Atlético Madrid – Athletic Bilbao 3:0 (2:0)

Radamel Falcao hat Atletico Madrid den zweiten Triumph nach 2010 in der Europa League beschert. Dank der Wettbewerbstore Nummer elf und zwölf des überragenden Kolumbianers gewann der Hauptstadtclub das spanische Finale gegen den Liga-Rivalen Athletic Bilbao und machte seinen insgesamt dritten Europacup-Erfolg perfekt. Im Nationalstadion von Bukarest war die vom Bundesliga-Schiedsrichter Wolfgang Stark souverän geleitete Partie bereits zur Pause durch einen Doppelschlag von Falcao (7./34. Minute) entschieden, das im Viertelfinale Hannover 96 ausgeschaltet hatte. Der frühere Bundesliga-Profi Diego setzte in der 85. Minute den Schlusspunkt.

Mit insgesamt zwölf Toren in dieser Saison setzte sich der 26-jährige Falcao, dem in der Spielzeit 2010/11 im Trikot des siegreichen FC Porto sogar 17 Treffer in der Europa League gelungen waren, in der Torjägerliste vom Schalker Klaas-Jan Huntelaar (10) ab. Schon vor einem Jahr war dem Kolumbianer im Finale gegen Sporting Braga das entscheidende 1:0 gelungen. Den Basken, die auch in ihrem zweiten europäischen Finale nach 1977 als Verlierer den Platz verließen, bleibt immer noch eine Titelchance im Endspiel um den spanischen Pokal gegen den FC Barcelona am 25. Mai.

Vor den Augen des spanischen Kronprinzen Felipe und des Nationaltrainers Vicente del Bosque legte Atletico in dem temporeichen und gutklassigen Endspiel einen Blitzstart hin. In der 7. Minute setzte sich Falcao im Strafraum gegen zwei Basken durch und schlenzte den Ball unhaltbar für Torhüter Gorka Iraizoz zum 1:0 in den Winkel. Als Passgeber zeichnete sich einmal mehr der frühere Wolfsburger und Bremer Diego aus, der schon seinen siebten Assist in der Europa League verbuchte.

Der Liga-Neunte Bilbao brauchte einige Zeit, um sich vom Schock des frühen Rückstands zu erholen, zeigte aber dann ebenfalls seine offensiven Qualitäten. Durch Fernando Llorente (19.) und Iker Muniain (24.), dessen Schuss Atleticos Schlussmann Thibaut Courtois mit Mühe zu fassen bekam, besaßen die Basken gute Chancen zum Ausgleich.

Wie man seine Chancen nutzt, bewies auf der Gegenseite erneut Falcao. Von Arda Turan mustergültig freigespielt, tanzte der Stürmer mit dem Rücken zum Tor stehend zwei Gegenspieler aus und traf zum 2:0. Vorausgegangen war ein Ballverlust von Bilbaos Abwehrspieler Fernando Amorebieta an der eigenen Strafraumgrenze.

Bilbao startete druckvoll in die zweiten 45 Minuten und war um den schnellen Anschluss bemüht, aber die Madrilenen gaben das Heft nicht mehr aus der Hand. Und wenn doch etwas vor das Atletico-Tor kam, war der starke Abwehrspieler Joao Miranda zur Stelle, so etwa in der 46. Minute, als er Muniains scharfe Hereingabe zur Ecke lenkte.

In der Schlussphase setzte die Elf von Marcelo Bielsa alles auf eine Karte, doch nicht nur bei den vergebenen Möglichkeiten von Markel Susaeta (77./79.) dokumentierten die Basken ihre Schwächen im Abschluss. Auf der Gegenseite verhinderte der Pfosten den dritten Falcao-Treffer (80.), doch dann beseitigte Diego mit einem Schuss in die lange Torecke die letzten Zweifel. Für den Ex-Bremer, der das Uefa-Cup-Finale 2009 gegen Schachtjor Donezk wegen einer Sperre verpasst hatte, war der Finalsieg eine besondere Genugtuung.

Atlético Madrid: Courtois - Juanfran, Godin, Miranda, Filipe Luis - Suárez, Gabi - Diego (90. Koke), Adrián López (88. Salvio), Arda Turan (90.+3 Álvaro Dominguez) - Falcao

Athletic Bilbao: Iraizoz - Iraola, Martínez, Amorebieta, Aurtenetxe (46. Ibai Gómez) - Ander Herrera (63. Toquero), Iturraspe (46. Iñigo Pérez), de Marcos - Susaeta, Muniain - Llorente

Schiedsrichter: Stark (Ergolding)

Zuschauer: 52.347 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Falcao (7.), 2:0 Falcao (34.), 3:0 Diego (85.)

Gelbe Karten: Falcao / Amorebieta, Ander Herrera, Iñigo Pérez, Susaeta

Beste Spieler: Diego, Falcao / Ibai Gómez