Der Welt-Fußballverband Fifa will sich im Kampf gegen Korruption prominente Hilfe holen. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs ( IstGH ), Luis Moreno-Ocampo , sei für die Leitung der internen Ermittlungen nominiert worden, sagte der Vorsitzende des Fifa-Kontrollkomitees. Moreno-Ocampo, dessen Amtszeit beim IstGH im Juni endet, ist vor allem als Verfolger von international gesuchten Kriegsverbrechern bekannt geworden. "Die Tatsache, dass Luis auf der Liste steht, zeigt, wie ernst uns die Sache ist", sagte der Chef des Kontrollkomitees, Mark Pieth .

Der seit vielen Jahren amtierende Fifa-Präsident Sepp Blatter hatte anlässlich seiner Wiederwahl 2011 Reformen versprochen. So soll künftig nicht mehr das Exekutivkomitee über die WM-Vergabe entscheiden, sondern die Versammlung der 208 Mitgliedsverbände. Außerdem soll die Fifa-Ethikkommission gestärkt werden und Fehlverhalten konsequent bestrafen. Die Reformen soll das aus 13 Mitgliedern bestehende Kontrollkomitee überwachen, das ebenfalls 2011 geschaffen wurde.

Gegen Fifa-Spitzenfunktionäre hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Bestechungsvorwürfe gegeben. Sowohl vor der Präsidentenwahl als auch der Vergabe der WM 2022 an Katar sollen Schmiergelder geflossen sein. Die Beteiligten haben solche Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Am 8. Juni beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine . Das Turnier wird von der Uefa ausgerichtet, einer der sechs Kontinental-Konföderationen der Fifa.