Taktisch klug : Ohne Abseits sähe Fußball aus wie auf dem Pausenhof

Abseits ist kompliziert, verhindert Tore – warum nicht abschaffen? Nein, sagt der Trainer Oliver Fritsch in seiner Video-Serie, die Regel ist wichtig für die Spielkultur.
Taktisch klug: Was ist eigentlich Abseits im Fußball?

Die Abseitsregel verursacht meist Ärger. Für den Stürmer, weil sie ihm das Toreschießen erschwert. Für den Schiedsrichter, weil sie sein menschliches Auge oft überfordert. Für den Zuschauer, weil häufig nicht mal drei Zeitlupen helfen, um Abseits zu erkennen. Fußball wäre ohne Abseits so einfach, könnte man denken. Doch die Regel ist wichtig, denn sie ist die Voraussetzung für Mittelfeld, Kombinationsspiel, schöne Pässe, kurz: Spielkultur. Ohne sie sähe Fußball aus wie auf dem Pausenhof.

Diese und andere Fachfragen erklären wir in unserer Video-Serie Taktisch klug . Dort widmet sich Oliver Fritsch dem ABC des Fußballs. Wie bewegt sich eine Viererkette? Wie läuft man sich frei? Welche Unterschiede gibt es zwischen Mann- und Raumdeckung? Was bedeutet 4-4-2?

Taktisch klug richtet sich nicht in erster Linie an Fußballnerds und Taktikgurus, die wissen eh schon alles und das auch noch besser. In der Video-Serie wollen wir Grundwissen vermitteln. Wenn Sie eine Anregung haben oder von einer Frage gequält werden, die Sie schon immer stellen wollten, aber es nicht wagten, geben Sie uns bitte einen Hinweis. Oliver Fritsch hat übrigens die C-Lizenz und war bis vor Kurzem Trainer der SV Blankenese in der Landesliga Hammonia ( Hamburg ), sechste Liga.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Abseits ist unsinnig

Ich denke auch auf keinen Fall, daß sich z.B. Barca wie eine Schüler-Mannschaft hinter dem Ball herläuft, wenn Abseits abgeschafft würde.
Man muß hier ganz anders ansetzen:

Sie sol offenbar verhindern, daß ein Stürmer sich einen Vorteil gegenüber dem Verteidiger verschafft, indem er sich hinter ihn schleicht und auf den Ball wartet.

Dabei werden jedoch viele unsinnige Situationen mit erfaßt:
a) Der Stürmer steht z.B. am linken Flügel ca auf Strafraumhöhe im "Abseits". Ein Mitspieler paßt einen weiten zu ihm, er läuft dem Ball entgegen und als er ihn bekommt steht er 1-2 m nicht im Abseits.
Damit ist also der Zeitpunkt der Ballabgabe total sinnlos.
Der Stürmer hat sich dadurch keinen Vorteil verschafft.

b) Ein Verteidiger steht ziemlich abseits vom Geschehen so, daß er die eigentliche Abseitsstellung eines Stürmers aufhebt.
Da frag ich mich: Wo ist da der Vorteil der Verteidigung, wenn der Abseits-Aufheber gar nicht ins Geschehen eingreifen kann?
Das wäre im Grunde eigentlich trotzdem ein Abseits.
Bestes Beispiel: Das Dortmunder 1:0 in Dortmund als Robben in einer unrelevanten Position, das eigentliche Abseits des Lewandowski aufhebt. Ob Robben da steht oder nicht spielt eigentlich überhaupt keine Rolle. Lewa steht vor dem Torwart ohne Verteidiger in seiner Nähe und irritiert den Torwart.
Man kann auch genauso fragen, "wieso hätte das Tor nicht gezählt, wenn Robben nicht dort (abseits vom Geschehen) im Abseits stünde? Ändert überhaupt nichts an der Situation.

Abseits ist unsinnig_2

...
Oder Barca - Chelsea:
Jetzt steht eine Antifussballer-Team im Finale, nur weil sie zu 11-t im Strafraum standen und ein 3. Barca-Tor rechts ausserhalb vom
Strafraum von Fabregas(?) initiiert, der den Ball knapp einen halben meter in "Abseits" zum Ball gekommen war, wobei der Strafraum eh voller Verteidiger war.
Ob er den Ball halben m vorher bekommen hätte sich nichts daran geändert, denn er war eh schnell unterwegs.

Diese Regel ist ziemlich willkürlich und gehört entweder abgeschaft oder stark abgeändert.
Sie hilft nur spielerisch schwächeren Mannschaften, die sich dann zur Kompensation auf abseits stellen spezialisieren können. Toller Fußball!

Sie sollten sich besser darauf konzentrieren, ihre Fußballkunst zu verbessern.