Bundesliga-EffizienzrechnerJedes Tor kostet 703.460 Euro

Die Bundesligisten geben laut des ZEIT-ONLINE-Effizienzrechners durchschnittlich 2,8 Millionen Euro für einen Sieg aus. Am meisten zahlen der HSV und der FC Bayern. von 

Was man sich für etwas mehr als 700.000 Euro alles kaufen könnte: 41 neue VW Golf in der Basisausstattung, 1.118 iPhones, 175.865 Ausgaben der ZEIT, oder: ein Bundesligator. 703.460 Euro haben die Bundesligisten durchschnittlich für jedes Tor ausgegeben. So hat es der ZEIT-ONLINE-Effizienzrechner ermittelt. Er setzt die erzielten Tore, Siege, Punkte und gespielten Pässe der abgelaufenen Saison ins Verhältnis zu dem Geld, dass die Bundesligisten für ihr kickendes Personal ausgeben, dem Lizenzspieleretat also.

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Dabei sind die Unterschiede innerhalb der Liga groß. Der FC Bayern München kann als Vize-Meister zwar sportlichen Erfolg vorweisen, aufgrund seines hohen Etats hat ihn in dieser Spielzeit jedes Tor aber auch 1.298.701 Euro gekostet. Zum Vergleich: Der Deutsche Meister aus Dortmund gab nur 512.500 Euro pro Tor aus. Damit ist die Borussia aber bei weitem nicht der Effizienzmeister der Liga. Der Titel geht an den SC Freiburg , dessen Tore mit jeweils 293.478 Euro fast als Schnäppchen daherkamen. Auf den Plätzen folgen die Teams aus Augsburg und Mainz . Am ineffizientesten waren neben dem FC Bayern die Mannschaften aus Wolfsburg und Hamburg .

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Ähnlich sah es bei den gewonnenen Punkten aus. Ein Sieg ist den Bundesligisten im Durchschnitt 2,8 Millionen Euro wert. Am teuersten musste sich der Hamburger SV seine Erfolge erkaufen. Weil die Hamburger nur achtmal gewannen, aber einen relativ hohen Etat haben, kamen sie auf die Rekordsumme von 4,375 Millionen Euro pro Sieg. Zum Vergleich: Der SC Freiburg gewann mit nur einem Bruchteil der Ausgaben zweimal häufiger. Seine Erfolge kosteten demnach nur 1,35 Millionen Euro. Ähnlich effizient: Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund und der 1. FC Nürnberg .

Auch für alle angekommenen Pässe ermittelt der ZEIT-ONLINE-Effizienzrechner einen monetären Gegenwert. 3.344 Euro war den Vereinsverantwortlichen demnach jeder gelungene Pass wert. Teuer wurde es vor allem in Wolfsburg. Wenn dort Marcel Schäfer seinem Kollegen Christian Träsch den Ball zuschob, kostete das jedes Mal 6.618 Euro. Ähnlich hochpreisig ging es beim FC Bayern und bei Schalke 04 zu. Am günstigsten kombinierten die Effizienzmeister aus Freiburg, sowie die Teams aus Augsburg und Kaiserslautern , das allerdings abstieg.

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Leserkommentare
  1. Eine -wirklich- extrem intelligente und bedeutungsschwangere Statistik.

    Danke Herr Spiller

  2. 2. Scope

    Warum schränkt der Autor die Tore auf die Bundesliga ein? Dies macht imho überhaupt keinen Sinn. Ein Kader des FC Freiburgs, Augsburgs oder auch Dortmunds (auch wenn dies wohl nicht gerne gehört wird) ist nur auf die Bundesliga ausgerichtet, im Gegensatz zum Kader des FC Bayerns oder Schalke 04s.
    FCBayern spielte diese Saison also 55 Pflichtspiele im Gegensatz zu 47 (BVB) oder 35 (SCF).
    Außerdem scheinen die Etats nicht aktuell zu sein, weder hat der FCB einen Etat von 100 Millionen (ca. 160 Mio. Euro) noch hat der BVB einen Etat von 41 Millionen (ca. 70 Mio. Euro). Diese Fakten sind z.B. im Bundesanzeiger einsehbar.

    2 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Lieber Scope, ja, diesen Aspekt haben wir auch diskutiert. Wir betrachten hier den Wettbewerb "Bundesliga" und dort läuft nun mal z.B. bei Bayern München das gleiche Personal auf, wie in der CL. Der Personaletat ist vor der Saison wie eine Wette, dass man als Verein mit dieser Investition seine sportlichen Ziele erreicht. Bei Bayern ist die Wette sicherlich eine andere, als in Augsburg oder Freiburg. Der große finanzielle Aufwand ist aber nun mal jeweils da. Und diese Dimensionen des Geschäfts wollen wir hier aufzeigen.

    • Coiote
    • 07. Mai 2012 18:18 Uhr

    "Warum schränkt der Autor die Tore auf die Bundesliga ein? Dies macht imho überhaupt keinen Sinn."

    Doch, ich finde das macht durchaus Sinn. Die Statistik soll spielerisch-wirtschaftliche Effizienz widerspiegeln. Die durchschnittliche Anzahl der Tore pro Spiel sind hierbei ein nicht völlig unsinniges Maß für spielerische Effizienz. Die Geldkosten pro Tor sollen den wirtschaflichen Aufwand pro Tor und Spiel wiedergeben. Man könnte noch zusätzlich durch die Anzahl der Spiele dividieren, um eine sinnvollere Kennzahl zu erhalten. Da aber in der Bundesliga jeder Verein gleich viele Spiele bestreitet, und die auch miteinander vergleichbar sind, ist es nicht nötig durch die Anzahl der bestrittenen Spiele zu dividieren.

    Würden weitere Spiele mitbetrachtet werden, so würde man keine sinnvolle Kennzahl mehr erhalten. Klar ist ja, dass ein Verein, der mehr Spiele bestreiten kann (z. B. in der Champions League) auch mehr Chancen auf Tore hat, diese wiederum tendenzill schwerer zu erkämpfen sind. Aus diesen Gründen wird auf die Spiele Bundesliga eingeschränkt, und zwar völlig zurecht!!!!!

  3. Redaktion

    Lieber Scope, ja, diesen Aspekt haben wir auch diskutiert. Wir betrachten hier den Wettbewerb "Bundesliga" und dort läuft nun mal z.B. bei Bayern München das gleiche Personal auf, wie in der CL. Der Personaletat ist vor der Saison wie eine Wette, dass man als Verein mit dieser Investition seine sportlichen Ziele erreicht. Bei Bayern ist die Wette sicherlich eine andere, als in Augsburg oder Freiburg. Der große finanzielle Aufwand ist aber nun mal jeweils da. Und diese Dimensionen des Geschäfts wollen wir hier aufzeigen.

    Antwort auf "Scope"
    • Coiote
    • 07. Mai 2012 18:18 Uhr

    "Warum schränkt der Autor die Tore auf die Bundesliga ein? Dies macht imho überhaupt keinen Sinn."

    Doch, ich finde das macht durchaus Sinn. Die Statistik soll spielerisch-wirtschaftliche Effizienz widerspiegeln. Die durchschnittliche Anzahl der Tore pro Spiel sind hierbei ein nicht völlig unsinniges Maß für spielerische Effizienz. Die Geldkosten pro Tor sollen den wirtschaflichen Aufwand pro Tor und Spiel wiedergeben. Man könnte noch zusätzlich durch die Anzahl der Spiele dividieren, um eine sinnvollere Kennzahl zu erhalten. Da aber in der Bundesliga jeder Verein gleich viele Spiele bestreitet, und die auch miteinander vergleichbar sind, ist es nicht nötig durch die Anzahl der bestrittenen Spiele zu dividieren.

    Würden weitere Spiele mitbetrachtet werden, so würde man keine sinnvolle Kennzahl mehr erhalten. Klar ist ja, dass ein Verein, der mehr Spiele bestreiten kann (z. B. in der Champions League) auch mehr Chancen auf Tore hat, diese wiederum tendenzill schwerer zu erkämpfen sind. Aus diesen Gründen wird auf die Spiele Bundesliga eingeschränkt, und zwar völlig zurecht!!!!!

    Antwort auf "Scope"
    • harryk
    • 07. Mai 2012 20:37 Uhr

    Haben die auch ausgerechnet, wieviel Zeit von wievielen Leuten für dieses Ergebnis gebraucht wurde?
    Wieviele EURO hat diese Recherche der ZEIT gekostet?
    Und wie groß ist mein Anteil daran mit meinem Jahres-Abonnemont?
    Sollte nicht der Verein Meister werden der die billigsten Tore schießt?
    Fragen über Fragen!

  4. Was will uns diese Statistik der 'Effizienz' der Bundesligavereine eigentlich sagen? Die Effizienzmeister kommen aus Kaiserslautern. Kaiserslautern ist abgestiegen. Die Meister der Ineffizienz sind die Bayern. Bayern ist Vizemeister und steht in zwei Endspielen. Was die sportlichen (und somit finanziellen) Erfolge betrifft hat diese statistische Erhebung schon mal überhaupt keine Aussagekraft.

    Die finanziellen Kosten eines Clubs nur auf die von ihm erzielten Tore in der Bundesliga zu beziehen ist indessen auch nicht sonderlich aussagekräftig. Die Effizienz eines Fußballspiels zeigt sich ja nun einmal in der Differenz aus Gegentoren und selbst erzielter Tore. Ist es effizient, in einem Spiel fünf Tore zu erzielen und sechs Tore zu kassieren? 
    Wenn man die Abschlusstabelle der Liga betrachtet fällt z.B. auf, dass Stuttgart 63 Tore erzielt hat, Leverkusen aber nur 52. In der Abschlusstabelle liegt aber Stuttgart hinter Leverkusen. Ist also Stuttgart finanziell effizienter, nur weil die Mannschaft offensiver agiert und die Abwehr vernachlässigt?

    Macht es Sinn, den Gesamtetat eines national und international tätigen Clubs nur auf einen Teil des Spielbetriebs, nämlich die nationalen Erfolge zu beziehen?
    Wenn ALLE Kosten des Vereins auf die Bundesligatore hochgerechnet werden, wieviel kosten denn dann im Umkehrschluss die Tore, die parallel in der Champions-League erzielt werden? Keinen Cent! Nix! Das ist jedenfalls ist schon mal sehr preisgünstig und effizient!

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    • Coiote
    • 09. Mai 2012 16:20 Uhr

    Ich finde die Statistik durchaus aussagekräftig, wenn gleich die Interpretation vorsichtig erfolgen sollte. Das gilt schließlich für jede statistische Auswertung. Zwar ist ein Vergleich wie z.B. Stuttgart vs. Leverkusen unklar, aber umgekehrt ist der Vergleich Bayern München vs. Dortmund um einiges klarer. Ist ein typischer Effekt bei statistischen Untersuchungen, dass manche Gruppenunterschiede deutlich, andere wiederum undeutlich sind. Das Beispiel Stuttgart vs. Leverkusen macht den Rest der Resultate nicht obsolet.

    Mit den Toren haben Sie meiner Ansicht nach recht. Anstatt der Tore sollte man sich eher die erzielten Punkte in der Bundesliga anschauen. Wurde ja auch gemacht. Weitere Wettbewerbe wie Champions League können Sie nicht sinnvoll mit auswerten. Das wäre zwar wünschenswert, aber die Resultate würden verzerrt werden. Das macht die Aussagekraft der hier gewonnenen Statistik aber nicht zunichte.

    Den Verein Bayern München würde ich als Investor nach momentanem Stand nicht finanzieren, Dortmund hingegen schon. Zumindest wenn ich den erwarteten Profit hoch halten wollte. Bayern München hat mit hohem finanziellem Aufwand den Rang 2 in der Bundesliga geschafft. Böswillig gesprochen, hätten wohl mit den finanziellen Mitteln der Bayern andere Vereine das auch geschafft. Dortmund spielt mit hingegen weit geringeren finanziellen Mitteln auf Augenhöhe mit den teuren Bayern.

    • Coiote
    • 09. Mai 2012 16:20 Uhr

    Ich finde die Statistik durchaus aussagekräftig, wenn gleich die Interpretation vorsichtig erfolgen sollte. Das gilt schließlich für jede statistische Auswertung. Zwar ist ein Vergleich wie z.B. Stuttgart vs. Leverkusen unklar, aber umgekehrt ist der Vergleich Bayern München vs. Dortmund um einiges klarer. Ist ein typischer Effekt bei statistischen Untersuchungen, dass manche Gruppenunterschiede deutlich, andere wiederum undeutlich sind. Das Beispiel Stuttgart vs. Leverkusen macht den Rest der Resultate nicht obsolet.

    Mit den Toren haben Sie meiner Ansicht nach recht. Anstatt der Tore sollte man sich eher die erzielten Punkte in der Bundesliga anschauen. Wurde ja auch gemacht. Weitere Wettbewerbe wie Champions League können Sie nicht sinnvoll mit auswerten. Das wäre zwar wünschenswert, aber die Resultate würden verzerrt werden. Das macht die Aussagekraft der hier gewonnenen Statistik aber nicht zunichte.

    Den Verein Bayern München würde ich als Investor nach momentanem Stand nicht finanzieren, Dortmund hingegen schon. Zumindest wenn ich den erwarteten Profit hoch halten wollte. Bayern München hat mit hohem finanziellem Aufwand den Rang 2 in der Bundesliga geschafft. Böswillig gesprochen, hätten wohl mit den finanziellen Mitteln der Bayern andere Vereine das auch geschafft. Dortmund spielt mit hingegen weit geringeren finanziellen Mitteln auf Augenhöhe mit den teuren Bayern.

  5. 8. Eieiei

    da sitzt der Stachel bei einigen Bayernfanboys allerdings noch tief. Und die CL wird hinterlistigerweise nicht berücksichtigt, obwohl ja nur 15 Teams nicht dran teilgenommen haben!

    Deshalb ein kostenloser Hinweis zur richtigen Auswertung der Statitstik: die aufsteigenden/absteigenden Geraden zeigen die Effizienz.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Euro | Bundesliga | FC Bayern München | Fußball | Borussia Dortmund | Borussia Mönchengladbach
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