Mario Götze: "Ich will kein Popstar sein"
Mario Götze ist 40 Millionen Euro wert – und wohnt noch bei seinen Eltern. Im Interview erzählt der Fußballer von den zwei Welten, in denen er sich zurechtfinden muss.
© Joern Pollex/Bongarts/Getty Images

Der Nationalspieler Mario Götze
Frage: Herr Götze, seit kurzem sind Sie in einem globalen Werbespot eines großen Sportartikelherstellers zu sehen. Es liegt viele Jahre zurück, dass ein deutscher Fußballer derart gefragt war. Was sagt uns das?
Mario Götze: Dass der deutsche Fußball an Wertschätzung gewonnen hat.
Frage: Und was sagt das über Sie?
Götze: Dass ich ein Teil davon bin.
Frage: So bescheiden? Nehmen Sie solche Termine eigentlich gern wahr oder machen Sie das nur, weil es zum Geschäft gehört?
Götze: Was heißt Geschäft? Ich betrachte solche Dinge eher situationsbedingt. Es gibt Termine, die man gern macht, weil der Auftrag interessant ist. Und der Auftrag ist interessant, wenn es Spaß macht und der Inhalt stimmt. Manchmal sind solche Termine aber auch nervig.
Frage: Hören wir da eine gewisse Abneigung heraus, was den geschäftlichen Teil Ihres Berufes anbelangt? Sie gelten inzwischen fast als eine Art Popstar unter den Fußballern, als einer, der sich verkleiden muss, wenn er mal unbehelligt vor die Tür treten möchte.
Götze: Popstar gefällt mir nicht, und ich will auch keiner sein. Ich halte das alles für ein bisschen hoch gegriffen. Die Aufmerksamkeit, ja der Rummel um mich ist bisher nur national. Deswegen ist es noch relativ entspannt. Was ich mal angemerkt habe, war lediglich, dass man in Dortmund nicht weggehen kann, wenn man bei Borussia Dortmund spielt.
Frage: In der öffentlichen Wahrnehmung genießen Sie eine beachtliche Stellung. Sie gelten als einer der besten deutschen Fußballer überhaupt, vor allem beim jüngeren Publikum genießen Sie Popstar-Status. Gucken Sie zu anderen Popstars, wie diese mit ihrer Popularität in der Öffentlichkeit umgehen?
Götze: Oh, das ist schwierig. Da ist ja eine ziemlich große Distanz zwischen dem – sagen wir mal – Sänger und sich selbst. Man weiß ja nie, wie sehr ihre Popularität in ihr Leben hineinragt, was sie so alles anstellen müssen, um einigermaßen in Ruhe zu leben.
Frage: Aber Sie sind doch nicht so naiv und sagen: Ich lasse das jetzt mal alles auf mich zukommen und gucke dann, wie ich damit zurechtkomme?
Götze: Natürlich nicht. Ich glaube, das kommt so ein bisschen mit der Erfahrung. Bei mir ist es ja noch nicht so lange her, dass das Ganze losgegangen ist. Und ganz so schlimm ist es auch noch nicht geworden. Aber die Situationen werden vielleicht kommen, die ich dann bewältigen muss.
Frage: Trotz Ihrer Jugend wird Ihnen eine gewisse Ignoranz diesen Aufgeregtheiten gegenüber nachgesagt. Ist das eine natürliche Gabe oder anerzogen?
Götze: Schon ein wenig antrainiert. Klar, am Anfang sagt man dann doch noch oft Ja, wenn man eigentlich hätte Nein sagen sollen. Aber das lernt man mit der Zeit. Das sind die unausgesprochen Mechanismen, die man sich in dieser Branche aneignet.
Frage: Wie wichtig ist dabei Ihr Vater, der aus einer ganz anderen Ecke kommt, aus dem universitären, dem intellektuellen Bereich.
Götze: Na ja, er ist immer schon sehr bedacht darauf, dass man seine eigene Normalität beibehält. Ich glaube, das ist auch das Wichtigste. Und das versucht er innerhalb der Familie zu vermitteln.
Frage: Also wenn Sie nach Hause kommen, sind Sie nicht der Star, der Super-Mario vom BVB, sondern einfach nur Sohn? Genießen Sie denn gar keine Privilegien daheim?
Götze: Ja, vielleicht das, dass ich das größere Zimmer bekommen habe. Aber sonst? Alles ganz normal, alles ganz entspannt. Ich wohne ja noch bei meinen Eltern, und dort finde ich Ruhe, so soll es sein.






Mit jemandem, der mit seiner Berühmtheit Millionen verdient und nicht mehr berühmt sein will.
Eine gewagte Aussage wie ich finde! Ich würde die Aussage gerne ergänzen: "Fußball ist ein Milliardengeschäft, mehr nicht!"
Wer die TV-Gelder-Verteilung kennt, die Millionengehälter im Fußball und den gewaltbereiten Kampf einiger Hertha-Spieler gegenüber Starke sieht, der könne nicht leichtfertig sagen,Fußball sei bloß ein Spiel:)
Das Ideal zu haben ist allerdings eine schöne Illusion!
Mario würde in einem Interview etwas anderes als den netten Jungen von nebenan raushängen lassen, sofort wäre es um ihn geschehen. Kaum auszudenken welche Flut an deutenden interpretierenden Artikel über ihn hereinbrechen würde. Sorry, aber dieses Interview hätte man so nicht unbedingt führen müssen.
Auf Wunsch des Users entfernt. Die Redaktion/ls
Vielen Dank, benutzer09, Ihr Einwand spricht mir ganz aus dem Herzen. Die Überschrift zeugt von der Qualität dieses Interviews, die ja auch schon hinlänglich kommentiert wurde. Die rein materielle "Schätzung" (im Sinne einer Taxierung) der Spieler zeigt die alltägliche Verletzung der Menschenwürde in diesem Geschäft.
An die Redaktion: Bitte Beitrag 13 löschen - danke!
"Eine unpassende Formulierung aus meiner Sicht. Der Wert eines Menschen bemisst sich nicht über die zu erzielende Summe auf dem Transfermarkt."
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Der geschäftliche Wert schon.
Ein Klischee folgt dem nächsten, es wird versucht Menschen zu etwas zu machen, was sie nicht sind.
Der Satz
Hochbegabte verlassen sich meist auf ihre Hochbegabung und sagen sich, dass sie nicht so viel machen müssen wie andere. setzt dem ganzen noch die Krone auf.
Als würde ein Talent wie Messi jemals dort stehen wo er jetzt steht, wenn er sich nicht angestrengt hätte.
Der Subtext, der mitschwingt (Genies tun nichts und im Umkehrschluss wer etwas tut ist kein Genie) ist nicht nur gefährlich, er ist schlicht und einfach falsch. Schön, dass die Mischung bei Götze stimmt, er sein Talent umsetzt und er so Massen begeistern kann.
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