Dog-DancingDie mit dem Hund tanzt

Wem Männchenmachen und Apportieren zu langweilig ist, sollte Dogdance probieren. Tobias Jochheim hat Deutschlands einzige Profi-Hundetänzerin besucht. von 

Hundetrainerin Denise Nardelli

Hundetrainerin Denise Nardelli  |  © privat

Denise Nardelli tänzelt lässig über den blauen Teppich der Showbühne. Es läuft Cabaret , der Titelsong des gleichnamigen Musicals. Ihr Partner tanzt mit – vorwärts, rückwärts, seitwärts, diagonal. Er sucht ihren Blick, will sie umgarnen, ihr gefallen, imponieren. Ihr Partner ist ein Hund. Eigentlich eine Hündin, Sunny, ein Border Collie. Sunny läuft durch Nardellis Beine wie durch Slalomstangen, dreht Pirouetten, springt auf einen Stuhl, klatscht kurz ab, Pfote an Hand, und apportiert ihren Hut – alles im Takt, alles Teil einer mühsam erlernten Choreographie.

Dog-Dancing, der Tanz mit dem Hund, ist auf der Dortmunder Messe Hund und Heimtier nur eine von mehreren exotischen Veranstaltungen. Beim Agility dirigieren Hundehalter ihre Tiere durch einen Hindernisparcours, im Kampf um die WM-Qualifikation zählen Hundertstelsekunden. Beim Dog-Frisbee jagen extra-sprungstarke Hunde extra-weichen Wurfscheiben hinterher. Und beim Dog-Diving hüpfen mutige Vierbeiner von Sprungbrettern in Swimming-Pools.

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Dog-Dancing ist Unterhaltung, Show, natürlich. Einerseits. Andererseits präsentiert Nardelli, 33 Jahre alt, ein Best Of ihrer täglichen Arbeit. Nardelli ist Deutschlands einzige professionelle Hundetänzerin. Eine Pionierin aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont.

Noch vor zehn Jahren klammerte sie sich an ihren Job als Steuerfachangestellte, obwohl sie mit den Gedanken schon seit 1999 woanders war. Kaum hatte sie Feierabend, eilte sie zu ihren Hunden und brachte ihnen Tricks bei: Pfötchen geben, Männchen machen. Immer sicherer riefen die Hunde das Gelernte ab, motiviert durch Lob und Leckerchen. Immer mehr Kunststückchen kamen dazu, immer länger wurden die Kombinationen. Schließlich waren die Bewegungen flüssig und funktionierten im Takt. Es sah aus, wie es aussehen sollte: Wie ein Tanz zwischen Hund und Frauchen.

2003 kündigte Nardelli, seitdem verdient sie ihr Geld ausschließlich mit Hundetraining und dessen Königsdisziplin Dog-Dancing. Sie hat ein Buch geschrieben und fünf DVDs produziert, die sie in ihrem eigenen Online-Shop vertreibt. Unter der Woche sitzt sie ab fünf Uhr früh im Büro und beantwortet Kundenfragen, abends tritt sie bei Kerner auf oder im Varieté. Am Wochenende fährt sie im Wohnmobil quer durch Europa zu Vor-Ort-Seminaren übers Hundetanzen. Neun verschiedene Kurse bietet sie an, zwei Tage kosten 150 bis 190 Euro. Die Hundeforen im Web quellen über mit Lob, Dank und Weiterempfehlungen .

Für Nardelli sind ihre Tanzpartner mehr als Kollegen, auf Gedenk-Websites erinnert sie an verstorbene Hunde. Zu fressen gibt Nardelli ihren Hunden rohes Fleisch und Gemüse, nichts Besonderes. Dem Prinzip "höher, schneller, spektakulärer" will sie sich entziehen. "Die Journalisten fragen immer zuerst, ob wir beim Dog-Dancing die Hunde an den Vorderpfoten nehmen und lostanzen." Tierquälerei? Nein. Nardelli legt großen Wert darauf, dass sie hands off trainiert, also ohne ihre Hunde in eine bestimmte Richtung zu drücken.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

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    Ich bin eigentlich immer für Katze/Kater gewesen.
    Mit 7 bekam ich eine Cockerspaniel, war hin und weg.
    Später bin zu der Erkenntnis gekommen, dass Hunde viel Aufmerksamkeit und Gassigehen brauchen.
    Der Mensch hat einen Hund, die Katze hat einen Menschen.

    • docere
    • 22. Mai 2012 14:36 Uhr

    würde eine einfache Erziehung des Hundes schon ausreichen. Aber statt dessen macht man halt das goldene Tanzsportabzeichen.
    [...]

    Gekürzt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke, die Redaktion/au.

  2. Ich empfinde solche Aktivitäten als Schrecklich. Egal ob Tiere für Zuchtveranstaltungen aufgehübscht werden oder mit Hunden getanzt wird. Aber wenigstens scheint Dog Dancing den Hunden Spaß zu machen und wenn ich über die Herrchen und Frauchen lachen kann - so bereitet es auch mir Freude.

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    Hast du es mit deinem Hund schon mal ausprobiert? Hat es ihm Spaß gemacht?

    Bitte erst prüfen und dann den pseudo-Tierschützer spielen. Je mehr "Tierschützer" es gibt, desto schlechter geht es den Tieren. Die einen behaupten, Hütespiele für Border-Collies wären nur Stress und damit ungesund und tierverachtend, andere sind der Ansicht, dass unser Hauskater in einer Mülltonne in der Karlsruher Innenstadt besser aufgehoben wäre, als in einem Haus auf dem Land. Schließlich ist das ja ungewohnt... mit dem gleichen Argument hat man auch ein Pferd zu Salami verarbeitet, statt es den Lebensabend auf der Koppel verbringen zu lassen - schließlich wird es da ja von den anderen Pferden gemobbt.

    Alles im privaten Umfeld erlebt. Naja, "Tierschützer" halt.

  3. Hast du es mit deinem Hund schon mal ausprobiert? Hat es ihm Spaß gemacht?

    Bitte erst prüfen und dann den pseudo-Tierschützer spielen. Je mehr "Tierschützer" es gibt, desto schlechter geht es den Tieren. Die einen behaupten, Hütespiele für Border-Collies wären nur Stress und damit ungesund und tierverachtend, andere sind der Ansicht, dass unser Hauskater in einer Mülltonne in der Karlsruher Innenstadt besser aufgehoben wäre, als in einem Haus auf dem Land. Schließlich ist das ja ungewohnt... mit dem gleichen Argument hat man auch ein Pferd zu Salami verarbeitet, statt es den Lebensabend auf der Koppel verbringen zu lassen - schließlich wird es da ja von den anderen Pferden gemobbt.

    Alles im privaten Umfeld erlebt. Naja, "Tierschützer" halt.

  4. ab das nicht auf die Gelenke/Hüfte der Hunde geht... Das ist bei vielen auch so, zumindest im Alter eine Schwachstelle.

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    ein unverzüchteter Hund sein, bei dem nicht schon genetisch eine Hüftdyspersie vorvrogrammiert ist. Es gibt aber Hunde, die springen freiwillig aus dem Stand aus reiner Freude schon erstaunlich hoch und ich denke, wenn die Muskeln nicht nur einseitig trainiert werden, ist das o.k. Man sollte dagegen verbieten, daß Hunde Tag für Tag ihr Leben lang in Zwingern stehen müssen und überhaupt nie springen können.
    Zwinger müssten- genau wie Kettenhaltung- verboten werden!

  5. Besser jedenfalls, als wenn ein Hund nur im Zwinger als Pseudo- Alarmanlage gehalten wird! Das gemeinste, was man einem Hunden antun kann, ist doch, ihn allein als Statussymbol wie einen Old-Timer im Schuppen(also Zwinger) einzuschließen, um ihn bestenfalls hin und wieder zum Angeben rauszuholen. Ich habe in Berlin einmal einen Straßenkünstler gesehen, der seinen Hund sogar durch einen brennenden Reifen springen ließ. Der Hund machte das sehr gern und es war lustig anzusehen, wie er sich den Applaus dafür immer ganz stolz und genussvoll reingezogen hat - Streicheleinheiten inclusive!

  6. ein unverzüchteter Hund sein, bei dem nicht schon genetisch eine Hüftdyspersie vorvrogrammiert ist. Es gibt aber Hunde, die springen freiwillig aus dem Stand aus reiner Freude schon erstaunlich hoch und ich denke, wenn die Muskeln nicht nur einseitig trainiert werden, ist das o.k. Man sollte dagegen verbieten, daß Hunde Tag für Tag ihr Leben lang in Zwingern stehen müssen und überhaupt nie springen können.
    Zwinger müssten- genau wie Kettenhaltung- verboten werden!

  7. wenn sie nicht hüten dürfen, wollen sie beschäftigt werden.
    Vielleicht auch so? Keine Ahnung, ich würde meinen
    Border Collie nie so dämlich zur Schau stellen, dafür ist
    er mir zu wertvoll.
    Jetzt haben wir also schon Hunde Events- tja, gibt es
    nichts Wichtigeres? Armes Land, sag ich da nur.

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    Massenveranstaltungen mit Tieren mag ich prinzipiell auch nicht, egal, ob es sich jetzt um Zirkus, Pferderennen oder sowas handelt!

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