in Ordnung ist, wenn ein Autokrat seine Opposition richtig foltert, ich meine im alten Sinne des Worte, in der Nacht abholt, nie wieder gesehen wird?

    Und dann regen Sie sich vermutlich auf, dass die Polizei in Stuttgart... Oh, well...

    >>Wenn Timoschenko wirklich "schwerkrank" wäre, würde sie sich behandeln lassen.<<

    Bitte keine Halbwahrheiten verbreiten!

    Sie will sich definitiv behandeln lassen. Aber sie will Ärzte aus dem Ausland, weil sie fürchtet, vergiftet zu werden. Sie wäre auch nicht die erste Kandidatin der Opposition in der Ukraine, die dieses Schicksal erleiden würde....

    So viel zum Thema, dass sich Timoschenko nicht behandeln lassen will!

    Aber Hauptsache mal wieder eine Nato-/böserWesten-guterOsten -VT gestrickt....

    In der Ukraine laufen momentan Überlegungen, Homosexualität zu kriminalisieren.
    Die Kritik an dem Land kann, meiner Meinung nach, nicht als sinnloses Bashing gewertet werden.

    • dacapo
    • 27.04.2012 um 1:45 Uhr

    Warum führen Sie das Wort "schwerkrank" in diesen Ausführungszeichen? Wie gestrickt ist man, wenn man solch einem Staatspräsidenten zugesteht, so viel Einfluß zu nehmen, dass er einer politische Gegnerin das zukommen lassen möchte, wie es ihm gelegen ist. Wenn das noch wohlwollende Stimmen sind, die sich berufen auf Anti-Westlichen-Beterachtungsweisen, dann sollten genauso diese Leute sich, sich irgendwann, zu fragen: Sind wir eigentlich auf dem richtigen Dampfer.
    Aber - wer würde überhaupt selbstkritisch sein können? Doch nur die, die sowieso immer Selbstzweifel hattten.

    Lange Rede, kurzer Sinn, Sie sind auf dem falschen Dampfer. Ich hoffe hier, auf diesem Forum. Bei sich alleine sind Sie sich in der Tat "d'accord".

    Mein Resumee: Sie mögen Diktatore, was nicht mein Problem ist und sein kann und nicht sein sollte.

    • Harzer
    • 26.04.2012 um 17:18 Uhr

    Da schicken die korrupten Politíker, die gerade regieren, die korrupten Politiker, die gerade nicht regieren, für ihre Korruption in den Knast und misshandeln sie.

    Eines muß man dabei aber sagen, egal wen es trifft, es trifft immer eine(n) richtige(n)... .

    6 Leserempfehlungen
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    hat noch Niemand festgestellt, dass Timoschenko eine "lupenreine Demokratin" ist? Mir gefällt es übrigens, wenn Merkel * co,. deshalb nicht zur EM fahren würden. Sie werden dort nicht benötigt.

    hat noch Niemand festgestellt, dass Timoschenko eine "lupenreine Demokratin" ist? Mir gefällt es übrigens, wenn Merkel * co,. deshalb nicht zur EM fahren würden. Sie werden dort nicht benötigt.

  2. Steffen Dobbert: "Wenn Janukowitsch der Ausreise der kranken Politikerin nicht doch noch zustimmt, wird sie wie ein Schatten über dieser EM hängen. Sie will so lange im Gefängnis in Charkiw hungern, bis sich etwas ändert."

    Worum geht es dem Autor eigentlich? Um eine Machtdemonstration oder den Gesundheitszustand einer Gefängnisinsassin? Timoschenko hat sich doch gegen eine Verlegung in ein Krankenhaus zur Wehr gesetzt, wie die ZEIT berichtet.

    10 Leserempfehlungen
  3. waren schon immer eine gute Gelegenheit um Missstände anzuprangern, siehe:
    - Olympiade 1936 in Berlin
    - Olympiade 2008 in Peking
    ...

    6 Leserempfehlungen
  4. Es bedarf des deutlichen Zeichens der Nicht-Präsenz, also des Boykotts, um gegenüber Tyrannen etwas zu bewirken. Nichts mit Ausnahme des Machterhalts für sich und ihre Clique ist für diese wichtiger als ihre Außenwirkung.
    Theoretisch ist der Ansatz "Nutzt die Bühne des Fußballs!" bzw. des Sports überhaupt, zwar richtig. Allerdings habt von Berlin 1936 über Moskau 1980 bis Beijing 2008 - und bis Bahrain am vergangenen Wochenende! - immer wieder gezeigt, dass die Anwesenheit von Spitzensportlern den Diktatoren nutzt, nicht den Freiheitsbewegungen.
    Kurzum: Entweder Frau Timoschenko kann ungehindert zur Behandlung in ein Land ihrer Wahl ausreisen, oder die EM sollte nur in Polen, nicht aber in der Ukraine, statt finden.

    2 Leserempfehlungen
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    • APGKFT
    • 27.04.2012 um 7:40 Uhr

    dass die Frau in wenigen Tagen gesundet!!! Wetten!

    • APGKFT
    • 27.04.2012 um 7:40 Uhr

    dass die Frau in wenigen Tagen gesundet!!! Wetten!

  5. Meiner Meinung nach wird mit dem Wort "Regime" viel zu inflationär umgegangen. Janukowitsch führt also ein Regime, weil er pro-russisch ist, während Timoschenko pro-EU ist. Tja, leider hat sie damals offenbar doch nicht so gut regiert, sonst wäre sie ja nicht abgewählt worden. Dass sie jetzt inhaftiert ist - nun sagen wir mal so - außer den Klitschkos hat wohl kaum ein Ukrainer seinen Wohlstand rechtmäßig erworben. Wäre Timoschenko an der Macht, wäre Janukowitsch im Knast. Von einem "Regime" merkt man in der Ukraine gar nichts. War der Autor jemals da? Ich war dort recht lange.

    Noch ein Satz zum "Regime" allgemein. Ich habe noch nie gelesen, dass Saudi-Arabien ein Regime wäre. Tja, warum auch... schließlich gibt es laut Demokratieindex mit Tschad und Nordkorea und ca. 5 weiteren Ländern ja einige, die noch schlimmer sind...
    Könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass Israel und die USA mit Saudi-Arabien verbündet sind und man als braver Redakteur nichts schreiben darf, was den "Westen" kritisieren könnte.

    21 Leserempfehlungen
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    Ich finde die in Deutschland stattfindende Glorifizierung von Fr. Timoschenko sehr merkwürdig.

    Sie war / ist eine sehr machtbewusste Frau. Stammt aus einfachen Verhältnissen und hat ein geschätztes Vermögen von mehreren hundert Millionen Dollar. Respekt.

    Aus Wikipedia:
    Nach dem Verlust ihres Regierungsamtes wurden gegen Tymoschenko – wie auch gegen Mitglieder ihres Kabinetts – mehrere Strafverfahren eingeleitet: Ab Mai 2010 ermittelte die Staatsanwaltschaft erneut wegen des alten Verdachts, sie habe im Jahr 2003 versucht, Richter des Obersten Gerichtshofs der Ukraine zu bestechen.

    Ein zweites Verfahren wurde nach Veröffentlichung eines Berichts von US-amerikanischen Anwaltsfirmen eingeleitet. Sie hatten die zweite Regierungszeit Tymoschenkos untersucht und Hinweise auf den Missbrauch öffentlicher Gelder, Betrug und Geldwäsche durch Beamte, mehrere Ministerien und private Unternehmen festgehalten.

    Ein Heldin stelle ich mir anders vor.

    Auch die Ukraine unter Janukowitsch uns seiner Regierung mag nicht unseren Wünschen entsprechen.

    Die USA, mit ihren Folterknechten und Drohnenkrieg, gefällt mir auch nicht.

    Ich finde die in Deutschland stattfindende Glorifizierung von Fr. Timoschenko sehr merkwürdig.

    Sie war / ist eine sehr machtbewusste Frau. Stammt aus einfachen Verhältnissen und hat ein geschätztes Vermögen von mehreren hundert Millionen Dollar. Respekt.

    Aus Wikipedia:
    Nach dem Verlust ihres Regierungsamtes wurden gegen Tymoschenko – wie auch gegen Mitglieder ihres Kabinetts – mehrere Strafverfahren eingeleitet: Ab Mai 2010 ermittelte die Staatsanwaltschaft erneut wegen des alten Verdachts, sie habe im Jahr 2003 versucht, Richter des Obersten Gerichtshofs der Ukraine zu bestechen.

    Ein zweites Verfahren wurde nach Veröffentlichung eines Berichts von US-amerikanischen Anwaltsfirmen eingeleitet. Sie hatten die zweite Regierungszeit Tymoschenkos untersucht und Hinweise auf den Missbrauch öffentlicher Gelder, Betrug und Geldwäsche durch Beamte, mehrere Ministerien und private Unternehmen festgehalten.

    Ein Heldin stelle ich mir anders vor.

    Auch die Ukraine unter Janukowitsch uns seiner Regierung mag nicht unseren Wünschen entsprechen.

    Die USA, mit ihren Folterknechten und Drohnenkrieg, gefällt mir auch nicht.

    • Flyke
    • 26.04.2012 um 17:34 Uhr

    "Das wird heute so geschrieben: Lwiw(Lemberg)"

    So ein Unfug. Wer will uns das Recht verweigern ausländische Städte in Deutsch zu schreiben? Wie jede andere Sprachgemeinschaft auch, haben wir das Recht statt Strasbourg Straßburg zu sagen, statt Lwiw Lemberg und statt Niederlande Holland. Es ist lediglich ein Relikt politischer Überkorrektheit, aufgrund des 2.Weltkriegs.

    Man stelle sich vor den Franzosen würde vorgehalten Hanovre statt Hannover zu sagen, oder die Engländer sollten ab jetzt statt Germany Deutschland sagen oder statt Vienna Wien.

    12 Leserempfehlungen
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    Sie haben zwar überwiegend recht, allerdings nicht hinsichtlich unserer käse- und tulpenproduzierenden Nachbarn:
    Jeder Holländer ist Niederländer, aber nicht jeder Niederländer ist Holländer.
    Genau wie jeder Franke (zumindest als "Landeskind") Bayer ist, aber nicht jeder Bayer deshalb auch Franke wäre.

    "So ein Unfug. Wer will uns das Recht verweigern ausländische Städte in Deutsch zu schreiben? Wie jede andere Sprachgemeinschaft auch, haben wir das Recht ...und statt Niederlande Holland."

    Und darauf 9 Empfehlungen.

    Der Wissensstand bei einigen Usern ist recht bedenklich.

    Sie haben zwar überwiegend recht, allerdings nicht hinsichtlich unserer käse- und tulpenproduzierenden Nachbarn:
    Jeder Holländer ist Niederländer, aber nicht jeder Niederländer ist Holländer.
    Genau wie jeder Franke (zumindest als "Landeskind") Bayer ist, aber nicht jeder Bayer deshalb auch Franke wäre.

    "So ein Unfug. Wer will uns das Recht verweigern ausländische Städte in Deutsch zu schreiben? Wie jede andere Sprachgemeinschaft auch, haben wir das Recht ...und statt Niederlande Holland."

    Und darauf 9 Empfehlungen.

    Der Wissensstand bei einigen Usern ist recht bedenklich.

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