Champions-League-Finale: Das Prinzip Hoeneß gegen das Prinzip Abramowitsch
Festgeld gegen Ölmilliarden: Mit Bayern und Chelsea treffen zwei Fußball-Extreme aufeinander. Die beiden Vereinsbosse könnten unterschiedlicher nicht sein.
© Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Der Bayern-Präsident Uli Hoeneß
Wenn der FC Bayern am Samstagabend im Champions-League-Finale auf den FC Chelsea London trifft (live im ZEIT-ONLINE-Blog und auf Twitter), ist das mehr als nur das sportliche Duell zweier Mannschaften. Es geht auch darum, wer Recht hat: Uli Hoeneß oder Roman Abramowitsch? Der FC Bayern, der immer darauf achtet, dass neben dem sportlichen Erfolg auch die Zahlen stimmen? Oder der FC Chelsea, dessen steinreicher Eigentümer es sich leisten kann, jährlich zig Millionen Pfund in seinem Klub zu versenken, weil er ihn als Spielzeug begreift?
Bayern und Chelsea besetzen die beiden fußballkulturellen Enden in Europas Spitze. Hier deutscher Mittelstand, dort russische Oligarchie, hier soziale Marktwirtschaft, dort Neoliberalismus, hier ein Metzgerssohn, dort ein Ölmilliardär. Hier Uli Hoeneß, der Bayern-Präsident, dort Roman Abramowitsch, Chelseas Mäzen. Wir haben die Prinzipien der beiden Bosse, die Personen dahinter und ihre Träume gegenübergestellt:
Das Prinzip Uli Hoeneß:
In den mehr als dreißig Jahren als Manager schaffte es Uli Hoeneß, den FC Bayern München zum sportlichen und wirtschaftlichen Maß aller Dinge im Fußballland zu machen. 1979, als Hoeneß übernahm, machte der FC Bayern zwölf Millionen Mark Umsatz und hatte sieben Millionen Mark Schulden. In diesem Jahr soll die 350-Millioen-Euro-Umsatzgrenze geknackt werden, der Gewinn lag in der vergangenen Saison bei 1,3 Millionen Euro.
Legendär ist das Festgeldkonto der Bayern. Auf der Jahreshauptversammlung im November 2011 erklärte der Verein, über freie Liquidität in Höhe von 129,1 Millionen Euro zu verfügen. Die kamen zusammen, weil sich Hoeneß an die Kaufmannsregel seiner Eltern erinnerte, die eine Metzgerei führten: bloß keine Schulden. Nie mehr ausgeben als man einnimmt. Hoeneß drehte zunächst vor allem an der Einnahmenseite. Er schaffte es, den sportlich guten Ruf, den sich die Bayern durch die Erfolge in den Siebzigern erspielt hatten, zu versilbern. Weil er einer der ersten Sportmanager war, der das Wort Merchandising fehlerfrei aussprechen konnte. Die paar Wimpel und Anstecknadeln, die sein Verein damals an die Fans verkaufte, waren ihm zu wenig. Dieses Geschäft war ein wichtiger Bestandteil beim Aufbau des modernen FC Bayern. Heute setzt der Verein jährlich etwa 40 Millionen Euro mit Trikots, Bettwäsche und Toastern um. Mit diesem Geld kauft der FC Bayern regelmäßig gut ein, kann bei Transfers mittlerweile mit den großen, schwer überschuldeten Clubs aus England, Spanien, Italien mithalten. Ein Champions-League-Sieg der Bayern wäre daher, allen Skeptikern zum Trotz, auch ein Sieg der deutschen 50+1-Regel, des Modells des mitgliedergeführten Vereins.
Das Prinzip Roman Abramowitsch:
Etwas anders ging Roman Abramowitsch die Sache an. Organisches Wachstum? Nö! Der russische Milliardär ist das Symbol des Fußballmäzenatentums, für viele Fans ein rotes Tuch. Für ihn gibt es nichts, was sich nicht kaufen lässt. Auch sportlicher Erfolg, Ruhm und Ehre sind demnach nur eine Frage des Preises. Abramowitsch wollte sein Geld unbedingt in einen europäischen Fußballverein stecken, weil er sein Geld außer Landes bringen wollte. Er dachte über einen Klub in Italien nach, und über einige in England, der Liga mit der international größten Strahlkraft. Der Legende nach fiel ihm auf dem Rückweg von einem Vorstellungstermin bei Manchester United aus seinem Helikopter heraus das Stadion des FC Chelsea auf. Also entschied sich Abramowitsch für Chelsea. Der Londoner Traditionsverein war im Jahr 2003 hoch verschuldet, ein Schnäppchen also. Abramowitsch kaufte fast alle Aktien des Westlondoner Klubs und begann, Geld in den Verein zu pumpen. Eine neue Tradition, wenn man so will.
Ob sich sein Investment lohnt, ist dem Geschäftsmann ausnahmsweise mal egal. Er hält sich den Verein schlicht aus Spaß. Mehr als eine Milliarde Euro soll Abramowitsch seit der Übernahme überwiesen haben. Er verpflichtete teure Spieler und noch teurere Trainer. In den vergangenen beiden Geschäftsjahren machte Chelsea über 80 Millionen Euro Miese. Doch der ultimative Erfolg war bislang nicht käuflich: Mit dem Champions-League-Titel hat es noch nicht geklappt, immerhin mit drei nationalen Meistertiteln.






Es ist bezeichnend für viele deutschen Medien, ein Fußballspiel apotheotisch anzupreisen, aber über Bürger, die für ihre Rechte und gegen die unheilvollen "Rechte" der Mächtigen auf die Straße gehen, nur marginal zu berichten...
Sehe ich auch so!
Westerwelle sprach mal von einer spätrömischen Dekadenz. In der sind wir mittlerweile wahrlich angelangt. Fußballspiele, kontrolloser Mob in den Stadien, Spieleshows und deren Moderatoren (Wer war Kurt Felix?...), willkührliche Zensurwut der Medien usw.
Wir leben wahrlich, wie im alten Rom. Nur mit Handys und Internet...
Was meinen Sie wie viele Menschen heute in der ganzen Welt am Fernseher sitzen und mitfiebern? Große Fußball-Endspiele sind (ohne Ironie) eines der wichtigsten Ereignisse überhaupt. Sie werden beim WM-Finale ca. 2 Milliarden Zuschauer haben - das unterstreicht doch wirklich die Bedeutung.
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak
ne leute, heute gibt es mal wirklich nix wichtigeres als dieses spiel.
Gott-sei-Dank gibt es Wichtigeres im Leben als die blödsinnigen Occupy-Proteste, die ermüdende Griechenland-Krise oder DSDS:
Das Champions-League-Finale "Dahoam"!
Ich freu mich drauf!!! (und ein paar andere auch noch) :-)
Sehe ich auch so!
Westerwelle sprach mal von einer spätrömischen Dekadenz. In der sind wir mittlerweile wahrlich angelangt. Fußballspiele, kontrolloser Mob in den Stadien, Spieleshows und deren Moderatoren (Wer war Kurt Felix?...), willkührliche Zensurwut der Medien usw.
Wir leben wahrlich, wie im alten Rom. Nur mit Handys und Internet...
Was meinen Sie wie viele Menschen heute in der ganzen Welt am Fernseher sitzen und mitfiebern? Große Fußball-Endspiele sind (ohne Ironie) eines der wichtigsten Ereignisse überhaupt. Sie werden beim WM-Finale ca. 2 Milliarden Zuschauer haben - das unterstreicht doch wirklich die Bedeutung.
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak
ne leute, heute gibt es mal wirklich nix wichtigeres als dieses spiel.
Gott-sei-Dank gibt es Wichtigeres im Leben als die blödsinnigen Occupy-Proteste, die ermüdende Griechenland-Krise oder DSDS:
Das Champions-League-Finale "Dahoam"!
Ich freu mich drauf!!! (und ein paar andere auch noch) :-)
Sehe ich auch so!
Westerwelle sprach mal von einer spätrömischen Dekadenz. In der sind wir mittlerweile wahrlich angelangt. Fußballspiele, kontrolloser Mob in den Stadien, Spieleshows und deren Moderatoren (Wer war Kurt Felix?...), willkührliche Zensurwut der Medien usw.
Wir leben wahrlich, wie im alten Rom. Nur mit Handys und Internet...
Warum nur ist Hoeneß’ Lebenstraum der Champions-League-Sieg?
Den hat Bayern München doch schon!
Und den holt sich doch jedes Jahr ein Verein!
Im eigenen Stadion wäre der Champions-League-Sieg natürlich etwas Besonderes!
Aber tatsächlich historisch für Bayern München wäre doch das
Vize-Trippel!
Das wäre doch eine echte Rarität!
Allerdings wäre auch das für Bayern München nur ein
Plagiat!
Denn das
Original stammt aus Leverkusen:
Bayer Leverkusen, Vize-Tripel-Gewinner 2002!
anfangen muss: Was reitet Herrn Spiller, die soziale Marktwirtschaft (Wirtschaftsform) in Gegensatz zum Neoliberalismus (Weltanschauung) zu setzen ? Der korrekte Gegenpart wäre der sog. Manchesterkapitalismus gewesen, der das beschreibt, was Antiliberale so gerne fälschlicherweise Neoliberalismus nennen. Für den deutschen (Neo-)Liberalismus steht die soziale Marktwirtschaft überhaupt nicht zur Diskussion. Im Gegenteil, die deutschen Liberalen sind die größten Anhänger der sozialen Marktwirtschaft.
... überfordert aber den einem oder anderen.
... überfordert aber den einem oder anderen.
Es geht hier nicht drum, wer Recht und auch nicht welches System besser ist und das heuttige Endspiel beantwortet die Frage gleich gar nicht.
Wir der Verlierer sein System umstellen? Sicher nicht.
Hoeneß lebt Bayern, er hat sich das über Jahrzehnte aufgebaut, dafür gebührt ihm Respekt.
Abramowisch liebt Geld und Macht, er hat es in kurzer Zeit auf 12 Milliarden gebracht, auch dafür gebührt ihm Respekt, zumindest, wenn man davon absieht, daß er sich möglicherweise illegaler Methoden bedient hat.
Für Hoeneß ist Bayern alles, für Abramowisch ist Chalsea ein Spielzeug.
Was meinen Sie wie viele Menschen heute in der ganzen Welt am Fernseher sitzen und mitfiebern? Große Fußball-Endspiele sind (ohne Ironie) eines der wichtigsten Ereignisse überhaupt. Sie werden beim WM-Finale ca. 2 Milliarden Zuschauer haben - das unterstreicht doch wirklich die Bedeutung.
Schon Fronto berichtet von Kaiser Trajan, dieser habe Massenunterhaltungen besonders gepflegt, in der festen Meinung,dass das römische Volk insbesondere durch zwei Dinge, Getreide und Schauspiele, sich im Bann halten lasse und Dion von Prusa wirft den Einwohnern Alexandrias vor, sie seien nur noch auf Brot und Wagenrennen fixiert.
Und wenn man das ganze mal auf die heutige Zeit projiziert
,die Begriffe Getreide,Brot,Wagenrennen und Schauspiel z.B. durch Handys,Klamottem und Fussball austauscht,sind die 1900 Jahre alte Aussagen Frontos und Dion v.Prusas doch aktuell und treffend.
Schon Fronto berichtet von Kaiser Trajan, dieser habe Massenunterhaltungen besonders gepflegt, in der festen Meinung,dass das römische Volk insbesondere durch zwei Dinge, Getreide und Schauspiele, sich im Bann halten lasse und Dion von Prusa wirft den Einwohnern Alexandrias vor, sie seien nur noch auf Brot und Wagenrennen fixiert.
Und wenn man das ganze mal auf die heutige Zeit projiziert
,die Begriffe Getreide,Brot,Wagenrennen und Schauspiel z.B. durch Handys,Klamottem und Fussball austauscht,sind die 1900 Jahre alte Aussagen Frontos und Dion v.Prusas doch aktuell und treffend.
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak
allenfalls war die Aussage, das man nicht Äpfel mit Birnen, sprich ernsthafte Probleme mit Unterhaltung vergleichen sollte, zu gut versteckt.
allenfalls war die Aussage, das man nicht Äpfel mit Birnen, sprich ernsthafte Probleme mit Unterhaltung vergleichen sollte, zu gut versteckt.
Schon Fronto berichtet von Kaiser Trajan, dieser habe Massenunterhaltungen besonders gepflegt, in der festen Meinung,dass das römische Volk insbesondere durch zwei Dinge, Getreide und Schauspiele, sich im Bann halten lasse und Dion von Prusa wirft den Einwohnern Alexandrias vor, sie seien nur noch auf Brot und Wagenrennen fixiert.
Und wenn man das ganze mal auf die heutige Zeit projiziert
,die Begriffe Getreide,Brot,Wagenrennen und Schauspiel z.B. durch Handys,Klamottem und Fussball austauscht,sind die 1900 Jahre alte Aussagen Frontos und Dion v.Prusas doch aktuell und treffend.
...daß es sich bei 'Brot und Spielen' um ein Grundbedürfnis des Menschen handelt. Nichts auf das man herabschauen müßte (immerhin ist man heute ja zivilisierter als wie im alten Rom).
Tja, die Konstante, die das alles verbindet, heißt wohl: Mensch.
...daß es sich bei 'Brot und Spielen' um ein Grundbedürfnis des Menschen handelt. Nichts auf das man herabschauen müßte (immerhin ist man heute ja zivilisierter als wie im alten Rom).
Tja, die Konstante, die das alles verbindet, heißt wohl: Mensch.
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