"Wir brauchen eine kritische Yoga-Rezeption"
ZEIT ONLINE: Von dem Klischee, Yoga sei gleich Friede, Freude, Räucherstäbchen, scheint jetzt nicht mehr viel übrig?
Tietke: Dieser Eindruck stammt aus den Sechzigern, dem Beginn der zweiten Hochphase der Yoga-Rezeption im Westen. Friede und Freude sind sicher Werte, die zum Yoga gehören. Dies ist eine Facette einer vielschichtigen und komplexen und sich wandelnden Methode, die in jeder historischen Etappe eine spezifische Prägung erhält durch den jeweiligen geografischen und kulturellen Rahmen. Wir brauchen eine kritische Yoga-Rezeption, die den Mut hat, sich auch mit den Schattenseiten dieser Tradition auseinanderzusetzen. Mir persönlich geht es um Aufklärung in Bezug auf die Geschichte des Yoga und die gegenwärtige Yoga-Szene.
ZEIT ONLINE: Was die Verstrickung von Yoga und politischer Gewalt angeht – endete die mit dem Fall des Dritten Reichs?
Tietke: Leider nicht. Es gibt aktuelle Beispiele dafür, wie Yoga dazu benutzt wird, Gewalt zu rechtfertigen. Als Reaktion auf 9/11 publizierte der Yogagelehrte Georg Feuerstein einige Texte, die den Krieg im Irak als den Kampf gegen das Böse legitimierten. Auch er argumentierte mit Versen aus der Bhagavad Gita. Zudem bezieht sich Feuerstein seit vierzig Jahren unkritisch auf die Arbeiten des Indologen und SS-Hauptsturmführers Jakob Wilhelm Hauer. Noch eklatanter ist, dass Hindunationalisten während der anti-muslimischen Unruhen im indischen Bundesstaat Gujarat, bei denen mehr als 2.000 Menschen getötet wurden, die Veden rezitierten. Direkt vor dem Blutbad wurden die gleichen Mantren angestimmt, wie sie auch in religiös orientierten Yogaschulen gechantet werden.









Bitte
zuerst mal dem Yoga einen korrekten Artikel zuordnen (das Yoga) und "der arische Yoga" - "auf der J-Yoga" - "wie und welcher Yoga" entsprechend richtig konjugieren!
Oder ist "der Yoga" eine Nazi-Spezialität?
Sollte DER Yogi gemeint sein, so sollte Johannes Thumfarts Artikel in die Sparte Sport verschoben werden ...
Der Duden kennt "Yoga" als Substantiv maskulin und Substantiv neutrum. Da darf der Herr Thumfart das also halten, wie's im Spaß macht.
Der Duden kennt "Yoga" als Substantiv maskulin und Substantiv neutrum. Da darf der Herr Thumfart das also halten, wie's im Spaß macht.
Der Duden kennt "Yoga" als Substantiv maskulin und Substantiv neutrum. Da darf der Herr Thumfart das also halten, wie's im Spaß macht.
Lieber Sekeeta,
danke für Ihren HInweis. Wir waren auch überrascht. Es kann "das Yoga" heißen, richtiger ist wohl "der Yoga". Zwischenzeitlich waren wir etwas inkonsequent. Nun ist es aber einheitlich. Der Yoga.
Und der Jogi Löw ist auch nicht weit weg. Sie befinden sich gerade im Sport-Ressort.
Viele Grüße
Christian Spiller
Immer diese obligatorisch wirkstarke Sprache, wenn es um Nazis geht, die schon vielen nicht mehr auffällt und wo ich nicht weiß, ob es Methode hat oder nur Gewohnheitsfehler ist.
Wie konnte Himmler denn bitteschön den Yoga vereinnahmen? Das hieße, dass er den Alleinvertretungsanspruch an Yoga besessen hätte. Niemand Anderer dürfte Yogaphilosphie betreiben oder gar die Yogapraxis ohne Zustimmung der Nazis.
Das ist wohl kaum der Fall.
Das richtige Wort wäre "entdeckt" gewesen, aber das klingt wahrscheinlich zu harmlos. Schließlich wollten die Nazis die Welt beherrschen und die Okkupation des Yoga war da DER Mosaikstein dessen.
P.S.: Wie sieht denn regimekritisches Yoga aus?
Wozu wieso weshalb verschwendet jemand seine Zeit mit solchen Studien? Ja, die Nazis haben AUCH Autobahnen bauen lassen, mit Löffeln gegessen, die Stadtgrenzen von Hamburg festgelegt, sich den Hintern mit Klopapier abgewischt (soweit vorhanden) und irgendwas praktiziert, das sie "Yoga" nannten. Sind deshalb Autobahnen, Löffel, Yoga und Klopapier in ihrer Bedeutung irgendwie (ich hätte jetzt fast "anrüchig" geschrieben) verdächtig/anders/bedeutsamer? Ich meine was will uns das alles sagen? Das Nazis auch eine ganz gewöhnliche Ader hatten?
Philosophie lässt sich für politische Ziele missbrauchen. Man braucht nur ein paar Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen oder die oft weiten Begriffe entsprechend zu interpretieren und schon "passt es".
Daher ist es auch naiv zu glauben, dass es Weltanschauungen gibt die die Menschen bessern könnten. Ich halte sehr viel von den indischen Religionen/Philosophien. Aber bei aller Verehrung sollte man kritisch bleiben und auch die nach unseren Menschenverständnis nicht akzeptabelen Gesichtspunkte klar benennen. Daher ist ein solches Buch zu begrüßen.Was die Gita angeht hat Herr Himmler übrigens geflissentlich übersehen, dass Arjuna in einem Verteidigungskrieg kämpfen soll. Agressionskriege und das "gelassene" Töten anderer in einem solchen Krieg, lassen sich mit der Gita jedenfalls nicht rechtfertigen.Ein pazifistisches Werk ist sie damit allerdings immer noch nicht.
Danke für den Hinweis auf den Duden!
"... der Yoga der Erkenntnis ..." scheint, zumindest im Dativ, spurlos an mir vorüber gegangen zu sein! Ebenso die modernistische Zuordnung zum Sport.
99,9% der Yoga-Literatur müsste demnach umgeschrieben werden,- das kann ja heiter werden.
Herzlichst
IHRE Sekeeta (Yoga-frei)
/Sekhet-a-Ra,- Ko-Pharaonin der 1. Dynastie in Alt-Ägypten, teilte sich den Thron mit ihrem Bruder Neyah/
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren