Bayern MünchenMehr Macht den Bayern-Trainern!

Die Saison war gut, die Finalniederlage absurd. Trotzdem können die Bayern Wichtiges von der Konkurrenz lernen, kommentiert O. Fritsch. von 

Die gute Nachricht vorweg: Uli Hoeneß wird den FC Bayern nicht abmelden, versprach der tief getroffene Bayern-Präsident gestern Nacht. Was kann man sonst noch aus dieser absurden Niederlage ziehen ? Zunächst nicht mehr als: Der Ball ist rund, die Champions League hat ihre eigenen Gesetze, und der Fußballgott macht gerade Kurzarbeit.

Zunächst dürfen die Bayern stolz sein, das Champions-League-Finale erreicht und dominiert zu haben. Doch schaute man ein wenig genauer hin, konnte man auch gegen Chelsea die Mängel im Spiel der Bayern erkennen, die die vorigen zwei Jahre durchziehen. Sie waren zwar sehr engagiert und dominant, aber ihren Angriffen fehlten oft Tempo und Vertikale. Konter und Überzahlsituationen wurden selten koordiniert ausgespielt. Wenig Pressing, miserable Standards.

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Diese Fragen stellen sich dem Trainer. Man kann Heynckes zu einer guten Saison gratulieren , doch sein Einfluss auf den Fußball des FC Bayern ist bislang nur minimal. Letztlich spielt die Elf einen leicht abgewandelten Stil seines Vorgängers Louis van Gaal . Der 67-jährige Heynckes ist ohnehin ein Übergangstrainer, das hat der Präsident Hoeneß immer zu verstehen gegeben. Aber ein Übergang wohin?

Kein Trainer-, sondern ein Spielerverein

Der FC Bayern hat seinen eigenen, selbstbewussten Charakter, Trainer sind unter Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer immer Übergangslösungen. Es ist kein Trainer-, sondern ein Spielerverein. Bestes Beispiel Arjen Robben , von dem nicht erst seit gestern klar ist, dass er mit großer Hypothek in die nächste Saison geht. Der Holländer war schon im Bundesliga-Endspiel gegen Dortmund der Matchloser.

Gegen Chelsea verschoss er erneut einen Elfmeter und war für so manch anderen Fehlversuch verantwortlich. Einen starken rechten Fuß hat er nicht, Mitspieler übersieht er häufig, Lauf- und Verteidigungsarbeit hängt von seiner Laune ab. Wenn er mal auf die Bank muss, meckert er noch Wochen später. Dennoch hat der FC Bayern Robbens Vertrag stolz verlängert.

Zwei erfolgreiche Wettbewerber Bayerns hingegen haben erkannt, dass der wichtigste Posten in einem Fußballverein der des Trainer ist. Sowohl der nationale Konkurrent Dortmund als auch der internationale – nein, nicht Chelsea – Barcelona glauben an Trainerfußball. An beiden Orten waren die vergangenen vier Jahre Akribiker mit eigener Spielidee am Werk. Noch wichtiger ist, sie wurden von allen Seiten in ihrem Tun unterstützt. Daraus resultiert offenbar ein Vorsprung, der nicht unbedingt mit teuren Transfers wettzumachen ist – und der nicht durch ein irrationales Champions-League-Finale verdeckt werden sollte. Es könnte sein, dass die Jahre mit Heynckes versäumte Entwicklungszeit sind.

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Leserkommentare
  1. > Der FC Bayern hat seinen eigenen, selbstbewussten Charakter, Trainer sind unter Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer immer Übergangslösungen. <

    Besser kann man es nicht ausdrücken. Hoeneß ist wie Papst.

    10 Leserempfehlungen
    • 1CE
    • 20. Mai 2012 13:33 Uhr

    um es nocheinmal deutlich zu sagen:

    Die Champions League hat mitnichten ihre eigenen Gesetze, wer mehr Tore schiesst, gewinnt!

    7 Leserempfehlungen
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    Und wer trotz angeblicher "Feldüberlegenheit" nicht mehr als nur ein Tor schießt, der verliert.

    ist jetzt nicht soooo schlecht -- sofern man nicht die Bodenhaftung verloren hat.

    Schon lustig wie ähnliche Ereignisse völlig anders interpretiert werden.

    Barcelona hat Chelsea an die Wand gespielt, einen Elfmeter verschossen und etliche Dellen auf Pfosten/Latte hinterlassen. Die hatten Pech, dass sie es in 2 Spielen (teilweise mit einem Mann mehr) nicht hingebracht haben, was Bayern in einem Glücksspiel nicht geschafft hat.
    Aber die Bayern sind jetzt schlecht und Chelsea toll?!

    Wenn die Wahrscheinlichkeit sich durchgesetzt hätte, dass man mit einem Kopfball nicht gegen 20 Torschüsse und einen Elfmeter gewinnen kann, würde jeder schreiben: <>
    Jetzt sollen sie die Idioten sein? Man kann nur gut spielen. Man kann Tore nicht erzwingen. Ansonsten sollte sich Barcelona auch von Messi trennen. Der kann ja auch "nichts".

  2. 3. @ 2

    Und wer trotz angeblicher "Feldüberlegenheit" nicht mehr als nur ein Tor schießt, der verliert.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Falsch,"
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    ... das Spiel nicht gesehen.
    Dann ist auch 2 "angeblich" mehr als 1. Und Barcelona "angeblich" die beste Mannschaft der Welt.

    Wer anhand eines Ergebnisses bei einer Sportart ziemlich sicher gehen will, welche die bessere Manschaft ist, muss sich eine Sportart mit vielen Punkten/Toren heraussuchen. Sowas wie Handball, Basketball oder Badminton. Da gewinnt praktisch immer der bessere und wenn nicht, dann waren sie sehr ähnlich stark.

    Statistisch gesehen ist ein 1:0 in einem Spiel im Fußball ungefähr so aussagekräftig, wie die Prognose von Bundestagswahlergebnissen wenn ich 3 Leute in einer Kneipe befrage.

    • Asura
    • 20. Mai 2012 14:05 Uhr

    kein Tor schießt.

    Mit Logik haben es die ganzen Häme-BVB-Sympathisanen & Co. nicht so, eh?

    Das war der mit Abstand (Entschuldigung den Ausdruck aber...) der größte Schwachsinn, den ich seit längstem gelesen habe. Welches Spiel haben sie denn bitte verfolgt?

  3. Doch, auch Chelsea ist in diesem Sinne eine Trainermannschaft.

    Denn der Trainer hat es geschafft, auch einen ähnlich selbstbewussten Spieler wie Drogba seine Idee des Spiels beizubringen. Wer sich erinnert, wie Drogba früher mit Ballack um jeden Freistroß und Elfmeter gestritten hat, der kann sich vorstellen, wie viel Überzeugung der Trainer vermitteln muss, um Drogba wie in Barcelona zu einem Außenverteidiger zu machen. Auch gestern war er, ähnlich wie Lampard, mehr im eigenen Strafraum als im gegnerischen zu sehen. Man versuche sich mal Robben als Verteidiger vorzustellen, der nicht nach vorne rennen darf!

    Auch Madrid setzt mittlerweile auf einen starken Trainer, nachdem sie fast ein Jahrzehnt nur Trainer auf Abruf zugelassen hatten, ähnlich wie Bayern in letzter Zeit.

    Aber das ist alles nicht wichtig, denn die viel größere Frage nun ist doch, welcher Trainer stünde denn nächstes Jahr für die Bayern bereit? Und würde Bayern mit dem immer noch starken Einfluss eines Hoeneß überhaupt einen eigenwilligen Trainer akzeptieren? Dürfte Bayern denn überhaupt so defensiv spielen wie Chelsea gestern? Würden das die Fans akzeptieren?

    8 Leserempfehlungen
  4. ist jetzt nicht soooo schlecht -- sofern man nicht die Bodenhaftung verloren hat.

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Falsch,"
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    Zweitbeste Mannschaft in Deutschland hinter Dortmund.
    Zweitbeste Mannschaft in Europa/Welt hinter Barcelona (sicher nicht Chelsea).

  5. Diese Niederlage geht allein auf die Kappe von Heynckes. Wer nach der damaligen historischen Niederlage von Bayern gegen ManU nichts dazu lernt und den Fehler wiederholt und ohne jede Not die Manschaft kurz vor Schluss mit einer sinnlosen Auswechselung aus den Rhythmus bringt der soll auch die Konsequenzen tragen. Es bleibt allein das Geheimniss von Heynckes wieso er Thomas Müller ohne jeden Grund kurz vor Schluss auswechselt und seine eigene Mannschaft entscheidend schwächt. Ohne diese Auswechselung wäre Bayern durcrh gewesen. Auch bei den Spielen gegen Dortmund sind Heynckes taktische Schwächen gnadenlos aufgedeckt worden. Er lehrt zwar seinen Spielern überzeugend die Ballsicherung, aber von Tempofussbll hat er keine Ahnung. Schweinsteiger und Kroos spielen zum Teil Altherrenfußballtempo. Bayern sollte versuchen schnellst möglich einen Trainer zubekommen, der eine moderne Fußballphilosohie spielen lassen kann, die uptodate ist

    6 Leserempfehlungen
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    • cvnde
    • 20. Mai 2012 14:17 Uhr

    Wieder mal wollte er die Liga schwächen, Heynckes weg von Leverkusen.

    Jetzt sieht man die Folgen.

    Außerdem verstehe ich es nicht, wieso Profi-Spikler es nicht schaffen ausrechend zu trinken.

    So warm war es nicht in München gestern.

    • dacapo
    • 20. Mai 2012 17:54 Uhr

    Also, ich bin zwar kein Stammtisch- oder ForumsTrainer, aber dieser Punkt macht doch stutzig, wenn Sie sagen, wäre der Müller nicht rausgenommen worden, wäre das Spiel anders ausgegangen!

    "Es bleibt allein das Geheimniss von Heynckes wieso er Thomas Müller ohne jeden Grund kurz vor Schluss auswechselt "

    ..hat Heynckes selbst bereits in einem Interview am Sonntag gelüftet: Müller bat um die Auswechslung, weil er schon eine Weile Wadenprobleme hatte.

    So, und nun?

    • nobodo
    • 20. Mai 2012 13:48 Uhr

    verloren hat vor Allem der Zuschauer...denn es waren wieder 120 Minuten langweiligen, ereignislosen Fußballs - mit nur wenigen Torraumszenen. (Taktik Fans mögen auf ihre Kosten gekommen sein)

    Es wird Zeit das die Regeln dahingehend geändert werden, dass es sich nicht lohnt 120 Minuten "hinten drin" zu stehen - also destruktiven Fußball zu bieten.

    Wenn man mit so einer Leistung wie Chelsea diesen Wettbewerb gewinnt - dann besteht Handlungsbedarf....

    Liebe UEFA - macht die Tore größer, führt 3 Ecken ein Elfer ein - aber macht etwas - es sooo langweilig - und diejenigen, die attraktiven Angriffsfußball spielen, werden auch noch dafür bestraft (Bayern, Barcelona....)

    2 Leserempfehlungen
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    Was haben Sie von Vorstellungen von attraktivem Angriffsfußball? Den der Bayern haben wir nicht nur gestern, sondern die gesamte Bundesliga über gesehen. Angriffsfußball war das nicht, und attraktiv schon gar nicht. Schauen Sie nach Dortmund, schauen Sie nach Gelsenkirchen, schauen Sie nach Mönchengladbach. Dann bekommen Sie vielleicht einen Eindruck von attraktivem Angriffsfußball.

    Und auch der FC Barcelona spielt in meinen Augen nicht attraktiv. Die Spielidee erinnert mich an die Schlange Ka aus dem Dschungelbuch: Den Gegner (und den Zuschauer) so lange hypnotisieren, bis er nicht mehr bei der Sache ist und dann tödlich zustoßen. Sicher, dieser eine Pass ist dann schön anzusehen, aber eine insgesamt attraktive Spielidee ist das nicht. Und die Qualität von Messi ist, dass er den Ball so eng am Fuß halten kann wie niemand sonst. Aber den Spielwitz eines Zidane hat er nicht.

  6. 8. MOU J

    Bayern sollte sich Mourinho holen das wär mal richtig cool!

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Bayern | München | Arjen Robben | Uli Hoeneß | FC Bayern München | Louis van Gaal
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